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Spondylarthritis psoriatica: fast nie Fieber und fast nie Entzündungswerte im Blut?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von AusKöln, 12. August 2016.

  1. AusKöln

    AusKöln Neues Mitglied

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    Hallo in die Runde,

    ich habe in meinem Leben - soweit ich mich natürlich erinnere - keine 10x Fieber gehabt und bis auf wenige Ausnahmen, vielleicht 5x waren nie Entzündungswerte im meinem Blut nachweisbar.

    2012 erhielt ich, obwohl bei mir bis auf Nagelveränderungen keine Schuppenflechte diagnostiziert war, die Diagnose Spondylarthritis psoriatica durch Herrn Dr. Langer. Ich habe nie wieder solch eine gründliche Untersuchung erlebt. Nach einer Pause, in der ich nichts von Krankheit wissen wollte, obzwar ich Schmerzen gelitten habe, werde ich zwischenzeitlich bei einer Rheumatologin in Köln betreut. Sie sagte mir, ich hätte eine schwache Ausprägung der Krankheit, jedoch habe ich selten Tage ohne Schmerzen, insbesondere bin ich an der Wirbelsäule weiter versteift. Ich nehme nur Ibuprofen oder in Zeiten, wo ich Magenschmerzen habe, Novaminsulfon ein, jedoch hilft mir Ibuprofen eher bei den Schmerzen.

    In den letzten Zeit hatte ich 5x je eine ovale abgrenzbare Rötung von ca. 1 bis 1,5 cm Größe, die dann später in einem zusammenhängenden Belag schuppen. An der Brust habe ich eine Narbe behalten, die anderen sind abgeheilt, die am Oberschenkel ist am abheilen und die hinter der Kniekehle ist derzeit eine einzige Schuppe. Diese hat sich gestern eine Dermatologin angeschaut und mit Psoriasis vulgaris diagnostiziert.

    Das wiederum führte mich zu folgender Frage: Warum ist bei mir, obwohl ich der Überzeugung bin, Entzündungsschmerzen zu haben, kein einziger Entzündungswert im Serum erhöht? Schmerzen sind ja nicht Schmerzen, sie sind unterschiedlich, aber entzündliche Schmerzen kann ich für mich insoweit eingrenzen, als dass diese eher brennend sind, nicht so dumpf wie Arthroseschmerzen und mir dann Kälte hilft.

    Sogar in solchen Phasen habe ich keine Entzündungszeichen im Blut. Nach meinen Blutwerten erfreue ich mich bester Gesundheit, soll ich lachen oder soll ich weinen?

    Warum ist das so? Gibt es Leidensgenossen, die auch die gleichen Probleme mit der Nachweisbarkeit im Serum haben?
     
  2. moi66

    moi66 Aktives Mitglied

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    Guten Morgen, Greisin.
    Deine Nicht-Krankheitsgeschichte liest sich sehr ähnlich wie meine. Ich erinnere mich, dass ich in 10 Jahren Schule keine 10 Tage gefehlt habe...
    Lt. meiner Blutwerte dürfte ich auch heute "NIX" haben, die Probleme sind aber trotzdem da.
    Mein Rheumatologe sieht das sozusagen gelassen - er behandelt mich, nicht meine Blutwerte. Diagnose bei mir ist ein Morbus Bechterew, ich habe allerdings auch noch Kopfhaut-Schuppen im Angebot.
    So blöde das auf der einen Seite ist - auf der anderen Seite haben wir beide Glück, Ärzte gefunden zu haben, die "uns" und nicht irgendwelche Laborwerte behandeln.
    Wenn Du Dich hier im Forum umguckst, wirst Du viele finden, die nicht bzw nicht richtig behandelt werden, nur weil die Blutwerte nicht lehrbuchmäßig schlecht sind.
    Das zeigt aber auch, dass wir beide gar keinen so hohen Seltenheitswert haben :p
     
  3. AusKöln

    AusKöln Neues Mitglied

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    Auch guten Morgen moi66,

    ich bin Herrn Dr. Langer und der damaligen Ärztin sehr sehr dankbar, da ich von ihnen ernst genommen wurde. Aber nichts destotrotz,
    warum gibt es keinen Nachweis im Blut?
    Das muß doch Gründe haben. Ich habe 4 Monate lang nachts nicht schlafen können, da meine rechte Hüfte derartig schmerzte, dass nur Kühlpads geholfen haben. 2x wurde Blut abgenommen und nichts, rein gar nichts war zu sehen. Dann hatte ich 3 Monate lang eine Bursitis, auch da war nichts, gar nichts im Blut.
     
  4. lumpi64

    lumpi64 Mitglied

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    Hallo Greisin,

    ich bin auch so ein Fall. Im Blut so gut wie nie was zu sehen, in der Bildgebung dann aber doch. Hab PsA. Mir geht es immer wieder so wie dir; im Blut ist nix ergo kann ich auch keine PsA haben. :rolleyes:

    Trotz Biologika u. co. zwickts mich zuweilen schon echt unangenehm und ich kann diese Entzündungsschmerzen von z.B. Arthroseschmerzen tatsächlich unterscheiden.

    Diese Entzündungsschmerzen verschwinden allerdings ganz fix, wenn ich mir einen Cortisonstoß verpasse (selbstverständlich mit Einverständnis des RheumaDocs). Das andere bleibt. Und immer immer wieder hadere ich....PsA oder nicht, vielleicht doch was ganz anderes, z.B. Fibo (möglicherweise inzwischen sogar ne Sekundärfibro) ?

    Ich habe wie du einen guten Rheumatologen, der sich noch nie nach meinen Blutwerte orientiert hat (doch....als die Leberwerte unter Arava stiegen ;)) und mir ebenfalls sagte, dass der Patient und nicht das Blut behandelt wird. MTX hatte anfangs ja ganz gut funktioniert, Arava phänomenal...wenn da nicht die Leber dazwischen gegrätscht hätte und mit Cimzia bisher auch, wobei ich so langsam einen Wirkungsverlust feststelle. Meine blöde Hüfte fing wieder unangenehm das Meckern an....mit Cortison wieder alles schick. War deswegen noch nicht beim Doc (alle in Urlaub).

    Komm mir irgendwie mittlerweile schon seltsam vor, ständig beim Arzt:eek:....da war ich wg. meines Reitunfalls erst beim Orthopäden, dann darf ich wg. der HWS jetzt zum Neurochirurgen. Und die Hüfte sollte ich tatsächlich mal nachschauen lassen..... Grad nervt mich das ein wenig.

    Na ja, zurück zu dir Greisin.....freu dich über deinen Rheumatologen, der dich trotz "guter" Blutwerte ernst nimmt. Moi hats schon erwähnt; es gibt hier so viele, die werden genau deswegen unglücklicherweise nicht behandelt.

    Wünsche allein ein schönes Wochenende:):)

    Grüßle Lumpi
     
  5. moi66

    moi66 Aktives Mitglied

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    Ich bin mir rel. sicher, dass es den doch gibt - aber die Wissenschaft hat ihn für so Hühner wie uns einfach noch nicht gefunden.
    Mir wäre es bei meinen Autoimmun-Erkrankungen (hab noch mehr als Rheuma) sehr lieb, wenn man wüsste, warum. Ich kanns aber nicht ändern und bin froh, dass die Medizin erkennt, dass da was ist und behandeln kann. Nach einiger Zeit des Haderns habe ich (meist) aufgehört, meine Energie dafür zu verschwenden. Meine Diagnose wurde noch in einer Rheumaklinik bestätigt, somit ist meine Unsicherheit, ob ich denn nun wirklich Rheuma habe, weg.
    Vielleicht ist das auch ein gangbarer Weg für Dich? Wobei Du ja auch 2 gleiche Meinungen hast..
     
  6. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Bekanntes Mitglied

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    @Greisin

    Es ist eher typisch als ungewöhnlich für die Arthritis bei Schuppenflechte, dass die klassischen "Entzündungswerte" (CRP, BSG) gar nicht oder so gering erhöht sind, dass sie zur Einschätzung des Geschehens wenig beitragen.
    Warum das so ist, wird sich irgendwann zeigen oder auch nicht - so ähnlich hatte es moi oben schon beschrieben.

    Für die Behandlung ist das irrelevant, auch wenn es leider immer noch "Experten" auf allen Ebenen des Gesundheitsapparats (vom Laien bis zum bestellten Gutachter oder sogar Professor) gibt, die das entweder nicht wissen oder geflissentlich ignorieren ;)
     
  7. AusKöln

    AusKöln Neues Mitglied

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    Moin moin,

    bei der Psoriasisarthritis und der Spondylarthritis psoriatica fehlen ja sehr oft die Entzündungszeichen im Blut. Laut Wikipedia:
    So wie ich habt ihr auch keinen Nachweis von Entzündung im Blut, ok, aber ich bin HLA-B27-negativ. Wie sieht es denn bei Euch mit dem HLA-B27-Nachweis aus?
    Jetzt scheint es aber laut
    http://www.rheuma-schweiz.ch/fileadmin/media/images/fzs/RSFZ0216.pdf#page=26
    auch noch andere Kriterien zu geben?
     
  8. bienchen07

    bienchen07 Neues Mitglied

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    Man kann sich nur glücklich schätzen wenn man einen Rheumatologen hat der sich gut mit PsA auskennt. Wie hier schon erwähnt ist es typisch für PsA, dass es eben selten gleich einen CRP-Wert über 0,5 gibt und auch der Rheumafaktor fehlt meist. Die Röntgenbilder o.Ä. können bis zu 15 Jahre keine wirklichen Schäden aufzeigen, die PsA kann dann aber trotzdem schon aktiv sein. Schmerzen haben mit Entzündungswerten nichts zu tun und Schübe werden nicht immer von hohen CRP Werten begleitet. Bei mir wurde schon mehrmals nach dem HLA27 geschaut, habe ich bis heute nicht. Dieser Wert muss auch nicht andauernd wieder getestet werden. Inzwischen habe ich allerdings auch einen Rheumafaktor, der auch zzt. gering erhöht ist. Ich denke das liegt daran, dass ich auch inzw. eine Arthrose entwickelt habe. Der Rheumafaktor war früher immer der Aufhänger, alles andere war eben kein Rheuma. Die Armen wurden dann als Hypochonder hingestellt. Heute ist das anders, auch wenn einige Ärzte es immer noch abtun.
    Wichtig ist aber, dass bei Verdacht schon baldmöglichst mit einer Basistherapie begonnen wird. Ibu Cox II Hemmer und Diclofenac sind nur gegen die Schmerzen, haben aber keinen Einfluss auf den Verlauf. Auch das Kortison sollte nur als "Feuerwehr" genommen werden, dann hilft es gut und hat seine Berechtigung.

    Gruß Anja
     
  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Bekanntes Mitglied

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    @Anja

    Warum wurde "mehrfach" nach dem HLA-B27 geschaut?
    Es braucht nicht nur nicht andauernd danach gesehen zu werden, sondern nur ganz genau einmal.
    Da es sich dabei um eine genetische Eigenschaft handelt, ändert sich diese im Verlauf des Lebens für gewöhnlich nicht.

    Gruß, Resi.
     
    #9 13. August 2016
    Zuletzt bearbeitet: 13. August 2016
  10. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    Japp was Resi schrieb wurde mir auch in der Klinik gesagt, HLA B27 verändert sich nicht.
    Meiner ist auch negativ, allerdings sind jetzt nach vielen Jahren doch öfter BSG CRP erhöht.

    Welcher Wert bei mir von Anfang positiv war ist der ANA Wert, wobei den auch gesunde haben können. Wichtig ist wirklich das der Arzt das Gesamtpaket betrachtet und eine sehr gute Befragung des Patienten durchführt.
    So wurde bei mir dann nach Jahren die Diagnose von r.A auf PSA umgestellt und das obwohl ich selbst keine gesicherte Diagnose Psoriaris habe....aber in der Familie verstärkt vor kommt...
     
  11. bienchen07

    bienchen07 Neues Mitglied

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    ....stimmt, aber als ich noch nicht soviel über die PsA wusste haben meine Ärzte, früher Orthopäden, immer den Rheumafaktor und den HLA27 mit getestet. Später bin ich dann erst beim intern. Rheumatologen gelandet und der hat danach gefragt. Am besten war in HH mein Rheumadok der war auch Orthopäde, durch den hab ich viel gelernt und durch meine Mitgliedschaft in einem Selbsthilfeverband. Den Rheumafaktor weiß ich erst seit ca. 2 Jahren, war wohl beim Blutbild routinemäßig mit dabei.Ich habe auch jetzt wieder einen guten Orthopäden, den braucht man auch mal, nur zur Erstdiagnosestellung bei PsA ist er nicht geeignet.

    Gruß Anja
     
  12. AusKöln

    AusKöln Neues Mitglied

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    Entzündungswerte | HLA-B27 | Arthrose | Nagelveränderungen

    Moin moin,

    also seid Ihr auch HLA-B27-negativ.

    Ich selber habe an den Fingern und an der Wirbelsäule unter anderem Arthrose. Ich habe sehr oft erlebt, dass Arthrosen als separate degenerativ bedingte Erkrankung von den Ärzten angesehen werden. Ist denn die Arthrose nicht letztendlich das Ergebnis der Zerstörung duch die rheumatische Erkrankung? Denn davon bin ich nämlich überzeugt. Habt Ihr eigentlich Arthrosen?

    Eine weitere Frage, die mich beschäftigt sind meine Nagelveränderungen. Trotzdem ich die schlimme Phase, wo ich zwei Nägel verstecken mußte, weil diese ganz schlimm aussahen, überwunden habe, bekomme ich ab und an Entzündungen unter dem Nagel. So 100%ig ist ja bei mir noch nicht Psoriasis an den Nägeln diagnostiziert, es steht seit Jahren ein Verdacht im Raum, die Meinungen gehen in die eine oder andere Richtung - also psoriatische versus allergisch bedingte Nagelveränderungen. Denn ich habe auch mit sich verschlimmernden Allergien zu kämpfen.

    Manchmal habe ich nadelspitze Dellen, manchmal Wellen, manchmal wandert ein weißer Fleck und manchmal ist der Mond am Nagel stark gerötet. Auch haben sich meine Nägel verändert, sie sind größer und irgendwie flacher, aber nicht jeder Nagel. Wie behandelt ihr diese Probleme?