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Sofort die dicken Medikamente einwerfen?/ wahrscheinlich RA

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von bolle, 28. Dezember 2015.

  1. bolle

    bolle Neues Mitglied

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    Auf meiner Vorstellseite https://www.rheuma-online.de/forum/threads/62929-noch-eine-Neue?p=675350#post675350 hatte Kati geschrieben:
    Das kann man stoppen??

    Allgemein bin ich Medikamenten gegenüber eher abgeneigt, würde aber schon welche nehmen, wenn es Aussicht auf Heilung gäbe.

    Wie sind denn andere Meinungen zu diesem Thema?
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo Bolle,

    Persönlich würde ich eher davon reden in eine Remission zu gelangen, von Heilung zu sprechen können die wenigsten. Meist sind es infektbedingte Arthritiden die irgendwann ausheilen. Aber wenns autoimmun bedingt ist und du dazu noch andere Erkrankungen hast, wirst du den Versuch wohl mit Medikamenten bedenken müssen.

    ich selbst habe noch einen Hashimoto, der als Autoimmunerkrankung sogar auch rheumatische Beschwerden verursachen kann. Meine Erkrankung kam nach einigen nicht kurierten Infekten, aber stellte sich dann als autoimmun heraus. Behandlung mit Alternativen ging phasenweise, bis ich im Kr.h. gelandet bin.(Wog bei 1,78 nur noch 56 kg an guten Tagen).

    Heute gehts mir mit den Medikamenten gut, hatte auch einige Remissionsphasen mit wenig und auch ohne Medikamente. Aber es geht leider nicht ganz ohne. Ich lebe noch, arbeite Teilzeit und kann meinen Hobbies nachgehen. Eines davon ist die Moderation hier auf R-O. falls du also mal Fragen hast zum Ablauf hier, dann melde dich gerne.

    Gruß Kukana
     
  3. bolle

    bolle Neues Mitglied

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    Hallo kukana!

    Danke für deine Antwort.
    Ich weiß seit 2007, dass ich Zöliakie habe, welche ich aber -fast sicher belegbar- seit meiner Kindheit unentdeckt mit mir rum getragen habe. Ich ernähre mich daher seit 2007 streng glutenfrei.

    Die unentdeckte Zöliakie hat zur Folge hat, dass ich schon in jungen Jahren Osteoporose bekommen habe. Damals hat keiner die Ursache rausbekommen.

    Der/die/das Hashimoto hat meine Schilddrüse vollständig zerstört.

    Vor ein paar Wochen habe ich noch auf der Arbeit erzählt, dass ich schon seit Jahren keine Erkältung mehr gehabt habe. Eine Woche später hat mich eine Grippe (Erkältung) umgeworfen. 2 Wochen danach hatte ich nachts/morgens steife Finger. Ein paar Tage später begann es zu schmerzen.
    Meine Hausärztin vermutet, dass die Grippe der Auslöser für die steifen Finger war.

    In der Woche vor Weihnachten habe ich begonnen meine Ernährung umzustellen. Weniger Arachidonsäure, mehr Omega 3, abends keine Kohlenhydrate. Der Zeitrum war zu kurz, um sich auf die Finger auszuwirken, aber ich habe mich insgesamt besser gefühlt. Die Weihnachts-Fleischesserei bei den Verwandten tat mir nicht gut.

    Meine to-do-Liste für die Zukunft:
    • ab morgen gibts wieder gesünderes Essen
    • Fingertraining: Handarbeit (häkeln, stricken)
    • Fingertraining: ich will Gitarre spielen lernen
    • Entspannung: ich will noch mehr darauf achten, dass ich auch mal nicht arbeite, was mir bisher sehr schwer fällt
    • aus der Forums-Arztliste habe ich mir schon mal einen Arzt im meiner "Nähe" rausgesucht. Den werde ich dann wohl doch mal aufsuchen.
     
  4. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

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    Ich halte auch nichts von Medikamenten, außer es muss unbedingt sein. Immer erst eine Alternative ausprobieren. Lebenswandel verändern, sich Gutes tun. Ich musste einige Zeit dann doch Cortison nehmen, doch davon bin ich zum Glück wieder los gekommen.
    Doch jeder muss auf sich schauen und zusehen, was für ihn passt.
     
  5. Koko87

    Koko87 Neues Mitglied

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    Hallo bolle,

    bei mir wurde letztes Jahr eine frühe rheumatoide Arthritis diagnostiziert und ich nehme seitdem 15mg MTX die Woche. Bis auf ein Gelenk, aus dem die Entzündung einfach nicht verschwinden wollte (welches aber jetzt auf andere Weise erfolgreich behandelt wurde), hat sich innerhalb von ein paar wenigen Monaten völlige Schmerzfreiheit eingestellt, ich bin nicht mehr dauernd so müde, ja ich merke eigentlich gar nicht mehr, dass ich krank bin. Dennoch hat sich bereits in den wenigen Monaten, in denen MTX noch nicht wirkte und in der Zeit vor meiner Diagnose, in ein paar Gelenken leichte Arthrose entwickelt. Das geht einfach manchmal so unglaublich schnell.

    Ich weiß über deine Diagnose jetzt nichts genaues, aber ich würde immer wieder diesen Weg gehen. Es ist ein Glück, wenn man so früh eine Diagnose bekommt und mit der passenden Medikation schnell beschwerdefrei sein kann. Manche Leute bekommen erst nach Jahren eine Diagnose. Mir wäre das Risiko einfach zu groß, dass die Gelenke Schaden nehmen oder die Krankheit in ein Stadium übergeht, in dem sie nur noch schwer unter Kontrolle zu halten ist.

    Wenn sich meine Rheumatoide Arthritis jetzt weiterhin inaktiv zeigt, werde ich in ein paar Monaten mal versuchen, das MTX abzusetzen. Vielleicht bleibt sie dann (zumindest eine Weile) inaktiv. Ich finde, dann hätte ich viel gewonnen durch ein, zwei Jahre Einnahme von MTX. Aber wenn ich ohne MTX wieder Schmerzen bekäme, würde ich sofort wieder MTX nehmen. Meine Lebensqualität ist einfach so viel größer, seit ich wieder fit und schmerzfrei bin.

    Also ich persönlich würde es immer wieder so machen.
     
  6. Heidesand

    Heidesand Bekanntes Mitglied

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    hallo,

    ich habe seit 27 Jahren RA und kann mich glücklich schätzen, dass es zufällig in der Frühphase entdeckt wurde.
    Ich habe direkt mit Basismedikamenten angefangen und konnte das Fortschreiten damit gut aufhalten. Bei mir
    ist erst 1 Gelenk zerstört, ich kenne aber einige, die schon mehrere Gelenke getauscht brauchten. Von denen weiss
    ich, dass sie die Diagnose erst nach Jahren erhalten haben.

    Ich kann nur raten, wenn der Rheumatologe Medikamente empfiehlt, die auch zu nehmen. Nur so kann man eine
    schnelle Verschlechterung verhindern und hat Chancen auf Remission. Ich habe das nie bereut und würde immer wieder
    so handeln.

    "alles wird gut"
    Heidesand
     
  7. bolle

    bolle Neues Mitglied

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    Hallo Koko87 und Heidesand!

    Dank euch für eure Antworten. Habt ihr -außer der Medikamente - noch was anderes gemacht? Man liest ja oft von Änderung der Lebensumstände und Ernährungsumstellung.
     
  8. Heidesand

    Heidesand Bekanntes Mitglied

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    Hallo bolle,

    da ich chr. Gastritis und Lactoseintolleranz habe, ernähre ich mich entsprechend, magenschonend.
    Mir wurde empfohlen, mögl. keine Hülsenfrüchte und Kohl zu esse, sowie wenig Fleisch und mehr Fisch.
    Damit komme ich gut hin, zumal ich ein Gemüsefan bin.

    Zusätzlich mache ich jeden Tag Gymnastik, dann vergeht die Morgensteife schneller und 2 x wöchentlich
    gehe ich zum REHA-Sport in Warmwasser.

    Meine Nichte hat auch RA und hat ihre Ernährung auf vegan umgestellt, was ihr gut bekommt. Sie merkt
    tatsächlich am nächsten Tag, wenn sie mal "sündigt".

    Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr, Heidesand
     
  9. Koko87

    Koko87 Neues Mitglied

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    Hmm, man sagt ja, tierische Produkte würden Entzündungen fördern. Ich esse schon immer sehr wenig Milchprodukte und seit einiger Zeit auch weniger Fleisch, aber keine Ahnung, ob das irgendetwas gebracht hat in Bezug auf Rheuma.

    Ich habe gemerkt, dass mir Bewegung gut tut. Also bin ich gegen den Schmerz angelaufen, so gut es ging. Ne halbe Stunde später war es dann meist besser. Und ich habe eine deutliche Besserung durch Krankheitgymnastik/Physiotherapie erreicht.
    Außerdem habe ich viel mit Wärme, in ganz akuten Fällen auch mit Kälte gearbeitet.
    Unter Schlafmangel wurden die Schmerzen schlimmer, deshalb habe ich auf ausreichend Schlaf geachtet.

    Ich weiß nicht, ob irgendetwas davon sein Zutun getan hat, aber es hat auf jeden Fall alles ein bisschen erträglicher gemacht. Gerade die Wärmebehandlungen haben ungemein gut getan und dazu beigetragen, dass ich trotz Schmerzen ein bisschen entspannen konnte.

    Vielleicht probierst du einfach mal ein bisschen aus, was dir hilft. Ich wünsche dir jedenfalls, dass du die für dich richtige Entscheidung findest und es dir bald besser geht. Alles Gute!
     
  10. bolle

    bolle Neues Mitglied

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    An Bewegung mangelt es bei mir nicht. Ich laufe im Schnitt um die 30 km pro Woche. Das dürfte reichen.;) Für die Finger ist Handarbeit wirklich gut. Das habe ich schon festgestellt. Eine halbe Stunde häkeln und die Finger fühlen sich ganz anders an.

    Meine Ernährung habe ich umgestellt. Nun nicht nur (seit 8 Jahren) glutenfrei, sondern mehr Obst und Gemüse, öfters Fisch, nur 1x die Woche Fleisch.

    Zur Zeit bin ich beschwerdefrei. :)
     
  11. Koko87

    Koko87 Neues Mitglied

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    Achso, dann habe ich irgendwie missverstanden, worum es hier geht :-/ ich dachte, du hättest Schmerzen, wurdest daraufhin von einem Rheumatologen untersucht und dir wurde eine Basistherapie nahegelegt. Aber wenn dem nicht so ist, passen meine Antworten natürlich gar nicht. Sorry.

    Aber ich verstehe das nicht. Wenn du keine Beschwerden hast und dein Blutbild in Ordnung ist, wieso empfiehlt dir dein Arzt dann Medikamente?
     
  12. bolle

    bolle Neues Mitglied

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    Nein, das mit den Medikamenten kam hier aus dem Forum von Kati. Sie hatte es auf meiner Vorsellseite geschrieben. (Leider hat sie aber scheinbar den Beitrag gelöscht(?), Auszüge sind aber noch als Zitat https://www.rheuma-online.de/forum/threads/62930-Sofort-die-dicken-Medikamente-einwerfen?p=675353#post675353 zu lesen.)

    Es war so,dass ich wegen schmerzender Finger bei meiner Hausarztin war, sie ien Blutbild gemacht hat welches unauffällig war. Auf Katis Beitrag hin war ich etwas verwirrt und habe dashalb den Faden "Sofort die dicken Medikamente einwerfen?" angefangen.

    Auf Empfehlung auch aus diesem Forum habe ich mich entschlossen, einen Termin beim Rhematologen zu machen, was aber noch nicht möglich war, weil dieser über den Jahreswecksel noch geschlossen hat.

    In der Zwischenzeit habe ich mir selbst geholfen. Ob die Schmerzfreiheit nun daher kommt, oder ob der Schub vorüber ist, weiß ich nicht.
     
    #12 3. Januar 2016
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2016
  13. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

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    Ich finds gut bolle, dass du es so gut hin bekommen hast ohne Medis.

    Ich persönlich finde auch, dass Medikamente die letzte Notlösung sind. Schließlich machen Medikamente, auch wenn sie gut wirken, auf der anderen Seite immer viel kaputt - das wird oft vergessen in der ersten Glückseeligkeit der Wirksamkeit. Auf Dauer könnte jedoch der Schaden noch größer werden und das ist ja das Fatale daran.

    Mara
     
  14. Koko87

    Koko87 Neues Mitglied

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    Ah okay, jetzt habe ich es verstanden. Super, dass du die Schmerzen selbst in den Griff bekommen hast. Letztlich ist das ja auch alles eine sehr persönliche Entscheidung und hängt von vielen Faktoren ab - Alter, Lebensumstände, Gesundheitszustand insgesamt, etc. Ich weiß nicht, wie alt du bist (geht mich natürlich auch nichts an ;-)), aber für mich stand mit Mitte 20 und kurz vorm Eintritt ins Berufsleben fest, dass ich diese Krankheit mit allen Mitteln aufhalten muss. Für mich war die Entscheidung für eine Basistherapie also die richtige, aber das heißt natürlich nicht, dass es die richtige für jeden ist.

    Ich wünsche dir, dass du schnell einen Termin beim Rheumatologen bekommst. Vielleicht stellt sich die Frage nach Medikamenten dann ja auch gar nicht mehr. Du scheinst das ja sehr gut im Griff zu haben.