as10247 schrieb:Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe ein Problem. Kann mir jemand helfen?
Habe nach der Geburt meines Sohnes, vor zwei Jahren, cP bekommen. Mein Rheumaarzt verschrieb mir als Basismedikament MTX und gab mir Kortison 20 mg gegen die Entzündungen. Das Kortison hat mir sehr schnell geholfen, aber leider schlug das MTX nicht an, so dass ich ohne Kortison gar nicht auskam. Habe MTX dann nach 9 Monaten abgesetzt und versucht mich so über Wasser zu halten, war aber nicht drin. Davon wußte mein Doc nichts, habe ordentlich was zu hören bekommen ...
Als neues Basismedikament bekam ich nun vor einem dreiviertel Jahr Arava. Damit kam ich anfangs gut zurecht, konnte langsam Kortison reduzieren und nach einer Weile sogar absetzen. Nach ca. 3 Monaten kam es allerdings zur ersten Nebenwirkung, ich bekam am ganzen Körper großflächig juckenden Hautausschlag. Ist wieder weggegangen (habe viel Calcium genommen).Ob es zur Besserung beigetragen hat, weiß ich aber nicht. Die nächsten Probleme sind viel schlimmer. Habe sehr starken Haarausfall und schon die Hälfte meiner Haare verloren. Außerdem so starken Durchfall, dass alles wie Wasser aus mir herausläuft und ganz nebenbei 6 kg abgenommen (mögen wir Frauen ja ganz gerne ;-)), aber ich wiege jetzt nur noch um 51 kg, das ist schon recht wenig, finde ich). Die Schmerzen haben auch wieder zugenommen, es sind ganz neue Gelenke betroffen (vornehmlich Hände und Fußgrundgelenke) und die Morgensteifigkeit hat wieder zugenommen.
Jetzt soll ich Remicade bekommen. Ich weiß nicht so richtig, was ich machen soll. Jeder aus der Familie kann einem einen guten Rat geben, alle haben natürlich "Ahnung" und sind der Meinung, ich solle der Schulmedizin den Rücken kehren und es homöopathisch versuchen. Aber eigentlich habe ich ziemliche Angst davor, kein Basismedikament mehr zu nehmen. Ich gehe nämlich ab September wieder arbeiten und mein Kleiner in die Kita. Wenn ich dann vor Schmerzen nicht weiß, wohin mit mir, ist ja auch keinem geholfen. Aber sollte man nicht alle Möglichkeiten wenigstens probieren?
Hat irgendjemand eine Rat für mich???
P.S.: Habe von Zeit zu Zeit immer mal wieder starke Rückenschmerzen. Es tut mir beim Einatmen, bei bestimmten Bewegungen und beim Draufliegen weh. Kann mal wieder gar nicht schlafen, weil ich solche Schmerzen habe. Weiß jemand, was das sein kann?
"Schulmedizin" und Homöopathie sind keine Alternativen, die sich ausschließen.
Sicher ist, daß bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine homöopathische Behandlung allein nicht ausreicht. Wir haben vor vielen Jahren einmal im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie in Zusammenarbeit mit einer Universitätsklinik und mit ausgewiesenen homöopathischen Ärzten bei der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis einen solchen Versuch gemacht. Die Studie mußte damals beendet werden, weil die homöopathisch behandelten Patienten aus der Studie wegen der unzureichenden Wirksamkeit dieses Therapieansatzes ausstiegen.
Es gibt aber eine ganze Reihe von Patienten, die von einer begleitenden homöopathischen Behandlung parallel zu einer "schulmedizinischen" Therapie profitieren. Aus meiner Sicht spricht nichts gegen einen solchen kombinierten Behandlungsansatz. Voraussetzung dafür sind allerdings verständige Homöopathen, die die wissenschaftlich begründete Medizin nicht vorab verteufeln und zulassen, daß Patienten mit bewiesenermaßen wirksamen Medikamenten behandelt werden.
Im übrigen: Wenn heute in Deutschland ein Patient den Vorschlag gemacht bekommt, mit einem biologischen Medikament wie Remicade behandelt zu werden, und er ist zugleich nicht Privatpatient, sondern Kassenpatient aus der Ulla-Schmidt-Abteilung, sollte er sich nicht dagegen sträuben, sondern zur Kenntnis nehmen, daß er gerade mindestens einen Fünfer im Lotto gewonnen hat. Also: Kein Grund zur Sorge, sondern zur Freude!
Ich wünsche viel Erfolg bei der geplanten Therapie.