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Schmerz-Taktik

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von hitti, 28. Januar 2013.

  1. hitti

    hitti Neues Mitglied

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    Hallo Leute!

    Heute hab ich mal ne Frage zu Eurer Schmerz-Taktik. Mich würde interessieren, wie Ihr mit dem schwankenden Schmerzpegeln umgeht.
    Wenn ich das Gefühl habe, dass der Schmerzpegel morgens zu hoch ist, um den Weg zur Arbeit zu bewältigen (arbeite noch Vollzeit) pfeif ich mir eine Ibu rein und versuche, mich an diesem Tag körperlich etwas ruhiger zu verhalten. Das langt dann, um den Tag einigermassen zu überstehen. Wenn die Schmerzen dann abends wieder da sind, sinke ich einfach aufs Sofa. Hausarbeit fällt dann aus.
    Ich bin mir aber neuerdings nicht mehr sicher, ob ich mir damit einen Gefallen tue. Andererseits kann ich mich ja auch nicht ständig krank schreiben lassen. Das macht mein Chef bestimmt nicht lange mit.
    Daher meine Frage an Euch: Wie händelt Ihr diese Thematik?
    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
    Hitti
     
  2. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

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    Hallo,
    ich mach's genauso, aber statt Ibu pfeife ich mir Novaminsulfon rein .........

    LG
    Julia123
     
  3. Glühwürmchen

    Glühwürmchen Neues Mitglied

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    Hallo Hitti,

    Diese Frage kannst du nur dir selbst beantworten! Aber ich weiss aus eigener Erfahrung dass es sehr schwierig ist, die Balance zwischen Schmerzen, Arbeit und Entspannung zu finden.

    Vor ein paar Jahren habe ich mir dieselbe Frage gestellt. Ich war damals auch noch berufstätig, mein Job hat mir sehr viel Spass gemacht und alles wäre in Butter gewesen wenn ich nicht diese fürchterlichen Schmerzen gehabt hätte. Es ging mir so wie dir, Krankmachen wollte ich nicht aber nach der Arbeit war ich zu nichts mehr fähig. Hab das vier Jahre durchgezogen und immer mehr kapiert, dass es so nicht mehr weiter gehen kann.

    Ob ich es heute wieder so machen würde, Medikamente schlucken oder schon früher die Notbremse ziehen? Ich weiss es nicht. Aber ich habe mir dieses Gefühl von damals, ausser der Arbeit kein Leben mehr zu haben, sehr gut bewahrt. Als ich dann Rente beantragen musste weil sich die Krankheit sowie die Schmerzen sich verschlimmerten ging es mir erst mal psychisch sehr schlecht da mir die Abwechslung, die Anerkennung und die Kontakte sehr gefehlt haben. Dann hab ich mir immer vorgestellt, wie es vorher war und mit der Zeit habe ich mich mit der Situation abgefunden.

    Gehst du zu einem Schmerztherapeuten? Eventuell hätte er wirksamere Medikamente?
    Wenn du Angst hast dass sich deine Krankheit unter der Arbeit auch verschlechtert, wäre vielleicht die halbe Rente eine Option für dich??

    Alles Gute, Glühwürmchen
     
  4. seronix

    seronix Neues Mitglied

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    Hallo Hitti,

    solange Du mit einer Ibu schmerzfrei über den Tag kommst, finde ich das unproblematisch wenn Du es verträgst.
    Ich arbeite voll und nehme täglich seit über 1 Jahr Tramal 2 x 200, Arcoxia 1 x 60 spwie mein Biologikum. Ich habe PSA mit Spondylarthritis und Enthesitis. Ohne Arbeit könnte ich vielleicht mit geringerer Dosis auskommen, aber ohne Schmerzmedis bestimmt nicht. Ich habe mich damit abgefunden eben nicht mehr ohne Medikamente aus zu kommen.

    seronix
     
  5. hitti

    hitti Neues Mitglied

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    Lieben Dank für Eure Antworten!
    Beim Schmerztherapeuten war ich bisher noch nicht. Der stopft mit nur noch mehr mit Tabletten voll und vorerst will ich das nicht. Aber die Idee mit der Teil-Rente ist gut. Da hatte ich noch nicht drüber nachgedacht. Ich werd mal versuchen meine Chancen dahingehend auszuloten.
    Hitti
     
  6. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Hallo,
    meine Meinung dazu:

    ein Schmerztherapeut hat kein Interesse den Patienten mit
    Tabletten "vollzustopfen".
    In Deine Überlegungen würde ich auch die Schmerzchronifizierung
    mit einbeziehen- ein sehr wichtiges Thema.
    Die Auswirkungen Deiner ab-und-zu-Medikation wirst Du in einiger
    Zeit selber feststellen.

    Und: da, wo Du jetzt stehst, waren gaanz viele von uns auch schon mal.

    LG Juliane.
     
  7. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

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    Ort:
    eine kleine Kreisstadt an einem mittelgroßem Fluß
    Servas,

    jahrelang mit immer Schmerzen weiterzumachen und sich zu "zwingen", da tut man dem Körper nix gutes. Der Schmerz sollte zumindest so sein, dass man ihn, wenn man seine täglichen Aufgaben machen muss, aushalten kann, also dass er nicht so stark ist, dass er sich gedanklich immer wieder in den Vordergrund stellt.
    Hier rate ich jedem zu einer vernünftigen Schmerztherapie. Wenn man weiss, dass ein, zweimal am Tag eine starke Schmerzspitze kommt, so ist es sinnvoll wirklich dem Schmerz medikamentös eine Grundbehandlung angedeihen zu lassen, dass diese Spitzen kupiert werden.
    Schmerzmittel nur auf Bedarf nehmen, wenns man "nimmer aushalt" ist falsch, damit verstärkt man nur die Chronifizierung.
    Und sich zwingen, die Arbeit zu schaffen, nur um dann daheim umzufallen wie eine gute deutsche Eiche, das ist auch nicht im Sinne des Erfinders, sprich, Lebens. Solche Sachen gehen immer nur eine gewisse Zeit gut und die psychische Belastung sollte man dann auch nicht vergessen, denn der Mensch neigt dazu Sachen negativ zu sehn, beispielsweise, wenn man eben an mehreren Wochentagen die Hausarbeit nicht schafft, weil man eben ko. ist.

    Leute, ich war genauso blöde. Hätte ich zwei oder drei Jahre eher auf meinen Körper, auf meinen Arzt und auf Freunde gehört, wäre die sekundäre Fibro + die chronische Schmerzkrankheit jetzt nicht so stark ausgeprägt.

    Sucht euch am besten einen Doc, der sich mit Schmerztherapie auskennt und vernachlässigt auch die seelische Seite nicht! Entspannen und genießen muss sein, bewusst genießen und versuchen, sich mit irgendwas zu beschäftigen, was den Schmerz in den Hintergrund schiebt. Und...nicht erst warten mit einem Bedarfsmedikament, bis der Schmerz den allerhöchsten Gipfel erreicht hat. Denn dann kommt man schwerer wieder runter. Und da weis ein Schmerztherapeut am besten Bescheid.


    Liebe Grüße
    Sosch