@Klaudi
Hallo Klaudi,
klaudi schrieb:
habe mir das umfrageergebnis angeschaut und war baff.dann wird noch einiges
auf mich zukommen weil die probleme die ich habe nicht so schnell zu beheben
sind.
Deine Gedanken sind zwar nachvolllziehbar, aber versuche dich trotzdem davon zu lösen.
Nur weil viele Erkrankte auf ähnliche Reize reagieren, muß es nicht bei Dir so sein.
Nur weil eine Erkrankung bei vielen Menschen einen ähnlichen Verlauf hat, muß es nicht bei Dir so sein.
Nur weil Dein Körper ähnliche Symptome zeigt, muß es trotzdem nicht so ein Ausmaß annehmen, wie bei anderen Erkrankten.
Es KANN alles so sein, MUSS aber nicht!!
Natürlich ist negativer Stress (so wie auch zuviel positiver Stress über längere Zeit) nicht gesund. Viele Erkrankte reagieren mit Erschöpfung, Müdigkeit, Schlappsein oder auch einem heftigen Schub.
Meines Erachtens kann man seine Belastungsgrenze etwas trainieren.
Ich war vor vielen Jahren (kurz nach der Berentung und zwischen den vielen KH-Aufenthalten) sehr anfällig für Stress, egal ob nun negativer oder positiver Stress. Nach einiger Zeit entwickelte sich das zum "Selbstläufer". Allein die Gedanken an bestimmte Ereignisse reichten aus, um krank zu sein.
Beispiele:
Verabredungen...habe ich dann irgendwann nur noch unter Vorbehalt angenommen, da ich ja wusste, daß ich krank sein werde...was sich natürlich auch einstellte

Aufgaben übernehmen...nur noch unter Vorbehalte, weil ich ja wusste, daß ich dies nicht erfüllen könnte...was sich natürlich einstellte

Es gibt noch zig andere Beispiele, meine Belastungsgrenze war so niedrig, daß ich mich einfach nicht in der Lage sah, überhaupt irgendwas auf die Reihe zu bekommen.
Mein Körper ist heute nicht mehr so belastbar, ich erschöpfe schnell, aber ich reagiere nicht mehr so schnell auf Stress.
Heute arbeite ich u.a. ehrenamtlich in einer Wohnungsloseninitiative und das ist an manchen Tagen Stress pur. Die Männer sind tlw. zugedröhnt mit Alkohol oder Drogen und haben eine sehr niedrige Aggressionsschwelle. Sie reagieren auf kleinste Anrempler oder Bemerkungen und da kann die Situation schnell ausufern.
Mein Dienst dauert 3 Stunden und wenn die Stimmung bereits zu Anfang unter den Männern explosiv ist, stehe ich 3 Stunden unter höchster Anspannung, um einzugreifen oder zu schlichten.
Wenn ich dann das Haus verlasse, merke ich nach einigen Minuten, daß ich total verspannt bin, weil meine Augen, Ohren und Nackenhaare *g* auf unterschwellige Aggressionen geeicht sind.
Das ist belastend, keine Frage, aber trotz höchster Anspannung fühle ich mich danach "nur" erschöpft und kaputt.
Früher wäre so etwas undenkbar gewesen, heute kann ich solche Extremsituationen abfangen, ohne in einen Schub zu geraten.
Vor vielen Jahren hatte ich alle 6-8 Wochen einen heftigen Migräneanfall, mit allem was dazu gehört. Der Grund war Stress. Ich war kaum belastbar, weil manchmal selbst eine kleine Ursache zu einem Migräneanfall führte.
Heute habe ich nur noch 2-3 Migräneanfälle im Jahr, die dann meistens durch heftige Wetterumschwünge ausgelöst werden.
Natürlich habe ich mal bessere, mal schlechtere Zeiten. Mal bin ich belastbarer, mal weniger belastbar. Aber nach einer weniger guten Zeit weiß ich, daß auch wieder eine bessere folgt
Das möchte ich Dir/Euch als Mutmacher mitgeben.
Viele Grüße
Sabinerin