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Sehr sinnvoll

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Miriam, 17. Februar 2003.

  1. Miriam

    Miriam Guest

    Hallo alle miteinander, hier ist die neue Miriam/Theo!

    Eine Frage an alle "Alten": Was sagt ihr zu Leuten, die behaupten so eine Krankheit wie die unsrige hätte einen Sinn und will uns was sagen.

    Ich setzte einen Preis aus für die ernsthafteste, heiterste, unsinnig-sinnvollste Antwort!

    Schmerzfreie Nacht

    [%sig%]
     
  2. Shirana

    Shirana Guest

    Hallo Miriam,

    Ich weiss zwar nicht, wie du ausgerechnet darauf kommst, aber ich sehe mittlerweile einen Sinn in meine Erkrankung, bzw. die Krankheit hat mir einges gezeigt, worauf ich nie gekommen wäre , wenn ich gesund gewesen wäre:
    -Ohne die Erkrankung hätte ich nie erfahren:

    ...das, das Leben mehr zu bieten hat, als Karriere, Geld, Ansehen, beliebt zu sein usw....
    ...das es was wichtigeres gibt, als die Arbeit oder den Haushalt

    Mit meiner Erkrankung habe ich aber erfahren und gelernt, das....

    ...es auch wirkliche , echte Freunde gibt....
    ...das man lernt , sich an kleine Dinge zu erfreuen....
    ...das ich das Glück habe, einen Mann zu haben, der wirklich MICH liebt , so wie ich bin und sein werde
    ...ich wieder geniesen kann
    ...das sich ein Zusammenhalt in der Familie entwickelt hat
    ...das man für einander da ist
    ...das man Vertrauen hat
    ....das es Schultern gibt, die man zum ausheulen benutzen kann
    ...das man auf einmal , sehr viel positives entdeckt
    ...ich mehr Selbstvertrauen habe
    ...ich mehr Eigeninitiative entwickelt habe
    ...mir noch mehr Fachwissen angeeignet habe
    ...das ich danke sagen kann
    ...das ich entschuldigung sagen kann
    ...das die Zeit kostbar ist
    ...um Hilfe bitten kann
    ...das auch Kleinigkeiten einem Freude bereiten kann
    ...das ich so akzeptiert werde wie ich bin
    ...das ich verständnisvoller meiner Umwelt gegenüber bin
    ...das ich sensibler meiner Umwelt gegen über geworden bin.
    ...das ich mit offenen Augen durch die Welt gehe
    ...und und und

    Ich könnte noch so viel Positves erzählen, was ich durch die Krankheiten, erfahren, gelernt habe.
    Dagegen ist das negative , wie die Schmerzen, Ärger mit Ärzten, Behörden usw., eigentlich deutlich geringer.....

    Ich glaub nicht, das sich in einem "normalen" Forum und Chat, sich so ein Zusammenhalt entwickeln würde , wie hier.
    Oder glaubst du, das sich "Gesunde" sich so zusammen tun würden, sich gegenseitig helfen und einfach nur da sein, wie hier?
    Ich hab es auf jeden Fall noch nicht erlebt.
    Und ich bin eigentlich dankbar, das ich durch die Krankheit diese Menschen hier kennen gelernt habe. Ich möchte dies auf keinen Fall missen.
    Mir wäre sehr viel Schönes entgangen,
    wäre ich "Gesund"

    Miriam,
    ich weiss nicht , wie lange du schon krank bist, in der Anfangszeit einer Erkrankung sieht man natürlich nichts positives und auch keine Sinn.
    Nach einigen Jahren ist es mir aber endlich gelungen, alles aus einer anderen Perspektive zu sehen.
    Von daher würde ich gerne wissen, ob du mit deinem Eintrag eine bestimmte Aussage erwartest hast oder bist du von jemanden darauf mal angesprochen worden, der meint einen Sinn in seiner Krankheit zu sehen?
    Is nicht bös gemeint meine Frage, nur reine Neugierde.

    Ich kann von mir sagen, das ich einen Sinn darin sehe, und die Erkrankung sagt mir eindeutig was aus. (s. o. )

    Somit auch ein herzliches Dankeschön an alle RO User, schön das es euch gibt. (Natürlich an die "Erfinder" von RO).

    so genug getippt, meine Finger fallen gleich ab
    Wünsche euch allen alles Liebe viel Sonne, wenig SChmerzen
    LG Kiki
     
  3. Pumpkin

    Pumpkin Guest

    Liebe Miriam,

    spirituell gesehen ist für mich das Rheuma mein Karma ! Das bedeutet, daß ich ohne diese Krankheit keine Wende in mein Leben bekommen hätte und das Weiterleben auf alten Wegen wohl nicht zu einem glücklichen Ende geführt hätte.

    Jede Krankheit - wenn es auch unsinnig klingt - hat einen Ursprung und einen Inhalt. Es kommt immer darauf an, wie man das Ganze betrachtet. Früher nannte man grosse Seuchen "Geisseln der Menschheit", also eine Gottesstrafe. Ja - vielleicht ist eine Krankheit auch eine Art Strafe.

    Ich habe gelernt, mich so zu arrangieren, daß mich die Krankheit nicht mehr so einschränkt, aber wie Shirana schon schreibt, man bekommt eine ganz andere Lebenssicht, eine Art neue Weisheit - lebe und lass leben.

    In diesem Sinne,
    alles Gute wünscht Pumpkin
     
  4. phoebe1

    phoebe1 Guest

    Hallo,

    ich habe mit dieser Krankheit gelernt das es auch mich gibt. Bevor diese Krankheit da war -hatte ich nur eines im Kopf -beschäftigt sein, egal womit. Im Berufsleben -ich war Hospize, immer für meine Patienten dagewesen, egal wann sie anriefen, Sonntags, Abends etc. Dann immer für andere dagewesen. Sehr vielen sogenannten Freunden die Pflichten abgenommen um ihnen das Leben zu erleichtern. Ich hatte immer die Bude voll mit Gästen die ich nach meiner Arbeit bewirtete. Ausserdem waren da noch meine drei Kinder und die Tatsache das ich alleinerziehend war. Jede Menge kleiner Nebenjobs. Ich war ein richtiges Arbeitstier und in meiner Wohnung spiegelte und glänzte alles.
    Das ich Mutter Theresa gerufen wurde machte mich noch stolz -heute weiß ich das sie sich drüber lustig gemacht haben.

    Ich musste lernen etwas auch mal liegenlassen zu können, ich muss sagen es fiel mir sehr schwer am Anfang aber ich lernte es.
    Es gibt nichts schöneres als einen Spaziergang zu machen ohne auf die Uhr zu schauen und zu wissen das man wieder weg muss weil man Pflichten hat.
    Ich habe endlich Zeit -Zeit zum Leben!

    Liebe Grüsse
    Phoebe
     
  5. Hi Miriam
    Schwierige Frage, und eine kurze Antwort:
    Ein Kranker meint meist zu wissen was ihm fehlt...., und plötzlich erkennt er, daß es nicht nur ein Stück fehlende Gesundheit ist. Und manchmal erlebt er jeden Tag an dem die Krankheit es zuläßt anders wie früher und lebt intensiver.
    Und wie viele wissen nicht darum, meist suchen sie gar nicht erst..............
    "merre"
     
  6. liebelein

    liebelein Guest

    hallo ihr lieben,

    eure worte haben mich sehr bewegt und ich erkenne auch mich in vielem geschriebenem wieder.

    sich kümmern um andere.................................., ja das habe ich seit klein auf getan und mich dabei aus den augen verloren.

    wenn ich krank wurde bzw. die krankheit mich wieder stärker eingeholt hatte (denn ich achtete ja nicht auf sie, wenn sie nur kurz vorbeikam), dann hatte/habe ich mal wieder kurze zeit auf mich geschaut. aber auch nicht wirklich...............................!

    und jetzt........................................., habe ich euch und einige sehr nette freundschaften geschlossen.
    und ich "versuche" mehr auf mich zu schauen.

    das tut unheimlich gut.

    herzlichst

    [%sig%]
     
  7. Ja, ja - alles hat einen Sinn und das ganze Leben ist ein ständiges Geben und Nehmen.
    Der Sinn ist vielleicht der, daß man mehr und vor allem besser auf sich achten sollte.
    Ob das doch was mit Schicksal zu tun hat????????????????????? Jeder hat seine Bestimmung...?????????????????????????
    Der Sinn ist wahrscheinlich der, daß wir alle uns hier treffen sollten und uns miteinander wohl fühlen. Und das ist doch schon mal was.
    *G*
    lg
    Isi
     
  8. Sia

    Sia Guest

    Hallo!

    Ich kann den anderen nur beipflichten. Ihr habt alle wunderschöne Worte gefunden. Ich hab meinen Körper so lange überbeansprucht, bis er "Auszeit" schrie.

    Den ganzen Tag arbeiten, dann die Familie, der Haushalt, mein Garten und sehr viele Freundschaften, die gepflegt werden wollten. Alles musste perfekt sein. Ich hab jedem geholfen, nur nicht mir selbst. Ich war ständig im Stress und immer unterwegs.

    Meine Krankheit hat mich wie der Blitz getroffen. Ich bin mir vorgekommen wie ein gefällter Baum. Plötzlich ging nichts mehr. Ich war wie in einem Albtraum gefangen und habe immer darauf gewartet, dass ich endlich aufwache und wieder alles wie zuvor ist.

    Aber ich habe auch gelernt meine wahren Freunde zu erkennen. Ich haber gelernt auf meinen Körper zu hören.....nicht immer, aber immer öfter. ;-)
    Ich genieße das Leben so wie es jetzt ist, jeden Tag neu. Es muss nicht mehr alles perfekt sein und ich reibe mich nicht mehr auf. Ich gehe mit offenen Augen durch das Leben.

    Aber besonders wichtig ist, dass ich diese Seite gefunden habe. Der Zusammenhalt hier ist so stark, jeder hilft jedem so gut er kann. Ich bin wahnsinnig froh, dass es euch gibt. Ich habe durch die Krankheit Menschen kennengelernt, die ich als "Gesunder" nie kennengelernt hätte.

    Ganz liebe Grüße

    Sylvia
     
  9. Neli

    Neli Guest

    Hallo, ihr Lieben,

    Ihr sprecht mir alle aus dem Herzen.

    Auch ich bin eine derjenigen, die von jedem und jedem in Anspruch genommen wurde. Auch ich habe es gelernt, "Nein" zu sagen, wenn mir etwas zuviel wird und mehr nach meinen eigenen Bedürfnissen und denen meiner Familie zu sehen. Und ich habe es mir langsam abgewöhnt, mich für alles verantwortlich zu fühlen und wegen allem ein schlechtes Gewissen zu haben.

    Viele liebe Grüße
    Neli
     
  10. Heike

    Heike Guest

    Hallo Ihr alle,

    ich war kurz davor aufzuschreiben wie blöd und gemein diese Krankheit ist.


    Ich glaube ich muß noch viel lernen !!!

    Ich habe 70 % des Tages ein schlechtes Gewissen, das alles nicht so klappt wie ich es gerne hätte und es sein sollte.

    Ich glaube ich hab noch einige Stolpersteine vor mir.

    Miriam, gut das wir hier so tolle Lehrer gefunden haben !


    [​IMG]



    Hai
     
  11. Nixe

    Nixe Guest

    Leben

    Leben ist mehr als Rackern und Schuften,
    Leben ist mehr als Kohle und Kies.
    Leben ist mehr als Warten auf morgen,
    Leben ist jetzt, Leben ist dies.

    Leben ist mehr als Hetzen und Jagen,
    Leben ist mehr als nur Theorie,
    Leben ist mehr als Zweifeln und Fragen,
    Leben ist hier, jetzt oder nie.

    Leben ist Träumen, Lachen und Weinen,
    Leben ist Zärtlichkeit und Gefühl.
    Leben ist Lust und Leben ist Liebe,
    Zeit für Musik und Zeit für ein Spiel.

    Leben ist miteinander zu reden,
    Leben ist aufeinander zu bauen,
    Leben ist für einander zu kämpfen,
    Leben ist Hoffnung, Mut und Vertrau´n.

    Rolf Zuckowski
     
  12. Miriam

    Miriam Guest

    Vielen Dank an euch alle!

    Eigentlich hab ich ausschließlich wütende Äußerungen ob dieser "Die Krankheit hat einen Sinn"-Aussage erwartet.
    Ich bin erst seit einigen Monaten krank, hab die Diagnose seit wenigen Wochen und fühle mich total aus dem Leben gerissen.

    Vor allem in euren Schilderungen über das Arbeiten, die Familie, die Freunde, soziales Engagement und immer für alle dasein finde ich mich wieder.

    Habe mir eure liebevollen Stellungnahmen gerade ausgedruckt und nehm sie mir übermorgen mit ins Spital. Dort werd ich ausführlich darüber nachdenken. Ich glaube, ich muss noch sehr viel lernen. Das ich das schaffe, kann ich mir zur Zeit noch nicht gut vorstellen...

    Nochmals herzlichen Dank!

    [%sig%]
     
  13. Shirana

    Shirana Guest

    Hallo miriam,
    Glaub mir , das schaffst du.....
    Es dauert nur.....man muß viel an sich arbeiten, vieles kommt auch auf einmal. ist halt bei jedem unterschiedlich.
    Lass den Kopf nicht hängen.....
    Ich denke mir , es ist wie bei der Trauerarbeit...
    erst die Resignation
    dann die Wut
    dann erst das langsame verstehen
    und dann akzeptieren.....
    Such dir auf alle Fälle jemanden , den du dein Herz auschütten kannst (Ansonsten sind wir immer da für dich)
    Lass auch die Wut zu,
    Für manche Auswegsloskeiten, die man erstmal auf sich zukommen sieht, gibt es immer einen Weg raus.
    (beispiel: Ärger mit Krankenkasse, Behörden usw.... schließ zeitig eine REchtschutzversicherung ab, oder tritt dem Reichsbund oder VDK bei, die Anwälte helfen dir, und nehmen schon mal ein großen Bündel Arbeit und auch Ärger ab und das hilft auch schon, merk ich jetzt bei mir auch)
    (war aber nur als Beispiel gedacht, will keinen drängen , etwas abzuschließen ;-) )

    Ich weiss wie beschissen das Gefühl ist, mitten drin im Leben rausgerissen zu werden. Stand selber mit 24/25 Jahren auf der Karriereleiter oben, hatte alle WEiterbildungen genehmigt bekommen und dann...plopp...komplett raus aus dem Beruf....ganz was anderes machen...und die Umschulung war auch nicht das richtige für mich, stehe wieder vor einem Scherbenhaufen.....
    sehe aber alles etwas gelassener, ...
    meine Anwälting kümmert sich um meine GdB`s
    meine KK um meine derzeitigen Kurantrag
    mein Arzt um die Med. Versorgung
    und ich mich um mich selber...
    so gerne wie ich arbeite, aber wenn es nicht mehr geht , geht es nicht mehr...da muß ich jetzt halt durch....aber darum kümmer ich mich erst , wenn die REha gelaufen ist.
    Alles Schritt für Schritt....
    Ich wünsche dir , das du einen Anfang findest.... dann den eigenen Weg....und aber auch noch Ziele hast.....
    Alles Gute für deinen Aufenthalt im Krankenhaus (wird es länger dauern?)
    LG Kiki
     
  14. Unimaus

    Unimaus Guest

    Nachdem ich Eure ganzen Einträge gelesen habe: Manno Mann ich finde mich in jedem Eurer Postings wieder. Für jeden da sein, Beruf, Familie, Haushalt, Freunde und und unter einen Hut bringen, am Woende - man ist ja die ganze Woche im Stress - die Wohnung gründlich putzen, die Wäsche erledigen, einkaufen. Tja wir Frauen sind ja so belastbar gelle. Ich frage mich heute im 3. Jahr meiner cP und Fibro: ist das die Strafe??? Oder hat mein Körper nur "Halt" gerufen. Ich denke mal er warnte mich vor nochmehr Arbeit. Mittlerweile hab ich vieles abgelegt: ich gehe abends mit meinem Heinrich spazieren, die wohnung ist zwar noch immer sauber aber ich gugge nun über einiges hinweg, machs später wenn ich es schaffe.
    ich bin fast 53 habe seit meinem 14. lebensjahr gearbeitet und noch "nebenbei" meine drei tollen Mädels bekommen und bin ihnen trotz allem stress eine gute mutter gewesen, wie sie mir immer wieder zeigen. ich denke jetzt: meine Mädels sind erwachsen, jetzt bin ich dran. allerdings muß ich noch lernen, die dienstliche arbeit - wie soll ich sagen - links liegen zu lassen, wenns mir nicht gut geht??? ich versuche es, echt. aber aller anfang ist schwer.

    Eure
    Irmi
     
  15. gisela

    gisela Guest

    Hallo Miriam,
    hoffentlich mußt Du nicht länger ins Krankenhaus. Drück Dir die Daumen, das alles gut geht und Du schnell wieder zu Hause bist.

    Alles Gute und liebe Grüße aus Nürnberg
    gisela
     
  16. Gerhard

    Gerhard Guest

    hallo mitnand
    Also meine cP hat mir erst mal einen Schock versetzt von dem ich mich
    erst langsam wieder erhohle.Das das ganze einen tieferen Sinn haben soll
    glaub ich eigentlich nicht.Da ich jetzt aber einen "treuen"Freund als ständigen Begleiter habe mußte ich mein ganzes Leben umstellen darin
    besteht eine große Chance etwas ganz neues zu machen nicht nur den
    alten Zeiten nachzuheulen (die "guten Freunde" haben sich eh aus dem
    Staub gemacht)also sucht ich neue aber diesmal nicht mehr so blauäugig
    wie früher und nicht mehr verbissen und wenn mal gar niemand da ist dann hab ich ja meinen "treuen Freund" auf den kann ich mich verlassen
    Vor allem der Humor ist mir ganz wichtig geworden der hilft mir über vieles
    weg da muss ich sogar aufpassen das mir nicht manchmal der Gaul durchgeht :lach: denn mein Umfeld kann ich manchmal nur belächeln

    Liebe Miriam wahrscheinlich hast du ganz unbewußt einigen Leuten eine
    ganz große Freude gemacht

    Viele Grüße aus dem Hegau

    Gerhard
     
  17. Hallo Miriam

    Ich kann dich nur allzugut verstehen. Ich denke jeder, der mit dieser Krankheit "beschenkt" wurde, hat diese verschiedenen Stadien der Emotionen durchmachen müssen.

    Ich habe cP seit 5 Jahren, und am Anfang war da nur Wut, Frust und Zorn auf die ganze Welt. Warum ich? Warum jetzt? Mitten aus dem Leben (war damals 32), aus dem Beruf. Ich hatte meine Karriere, arbeitete 300%, war diejenige die alles am Laufen hielt, zuhause nebenher Haushalt, Mann, Freunde, immer auf Achse, ständig musste bei mir was los sein, 20 Sachen gleichzeitig organisiert.
    Mal ein paar Stunden frei? Nee, rauf aufs Fahrrad, raus, aktiv sein. Ich habe nie über mich nachgedacht, woher meine Unrast und meine ständige innere Wut wohl kamen. Bis MEIN grosses Stopschild kam. Plötzlich ging nichts mehr. Schmerzen, Unlust, Müdigkeit, Vergesslichsein, nur noch krank sein. Ich hasste meine Krankheit und auch das Leben zu dem "ES" mich zwang.

    Inzwischen habe ich gelernt, dass ...
    ... ein Lächeln meines Sohnes, unendlich wichtiger ist, als eine geputzte Wohnung, oder das Wohlwollen eines Chefs...
    ... da ein Mensch ist der mich liebt und mir zur Seite steht, durch dick und dünn...
    ... die wirkliche Gnade im Loslassen liegt...
    ... im Grunde nur die "kleinen" Freuden im Leben, wirklich zählen...
    ... man nicht schwach ist, wenn die angebotene Schulter zum Ausweinen auch benutzt...
    ... ich nur Frieden in der Vergebung finden kann...
    ... ein erfülltes Leben, nicht in einem erfüllten Terminkalender zu finden ist...
    ...
    ... dass mancher Weg zur Selbstfindung und Selbsterkenntnis eben steinig sein MUSS...

    Also Kopf hoch, du stehst noch am Anfang deines Weges, aber wie wir alle, wirst auch du deinen Weg gehen. Auch wenns am Anfang nicht so scheint, es kann aus deiner Krankheit tatsächlich etwas Gutes und Sinnvolles für dich entstehen, wenn du es zulässt.

    Silvia