Hallo, Julischka,
um mit dem Arzt diskutieren zu können, musst Du natürlich erst mal etwas "sattelfest" sein im Hinblick auf die Grundlagen der "alternativen" Medizin.
Ich habe mich selbst jahrelang intensiv mit diesen Themen beschäftigt.
Grundsatz: Es sollte eigentlich im Medizinbereich nicht vordergründig kontrovers diskutiert werden, „was ist richtig und was ist falsch?", sondern es sollte gefragt werden, „was hilft mit möglichst geringen Eingriffen dem Patienten?"! Das bedeutet im Ergebnis: „Wer heilt, hat Recht!"
Schulmedizin
Unter Schulmedizin wird die Medizin verstanden, wie sie an Hochschulen/Universitäten gelehrt wird. Hierbei stehen naturwissenschaftliche Grundlagen und allgemein anerkannte, überprüfbare Methoden und Heilmittel im Vordergrund. Häufig werden synthetische Medikamente (z. B. Antibiotika, die ursprünglich aber auch aus der Natur stammen) eingesetzt, deren Wirksamkeit klar nachvollziehbar und erwiesen ist. Auch die Schulmedizin basiert andererseits auf dem Erfahrungsschatz der Naturheilkunde. Ausschließlich mit Methoden und Medikationen der Schulmedizin sind aber z. B. Schutzimpfungen wirksam.
Naturheilkunde
Manche Erkrankungen oder Störungen lassen sich mit Naturheilmitteln behandeln, wobei besonders Erkrankungen, die eine psychische Komponente beinhalten, mit naturheilkundlichen Methoden günstig beeinflussbar sind. Solche Maßnahmen müssen immer sorgfältig erlernt werden und sollten – entgegen einer verbreiteten Ansicht – von Laien oder „Wochenendkursabsolventen" nicht angewendet werden. Wenig bekannt ist, dass sich selbst ein approbierter Arzt noch Jahre weiterbilden muss, bis er die Zusatzbezeichnung „Arzt für Naturheilkunde" führen darf!
Homöopathie
Das umfangreichste theoretisch-praktische Konzept der Naturheilverfahren ist die Homöopathie. Es gibt hier drei Säulen:
- Simile-Regel („Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden") - bei der eine Erkrankung mit einem Mittel geheilt werden kann, das dieselben Symptome (wie sie sich bei der Krankheit zeigen) auslösen kann;
- Potenzierung (die Wirkung der Arznei wird durch Verdünnung oder Verschüttelung verstärkt) - durch Verdünnung oder Verschüttelung wird das Energiemuster der Arznei auf die Verdünnung übertragen, wodurch der Körper Informationen zur Bekämpfung der Krankheit erhält.
- Arzneimittelprüfung - wobei am gesunden Organismus getestet wird, welche Erscheinungen die zu testende Arznei-Substanz hervorruft, um herauszufinden, welches Mittel im Einzelfall angewendet werden sollte.
Wichtige Einsatzgebiete der Homöopathie sind chronische Erkrankungen, die auf schulmedizinische Maßnahmen nicht ansprechen oder verhaltenstherapeutische Maßnahmen.
Im Gegensatz zur Schulmedizin werden in der Homöopathie chronische Erkrankungen mit hohen Potenzen (starke Verdünnung) behandelt. Bei akuten Erkrankungen sind wiederum niedrige Potenzen und häufige Gaben angezeigt.
Der
Homöopath stellt durchweg nicht wie der Schulmediziner eine exakte Diagnose, sondern er konzentriert sich auf die
Symptome, deren Ausprägung, das zeitliche Auftreten und den psychischen Zustand des Patienten. In der Praxis sind Kombinationen von Homöopathika mit schulmedizinischen Arzneimitteln möglich, aber dies muss immer sehr genau aufeinander abgestimmt werden.
Mein Tipp: Nicht zuviel glauben, was angeboten wird, sondern immer kritisch sein - und tatsächlich Rücksprache mit dem Arzt nehmen, denn es kann sein, dass sich manche Medikationen mit homöopathischen Mitteln nicht vertragen!
Viel Erfolg!
A. St.