Schmerzen ohne Ende und keine Lösung in Sicht....?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von TimoWeber, 20. Juni 2017.

  1. TimoWeber

    TimoWeber Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben. Ich bin langsam sehr verzweifelt und erhoffe mir hier einen Rat.

    Ich bin 26 Jahre alt, Student und war bisher eigentlich kerngesund. Ich habe lediglich seit drei Jahren sehr trockene Augen, welche ich aber mit einer häufigen Gabe von Augentropfen, eigentlich ganz gut im Griff hatte. Jedoch hatte ich ungefähr alle drei Monate eine Augenentzündung. Ich bin dann zu verschiedenen Augenärzten und jeder hat eigentlich was anderes diagnostiziert. Mal hieß es, ich hätte eine Bindehautentzündung, mal eine Uveitis, mal eine Allergie, mal überhaupt nichts.....

    Die Augenärzte haben immer Cortison Augentropfen verschrieben und meinten dann irgendwann, dass ich mal zu einem Rheumatologen gehen sollte. Da ich aber außer den Augen überhaupt keine Beschwerden hatte und sogar sportlich sehr aktiv war, konnte ich mir diesen Rheumaverdacht überhaupt nicht vorstellen. Ich habe dann einfach mal beim Rheumatologen angerufen und meinen Sachverhalt geschildert. Da ich nicht wirklich ein Notfall war, wurde mir bei allen kontaktierten Rheumatologen einen Termin in frühestens 6-10 Monaten angeboten.

    Ich bin dann aber relativ spontan für ein Auslandssemester ins Ausland und konnte den Termin nicht wahrnehmen. War darüber auch nicht wirklich traurig, weil ich eigentlich überhaupt keine Beschwerden hatte..... Außer halt den trockenen Augen und alle paar Monate mal eine nervige Augenentzündung....

    Jetzt bin ich seit paar Wochen wieder in Deutschland und habe ein richtiges Problem. Vor zwei Wochen fingen plötzlich meine Ellenbogen an extrem weh zu tun.... Es war dann abends sogar so, dass ich mich von meiner Freundin füttern lassen musste, weil ich nicht mal mehr den Löffel halten konnte... Ich hatte noch nie in meinem Leben so Schmerzen.... Ich habe die Arme eigentlich überhaupt nicht mehr bewegt, weil jede Bewegung unendlich weh tat und die Arme auch schon in Ruhigstellung extrem schmerzhaft waren. Ibuprofen in der maximalen Tagesdosis hat auch überhaupt keine Wirkung gezeigt. Ich bin dann zum Orthopäden und er hat mich mehr oder weniger einfach weggeschickt und meinte meine Arme seien überlastet....

    Am Wochenende wurden die Schmerzen dann immer unerträglicher, es war keine Besserung in Sicht und plötzlich taten auch noch meine Beine weh. Ich bin plötzlich gehumpelt und zu allem Überfluss kam auch noch eine Augenentzündung dazu.

    Meine Arme und Beine waren dann auch geschwollen. Ich bin dann ins Krankenhaus und hier war man eigentlich sehr hilflos. Es wurde Blut abgenommen, hier konnte man allerdings kein Befund feststellen. Mir wurde dann nur Novalgin und Arcoxia verschrieben.

    Das Ganze hat nur sehr begrenzt etwas gebracht. Arcoxia 120 mh war fast wirkungslos. Ich bin dann montags zum Hausarzt. In der Klinik wurde ja auch schon ein Rheumaverdacht geäußert und der Hausarzt hat diesen dann auch geäußert. Der Hausarzt hat direkt einen befreundeten Rheumatologen angerufen und mit ihm zusammen vereinbart, dass ich den frühst möglichen Termin erhalte. Dieser ist nun in fünf Wochen. Außerdem soll ich jeden Morgen 20 MG Cortison einnehmen, dazu Arcoxia und bei Bedarf Novalgin.

    Diesen hübschen Medikamenten Cocktail nehme ich nun seit über einer Woche. Die Schmerzen im Ellenbogen sind leider überhaupt nicht besser geworden. Bei den Füßen konnte ich eine leichte Besserung feststellen. Ich kann meine Arme nur sehr eingeschränkt benutzen, ich kann eigentlich seit einer Woche überhaupt nichts für mein Studium tun. Im täglichen Alltag brauche ich Hilfe, beispielsweise kann ich mein Essen nicht schneiden. Die Schmerzen machen mich langsam psychisch mürbe. Die Tatsache, dass ich aktuell eigentlich auch überhaupt nicht an meinem normalen Leben teilnehmen kann, kommt noch dazu. Ich lerne seit vielen Monaten intensiv auf eine Prüfung, welche in paar Wochen ansteht... Wie ich diese Prüfung schreiben soll, ist mir aktuell ein Rätsel.

    Mein Hausarzt hat aktuell auch keine wirkliche Idee mehr. Er meinte halt, er könnte mir noch stärkere Schmerzmittel geben, aber diese würden dann unter Umständen auch müde machen bzw. es könnten Nebenwirkungen eintreten, welche ich aktuell eigentlich in der Lernphase überhaupt nicht gebrauchen könnte....

    Mit der Augenentzündung, mit den Beinschmerzen, mit den Rückenschmerzen und allem käme ich ohne Probleme klar.... Das kann man aushalten und fühlt sich wie sehr starkes Muskelkater an, also nichts was unerträglich wäre. Wirklich unerträglich sind die Schmerzen aber im Ellenbogen. Es ist wie ein Stechen, oder wie wenn mir jemand irgendwas in den Arm stechen würde...

    Mittlerweile wurde auch ein MRT vom rechten Arm gemacht. Die Radiologin hat mir allerdings nicht wirklich etwas gesagt. Es sei minimal Wasser im Gelenk, aber das MRT sei nicht wegweisend gewesen.

    Mein Hausarzt meinte zu dem MRT nur, dass man halt eine Entzündung sehen würde....

    Ich bin nun langsam verzweifelt und weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Diese Schmerzen lassen mich langsam durchdrehen. Fast noch schlimmer daran ist, dass ich den Termin beim Rheumatologen der erst in fünf Wochen habe. Mein Arzt und ich haben bei sechs Rheumatologen in der Umgebung angerufen und bei keinem war früher ein Termin zu bekommen.... Immerhin sei der Rheumatologen bei dem ich einen Termin bekommen habe, aber anscheinend eine Koryphäe und im ganzen Bundesland bekannt bzw. es sei ein Privileg, dass sich dort überhaupt einen Termin bekommen habe. Ist der Oberarzt in einer Klinik und hat auch extrem gute Bewertungen im Internet....

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr einen Rat für mich hättet.... Ich weiß langsam einfach überhaupt nicht mehr, was ich noch machen kann...

    Ich bitte um Entschuldigung für meine heute etwas dilettantische Zeichensetzung... Ich habe den Text hier mit Siri aufgenommen und Siri macht nicht immer was ich will... Kann im Moment einfach nicht wirklich gut tippen. Vielen herzlichen Dank im vorhin aus ;)
     
  2. Töns

    Töns Registrierter Benutzer

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    Hallo

    Du kannst versuchen auf Schweinefleisch zu verzichten und dafür Fisch essen .
    Kälte oder wärme (mußt du ausprobieren was dir besser hilft) geht auch.

    Bevor du zum Rheuma Doc gehst ,solltest du in Absprache mit deinen Hausarzt das Cortison absetzen da es passieren kann ,das der sonst nichts findet.

    Gruß Töns
     
  3. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Hallo Timo,

    willkommen im Forum!

    Ich würde das Cortison nicht absetzen (und nehme mal ganz stark an, dass dein Hausarzt das auch nicht raten wird), zumal die Beschwerden sich ja bisher nur minimal gebessert haben. Prednisolon wirkt bei den meisten sofort, sodass bei dir die Dosis möglicherweise nicht ausreicht. Normalerweise fängt man mit viel an und dosiert dann relativ schnell wieder runter, um (die sehr häufig auftretenden) Nebenwirkungen und ein ewig langes Ausschleichen zu verhindern. Das aber nur am Rande - und vor diesbezüglichen Experimenten in Eigenregie warne ich aus- und nachdrücklich. Nur nach Absprache mit dem Arzt, gerade als Anfänger!!!!!

    Du suchst vermutlich nach etwas, was erstmal sofort wirkt und dich in die Lage versetzt, zumindest deinen Alltag einigermaßen zu bewältigen und die Prüfung zu schreiben. Falls es sich wirklich um etwas rheumatisches handeln sollte, wird es vermutlich nicht so einfach sein. Mit dem Prednisolon hast du schon das am schnellsten wirkende Medikament. Und viele der stärkeren Schmerzmittel machen (gerade am Anfang) wirklich müde und evt. (je nach Veranlagung) auch anfangs benommen - keine guten Voraussetzungen fürs Lernen.
    Ich würde mich auf jeden Fall schon mal schlau machen, was passiert und was für ein Procedere du beachten musst, FALLS du die Prüfung nicht schreiben kannst, damit dir dadurch außer der verlorenen Zeit nicht noch mehr Nachteile entstehen. Versuche (ich weiß, das das fast unmöglich ist) dich nicht dadurch unter Druck setzen zu lassen. Denn es gilt (egal bei welcher Ursache): Schmerzen + Stress = mehr Schmerzen. Falls es wirklich was Rheumatisches ist, wird der Arzt die passende Basistherapie verschreiben und spätestens dann sollte es auch deutlich aufwärts gehen. Das kann aber eine ganze Zeit dauern (mehrere Monate) - Geduld ist also gefragt.

    Als Akuthilfe - wie Töns schon schrieb - Kälte oder Wärme, je nachdem was dir hilft. Bei Kälte: Coolpacks aus der Apotheke, Quark (hört sich blöd an, hilft aber - jedenfalls bei äußerlicher Anwendung). Wärme: Z. B. Rotlicht o. ä. (mit der Wärme kenne ich mich nicht so aus, mir hilft die Kälte). Versuche, ob einer deiner Ärzte dir Physiotherapie (vermutlich eher Manuelle Therapie) und / oder Ergotherapie aufschreiben kann. Die Leute dort haben oft mehr Ahnung von der praktischen Funktionalität der Knochen, Muskeln und Sehnen als so mancher Arzt.

    Ein Versuch, ob der Verzicht auf Schweinefleisch Einfluss auf deine körperliche Verfassung hat, lohnt sich auf jeden Fall (mindestens einige Tage durchhalten).

    Ansonsten - durchatmen und versuchen, keine Panik zu schieben. Selbst wenn du die Prüfung jetzt nicht machen kannst, ist das nicht das Ende der Welt, denn gesundheitliche Gründe müssten ja eigentlich fürs Verschieben zählen, oder? Bin selbst je einmal durchs Vor- und Hauptdiplom gefallen (den Wisch habe ich aber dann beim zweiten Versuch bekommen) - und habe lediglich Zeit verloren.

    So, ist mal wieder lang geworden (mich kurz zu fassen ist nun mal nicht meine Stärke), ich hoffe es hilft ein bisschen.

    Gruß,

    Birte
     
  4. Chrissiflo

    Chrissiflo Neues Mitglied

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    Hallo Timo,

    Ich hoffe, dir geht es nun schon ein wenig besser und ein paar von den Tipps der anderen haben schon geholfen! Ich kenne deine Situation sehr gut, bin selbst auch 26 und Studentin mit rheumatoider Arthritis. Die Diagnose habe ich vor ca. einem Jahr bekommen und finde es nach wie vor echt hart, als so junger Mensch unter so vielen fitten, gesunden und energiegeladenen Menschen zu sein... Rheuma bzw. Schmerzen sieht man einem ja nicht an.

    Mir geht es mit dem Tippen genauso, es ist oft einfach nicht möglich, weil die Schmerzen es nicht zulassen. Ich schreibe momentan an meiner Masterarbeit bzw. immer dann wenn es irgendwie geht. Bei Krankheit kannst du jede Prüfung verschieben und Abgabefristen beim Prüfungsamt verlängern! Setze dich am besten mit dem jeweiligen Dozenten in Verbindung. Die waren bei mir bisher immer äußerst verständnisvoll. Ich weiß, dass das Mist ist und am liebsten würde ich manchmal auch alles einfach durchziehen. Aber in dieser Sache hilft leider nur Vernunft.

    Wegen der Schmerzen: Gegen den akuten, starken Schmerz kann auch eine höhere Dosis Cortison sinnvoll sein, z.B. 40 oder 50 mg. Das sollte man maximal drei Tage nehmen, aber bei einem akuten Schub (wie ich ihn jetzt leider auch wieder habe), hilft das sehr! Das Cortison bekämpft ja gezielt die Entzündung und wirkt somit direkt gegen den Schmerz. Schmerzmittel wie Arcoxia bekämpfen ja nur den Schmerz als Symptom und nicht die Ursache. Gerade erst gestern war ich auf einer Patienteninformationstagung, bei der dieses Vorgehen empfohlen wurde.

    Abseits von medikamentösen Therapien helfen mir warm-kalte Wechselbäder für die betroffenen Gelenke, Bewegung (auch wenn es wehtut, nachher ist es immer besser :)) und Arnikasalbe, die die Durchblutung fördert. Am besten, du probierst einfach weiter aus.

    Ganz wichtig ist auch Ablenkung, damit man nicht durchdreht. Dieses Gefühl, den Schmerzen einfach ausgeliefert zu sein und nichts machen zu können, ist schrecklich, ich weiß... In solchen Situationen helfen mir Freunde und Familie, ein paar Aktivitäten, die mich auf andere Gedanken bringen und mich aus dem verzweifelten Grübeln auf dem Sofa herausholen.

    Gerade heute geht es mir eigentlich nicht so gut, habe Schmerzen und fühle mich total erschöpft. Aber ich gehe trotzdem heute Abend zum Poetry Slam, um mich abzulenken. Lachen und unter vielen lieben Menschen sein ist oft schon eine große Hilfe!

    Mit allerliebsten Grüßen und besten Besserungswünschen!
    Christina
     
    PampelMuse gefällt das.
  5. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo TimoWeber!
    Ich denke auch, daß deine Cortisondosis im moment für dich zu niedrig ist, da dein HA den genannten Rheumatologen kennt, könnte er sicher nochmals Rücksprache halten, ob die Dosis kurzfristig erhöht werden kann und dann wieder langsam reduzieren, aber wie gesagt, das muß ärztlich abgeklärt und angeordnet werden
     
  6. norchen

    norchen Registrierter Benutzer

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    Hallo TimoWeber,

    Ich kenne irre schmerzen im Ellenbogen auch sehr gut.
    Was mir da am besten half war eine Cortisonspritze direkt ins Gelenk. Dann hatte ich meist lange ruhe.
    Machte bei mir Hausarzt oder Orthopäde.
     
  7. pepe78

    pepe78 Registrierter Benutzer

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    Ich nehme in akuten Phasen das Prednisolon immer schon früh morgens gegen vier Uhr. So kann ich deutlich besser aufstehen, denn gerade nachts und in den Morgenstunden kochen die Schmerzen und die Unbeweglichkeit ja oftmals hoch.
    Gute Besserung!
     
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