Liebe
@Banditensocke ,
das ist natürlich bitter, wenn es Zeiten gibt, in denen es einen so quasi fortreißt, eins aus dem anderen resultiert und man es zunächst nicht stoppen kann, sondern mitmuss. Das kenne ich auch. Und auch ich mag ungern viel Cortison zu mir nehmen...
Mir fallen noch zwei Mini-Spielräume für solche Situationen ein, evtl. kennst du sie schon, das kann man hier im Forum nicht so wissen, wer welche Erfahrungen hat und wen man eher nervt, weil man Bekanntes oder Unpassendes auspackt.
Ich riskiere es mal:
Ich habe von einem Dr. Simonton gelesen, der war amerikanischer Onkologe und hat mit seinen Patienten verschiedene Methoden zur Stärkung von Selbstheilung und Eigenverantwortung entwickelt. Von ihm kommt meiner Erinnerung nach der Begriff der "radikalen Akzeptanz". D.h., man akzeptiert die persönliche Situation im vollen Ausmaß, ohne etwas schönzureden oder zu verleugnen. Von dieser Basis aus wird man wieder handlungsfähig, wenn man es möchte. Einen Teilaspekt stellt die Einnahme von "schweren" Medikamenten dar: Wenn man weiß, es geht nicht ohne, versucht man, dies zu akzeptieren. Eine positive Haltung zu entwickeln. Für genau diese Einnahme das Medikament als Helfer zu betrachten. Weiterhin visualisiert man, wie das Medikament hilft und wirkt. Einige Patienten stellten sich z.B. kleine Engelchen in ihrem Körper vor, die die Schmerzen wegputzten. Nach Dr. Simonton hat es sich als besonders hilfreich erwiesen, wenn der Patient sich seine Helferlein selbst ausgedacht hat. So wirkte anscheinend in den von ihm betrachteten Fällen die Chemo signifikant besser und auch die Übelkeit danach war nicht so massiv wie sonst.
(Ich stelle mir aktuell bildlich vor, wie meine gerissene Achillessehne gut wieder verheilt, wie sich das Kollagen in geraden Strängen von der Ferse zum abgerissenen Ende streckt und sauber zusammen wächst.)
Zweiter Spielraum: Ich habe festgestellt, dass es hilft, wenn man sich bewusst macht, was einem im Augenblick fehlt und welche Konsequenzen dies momentan hat. Also z.B., mir fehlen Ruhepausen. Und sich dann sagt: Ich brauche Pausen. Sie sind wichtig für mich!
Momentan kann ich nicht genug Pausen bekommen. Ich werde ein Auge darauf halten und mich um diesen Defizit kümmern, auch wenn ich es momentan nicht realisieren kann.
Vielleicht erreicht man damit das Unterbewusstsein? Wenn man also dem Defizit Aufmerksamkeit schenkt und sich ehrlich damit auseinandersetzt, scheint auch der Körper mitzumachen. Wichtig ist, dass man es ehrlich mit sich selbst meint und auch einlöst, was man verspricht. Man sorgt gut für sich selbst.
Alles Gute für dich!
tilia