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Skandalös??

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Rita(Bj57), 1. April 2003.

  1. Rita(Bj57)

    Rita(Bj57) Guest

    Hallo liebe Chater,

    ich bin vor einer Woche aus der Rheumaklinik entlassen worden, Diagnose des Rheumadoc´s bestätigt, eingestellt und mich erstmals wieder seit Monaten fast schmerzfrei bewegend und war mir sicher, dass ich genau das RICHTIGE gemacht hatte.

    Zur Vorgeschichte: Mein Rheumadoch hatte cp diagnostiziert und mich auf MTX eingestellt, danach war er als es mir verdammt schlecht ging nicht greifbar. Mein Hausarzt gab mir Überweisung in die Rheumaambulanz, wo weitere Untersuchungen angestellt wurden und wo ich eine Einweisung in eine Rheumaklinik erhielt.

    Hier wurde dann auch noch RA diagnostiziert und ich erhielt super gute Anwendungen sowie Medikamente verordnet, mit der man über die nächsten Monate vorerst die Krankheit versuchen will zu stoppen bzw. bis dahin bekommen will, dass ich nur noch über MTX bei wöchentlicher Einnahme überwiegend schmerzfrei halten kann.

    Nach Entlassung sollte ich meinen Hausarzt aufsuchen, der mich weiterbehandeln sollte bzw. da er die Rheumamedikamente nicht kennt hat er mich an den Rheumadoc wieder überwiesen.

    Dieser erklärte mir heute, dass er die Medikamente der Klinik nicht gutheißen kann, da er diese Einstellung nicht vertritt und für meine Weiterbehandlung mit Überwachung des Blutes usw. sich nicht zuständig fühlt bzw. dafür keine Kapazität frei hat.

    Nachdem ich Ihn fragte, dass es doch wohl nicht sein kann, dass er - da mein Hausarzt das Medikament nicht kennt und mich aus diesem Grund wieder an Ihn überwiesen hat, die Weiterbehandlung - nur weil ich von der Uniklinik eingestellt wurde, einfach ablehnen will.

    Nach längerer Diskussion erklärte er sich bereit, heute eine Blutuntersuchung vorzunehmen, will aber außer mich alle 2-3 Monate einmal gründlich zu untersuchen keine weitere Mitbehandlung machen.

    Darf es so etwas eigentlich geben.

    Habt Ihr eventuell auch schon solche erfahrungen gemacht. Wie verhält man sich in so einem Fall. Das kann doch nicht wahr sein.

    Was würdet Ihr mir raten zu tun?

    Liebe Grüße Rita
     
  2. Pumpkin

    Pumpkin Guest

    Liebe Rita,

    du erfährst genau das, worüber die meisten Ärzte sich ebenfalls beklagen. Leider ist es immer noch so, daß sich die sogenannten Fachärzte nicht einig sind was die Behandlung und Durchführung von Kontrolluntersuchungen bei chronischen Krankheiten angeht - Standesdünkel kommt dann dazu.

    Als ich akut krank war, hat mich mein damaliger Rheumatologe soweit behandelt, bis ich seiner Meinung nach zurück zum HA kann, der dann alle Blutuntersuchungen macht. Klar, die Medis verordnen kann jeder Arzt - ich habe mir halt von Anfang an einen gesucht, der sich zumindest mit dem Thema Rheuma befässt.

    Wenn du kein Ergebnis erzielen kannst, bleibt dir die Suche nach einem internistischen Rheumatologen nicht erspart oder nach einem Hausarzt, der das akzeptiert.

    Bei mir ist das bisher ideal - mein HA macht alle Untersuchungen, kennt sich soweit aus mit den Werten, verordnet mir meine Medis und das war es dann. Ich habe ja cP und da gibt es meist auch nicht mehr viel "einzustellen". Ich nehme nur noch Cortison und Voltaren und die nehme ich eh so, wie ich es gefühlsmässig verantworten kann. Blutbild lasse ich nur noch 2 x pro Jahr machen - wie mein guter Doc sagte: "wir wissen ja beide, sie haben Rheuma " - da hat er recht.

    Ich hoffe und wünsche, daß du bald ein ordentliches Zuhause für deine Krankheit findest und eine gezielte und kontrollierte Dauerbehandlung garantiert werden kann.

    Alles Gute, Pumpkin
     
  3. Sabinerin

    Sabinerin Guest

    Hi Rita,

    leider ist dieser Verlauf nicht ungewöhnlich. Viele Ärzte fühlen sich schlichtweg auf den Schlips getreten, wenn man eine Zweit- oder Drittmeinung einholt oder die "Frechheit" besitzt in eine Rheumaklinik zu gehen.

    Ich habe im Ruhrgebiet schon manchen Doc verschliessen, weil dieser sich überfordert fühlte (er wollte mich loswerden, da ich eine "ungewöhnliche" cP habe) oder weil ich zu teuer bin ("Gehen Sie zu dem Doc, der kann doch die Medis verschreiben") oder ich einfach zu direkt bin, weil ich mir nicht jede Meinung gefallen lasse, nicht jedes Medi nehme, nicht jede Op so hinnehme, wie der Herr Doktor es möchte.

    Fazit: ich suche solange einen Doc, mit dem ich klarkomme, der mit mir klarkommt (das wird schwieriger *gg*), der meine Haltung versteht, der meine Skepsis versteht. Und wenn die "gemeinsame Zeit abgelaufen" ist, dann suche ich eben einen neuen Doc.

    Gibt es bei Dir einen anderen internistischen Rheumatologen? Evt. in der Nachbarstadt? Vielleicht gibt es einen Internisten, der zwar nicht unbedingt Rheumatologe ist, aber die Empfehlung von der Rheumaklinik akzeptiert und der Dich bei Bedarf dort wieder einweist?

    Es dauert evt. einige Zeit, aber es gibt derzeit (noch) genug Ärzte, zwischen denen man wählen kann. Das kostet Kraft und Nerven, aber es ist DEIN Körper und die Suche lohnt sich.

    Viel Erfolg bei der Suche und *liebdrück*
    Sabinerin
     
  4. kukana

    kukana Guest

    hallo rita,

    als ich nach einstellung durchs krankenhaus und einer reha zu meinem rheumatologen kam, sagte er mir ins gesicht, er würde mich nicht behandeln, da er mit den behandlungsmethoden des krankenhauses nicht einverstanden wäre. er hätte mich gern in einem anderen krankenhaus behandelt. nur : damals wollte eben dieses krankenhaus mich nicht aufnehmen! als ich ihm dies sagte, und gleichzeitig alle meine unterlagen auf den tisch knallte, liess er sich herab, alles durchzugucken, kam dann wieder und meinte , es wäre ja auch hilfreich, wenn er sich die letzten röntgenaufnahmen angucken könnte, aber die wären ja wohl in der klinik ... da konnte ich nur grinsen und ihm diese auch präsentieren :-}

    seitdem bin ich bei ihm in "mit" behandlung, denn die eigentliche behandlung mache ich mit meiner hausärztin (und freundin). er macht kontrollen alle halbe jahr und fragt jedes mal ob er mir noch was verordnen könne?? ausserdem dürfe ich wenn etwas akutes wäre, sofort kommen, auch ohne termin, müsste dann nur warten.

    zufrieden mit der situation bin ich nicht, denn bisher geht es mir gut, ich habe keinen schub, bin gut eingestellt mit meiner cp. nur habe ich inzwischen mitbekommen, dass er andere patienten schon mal "hängen" lässt. und das barcu ich im ernstfall schon gar nicht
    }:-((

    gruss kuki
     
  5. monsti

    monsti Guest

    Servus Rita,

    zum Glück habe ich einen Hausarzt, der daran interessiert ist, sich mit ihm noch unbekannten Themen zu beschäftigen. Da die nächste Rheumaambulanz ca. 125 km entfernt in Innsbruck ist, wo ich auch nur alle halbe Jahre (wenn ich großes Glück habe) mal einen Termin kriege, managen das mein Hausarzt und ich weitgehend alleine, wobei wir beide sehr dankbar für die zusätzliche Unterstützung bzw. vielen Informationsmöglichkeiten des Internets sind. Hinzu kommt, dass mein Hausarzt eng mit der Rheumaambulanz zusammenarbeitet.

    Du siehst: Es geht durchaus auch anders. Aber vielleicht ist das Engagement meines Hausarztes auch aus der Not geboren, weil es in unserer Gegend wirklich rein gar nix gibt.

    Liebe Grüße aus Tirol von
    Monsti
     
  6. VerenaHH

    VerenaHH Guest

    Hallo Rita;

    ich würde auf jeden Fall so eine Geschichte der Krankenkasse und der Ärztekammer melden. Wenn die dann nix tun ist das deren Sache, aber auf sich beruhen lassen würde ich das auf jeden Fall nicht.

    Es kommt wohl noch so weit, dass die Docs sich ihre Patienten nach Diagnose und Gesicht aussuchen können????
    Es ist doch nicht entscheidend was er für richtig hält, wenn es Dir damit gut geht und eine der üblichen Behandlungsmethoden darstellt.

    Ich kann Dich und Deinen Ärger gut verstehen. Da wäre mir vermutlich der Kragen geplatzt. Wäre nicht das erste Mal dass ich gegen einen Doc was unternehme. *g*

    Manche "Götter in Weiss" müssen ab und zu mal auf den Boden der Tatsachen runtergeholt werden.

    Naja, auf jeden Fall viel Glück bei der Suche nach einem guten, kompetenten und menschlichen Doc.


    Gruss
     
  7. atti

    atti Guest

    Hallo,

    bei der Gelegenheit muss ich jetzt mal ein Loblied auf meine Hausärztin singen, die im selben kleinen Dorf praktiziert aus dem ich stamme, und die ich schon seit der ersten Woche meines Lebens kenne:

    Sie ist seit zur Zeit total im Stress, weil ihr Mann vor einiger Zeit gestorben ist, und sie trotzdem alle Patienten übernommen hat. Sie nimmt sich für jeden irrsinnig viel Zeit, wenn er diese braucht, du kannst kommen wann du willst, wenn du das Gefühl hast, dass du ein bisschen Zuspruch vom Arzt brauchst, man kann sie anrufen, wenn man ein Problem hat, sie ist wirklich sehr interessiert an jedem einzelnen, und macht sich sogar richtig Sorgen um dich, wenn du mal ein grösseres Problem hast (dann ruft sie zu Sohn Georg in die Wohnung hoch, er solle mal schnell das und das im Internet recherchieren :), ausserdem erkennt sie jede Kompetenz an, hatte noch keine Probleme mit "sich auf den Schlips getreten fühlen", und verschreibt alles nötige ohne rumzunörgeln.
    Einmal hat sie mich gefragt ob ich was bräuchte, und ich druckste herum und meinte, dass "dies" und "jenes" bald alle wäre, aber ich bräuchte es nicht mehr so dringend, weil´s mir besser ginge, und ich wolle ihr Budget nicht so belasten....und da hat sie mich tatsächlich geschimpft, dass es ja nicht anginge, dass ich leiden soll, bloss weil sie jetzt ein Budget hat. Wenn´s sein muss, überzieht sie´s halt.....

    Tja....es gibt Ärzte, die muss man einfach gern haben. Und dafür nehm ich auch gern eine 2stündige Anfahrtszeit in Kauf .... bei der Gelegenheit kann ich dann auch meine Eltern besuchen :)
    Leider leider leider werd ich wohl bald wieder umziehen, und diesmal so richtig weit weg - dann ist´s vorbei :-(

    Solche "anderen" Ärzte hab ich leider auch schon viel zu oft gehabt. Die sagen sogar geradeheraus "nehmen sie das und das, aber lassen sie sich´s vom Hausarzt verschreiben". Wenn ich dann sage, dass ich das unfair finde, dann hab ich schon wieder Ärger. Manche Ärzte mögen keine Patienten die reden können!

    Rita:

    ich würde den Arzt geradeheraus darauf ansprechen, dass es seine verdammte Pflicht ist, dich weiter zu behandeln. Er soll dir klipp und klar sagen, warum er mit der Behandlung nicht einverstanden ist, dann besorgst du ihm die Direktdurchwahl zu deinem behandelnden Arzt in der Klinik, und dann soll er mit dem mal telefonieren.
    Ist ja wohl echt unverschämt!

    Ich hoffe das klärt sich bald!

    Grüsse
    Ann-Kathrin

    [%sig%]
     
  8. Hi Rita
    Also an den medizinischen Dienst der Krankenkasse wenden, die Befunde der Klinik und die positive Entwicklung schildern und um eine kompetente Weiterbehandlung bitten.
    Normalerweise kümmern die sich dann und schreiben Dich an, man kann auch persönlich vorsprechen.
    Ansonsten an die Rheumaliga wenden, die warten immer auf solche Berichte.
    Gute Besserung "merre"