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Sprüche des täglichen Lebens...

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Melisandra, 24. Februar 2004.

  1. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    und was sie aussagen!

    "Mal den Teufel nich an die Wand!"

    Wer kennt sie nicht, die ewigen Pessimisten, die immer auf das Schlimmste vorbereitet sind und warnend ausrufen: "Mal doch den Teufel nicht an die Wand!"

    Sie gleuben, dass das Übel herbeigeredet werden kann. Eine Art der selbsterfüllenden Prophezeiung? In der Tat. Schließlich bezog sich der Ausspruch in der ursprünglichen Bedeutung tatsächlich auf den gehörnten Gesellen. Der wartet immer nur darauf, dass er gerufen wird.

    Das kann mit Worten sein oder einem Bild an der Wand. Einmal gedankenlos den Namen des Teufels ausgesprochen, kann es passieren, dass er plötzlich vor einem steht - ob in bekannter Gestalt, als Faust'scher Pudel oder sonstiger Verführer.

    Also, Vorsicht bei unachtsamen Äußerungen. Und: Klopft es nachts an der Tür, bitte fragen, wer da ist, um nicht versehentlich dem Beelzebub das Haus zu öffnen...

    (Seid aber nicht zu abergläubisch!...)
     

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  2. merre

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    ja wie denn nun???

    ...ich hab mal nachgeschaut, wie das denn ist mit diesen "Sprüchen":

    Sprachliche Phänomene wie "ins Gras beißen", "einen Bock schießen", "jemanden auf die Palme bringen", "den Löffel abgeben", "jemandem einen Bären aufbinden" oder "jemanden ein Schnippchen schlagen" werden im Volksmund Redewendungen genannt - im Bereich der Linguistik werden sie auch als Phraseologismen bzw. Idiome bezeichnet.

    Sie unterscheiden sich von einfachen Wörtern dadurch, daß sie aus mehreren Elementen bestehen, weisen aber - einfachen Wörtern ähnlich - als Komplex eine Gesamtbedeutung auf, die sich von der Bedeutung der einzelnen Wörter, aus denen die Redewendung zusammengesetzt ist, unterscheidet. So ist die Bedeutung "ins Gras beißen", die mit `sterben' umschrieben werden kann, unabhängig von der Bedeutung der Wörter "ins", "Gras" und "beißen". Solche phraseologischen Mehrworteinheiten zeichnen sich durch eine Reihe weiterer spezifischer Eigenschaften aus, die bei nicht-phraseologischen Wortverbindungen nicht vorkommen. So treten beispielsweise in Phraseologismen oft Wörter auf, die außerhalb von Redewendungen nicht verwendet werden wie "Laufpaß", "Schnippchen", "Kerbholz", "Mißkredit" usw. Darüber hinaus unterliegen einzelne Redewendungen verschiedenen Modifikations- und Umformungsbeschränkungen, die nicht-phraseologische sprachliche Mehrworteinheiten ohne Probleme zulassen. Die folgenden Beispiele deuten allerdings an, daß diese Beschränkungen nicht für alle Redewendungen gleichermaßen gelten: (Der Stern * kennzeichnet Sätze, die keine phraseologische Lesart zulassen und damit nur wörtlich zu verstehen sind, was in einigen Fällen zu absurden Inhalten führt.)

    ...scheiß der Hund drauf, wer soll das verstehen???
     

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  3. Melisandra

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    Tja merre,

    da gibt es nix: "Deutsche Sprache - schwere Sprache" Da blickt halt mancher Deutsche selbst nicht durch. - Mir persönlich macht es mehr Spaß, zu recherchieren, was an Aberglaube bis in unsere Zeit hinein gebräuchlich ist, ohne dass wir wissen, was wir eigentlich sagen.

    Wie oft sagt man jemandem: "Ich drück Dir die Daumen" oder "toi, toi, toi", "Klopf auf Holz" usw. etc..... - nur was im Altertum an Aberglaube dahinter stand wußte ich nicht immer.

    Es grüßt

    Melisandra
     

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  4. Melisandra

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    "Scherben bringen Glück"

    Dass Scherben Glück bringen, ist fast überall auf der Welt bekannt. Der Glaube entstand aber nicht allein aus dem Trost heraus, als etwas Kostbares zu Bruch ging. Vielmehr hält das Glück Einzug durch den Lärm, der dabei entsteht: Er vertreibt die bösen Geister. Eine Idee, die auch hinter dem Feuerwerk zum Jahreswechsel oder den dissonanten Gesängen der alemannischen Fastnacht steckt. (Ist ja noch nicht so lange her)

    Zurückzuführen ist der Spruch wohl auf alte Opferrituale, als die Opferschälchen gegen Ende der Zeremonie zerschlagen wurden und der Lärm dabei als schöner Nebeneffekt zum Hauptzweck avanciere. Noch heute ist es Brauch, ein neues Schiff mit Champagner zu taufen, wobei die Flasche unbedingt zu Bruch gehen muss. Auch werden mancherorts die Gläser nach dem Trinken hinter sich geworfen. Bei Hochzeiten soll am Polterabend so viel Geschirr klirren, wie aufzutreiben ist. Aber Vorsicht: bitte nur Porzellan, Keramik oder Steingut zerschlagen, denn kaputtes Glas bringt Unglück. (Das steht ja eigentlich im Gegensatz zur Schifftaufe und zum Werfen der Gläser:rolleyes: )

    Und wer beseitigtr die Bescherung? Das Brautpaar allein und natürlich gemeinsam, als Zeichen dafür, dass auch künftig zusammen angepackt wird. Ist der Berg recht hoch, gilt dies als gutes Zeichen: Gab es genug kaputtes Geschirr vorher, fliegt während der Ehe weniger hin und her - so heißt es jedenfalls (aber manche sind auch nachher noch sehr temperamentvoll und benötigen schon mal neues Geschirr :D )
     

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  5. Melisandra

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    "Aufs Geld gespuckt, vermehrt es sich"

    Ohne Geld geht nichts. Und mit viel Geld schienbar alles leichter. Wie gut käme uns dann der richtige Zauber, die Finanzen zu mehren. Und weil das liebe Geld einen solch hohen Stellenwert in der menschlichen Existenz einnimmt, gewährt der Aberglaube eine Reihe von Angeboten für dessen zauberhafte Vermehrung. (Bei mir hat leider alles noch nicht geklappt. Ich muß weiter für gutes Geld arbeiten :( )

    Der beliebteste und noch heute bekannte Trick ist, auf das erste eingenommene Geld des Tages, der Woche, der Monats oder des Jahres kräftig zu spucken. Die Kraft für den Zauber kommt vom menschlichen Speichel, der als eine besonders wirksame Substanz für allerlei Zaubereien herhalten muss. Er entsteht im Körper und wird durch den Mund abgesondert - auf dem gleichen Weg, also, durch den auch die bösen Geister eindringen wollen. Nur ein magischer Stoff wie der Speichel kann sie davon abhalten! (Nützt bei meinem Geld leider nicht)

    Daneben gibt es noch andere Wundermittel, die ein reges Wachstum des Kapitals verheißen: Beim ersten Ruf des Kuckucks oder beim ersten Gewitter des Jahres heißt es, sienen Geldbeutel kräftig zu schütteln. Es hilft aber auch, am Heiligen Abend oder in der Silvesternacht seine Münzen auf dem Tisch zu verteilen, weiterhin am Aschermittwoch den leeren Geldbeutel zu waschen (habe ich leider versäumt). Aber Vorsicht, eine alte Regel besagt: Wird das Geld zu oft gezählt, kann's weniger werden!
     

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  6. merre

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    hab sie

    ...zumindest ganz viele!


    - den Faden verlieren
    - den Faden aufgreifen
    - schwanken wie eine Fahnenstange im Wind
    - einen fahren lassen
    - jemanden auf die Fährte kommen
    - jmdm. in die Falle gehen nìkomu do pasli zalìzæ
    - ohne Fehl und Tadel
    - in die falsche Kehle geraten // bekommen
    - ein Fass aufmachen
    - Farbe bekennen
    - dem Fass den Boden ausschlagen
    - Das ist ein Fass ohne Boden.
    - das Faß zum Überlaufen bringen
    - faul wie die Sünde
    - auf der faulen Haut liegen ruèce nosyæ *
    - faules Stück
    - etw. paßt wie die Faust aufs Auge
    - es faustdick hinter den Ohren haben
    - eine faustdicke Lüge
    - jmdn. aus den Federn scheuchen
    - daß es nicht mehr feierlich ist
    - jmdm. das Fell gerben
    - sich zu weit aus dem Fenster lehnen s. Bogen, überspannen
    - in die Ferne schweifen
    - Fersengeld geben
    - Fesseln zerreißen
    - (wieder) festen Boden gewinnen // unter die Füße bekommen
    - treten ins Fettnäpfchen treten (bei jmdm.)
    - noch feucht hinter den Ohren sein s. grün, Ohren
    - Feuer und Flamme sein für etw. / jmdn. /Feuer, Hinter
    - jmd. Feuer unter dem Hintern machen
    - solche // diese fiesen Typen
    - keinen Finger rühren
    - sich in den Finger schneiden
    - sich die Finger verbrennen
    - an den Fingern abzählen
    - sich etw. aus den Fingern saugen
    - finster, (drein)blicken ....
    - aber des nicht, wir sind doch die Freundlichkeit in Person!!!
     

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  7. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Sprüche und deren Bedeutung ...

    Hier zwei Bespiele aus dem Mittelalter:

    "das Weite suchen": die Burgen und Befestigungen waren früher so angelegt, daß sie sich nach innen aufweiteten - so konnten nicht viele Gegner gleichzeitig durch das Tor, aber der Verteidiger konnte mehr Waffen zum Einsatz bringen - es geht also darum, eine bedrohliche Enge zu verlassen.

    "türmen": in den Burgen war der Bergfried (der Turm in der innersten Anlage) die letzte ausgebaute Verteidigungsstellung. Wenn garnichts mehr ging, dann wurde diese genutzt, man ist "getürmt".

    Vielleicht fällt mir ja noch was ein, dann gibt es mehr.

    Liebe Grüße

    Robert
     
  8. Melisandra

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    "Du sollst dein Zeug nicht am Leibe flicken"

    Ein Knpf reißt schnell ab. Wer aber dann unbedacht zur Nadel greift, handelt sich Ärger ein. Denn die Kleidung am Leibe zu flicken bringt auf jeden Fall Unheil - heißt es schon so lange, dass wir heute nicht mehr wissen, wann dies unseren Ahnen einfiel.

    Sicher sollten Unfälle mit dem spitzen Werkzeug verhindert werden, die dann größere Flickarbeiten nach sich ziehen konnten - sowohl an Kleidung als auch am Menschen ;) . Passiert es aber trotzdem, dass etwas am Leibe geflickt werden muss, so gibt der Abwehzauber einige logische Rätsel auf: Angeblich hilft nämlich dann das Kauen eines Stücks des Garns, mit dem genäht wird. (Guten Appetit!)

    Und auch sonst ist das Nähen und Flicken mit Vorsicht zu verrichten. Näht eine Frau bei Mondschein, so heißt es, würde dies ihr Leichenhemd werden, und wer zwischen den Jahren flickt, dem drohen eitrige Finger. Sticht sich aber ein Mädchen in die Hand, sollte es ausschließlich vor Freude weinen. Am selben Tag gibt es nämlich einen Kuss, heißt es. (Ob das alles stimmt?)
     

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  9. Melisandra

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    "Messer und Scheren zerschneiden die Freundschaft"

    Früher wurde flott zum Messer gegriffen. Stechereien gab es allerorten. Um sich daran nicht "mitschuldig" zu machen, galt es als großen Fehler, Messer oder Scheren zu verschenken. Aber auch heute trifft dieser Grundsatz zu, denn wie schnell ist damit ein Unfall passiert!

    Dabei besa0en Messer im Volksglauben auch durchaus positive Kräfte. Um böse Geister zu vertreiben, wurden sie im Mitelalter den Wöchnerinnen ins Bett gelegt.

    Auch gegen Rheuma halfen sie, indem sie die Macht der Elben bannten, die diese Krankheit angeblich auslösten (das ist mir neu :D - aber mal ne andere Perspektive)

    Doch beim Schenken hört der Spaß und vor allem die Freundschaft auf. Was also tun bei solch einem Präsent? Nun, eine Möglichkeit gegen das heraufziehende Unglück ist: Bezahlen.

    Am besten mit einem sambolischen Preis wie dem Glückspfennig (ob das auch für Cent paßt?) - denn wer weiß ob der Cent eine ähnliche Wirkung hat ... ?
     

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