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Sport unter MTX und was ist mit dem ATP ?

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Grinsekatze, 10. Oktober 2013.

  1. Grinsekatze

    Grinsekatze Neues Mitglied

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    Hallo,
    ich nehme seit 3 Monaten MTX und bin vorher regelmässig 6-10 km gelaufen.
    Unter der einnahme von MTX konnte ich beobachten das sich meine Laufzeit nicht verändert hat, jedoch ist die Strecke die ich in der gleichen Zeit laufe immer kürzer geworden:cool: und meine Beine sind viel schwerer. Auch ist die gesamt Kondition mit der Zeit schlechter obwohl ich weiterhin gelaufen bin.:mad:

    Kann mir jemand sagen ob er geschaft hat unter MTX auch Kondition wieder auf zu bauen?
    Weiss jemand ob der Leistungsabfall sich mal stabilisiert oder ins Bodenlose fällt?
    Habe gelesen das MTX in die Energieversorgung eingreift, kann mir jemand sagen wo genau im Citronensäure-Cyclus das MTX eingreift?

    Vorab schon mal Danke:vb_redface:
     
  2. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Hallo Grinsekatze,

    vielleicht hat der Leistungsabfall gar nichts mit dem MTX zu tun?
    Bei mir ist es nämlich genauso und ich habe MTX nach 3 Injektionen wieder absetzen müssen. Nun nehme ich wieder Arava.

    Ich bin auch immer gelaufen. Dreimal in der Woche zwischen 7,5 und 10 km. Ging immer easy.
    Oder ich habe Crosstrainer gemacht. Immer 30 Minuten/ 3x die Woche.

    Es hat sich ganz langsam meine Kondition abgebaut.
    Ich musste Stück für Stück die Trainingszeit verkürzen. Seit Dezember geht gar nichts mehr. Ich konnte nur noch mit Mühe spazieren gehen.
    Das macht mich total fertig.
    Wieso das so ist, weiß ich nicht.
    Meine Vermutung ist, dass es vom Cortison kommt. Als ich das nämlich mal abgesetzt hatte, war ich wieder besser drauf.
    Allerdings geht das jedes Mal nur 3 Wochen und dann bekomme ich einen Rheumaschub.

    Dieses bleierne Gefühl in den Beinen geht ohne Cortison auch weg. Außerdem schwitze ich wie verrückt. Alle diese Erscheinungen scheinen dem Cortison geschuldet.
    Auch die Schwitzerei geht weg, wenn ich es nicht nehme.
    Allerdings geht das leider nicht auf Dauer.

    Nimmst Du zum MTX auch noch Cortison?
    Dann könnte das die Ursache sein.

    Eine Lösung weiß ich leider nicht. Nur, dass ich jetzt versuche, die Dosis so gering wie irgend möglich zu halten.

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Lusella
     
  3. Geschmackvoll

    Geschmackvoll Mitglied

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    Leistungsabfall

    Liebe Grinsekatze,

    Wie viel MTX nimmst du denn? Als ich noch 25 mg pro Woche genommen habe, war ich in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Einnahme immer völlig k.o., dann wurde es etwas besser. Mittlerweile nämlich nur noch 10 mg pro Woche und merke kaum noch etwas, außer ein bisschen Müdigkeit am Tag danach.
    Meine sportlichen Leistungen schwanken erheblich, was zum Teil an der Müdigkeit nach MTX lag, aber hauptsächlich an meinem "rheumatischen Gesamtzustand" - das reicht von schleichenden 10 min-Spaziergängen oder 10 Bahnen schwimmen in 10 min und danach schlafen :( bis 2x die Woche 1,5 km kraulen :cool: (= Schwankungen in den letzten zwei Jahren!).
    Ich will Dir Mut machen, mit etwas Geduld dein >neues< Leistungsvermögen anzunehmen und langsam wieder aufzutrainieren. Das ist nicht ganz leicht, weil man so stolz ist auf das Erreichte, aber den Körper zu überfordern kann ganz schnell nach hinten losgehen.

    Alles Gute und liebe Grüße!
     
  4. Grinsekatze

    Grinsekatze Neues Mitglied

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    Vielen Dank für die schnellen Antworten!

    Ich nehme kein Cortison und kenne das schnelle Schwitzen seit neusem trotzdem :vb_confused:...hmmm...die symtome die du dem Cortison zuschreibts kenne/habe ich leider auch, doch wie gesagt nehme ich kein Corti:o

    Ich bin jetzt bei 15 mg/Woche s.c. Dem Tag nach Injektion versuche ich gar nicht erst Sport zu machen.

    @Geschmackvoll, kannst du in den letzten 2 Jahren bei den Leistungsschwankungen einen Trend erkennen? Wurde das mit der Müdigkeit besser?

    Liebe Grüße
    Grinsekatze
     
  5. Judy_Tiger

    Judy_Tiger Mitglied

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    Hey,

    als ich mit MTX angefangen habe, ist mir erstmal aufgefallen, dass ich die 800 m Freistil auf Wettkämpfen viel langsamer schwimme als zuovr... Irgendwann kam mir dann, dass ich ja am Tag zuvor mein 15 mg MTX geschluckt habe.

    Jetzt im Studium mache ich nicht mehr leistungsmäßig Schwimmsport, sondern habe im Frühjahr mit Joggen angefangen. Ich habe jedoch sehr schnell gemerkt, dass sich meine Kondition verbessert. INzwischen laufen mein Laufkollege und ich immer 7,5 km in ca 40 Minuten, bisschen Schwankungen sind dabei, aber das führe ich nciht auf meine Medis zurück (Jetzt Enbrel und 20 mg MTX s.c.) Am Tag nach der MTX Injektion lönnte ich nicht laufen gehen, da geht aber sowieso nur der normale Tagesablauf eines enstpsannten Samstages ohne großartige physische oder mentale Belastung ;-)

    Wie MTX im Citratzyklus wirken soll, weiß ich nicht. Es hemmt kompetitiv die Reduktion von Tetrahydrofolat. Dieses scheint eher bei des Synthese von Pyrimidinbasen wichtig zu sein, im Rahmen des Citratzyklus wurde das jedoch von keinem Dozenten erwähnt... Und das thema hatten wir letztes Semester recht ausgiebig. Auch in meinem Biochemiebucht ist von Folsäure für die ATP-Gewinnung keine Rede.

    Was sein könnte, aber das müsste ein Arzt schon durch die regelmäßigen Blutuntersuchungen festgestellt habem. Folsäure ist wichtig für die Bildung von Erythrozyten. Wenn Folsäure (oder auch Vit B12) fehlt steigt zunächste das MCV (mittleres Volumen der Erys) und später kommt es zu einer megaloblastären ANämie, das heißt zu wenig Hämoglobin/Erys, um ausreichend O2 in den Körper zu transportieren, wo bei die vorhandenen Erys überdurchschnittlich groß und Hämoglobinhaltig seind. Aber wie gesagt, das sieht ein Arzt sofort m wenn er ein BB macht...

    Also viel Spaß beim Sport!!

    PS: Ich hoffe das war alles verständlich, man tendiert im Laufe des Studiums in einen Fachjargon abzurutschen, der für patientenzentrierte Kommunikation extrem schädlich ist:o
     
  6. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Hm, dann sind diese Symptome evt. sogar vom Rheuma selbst? Das wäre auch noch eine Möglichkeit.

    Mein HA hat das eigentlich immer vermutet. Er hat gemeint, dass wenn solche Entzündungen im Körper sind, der Körper durch vermehrtes Schwitzen versucht die Giftstoffe los zu werden.
    Es ist eben eine dumme Sache. Vieles kann, nichts muss... Mit der Zeit frustriert das!

    Ich wünsche Dir, dass Du wieder Deinen Sport machen kannst. Aber versuche bitte nicht etwas zu zwingen!
    Das habe ich schon hinter mir und es bringt absolut gar nichts.
     
  7. Rosalind

    Rosalind Mitglied

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    SportlerInnen und MTX

    Liebe Sportler,

    MTX greift in der Tat massiv in den Folsäure-Stoffwechsel ein, das ist ja die Idee dieser Therapie. Damit wird der DNA-Synthese sich schnell-teilender Zellen der Garraus gemacht und ihnen der Wettbewerbsvorteil genommen. Die Idee stammt aus der Krebstherapie, denn MTX war und ist erstmal ein Chemotherapeutikum. Da Tumorzellen fixer in der Zellteilung (und damit in der DNA-Synthese) sind, kann man sie dadurch töten. Leider teilen sich auch alle anderen Körperzellen (mal von Herz, Hirn und wenigen anderen Zellen abgesehen). Diese gesunden Körperzellen leiden dann auch!

    Die Zellen des Immunsystems sind auch sehr fleißige Zell-Teiler, da sie nur eine kurze Lebensdauer haben. Da sie aber bei der Rheuma-Entstehung und Aufrecht-Erhaltung maßgeblich beteiligt sind, will man sie loswerden/unterdrücken/im Schacht halten. Das hat natürlich erstmal Einfluß auf die Immun-Abwehr, aber auch auf die Leistungsfähigkeit.
    Erythrozyten (die roten Blutzellen, die den Sauerstoff transportieren) haben keinen Zellkern, also auch keine DNA und teilen sich auch nicht. Sie sterben nach etwa 120 Tagen einfach ab. Ihre Vorläuferzellen (die Zellen, aus denen sie sich entwickeln) heißen Erythroblasten, die sitzen im Knochenmark der großen Röhrenknochen und enthalten natürlich einen Zellkern und DNA. Diese Erythroblasten teilen sich und können durch MTX (und andere Chemotherapeutika) gestresst werden.

    MTX greift nicht in den Metabolismus von Zucker/Fett/Protein in den Zellen ein (z.B. Glykolyse/Atmungskette), hat also keinen direkten Effekt auf die Muskulatur/das Herz bei Sport.

    Aber MTX ist trotz der niedrigen Dosierung bei Rheuma ein systemisch wirkendes Medikament, das bei einer den gesamten Organismus betreffenden, chronischen Krankheit als Therapeutikum verschrieben worden ist. Natürlich beeinflussen Krankheit und Therapie die Leistung auf vielen Ebenen. Es wäre verrückt zu denken, dass ein Rheuma-Patient unter MTX (ggf. plus weiterer Medikamente) genaus so leistungsfähig ist wie zu vor oder wie die alters-entsprechende Vergleichsgruppe (mit Ausnahmen natürlich, Spitzensportler gibt es immer).

    Rosalind
     
  8. Geschmackvoll

    Geschmackvoll Mitglied

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    Sport unter MTX

    @ Grinsekatze:

    die Tendenz, die sich hinsichtlich meiner Kondition und Müdigkeit erkennen lässt, ist absolut eindeutig, nämlich unregelmäßig und wellenförmig :D klingt blöd, ist aber wirklich so!

    Es hängt alles davon ab, wie häufig und wie heftig meine Schübe sind. Während eines Schubes liege ich mit Schmerzen wie ein Käfer auf dem Rücken und bin froh, wenn ich es einmal am Tag aus meiner Wohnung bis zum Ende meiner Straße schaffe. In solchen Phasen bauen sich natürlich meine mühsam erarbeiteten Muckies schnell wieder ab, ich bin völlig aus der Puste und muss mich nach einem kleinen Einkauf erstmal 2 Stunden schlafen legen *schnarch* :sleep2:(vorher wird meistens noch geheult ... :unhappy: wegen Schwäche und Selbstmitleid und so)
    Wenn ich dann beim Arzt war, meine Medikamente neu eingestellt sind, ich mich etwas ausgeruht habe und mein Selbstmitleid langsam wieder so einer Art Kampfgeist Platz macht, dann fange ich wieder an, nach und nach Kondition zu trainieren und Muskeln aufzubauen.
    Es ist nach jedem Schub ein Neuanfang, aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass eine halbwegs anständige Grundkondition dafür sorgt, dass ich nach einem Schub schneller wieder fit werde. Im Moment bin ich nur deshalb in so guter Form, weil ich seit über einem Jahr keinen Schub mehr hatte und lückenlos sporteln konnte. Während eines Schubs ist mir das nicht möglich.
    Außerdem muss ich sagen, dass Wetterquerelen mich kurzzeitig ausknocken können, so dass sich eine halbe Woche oder eine Woche nur schlafe und mich schleichend bewege, das ist aber insgesamt kein großer Verlust.

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und sende liebe Grüße!