Rheumatoide Arthritis diagnostiziert, aber die Symptome passen nicht richtig

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Skyla, 30. Juni 2026 um 04:54 Uhr.

  1. Skyla

    Skyla Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,
    ich bin Skyla, 23 Jahre alt, weiblich und neu hier :)

    Ich habe aktiv nach einem Forum gesucht, weil mir meine Diagnose nicht ganz passend vorkommt.
    Ich hatte Frühjahr 2025 sehr viel (emotionalen) Stress und musste meine Leben plötzlich stark umgestalten. Ab Spätsommer/Herbstanfang habe ich dann bemerkt, dass meine Hände mehr als sonst schmerzen, insb. an den Gelenken. Erst hab ich mir nichts dabei gedacht, aber die Schmerzen wurden schlimmer, fühlten sich anders an, als was ich gewohnt war und da ich meine Hände in meinem zukünftigen Beruf brauchen werde (und sie mir generell doch eher wichtig sind), bin ich dann im Dezember zum Hausarzt gegangen, obwohl ich das sonst gerne aufschiebe.
    Im Gespräch mit der Ärztin habe ich von meinen Schmerzen berichtet, inzwischen hatte ich die gleichen Schmerzen auch an den kleinen Fußgelenken. Meine Theorie war, dass meine Gelenke wegen Hyperflexibilität einfach fehlbelastet sind und dachte, ich würde vielleicht Bandagen oder so dagegen bekommen können. Meine Ärztin meinte auch, dass es nicht nach Rheuma klingt, aber da meine Mutter auch schon jahrelang Gelenksprobleme hat, hat sie zur Sicherheit Blut abnehmen lassen.
    Zu meiner Überraschung waren dann ein paar Werte auffällig: pANCA waren positiv und Myeloperoxidaseantikörper erhöht. Ich würde dann mit V. a. Vaskulitis per Hausarztvermittlungsfall an einen Rheumatologen überwiesen. Seit der Blutabnahme im Dezember bis zu dem Facharzttermin haben sich meine Symptome deutlich verschlechtert. Die Schmerzen kamen immer häufiger und intensiver, zudem stiegen sie hoch, also zu Schmerzen der Finger- und Zehgelenke kamen erst die Hand- und Sprunggelenke und dann auch Ellenbeuge und Knie dazu. Es waren auch nicht mehr nur die Gelenke, auch in den Muskeln spürte ich gleichartigen Schmerz.

    Hab das alles dem Rheumatologen beschrieben und er hat eine körperliche Untersuchung gemacht und Blut und Urin untersucht.
    Jetzt waren die Werte anders: pANCA waren nicht mehr nachweisbar, MPO-AK sind aber weiter gestiegen. Deshalb hat der Rheumatologe die Vaskulitis (genauer: Mikroskopische Polyangiitis) ausgeschlossen und die Diagnose "Myeloperoxidase-positive chronische Polyarthritis" gestellt. Laut Arztbrief hat er in einigen Fingergelenken Arthritis feststellen bzw. fühlen können. Ich nehme jetzt MTX und das wirkt mittlerweile auch gut, ich habe aktuell mehr schmerzfreie Tage als Schmerztage und wenn, dann meistens nicht so stark und wieder fast nur an den kleinen Gelenken.

    Soweit so gut könnte man sagen. RA ist ja die mildere Diagnose im Vergleich zu MPA. Allerdings bin ich irgendwie stutzig über die Diagnose, da ich wirklich nur Schmerzen habe und selber keine Schwellung, Rötung, Bewegungseinschränkung oder Überwärmung der Gelenke feststellen konnte. Auch keine Morgensteifigkeit. Und Kälte tut meinen Schmerzen gar nicht gut, dafür Wärme und Kompression. Das, was ich zu RA weiß bzw. lese, klingt anders.
    Das MTX hilft gut, allerdings hatte ich auch Etoricoxib verschrieben bekommen, das hat gar nicht geholfen, obwohl es u. a. genau für Gelenkschmerz bei RA ist (klar spricht man individuell auf Medikamente an oder eben nicht, aber im Gesamtbild macht es mich einfach etwas stutzig).

    Soweit erstmal zu meiner Lage. Ich mache mir akut keine Sorgen, aber irgendwie ist da so ein Restzweifel, ob die Diagnose wirklich passt und ich nicht doch in einem ganz frühen (lokalisierten) Stadium von MPA war und die pANCA bei der zweiten Untersuchung nicht mehr erhöht waren, weil sie einfach im Verlauf schwanken. Oder ob es noch was ganz anderes sein könnte. Ich habe ein großes Bedürfnis danach, zu verstehen und im Moment verstehe ich nicht, wie Diagnose und Symptome gut zusammenpassen.
    Vielleicht habe ich mich in den zwei Monaten, in denen ich auf den Termin beim Rheumatologen gewartet und gründlich über MPA informiert habe, einfach zu sehr auf diese Diagnose eingestellt und tue mich deshalb damit schwerer als ich sollte.
    Aber vielleicht kommt mein Zweifel auch nur daher, dass man in Infomaterial ja die häufigen Symptomkonstellationen berichtet bekommt und es gibt hier andere, die eine RA ohne die "typischen" Symptome außer Schmerzen haben? Oder daher, dass der Rheumatologe selbst kein einziges Wort zu der ursprünglichen Verdachtsdiagnose und zur gestellten Diagnose gesagt hat, sondern alles nur über den Arztbrief an meinen Hausarzt kommuniziert hat und ich ihm aufgrund dieser schlechten Kommunikation intuitiv nicht einfach vertrauen kann...

    Ich würde mich also freuen, von euch zu hören, falls es euch ähnlich geht (oder zu Beginn der Diagnose ging, kann ja immer noch sein, dass andere Symptome im Krankheitsverlauf noch dazu kommen).

    P.S.: Ich weiß, dass ich eigentlich froh sein sollte, dass es nicht schlimmer ist, das Medikament anschlägt und ich keine elendig lange Diagnosesuche über mich ergehen lassen musste, wie es sonst so häufig der Fall ist. Ich hoffe, das ganze kommt nicht wie meckern rüber. Ich suche eigentlich nur danach, diese Restzweifel beheben zu können oder Erfahrungen zu hören, die meiner ähneln.
     
  2. Finn1990

    Finn1990 Neues Mitglied

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    19
    Ort:
    München
    Hallo @Skyla und herzlich willkommen,

    Leider kann ich bezüglich Erfahrungen hier nicht weiter helfen. Ich bin mir aber sicher, dass dir andere User:innen bestimmt berichten werden, die eine ähnliche oder die gleiche Diagnose haben.

    Gut, dass das MTX dir hilft!

    Ich drücke die Daumen, dass die restlichen Zweifel sich klären lassen!

    Liebe Grüße

    Finn
     
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