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Schönes Weihnachtsgeschenk

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Gerhard, 22. Dezember 2005.

  1. Gerhard

    Gerhard Badener - in memoriam 08.07.2010 †

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    Hallo mitnand
    Der Bericht unten ist ein tolles Geschenk für viele von meinen Bekannten und spiegelt die Verlogenheit in unserer Gesellschaft wieder.
    Gruß Gerhard


    Kverneland mach Standort Gottmadingen dicht.


    Gottmadingen (of). Große Wut und Enttäuschung wurde am heutigen Donnerstagmorgen in Gottmadingen ausgesprochen. Der norwegische Kverneland-Konzern wird seinen Standort in Gottmadingen Ende 2006 schließen. Das wurde, nach entsprechenden Beschlüssen des Verwaltungsrats in Oslo den derzeit noch 256 Mitarbeitern im Rahmen einer Betriebsversammlungam Donnerstag Morgen mitgeteilt.
    Der Kverneland-Konzern, so die ebenfalls am Donnerstag morgen lanzierte Pressemitteilung, wolle seine Produktionsaktivitäten konzentrieren. Neben dem Beschluss zur Schließung des Standorts Gottmadingen solle die Leistungsfähigkeit des Standorts Cognac (Frankreich) gestärkt werden, 50 Prozent der Anteile der französischen Firma Bobard sollen verkauft werden.
    Die Schließung des Standorts in Gottmadingen, so die Pressemitteilung weiter, soll bis Ende 2006 erfolgen. Den Mitarbeitern solle eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten angeboten werden, eine Forschungs- zund Entwicklungsabteilung, das Product-Management wie der Leitung der Sparte Heu-Gras solle in Gottmadingen verbleiben. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Kjell Almskog erklärte, dass man die Entscheidung für den Standort Gottmadingen bedauere. Man werde alles tun um die Folgen für die Betroffenen zu mildern. Die Entscheidung sei aber notwendig, um die Eretragskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Kverneland Group zu sichern. Man wolle die Gemeinde bei der Suche nach einem neuen Investor unterstützen, meinte Pressesprecher Dr. Röhrecke auf Anfrage.
    Bürgermeister Michael Klinger fand in einer Kundgebung auf der Staße vor dem Kverneland Werk am Freitag Morgen deutliche Worte für die Entscheidung des
    Konzerns: »Wo bleibt die soziale Verwantwortung der Manager«, fragte er nach und kritisierte, dass es dem Unternehmen nur um Gewinnstreben ginge und darum ihre Aktionäre zu bedienen. Die Gemeinde würde sich mit der Belegschaft solidarisch erklären, deshalb würden alle Mitarbeiter auf Freitag Morgen 8 Uhr in die Hebel-Halle zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen.
    Alexander Lohmüller, Mitglied des Betriebsrats kritisierte Werkleiter Bjørn Arne Ovstad: er habe sich als Messias angekündigt und sei der Totengräber dieses Werks in Gottmadingen gewesen. Er habe angekündigt Gottmadingen zum Vorzeigewerk zu machen. »Diese Lüge werden wir nie vergessen", so Lohmüller.
    Lohmüller forderte dazu auch, sich jetzt im Rahmen eines Sozialplans so teuer wie möglich zu verkaufen. Jo Blaschke von der IG Metall meinte zur versammelten Belegschaft, dass jetzt Solidarität das Wichtigste sei, noch seien die Lichter nicht ganz ausgegangen und vielleicht gebe es eine Möglichkeit, das Werk, vielleicht unter einem anderen Namen, weiter zu führen.
    Betriebsratsvorsitzender Luigi De Felice dankte Bürgermeister Dr. Michael Klinger für seinen Einsatz, er sei mit ihm und Arbeitsminister Andreas Renner noch in Holland gewesen, um sich für den Standort Gottmadingen stark zu machenund habe mitekämpft. Der Standort Gottmadingen habe seit dem Jahr 2000 mit Gewinn gearbeitet, die Belegschaft habe alles getan, um für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Jetzt gehe es darum, weiter gegen diese Entscheidung zu kämpfen und vielleicht doch noch eine Zukunft für den Standort Gottmadingen zu entwickeln.
    Solidaritätsadressen gaben vor der Belegschaft die Bundestagsabgeordnen Andreas Jung und Peter Friedrich sowie die Landtagsabeordnete veronika Netzhammer ab.
    :mad: :mad: :mad:
     
  2. merre

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    auch in Berlin...

    ...gibts zum Teil diese Tendenzen. Zumindest stehen etliche Zeitungsberichte mit ähnlichen Themen zur Disskussion. Unser Oberbürgermeister eröffnet wohl lieber irgndwelche Messen oder Ausstellungen oder besucht Galaveranstaltungen, die Wirtschaft wurde vielfach verprellt.
    Das erleichtert natürlich die Erklärungen warum auf Grund von Produktionsverlagerungen Berliner Betriebe oder Betriebsteile schließen "müssen".
    Ich denke aber das irgendwann Irgendjemand auffallen wird, daß die neue Produktionsstandorte nicht gleichzeitig die Absatzmärkte sind, und in den alten Standortregionen das Geld wegen fehlender Arbeit fehlt....wer soll denn dann kaufen?
    Auch hat man wohl in der EU- Erweiterung Fehler gemacht ? Jetzt kann man nach Ausschöpfen der Standortförderung in den "alten" EU-Ländern dort abwandern und in den "neuen" EU-Ländern wieder diese Vorteile nutzen....
    Die Kosten die daraus resultieren werden aus den Fördermitteln der EU für "wirtschaftsschwache Regionen" bereitgestellt, also quasi von den Nettozahlern, den Ländern, wo die Betriebe abwandern.......

    Naja lassen wir das und gehen zu Weihnachten über und versuchen ein bischen Festtagsstimmung aufkommen zu lassen. Leider sind die Weihnachtsüberraschungen wie hier beschrieben oft der bösen Art, was ich nicht wünschen will....."merre"