Sehnenentzündungen am ganzen Körper

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von Mathias, 5. September 2009.

  1. TIMBO

    TIMBO Neues Mitglied

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    Hallo,

    jetzt ist dein Post wiederum 6 Monate alt. Ich möchte Dir, falls du noch nach Informationen suchst, trotzdem kurz antworten. Meine Leidensgeschichte liest sich genau wie die obige von Tim Werner, allerdings auch mit den weiteren typischen Morbus Bechterew Symptomen wie Morgensteifigkeit und Rückschmerzen im Kreuzbein. Bei mir was es mit den Sehnenansatzentzündungen zeitweise so schlimm, dass ich nicht einmal schreiben konnte. Nach Ärztemarathon wurde dann endlich Morbus Bechterew diagnostiziert und nachdem alle Arten von Schmerzmittelen, auch sehr starke, 0,0 geholfen haben, bin ich bei Humira gelandet, was ich alle zwei Wochen spritzen muss. Seit dem geht es mir deutlich besser, ich kann wieder Arbeiten, Gehen, Schlafen und ein vergleichsweise normales Leben führen. Sport und anstrengende wiederholende Bewegungen (Kicker, Joystick usw.) geht aber überhaupt nicht.

    Viel Erfolg
    TIMBO
     
  2. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Hallo,

    auch ich schließe mich der von Tim Werner beschriebenen Symptomatik an. Insgesamt 11 Jahre lang sind meine Sehnen und Bindegewebe so weit degeneriert, dass ich nun kaum mehr das Haus verlassen kann. Auch ich bin HLA-B27 positiv. Dank TIMBO's Post bin ich auf Humira bzw. Adalimumab aufmerksam geworden und habe auch einen Rheumatologen gefunden, der mich behandelt hat. Es wirkt tatsächlich gut. Die Beschwerden werden weniger, das Gewebe wieder stärker. Es ist jedoch leider auch kein Wundermittel, vieles erworbene bleibt. Ich bin erst einen Monat in Behandlung und hoffe auf eine positive Entwicklung.

    Für jeden weiteren Betroffenen kann ich nur empfehlen so schnell wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Es wird kontinuierlich schlimmer werden und selbst elementare Funktionen wie Atmen werden betroffen sein.

    Ebenso viel Erfolg
    Sebastian
     
  3. anurju

    anurju anurju

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    Hallo,
    all das kenne ich auch nur zu gut... habe Psoriasis-Arthritis und begleitend einige Kollagenose-Aspekte...
    Wie Dr. Langer (Gründer dieses Forums) mal auf einem Rheuma-Patienten-Tag sehr toll erklärte, ist das Problem bei PSA anders als bei Rheumatoider Arthritis eben, dass es eine "autoinflammative Erkrankung" ist. Das würde u.a. bedeuten, dass ein Reiz zu viel heftige Entzündungen z.B. an den Sehnenansätzen auslösen könne.
    Daher riet er auch - anders als bei RA - zu sehr gut dosiertem Sport mit aller Vorsicht. Also keine exzessiven Überlastungssituationen riskieren, weil die oft langwierige Folgen haben.
    Ich hoffe, ich hab das so gut genug wiedergegeben - aber damals hat mich das unsagbar entlastet, weil ich genau diese Erfahrung immer mache.
    Z.B. im Herbst - einmal etwas länger einen nicht allzu schweren Koffer gezogen - schwups - über Monate Sehnenentzündungen vom Feinsten.
    Oder einmal leicht eine Sehne bei einem Verdrehtrauma gerzeigt - heftigste, regelrecht explosionsartige Reaktion an den Sehnenansätzen, die ewiglange keine Ruhe gibt.
    Philosophisch könnte man meinen, die Krankheit zwingt uns zur Verlangsamung - was bei mir durchaus hilfreich sein könnte ;-)

    Alles Gute an alle Betroffenen mit Sehnenentzündungen - das Gemeine daran ist ja, dass sie eben dann oft diagnostisch ewiglange übersehen werden - ein megadickes Gelenk wie bei RA sieht ja wohl fast jeder Arzt - aber den Zusammenhang von ständigen Sehnenentzündungen zu Rheuma zieht eben nicht jeder...

    Liebe Grüße von anurju
     
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  4. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Hallo anurju,

    vielen Dank für deinen Beitrag, der Thread ist ja leider schon ein wenig eingeschlafen. Ich habe leider keine Ahnung von PSA, jedoch hat mich meine Recherche eher in die Richtung der Spondyloathriden wie Morbus Bechterew geführt. Meine beste Vermutung sind Kollagenablagerungen, welche dem Gewebe die Elastizität nehmen und so mit der Zeit anfälliger für Verletzungen machen. Das sind jedoch alles nichtentzündliche Prozesse und daher gibts auch keine Entzündungswerte, Rötungen oder Schwellungen ...

    Gruß
    Sebastian
     
    #24 18. Januar 2019
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2019
  5. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Sebastian,

    PSA gehört zu den Spondylarthriden - ist also ähnlich wie Morbus Bechterew, aber oft seronegativ (zeigt sich also nicht im Blut...).
    Lies mal hier im Forum unter Rheuma A-Z nach, da hat Dr. Langer das echt gut beschrieben....

    Mir wurde erklärt, dass durch meine reichlichen Sehenentzündungen Mikrorisse (und manchmal auch größere) in den Sehnen entstehen - diese vernarben dann - machen die Sehne aber ingesamt viel unelastischer - weshalb dann Reizzustände noch leichter passieren... klang für mich sehr plausibel. Seitdem gehe ich bei Dehnübungen echt sehr vorsichtig vor, damit ich nicht wieder neue Reize setze - ist eine Gradwanderung zwischen notwendiger Dehnung und Anfeuern der Entzündung...

    Liebe Grüße von anurju
     
  6. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Hallo anurja,

    danke für Deine Erklärung, das war mir so nicht bewusst. Gerade bei Dehnübungen habe ich schon am Anfang sehr große Probleme bekommen. Jetzt allerdings die alles entscheidende Frage: Wars das jetzt schon mit Ende 20 für mich? Hast Du eventuell versucht die Reizzustände mit Schmerzmitteln versucht zu kontern? Ich habe Angst das könnte komplett nach hinten losgehen, aber bei mir ist leider echt wenig von den Lebensqualität übrig geblieben.

    Gruß
    Sebastian
     
  7. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Sebastian,

    hat denn der Anlass für Deine Eigenforschung mit Humira auch einen Namen?
    Um konkreter zu werden: hast Du eine Diagnose?
     
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  8. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Hi Resi,

    auf die Spondyloathriden bin ich schon früh aufmerksam geworden, da ich einmal nach Durchfall Schmerzen wie bei einem MB-Schub für 3-6 Monate bekommen habe. Seitdem allerdings kein Durchfall und auch keine Schmerzen mehr. Damals wusste ich leider noch nichts damit anzufangen und war daher auch nicht im MRT oder ähnlichem. Trotzdem sind im MRT Veränderungen an den Sehnen zu erkennen.

    Gruß
    Sebastian
     
  9. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Sebastian,

    also: wichtig wäre wirklich - wir Resi schon schrieb - eine gesicherte Diagnose... dann gäbe es medikamentös einige Möglichkeiten.
    Humira hat mir gerade an den Sehnen ganz gut geholfen, Cimzia allerdings noch besser.
    Ganz weg gehen die Autoinflammationsfolgen aber nicht - aber es lässt sich gut ertragen.

    Ergänzend würde ich dir eine Faszienrolle empfehlen - die hilft mir beim Dehnen oft gut (weil es eben passiver eingreift und man es gut dosieren kann).
    Kinesio-Taping (mache ich nach Anleitung meiner Physiotherapeutin jetzt je nach Körperregion auch selber) ist für mich ein Segen.
    Ebenso Wickel - am besten über Nacht - z.B. mit Murmeltiersalbe - oder auch mal mit Quark oder Weißkohl - das zieht alles die Entzündungen aus den Sehnen etwas raus.
    Und ich achte darauf, immer über den Tag verteilt sehr sanfte Dehnungen zu machen (quasi immer durchbewegen).
    Von den Physikalischen Anwendungen hilft mir am besten Ultraschall - da habe ich mir für 30 Euro selber ein kleines Gerät gekauft, mit dem ich immer mal insbesondere meine Achillessehne bearbeite (ist eigentlich für die Schönheitspflege entwickelt und sicher nicht ganz so wirksam wie beim Physiotherapeuten - fördert aber die Durchblutung und entlastet etwas das Gewebe).

    Schmerzmittel wirken meine Erfahrung nach nicht ganz so gut an den Sehnen. Am besten vielleicht noch Indometacin - aber das solltest du mit einem Arzt besprechen (bekommst du auch nicht ohne Rezept).
    Die begleitenden Muskelverkrampfungen könnte man natürlich auch medikamentös behandeln (Ortothon o.ä.) - aber das hilft bei mir zu kurzfristig - insgesamt setze ich da eher auf manuelle Therapie bzw. auf die o.g. Anwendungen. Kosten Zeit, lassen sich aber in den Alltag einbauen...
    Bei mir hilft übrigens sehr gut Radontherapie - das beruhigt auch die Situation an den Sehnen doch nochmal - ich mache die 2x im Jahr in Bad Kreuznach.
    Da sind sehr viele Patienten mit Spondylarthriden, die ähnliche Erfolge erwähnen - keine Wunder, aber Entlastung...

    Liebe Grüße und toi toi toi - v.a. aber eine baldige Diagnose und gute Therapie der Beschwerden. In deinem Alter sollte es nicht zu solchen Einschränkungen kommen... kann mir vorstellen, dass das sehr mühsam ist...
    anurju
     
  10. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Naja, wie schon gesagt - man kann auf etwas "aufmerksam werden" und/oder zusätzlich von etwas betroffen sein. Das ist dann doch für eine Therapie und vor Allem für ihre Wirksamkeit (!) schon ein erheblicher Unterschied ;)
     
  11. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Hallo anurju un Resi,

    ja die Diagnose war mein Problem die ganze Zeit über. In den letzten 10 Jahren war ich bei 5 Rheumatologen, die sich alle keinen Reim machen konnten und mich sitzen gelassen haben. Exakt so wie Tim Werner es oben beschrieben hat, der ja auch bei 3 Rheumatologen erfolglos war. Humira war jetzt mehr oder weniger ein Schuss ins Blaue, der jedoch als erstes tatsächliche Besserung gezeigt hat.

    Weiter zweifel ich auch daran, dass es entzündliche Prozesse sind, welche die Sehnen schwächen. Ich hatte niemals Rötungen, Schwellungen, sichtbare Flüssigkeitsansammlungen im MRT/Ultraschall oder Entzündungswerte, was jeden Rheumatologen veranlasst hat mich abzuweisen.

    Ganze lieben Dank für Eure Ratschläge bisher!
    Sebastian
     
  12. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Und warum kamst Du dann auf Humira?
    Humira ist ein TNF-Inhibitor, der TNF, also einen ENTZÜNDUNGSbotenstoff, sozusagen "wegfischt"....
     
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  13. Ducky

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    Wer verschreibt Dir denn das Humira?
     
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  14. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Mir ist durchaus bewusst, dass Humira primär zur Reduktion von Entzündungen eingesetzt wird. Aus diesem Grund habe ich eine solche Therapie auch für nicht wirklich erfolgsversprechend erachtet. Durch den Post von TIMBO kam dann jedoch Hoffnung auf. Das war die erste Info auf eine Besserung dieser spezifischen Symptomatik überhaupt. Die Symptome an den Sehnen und am Bindegewebe sind identisch. Alle anderen Ursachen wie Kollagenosen, Borreliose oder sonstiges konnten ausgeschlossen werden. Einzig der Zusammenhang mit den Spondylarthriden konnte nicht widerlegt werden.

    Gruß
    Sebastian
     
  15. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Oh Mann, eine einfache Antwort mit der Diagnose Spondylarthritis hätte genügt.
    Warum eierst Du so darum herum? ;)
     
  16. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Ich habe die längste Zeit irgendwelches dämliches Gewäsch wie "chronisches Schmerzsyndrom" an den Kopf geworfen bekommen. Da muss ich mich wohl erst noch dran gewöhnen eine gescheite Diagnose zu haben :D

    Gruß
    Sebastian
     
  17. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Du hast diese Diagnose, und auch das Humira, von einem Arzt bekommen?
     
  18. Sebastian_Q

    Sebastian_Q Neues Mitglied

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    Ich bin bei einem Rheumatologen in Behandlung.
     
  19. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Das lasse ich dann doch lieber weitgehend unkommentiert - und den Grinsesmiley mangels Verstehens auch.
     
  20. Ducky

    Ducky Registrierter Benutzer

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    Wieso hast Du eine Diagnose?

    Du stellst sie doch schon wieder in Frage.
     
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