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Resi Ratlos
Guest
Auf Anregung einer einzelnen Dame möchte ich hier eine kurze Übersicht, hoffentlich gut verständlich, betreffend der zuletzt häufig diskutierten "Generika" oder "Biosimilars" anbieten; diese beansprucht keine Vollständigkeit, hilft aber vielleicht - jedenfalls hoffe ich das - beim Sortieren und gegen Unsicherheiten.
Im Grunde findet ihr die verschiedenen Präparate auch schon im Thema konventionelle bzw. biologische Medikamente aufgelistet, aber vielleicht ist das noch nicht klar genug.
Ich fange mit den konventionellen Medikamenten an und bin für Anregungen dankbar.
1. MTX gibt es als MTX, Methotrexat, Lantarel und unter anderen Namen (in anderen Ländern als Deutschland manchmal different). Der Inhalts- und Wirkstoff ist Methotrexat.
Ich kenne MTX schon seit über 40 Jahren, ursprünglich hieß es auch schon Methotrexat, später kam dann Lantarel (von Wy.th, heute Pf.zer) und verschiedene leichte Abwandlungen von Methotrexat wie z. B. Metex (von Hex.l, med.c und etlichen anderen Herstellern)
2. Leflunomid: das Original heißt Arava, inzwischen gibt es den Wirkstoff als Leflunomid, Leflon und ggf. andere.
3. Sulfasalazin: das Original heißt meines Wissens Azulfidine, es gibt daneben Pleon (auch Colo-Pleon aus der Therapie des Morbus Crohn) und vermutlich noch andere Präparate.
4: Antimalariamittel: hier gibt es im Wesentlichen 2, das ältere Chloroquin (Original Resochin, inzwischen vom Markt genommen wegen NW) und das "modernere" Hydroxychloroquin. Letzteres gibt es als Quensyl und Plaquenil.
edit 12.9.: Ich habe Ciclosporin vergessen, das für diverse Indikationen immer noch gängig ist.
5: Ciclosporin A: das Original heißt meines Wissens Sandimmun, es gibt außerdem Ciclosporin, Cicloral, Ciqorin, Deximmune, IKERVIS, Immunosporin und Neoral, ggf. noch mehr.
Die Nachfolgepräparate zum jeweiligen Original sind Generika, d.h. sie sind vom Wirkstoff her absolut baugleich, jedoch möglicherweise von der Zubereitung unterschiedlich - wie bei einem Rezept für Apfelkuchen, der ja auf Basis eines Hefeteigs, eines Rührteigs oder auch mit Blätterteig gebacken werden kann.
Auf 5: Gold: z. B. Aureofin und 6: Penicillamin möchte ich nicht weiter eingehen, weil beide Medikamente nur noch in Ausnahmefällen angewendet werden.
Des Weiteren gibt es noch "Ausnahmesubstanzen" wie Tacrolimus, Desoxyspergualin o.ä., die ebenfalls nur in sehr speziellen Situationen zum Einsatz kommen.
Bei den Biologica gibt es:
1. Die TNF-Inhibitoren (seit Ende der 90er Jahre) in der Reihenfolge ihrer Zulassung:
a) Infliximab - viele Jahre nur als Infusion erhältlich. Das Original heißt Remicade, inzwischen gibt es Remsima, Inflectra und Flexabi als Biosimilar
b) Etanercept - Enbrel ist das Original, inzwischen gibt es Benepali, Erelzi, Nepexto
c) Adalimumab - das Original ist Humira, es gibt auch Amgevita, Hulio, Idacio, Imraldi
d) Golimumab - das Original heißt Simponi, ein Biosimilar ist meines Wissens noch nicht verfügbar, ebenso wie bei
e) Certolizumab - Original Cimzia
Alle TNF-Blocker wirken über die Blockade des Entzündungsbotenstoffs TNF-alpha. Sie sind biotechnologisch hergestellt (daher der Name Biologicum!), und die Wirkung der Nachfolgepräparate ist allesamt gleichwertig zu der des jeweiligen Originals. Das ist eine Bedingung für die Zulassung!
Andere Biologica:
1. Rituximab (schon seit Mitte der 90er Jahre im Einsatz gegen Lymphdrüsenkrebs, seit Anfang der 2000er gegen Rheuma): das Original ist MabThera, inzwischen gibt es Blitzima, Rixathon, Ruxience, Truxima
2. Tocilizumab: das Original ist RoActemra
3. Abatacept: das Original ist Orencia
4. Anakinra: das Original heißt Kineret
5. Canakinumab: das Original heißt Ilaris
6. Ustekinumab: das Original heißt Stelara
7. Secukinumab: das Original heißt Cosentyx
2-7 sind alle bisher ohne Biosimilars, weil die "Patent"bindung noch besteht und die Forschung und Entwicklung des Biosimilars eine Weile und viel Arbeit braucht.
Alle wirken - jeder ein wenig anders - hemmend auf die Entzündungsprozesse rheumatischer Erkrankungen, indem sie die beteiligten Zellgruppen oder direkt die Entzündungsbotenstoffe beeinflussen.
Biosimilars sind - entgegen den Generika - von den Bestandteilen her nahezu perfekte Nachbildungen der Originalwirkstoffe, die aber sozusagen auf einem "eigenkonstruierten" Strickmuster erstellt wurden. Das Ergebnis wurde vorgegeben, aber der Weg dorthin muss sozusagen selbst erarbeitet werden. Die Bedingung, dass das Ergebnis des "Nachbaus" dem Original gleichwertig sein muss, gilt - wie schon oben bei den TNF-Blockern gesagt - auch für all diese Wirkstoffe; auch 2-7 werden mit Sicherheit in der Zukunft nachgebaut werden.
Der "Konkurrenzdruck" führt dazu, dass die Preise auf Dauer nicht in der ursprünglichen Höhe bleiben können - und da muss man sich vor Augen halten, dass es durchaus relevant sein kann, wenn die Ersparnis bei einem Behandelten 10-20 Prozent beträgt. Das bedeutet nämlich, dass bei 5-10 Behandelten einer kostenlos (für das System!) mitbehandelt werden kann. In Zeiten massiv steigender Behandlungsoptionen und -kosten ist das systemrelevant.
Last but not least nur noch die Januskinasehemmer.
Hier gibt es ebenfalls in der Reihe der Zulassung Xeljanz (in den USA seit über 10 Jahren, hierzulande deutlich später und nach Olumiant, danach Rinvoq. (Es gibt noch Jakavi, Inrebic. Die beiden letzten sind nicht gegen rheumatische Erkrankungen im Einsatz, sondern in der Hämatologie.)
Die Gruppe der Januskinasehemmer ist erst seit mehr oder weniger kurzer Zeit in Deutschland im Einsatz.
Liebe Grüße!
Im Grunde findet ihr die verschiedenen Präparate auch schon im Thema konventionelle bzw. biologische Medikamente aufgelistet, aber vielleicht ist das noch nicht klar genug.
Ich fange mit den konventionellen Medikamenten an und bin für Anregungen dankbar.
1. MTX gibt es als MTX, Methotrexat, Lantarel und unter anderen Namen (in anderen Ländern als Deutschland manchmal different). Der Inhalts- und Wirkstoff ist Methotrexat.
Ich kenne MTX schon seit über 40 Jahren, ursprünglich hieß es auch schon Methotrexat, später kam dann Lantarel (von Wy.th, heute Pf.zer) und verschiedene leichte Abwandlungen von Methotrexat wie z. B. Metex (von Hex.l, med.c und etlichen anderen Herstellern)
2. Leflunomid: das Original heißt Arava, inzwischen gibt es den Wirkstoff als Leflunomid, Leflon und ggf. andere.
3. Sulfasalazin: das Original heißt meines Wissens Azulfidine, es gibt daneben Pleon (auch Colo-Pleon aus der Therapie des Morbus Crohn) und vermutlich noch andere Präparate.
4: Antimalariamittel: hier gibt es im Wesentlichen 2, das ältere Chloroquin (Original Resochin, inzwischen vom Markt genommen wegen NW) und das "modernere" Hydroxychloroquin. Letzteres gibt es als Quensyl und Plaquenil.
edit 12.9.: Ich habe Ciclosporin vergessen, das für diverse Indikationen immer noch gängig ist.
5: Ciclosporin A: das Original heißt meines Wissens Sandimmun, es gibt außerdem Ciclosporin, Cicloral, Ciqorin, Deximmune, IKERVIS, Immunosporin und Neoral, ggf. noch mehr.
Die Nachfolgepräparate zum jeweiligen Original sind Generika, d.h. sie sind vom Wirkstoff her absolut baugleich, jedoch möglicherweise von der Zubereitung unterschiedlich - wie bei einem Rezept für Apfelkuchen, der ja auf Basis eines Hefeteigs, eines Rührteigs oder auch mit Blätterteig gebacken werden kann.
Auf 5: Gold: z. B. Aureofin und 6: Penicillamin möchte ich nicht weiter eingehen, weil beide Medikamente nur noch in Ausnahmefällen angewendet werden.
Des Weiteren gibt es noch "Ausnahmesubstanzen" wie Tacrolimus, Desoxyspergualin o.ä., die ebenfalls nur in sehr speziellen Situationen zum Einsatz kommen.
Bei den Biologica gibt es:
1. Die TNF-Inhibitoren (seit Ende der 90er Jahre) in der Reihenfolge ihrer Zulassung:
a) Infliximab - viele Jahre nur als Infusion erhältlich. Das Original heißt Remicade, inzwischen gibt es Remsima, Inflectra und Flexabi als Biosimilar
b) Etanercept - Enbrel ist das Original, inzwischen gibt es Benepali, Erelzi, Nepexto
c) Adalimumab - das Original ist Humira, es gibt auch Amgevita, Hulio, Idacio, Imraldi
d) Golimumab - das Original heißt Simponi, ein Biosimilar ist meines Wissens noch nicht verfügbar, ebenso wie bei
e) Certolizumab - Original Cimzia
Alle TNF-Blocker wirken über die Blockade des Entzündungsbotenstoffs TNF-alpha. Sie sind biotechnologisch hergestellt (daher der Name Biologicum!), und die Wirkung der Nachfolgepräparate ist allesamt gleichwertig zu der des jeweiligen Originals. Das ist eine Bedingung für die Zulassung!
Andere Biologica:
1. Rituximab (schon seit Mitte der 90er Jahre im Einsatz gegen Lymphdrüsenkrebs, seit Anfang der 2000er gegen Rheuma): das Original ist MabThera, inzwischen gibt es Blitzima, Rixathon, Ruxience, Truxima
2. Tocilizumab: das Original ist RoActemra
3. Abatacept: das Original ist Orencia
4. Anakinra: das Original heißt Kineret
5. Canakinumab: das Original heißt Ilaris
6. Ustekinumab: das Original heißt Stelara
7. Secukinumab: das Original heißt Cosentyx
2-7 sind alle bisher ohne Biosimilars, weil die "Patent"bindung noch besteht und die Forschung und Entwicklung des Biosimilars eine Weile und viel Arbeit braucht.
Alle wirken - jeder ein wenig anders - hemmend auf die Entzündungsprozesse rheumatischer Erkrankungen, indem sie die beteiligten Zellgruppen oder direkt die Entzündungsbotenstoffe beeinflussen.
Biosimilars sind - entgegen den Generika - von den Bestandteilen her nahezu perfekte Nachbildungen der Originalwirkstoffe, die aber sozusagen auf einem "eigenkonstruierten" Strickmuster erstellt wurden. Das Ergebnis wurde vorgegeben, aber der Weg dorthin muss sozusagen selbst erarbeitet werden. Die Bedingung, dass das Ergebnis des "Nachbaus" dem Original gleichwertig sein muss, gilt - wie schon oben bei den TNF-Blockern gesagt - auch für all diese Wirkstoffe; auch 2-7 werden mit Sicherheit in der Zukunft nachgebaut werden.
Der "Konkurrenzdruck" führt dazu, dass die Preise auf Dauer nicht in der ursprünglichen Höhe bleiben können - und da muss man sich vor Augen halten, dass es durchaus relevant sein kann, wenn die Ersparnis bei einem Behandelten 10-20 Prozent beträgt. Das bedeutet nämlich, dass bei 5-10 Behandelten einer kostenlos (für das System!) mitbehandelt werden kann. In Zeiten massiv steigender Behandlungsoptionen und -kosten ist das systemrelevant.
Last but not least nur noch die Januskinasehemmer.
Hier gibt es ebenfalls in der Reihe der Zulassung Xeljanz (in den USA seit über 10 Jahren, hierzulande deutlich später und nach Olumiant, danach Rinvoq. (Es gibt noch Jakavi, Inrebic. Die beiden letzten sind nicht gegen rheumatische Erkrankungen im Einsatz, sondern in der Hämatologie.)
Die Gruppe der Januskinasehemmer ist erst seit mehr oder weniger kurzer Zeit in Deutschland im Einsatz.
Liebe Grüße!
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Danke