Hallo
@Pferdefrau
Zunächst einmal herzlich willkommen hier im RO-Forum.
Das du mit allem sehr unsicher bist kann ich sehr gut nachvollziehen.
So geht es kurz nach der Diagnose eigentlich allen Betroffenen. Damit muss man erstmal klar kommen und es stellen sich plötzlich sehr viele Fragen, auf die man möglichst schnelle Anworten braucht.
Hier im RO-Forum wirst du bestimmt viele Antwoten bekommen.
Es ließt sich so, als hätte man bei dir eigentlich einen angemessenen Aufwand getrieben um diese Diagnose zu stellen. Ich selbst habe seropositive RA, da ist die Diagnose etwas einfacher, weil die Blutwerte natürlich mehr Hinweise geben. Die seronegative RA scheint deutlich schwieriger zu diagnostizieren zu sein. Viele Betroffene haben schon den Verdacht oder sind sich nahezu sicher, das sie snRA haben, bekommen aber leider keine Diagnose eben weil es mitunter schwierig ist und bekommen somit aber auch keine probate Therapie und das kann schwerwiegende Folgen haben.
Um Zweifel auszuräumen hast du die Möglichkeit eine zweite Meinung einzuholen, aber wenn du jetzt schon 4 Jahre mit RA lebst, ist es eigentlich höchste Zeit, dass du mit einer Therapie beginnst bevor sich Gelenkschäden entwickeln, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.
Daher wäre es vielleicht eine gute Idee zweigleisig zu fahren.
Also eine Therapie mit einem Biologika oder Biosimilar zu beginnen und trotzdem zu versuchen eine zweite Meinung zu bekommen. Du hast ja bereits erlebt wie lang sich sowas hinzieht. Allein für einen einfachen Termin muss man Monate warten und Untersuchungstermine dauern entsprechend.
Um das ganze Abzukürzen, ist zur Abklärung ein Aufenthalt in einer guten Rheumaklinik vorteilhaft. Einerseits weil meist alle notwendigen Untersuchungsmöglichkeiten vor Ort vorhanden sind, andererseits weil mehrere Fachärzte sich untereinander beraten, was meiner Erfahrung nach zielführender ist als bei einem einzelnen niedergelassenen Rhreumatologen.
Hier im Forum sind einige auch sehr erfahrene Mitglieder, die von seronegativer RA betroffen sind. Es werden sich bestimmt welche bei dir melden und ihre Erfahrungen mit dir austauschen. Meist bekommt man am Wochenende schneller ein Feedback auf konkrete Fragen, also gib den Leuten etwas Zeit zu antworten.
Prednisolon ist gerade zu Beginn einer RA-Erkrankung, das gängige Mittel um vorhandene Entzündungen einzudämmen und zu testen, ob sie vielleicht soger dauerhaft wieder verschwinden. Wenn das nicht klappt, wird mit unterschiedlichen Rheumamedikamenten versucht die Entzündungen zu unterdrücken oder erst garnicht entstehen zu lassen.
Es gibt da unterdessen glücklicher Weise eine ganze Palette an Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkweisen.
Viele haben erstmal Angst vor den Medikamenten, weil sie in der Regel gespritzt werden müssen, was meist eine Hemmschwelle darstellt, aber auch die Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln lesen sich anders als bei Aspirin. Das ist natürlich verunsichernd und das Leben mit RA ist definitiv eine Veränderung.
Es ist aber so, dass die passenden Medikamente einem im besten Fall ein halbwegs normales Leben ermöglichen können und die Zerstörung der Gelenke aufhalten oder wenigstens deutlich verringern. Deshalb sollte du sich ruhig mit einer positiven Einstellung auf Rheumamedikamente einlassen, denn bessere Helfer bekommst du nicht.
Ich hoffe dir damit etwas geholfen zu haben und wenn du Fragen hast, zögere bitte nicht sie zu stellen.
Hoffentlich melden sich noch zeotnah Einige mit seronegativer RA bei dir. Mit deren Hilfe kannst du deine Diagnose bestimmt besser einordnen.
Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Manoul
