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Schulprobleme

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von bibo, 26. August 2004.

  1. bibo

    bibo Guest

    Hallo,

    seit längerer Zeit verfolge ich das Forum sehr interessiert. Ich habe schon einige gute Tipps erhalten.
    Heute habe ich selber einmal ein großes Problem und vielleicht hat jemand von euch schon Erfahrungen damit.
    In diesem Sommer hat mein Sohn ( er leidet unter Oligoarthritis ) die Schule gewechselt und hat jetzt erhebliche Probleme mit den Treppen im Gebäude. Wir mussten jetzt feststellen, dass alle Fachräume nur über viele Treppen zu erreichen sind. Dies hat für ihn zur Folge, dass er einen akuten Schub erhalten hat und zur Zeit diese Hürden kaum bewältigen kann.
    Leider gibt es in dieser Schule keine Aufzüge.
    Wir müssen jetzt sofort handeln, doch erhalten wir von den zuständigen Stellen immer den Hinweis, dass wir selber schon ein Lösungsvorschlag haben sollen.
    Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

    - man kann nachträglich einen Fahrstuhl installieren
    - unser Sohn muß die Schule wechseln ( dies hätte einen 10 km längeren Schulweg zur Folge - zur Zeit liegt die Schule 300m von uns entfernt)

    Hat jemand von euch schon Erfahrungen, an welche Institutionen man sich wenden muss, wenn man nächträgliche bauliche Veränderungen an Schulen aufgrund von Behinderungen erwirken möchte? Für unseren Sohn wäre es natürlich die optimalere Lösung, wenn man dies erreichen könnte.

    Vielleicht kann mir da einer von euch auf die Sprünge helfen.

    Viele Grüße

    Bibo
     
  2. anko

    anko Neues Mitglied

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    Hallo bibo,

    dass tut mir leid für deinen Sohn.

    Jascha Klassenraum lag Anfang des letzten Schuljahres auch in der 1. Etage. Als er 2 Wochen später einen Schub bekommen hat, ist das Klassenzimmer ins Erdgeschoss gelegt worden. Und dieses Jahr hat der Klassenlehrer von allein darauf geachtet und sogar die Sportstunden an den Anfang bzw. Ende des Schultages gepackt.
    Aber das hilft dir nun auch nicht richtig weiter.

    Ich habe aber mehrere Fragen:

    Hat dein Sohn einen Behindertenausweis? Wenn ja, dann wende dich doch mal in das Versorgungsamt und Frage da nach, an wen du dich wenden kannst. Die müssten so etwas eigentlich wissen.

    Wäre es denn mit einem Fahrstuhl getan? Oder liegen die Fachräume in mehreren nicht miteinander verbundenen Gebäudeteilen, so dass mehrere Fahrstühle eingebaut werden müssten? Wäre es platzmäßig möglich ein Fahrstuhl einzubauen?

    Wäre es vielleicht auch möglich, mit den Fachlehrern zu sprechen, ob nicht zum Teil der Fachunterricht im Klassenraum abgehalten werden kann? Biounterricht z.B. muss nicht umbedingt im Fachraum abgehalten werden. Wenn 2 Schüler am Ende der Pause zum Fachraum gehen, dann könnten die der Lehrerin helfen Unterrichtsmaterialien zum Klassenraum zu tragen. Genauso sieht es in Chemie und Physik aus. Wenn nicht gerade praktische Übungen durchgeführt werden sollen, dann kann man den Unterricht genausogut im Klassenzimmer abhalten. Und so ein Periodensystem ist nicht so schwer, dass kann man zu Not auch hin und her tragen.

    Gucke drauf, wie die Lehrer auf deine Vorschläge reagieren. Ob sie gleich alles abwiegeln oder ob sie auch bereit sind Lösungsansätze zu finden und sie auch mitzutragen, auch wenn es nicht ganz so bequem ist.

    In welcher Klasse ist denn dein Sohn? Wenn er noch mehrere Schuljahre vor sich hat, dann kann es evtl. günstiger sein auf eine Schule zu wechseln bei der das Lehrerkollegium zu den o.g. Dingen bereit ist. Aber so etwas kann man auf die Ferne nie sagen.

    Hast du die Broschüre " Das rheumakranke Kind in der Schule"? Ist von der deutschen Rheumaliga herausgegeben worden. Wenn möglich versuche noch eine "alte" Version zu bekommen, denn das ist ein richtiges Heft, während das neue nur noch ein Flyer ist. Dieses habe ich allen Lehrern von Jaschas Klasse mitgegeben und ich fand die Resonanz darauf ziemlich gut.

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr einen guten Weg finden werdet

    Gruß

    anko
     
  3. anko

    anko Neues Mitglied

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    Hallo Bibo,

    ich nochmal.

    Jascha hat auch zwei Sätze Schulbücher. Dadurch ist die Schultascha viel leichter, was sich auch positiv auf die Gelenke auswirkt.
    Und wenn er mal in einen Fachraum muss, dann nimmt er nur das mit, was er da wirklich benötigt.

    Gruß

    anko
     
  4. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    Hallo bibo

    Die Broschüre " Das rheumakranke Kind in der Schule" ist echt hilfreich,
    mein Sohn hat auch probleme in der Schule gehabt, nachdem ich der Rektorin die Broschüre gegeben habe und sie gebeten habe diese auch zu lesen, wurde der meiste Unterricht in seinen Klassenraum verlegt, auch das mit dem Sportunterricht hat von da an geklappt.

    Nun geht er auf eine weiterführende Schule und dort wurde er gleich gefragt wie weit er eingeschränkt sei und was man tun kann um ihm zu helfen :)
    so finde ich das klasse!!!
    Er fühlt sich total wohl und das sieht man :)

    gruß suse12998
     
  5. Ulla

    Ulla "hessische Hexe"

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    Hallo bibo,

    egal welcher Träger dafür zuständig ist, die kosten für einen Umbau zu übernehmen.
    so einfach ist das nicht.

    Bevor unsere Tochter auf eine weiterführende Schule angemeldet wurd, haben wir zusammen mit der Schulärztin nach einer vernünftigen Lösung gesucht.

    durch ein Gutachten wurde ein Integrationsbedarf, bedingt durch ihre chronische Erkrankung festgestellt.
    klar war dann auch relativ schnell das keine der Schulen vor Ort in frage kamen.

    Jetzt geht sie 20 km entfernt in eine integrative Gesamtschule und wird täglich durch ein Taxi zu Hause abgeholt und wieder gebracht.
    Diese Schule ist voll auf gehbehinderte Schüler ausgerichtet.

    wegen der hohen kosten sind das immer nur einzelne Schulen die so geplant oder umgebaut worden sind.

    hier in Hessen lief das über das Schulamt in Zusammenarbeit mit der Schulärztin.

    Ansonsten haben die anderen ja auch schon alles wichtige erwähnt, wie GdB oder doppelter Büchersatz.

    ich würde dir raten mit der Schulleitung und Schularzt nach Lösungen zu suchen und zusammen mit dem Schulamt sprechen.
    So sind wir all die Jahre immer bestens gefahren

    liebe grüße


    ulla

    liegt aber auch immer am bundesland
     
  6. bibo

    bibo Guest

    Hallo alle,

    vielen Dank für die Anregungen. Um eure Fragen zu beantworten:
    mein Sohn ist 10 Jahre und geht in die 5. Klasse. Die Schulleitung ist im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch bemüht etwas zu ändern. Er hat sofort doppelte Schulbücher erhalten und muß nicht mehr diesen schweren Ranzen tragen.
    Leider sind die Fachlehrer weniger kooperativ und bestehen auf ihre Fachräume.
    Er hat jetzt nur die Erlaubnis erhalten, dass er in den Pausen eher wieder ins Gebäude darf, damit er genug Zeit hat, die Treppen zu schaffen.
    Die Schulleitung ist nicht abgeneigt einen Fahrstuhl zu beantragen, doch wir machen uns Gedanken, wie lange - bei positivem Bescheid - der Einbau dauern würde.
    Daher machen wir uns auch Gedanken, ob unser Sohn die Schule wechseln muß.
    Hat jemand von euch Erfahrungen, wie so etwas abläuft?
    Wir haben eine Schule in dem nächsten Ort, die in Frage kommen würde. Leider scheint der Schulträger nicht identisch zu sein. In der einen ist es der Kreis und in der anderen die Stadt. Beide Schulen befinden sich aber im selben Kreisgebiet und auch im selben Bundesland (Schleswig-Holstein).

    Gruß

    Bibo
     
  7. jul

    jul Neues Mitglied

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    moin bibo,

    ich bin jul und grad mit der schule fertig (zum glück).

    du hast ja schon allerhand tipps bekommen.
    bevor dein junge die schule wechselt, kannst du dich ja mal erkundigen, ob es in der nähe eine integrationsschule gibt.
    bei mir war es so, daß ich auf ein "normales" gym ging, das dann zur integrationsschule (behinderte, chronisch kranke gehen zusammen mit "gesunden" leuten zur schule) wurde. automatisch bekommt die schule dann einen beauftragten für behinderte und chronisch kranke. mit denen kann man dann alles kommende gut besprechen und die helfen dir auch bei allen organisatorischen dingen. und jede integrationsschule ist natürlich behindertengerecht eingerichtet mit rampem, fahrstühlen, breiten gängen ect.
    ich persönlich bin auf der schule mit meinen problemen ernster genommen worden als auf einer "normalen" schule. und für alle vielleicht noch kommenden probleme, wie z. bsp. das beantragen von schreibzeitverlängerungen etc., hast du jemanden der dir hilft und der sich damit auskennt (damit mein ich jetzt nicht die gelben seiten :) ). wenn du sowas nicht in der nähe hast, würd ich vielleicht doch noch mal zur schulleitung und nen bißchen druck machen. es kann doch nicht so schwer sein den unterricht in das eg zu verlegen.

    ich wünsch euch viel glück und deinem sohn viel viel gesundheit und alles gute
    mfg
    jul
     
  8. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    Moin Bibo,

    mein Sohn durfte während seiner Schulzeit in allen Pausen im Schulgebäude
    bleiben, wenn er wollte. Er durfte sogar einen Freund mit drin behalten, damit
    er nicht so alleine ist.

    Das mit den Fachräumen ist so eine Sache. Ich würde versuchen mit den
    Fachlehrern über die Problematik zu reden. Sicher ist es nicht immer erforder-
    lich, im Fachraum zu unterrichten. Ansonsten finden sich oft auch Klassen-
    kameraden oder Freunde, die z.B. die Schultasche tragen.

    Das mit dem Schulwechsel würde ich mir gut überlegen. Dein Sohn würde
    seine Freunde verlieren und die neuen Freunde würde ja sicher auch weiter
    weg wohnen. Gerade wenn er jetzt gut in die Klasse integriert ist, wäre
    ein Wechsel ein Risiko.

    Bei uns in Niedersachsen gibt es einen sozialen Dienst, der für behinderte
    Schüler in allen Schulen zuständig ist und sich auch um Hilfsmittel etc.
    kümmert. Leider weiss ich nicht, inwieweit es ähnliches in anderen Bundesländern gibt.

    Liebe Grüsse Nixe
     
  9. HeikeS

    HeikeS Guest

    Ich arbeite in einem schulamt, jedoch in sachsen- Anhalt.
    Diese tipps beziehen daher nicht direkt auf dein Bundesland..weil schule ist Ländersache!
    Auch hier gibt es Integrativen Unterricht, d.h. gemeinsam mit dem Schulamt (nicht mit dem Schulträger!) wird eine "normale" schule gesucht, die den Anforderungen entspricht. Oder evtl. auch eine Körperbehindertenschule (hey, die Schulabschlüsse sind die selben, sogar bis zum Abi!).

    Aber auch wenn du in der Nähe eine schule hast, wo ein anderer Schulträger zuständig ist, wende dich immer zuerst an das Schulamt ! Die werden dir eine Ausnahmegenehmigung erstellen damit dein Sohn die für ihn Beste Schule besuchen kann, und dann muss der Schulträger deines heimatortes auch die fahrtkosten tragen! Ohne wenn und Aber!