Hi Alex,
ich habe meine ersten 2 Infusionen im Juli bekommen. Mir erging es wie Dir. Nach der Einnahme der Fenistil-Kapseln und des Paracetamol war ich nur noch müde. Mein Mann mußte mich zur Arztpraxis (ca. 30km entfernt) fahren, denn das würde ich alleine nicht schaffen, darf ich übrigens auch nicht. Dann 5h Infusion. Bei der ersten Ladung war anfangs die Tropfgeschwindigkeit etwas zu hoch eingestellt und ich bekam einen schweren Asthmaanfall und andere allergische Reaktionen. Es wurden sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet, durch die ich mich schnell erholte. Hab dann gebeten, die Infusion trotzdem fortzusetzen, weil es zu der Zeit meine letzte Hoffnung war und ich wollte dem ganzen eine Chance geben. Es wurde langsamer eingestellt, ich hab fast die ganze Zeit geschlafen und wir sind dann nach hause, wo ich auch den Rest des Tages schlafend, aber ohne weitere Zwischenfälle verbracht habe. Nach 14 Tagen dann die 2. Ladung. Da hat alles geklappt. Ich war wieder sehr müde, habe aber sonst keine Nebenwirkungen verspürt. Also wenn man noch berufstätig ist, dann kann man die 2 Tage nicht arbeiten.
Danach begann die Warterei. Mein Rheumatologe hat mir gesagt, dass vor einem Vierteljahr keine Reaktion zu erwarten ist. Ich bekomme Rituximab übrigens als Monotherapie. Zwischenzeitlich war ich auch noch in der Reha und mir ging es schlecht. Die Schmerzen ließen sich nur mit Kortison in den Griff bekommen. Und das auch nur teilweise. Der Reha-Arzt meinte, dass man nach 8 Wochen schon eine Miniverbesserung spüren müßte und glaubte, dass Rituximab bei mir auch wieder nicht funktioniert. Aber der Rheumadoc ließ nicht locker und sagte, ich solle noch abwarten und durchhalten. Anfang November trat dann nach fast einem Jahr Schmerzen endlich die Besserung ein. Seitdem bin ich bei 5mg Kortison und brauche im Moment keine Schmerzmittel. Der Schmerzpegel liegt zwischen 0 und 2. Das ist sensationell. Ende Januar gibt es die nächste Ladung und bis dahin ist das Mittel noch steigerungsfähig meint der Arzt. Ich hätt es nicht geglaubt. Natürlich hat das ganze doch wieder einen Haken, denn wenn das Medikament am besten wirkt, ist das Immunsystem auf dem Tiefstpunkt. Ich fange mir derzeit einen Infekt nach dem anderen ein. Das ist wohl der Preis. Impfen gegen irgendwas wäre im Moment nicht sinnvoll, weil das Rituximab die Wirkung unterdrücken würde.
Das sind also meine Erfahrungen. Man braucht viel Geduld und ich hoffe, dass die positive Wirkung lange anhält. Den Beipackzettel und sonstige Infos über das Medikament sollte man lieber nicht lesen, dass ist besser für die Psyche

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LG
eviana