Rheuma und die Ernährung

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von holgerr, 11. Januar 2019.

  1. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Meine erste Frage bezog sich auf das Posting direkt obendrüber, von Ludovica.

    Das letzte bezog sich eigentlich auf deins, denn Milch als ungeeignetes Nahrungsmittel gesehen entspricht auch genau meiner Einstellung. Milch soll in kurzer Zeit Kälbern genügend Kraft geben und ist für Menschen nicht wirklich geeignet.

    Käse ist allerdings meiner Meinung nach als Nahrungsmittel ok, denn niemand wird so viel Käse zu sich nehmen, dass er schädlich ist.

    Ich nehme mein Kalzium auch aus Nüssen, Gemüse und Wasser, aber auch aus Käse und Kefir in kleineren Mengen, und meine Knochendichtemessung war ok.
     
  2. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Gut, dann sind wir uns über Milch ja einig. Überlege mal, dass Käse im Prinzip fermentierte, konzentrierte Milch ist und Kefir nur dick gelegte Milch, wo ist da der Unterschied? Da ist überall der selbe Kram sind. In meinen Augen enthalten nichts anderes als das Ursprungsmaterial.

    Toll, dass Deine Knochendichte okay ist, gratuliere!
     
  3. Banditensocke

    Banditensocke Aktives Mitglied

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    Ich sehe es wie teamplayer:

    Käse und andere MiPros sind ebenso problematisch wie die Milch, aus denen sie gemacht sind. Ein Naturprodukt wäre ohnehin nur Rohmilchkäse beispielsweise - aber auch hier spielt eine Rolle, dass die Basis eine Nahrung für den EXTREM schnell wachsenden Organismus Kalb (Zicklein / Lamm) ist und damit besagte Stoffe enthält, die sich insbesondere für Autoimmunpatienten problematisch auswirken können.

    Ich lasse komplett die Finger von Milchprodukten, ebenso wie von Getreide und Getreideprodukten und Zucker. Letzterer gilt im übrigen als Mitverursacher für Osteoporose.
     
  4. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Mit Verlaub und ohne Kritik an der Lebensweise Einzelner: ich möchte doch dafür plädieren, hier keine wenig haltbaren Dogmen zu verbreiten und vor Allem nicht bis dato unvollständig bekannte Erklärungen für Autoimmunphänomene bzw. die Entstehung autoimmuner Erkrankungen als bewiesen zu suggerieren. Abgesehen davon sind die Pathomechanismen wesentlich komplexer und hat die den Menschen angeblich gemäßere Ernährung ja offenbar keine Autoimmunerkrankung verhindern oder beseitigen können.

    Außerdem bin ich der Ansicht, dass die "richtige" Ernährung jeder für sich selbst klären muss. Und falls nicht, dann ist ggf. ein Betroffenenforum für die einzige Wahrheit ein nicht ganz idealer Ort.

    Ist aber nur meine ganz persönliche Meinung - wie so oft hier gesagt: leben und leben lassen, ob mit oder ohne Milch(produkte)!
     
  5. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Ich sagte nur, dass ich so etwas nicht essen möchte, egal, ob es sich irgendwie auf den Körper auswirkt und empfand Milchkonsum, in welcher Form auch immer, schon vor diesem Hype als absurd.

    Einziger Kompromiss war geklärtes Butterfett.
     
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  6. Maine Coonchen

    Maine Coonchen Registrierter Benutzer

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    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass jeder selbst am besten seinen Körper kennt und weiß was er verträgt. Da immer noch nicht die genauen Zusammenhänge bei z.B. Arthritis nicht geklärt sind, finde ich es waghalsig zu sagen, diese Nahrungsmittel sind für alle schädlich oder gut. Dieses Ausprobieren muss ein jeder für sich ausmachen. Zudem finde ich es auffällig, dass wenn es Menschen zu gut geht (vor allem in finanzieller Hinsicht), dass dann gerade dort Unmengen an Allergien und Unverträglichkeiten auftreten. In vielen Ländern dieser Erde gibt es diese Erkrankungen nicht! Meine Meinung dazu ist, dass sind selbstgemachte Probleme unserer Hochindustrialisierung, wo z.B. Käse nicht mehr Käse ist, sondern ein Matsch aus dem Baukasten der chemischen Industrie. Zudem mag ich alles radikale und besserwisseriche nicht, da stört mich die Ignoranz und Akzeptanz, wenn man anders leben möchte.
    Fazit: Jeder einzelne merkt selber was im schmeckt und gut tut.
     
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  7. Banditensocke

    Banditensocke Aktives Mitglied

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    Es ist kein Dogma zu schreiben, wie man selbst es handhabt. Wie ein anderer Mensch sich diesbezüglich positioniert, unterliegt weder meinem Einflussbereich noch möchte ich darauf Einfluss nehmen. Ich schreibe nur, wie ich das handhabe. Es ist bedauerlich, dass das offenbar für einige bereits eine Provokation darstellt, aber wohl nicht zu ändern.

    Es ist ebenfalls kein Dogma und auch nicht sachlich falsch, wenn man darauf aufmerksam macht, dass das, was wir als Milch (Milchprodukt) kennen, ein Kunstprodukt ist und mit natürlicher Rohmilch nur noch wenig zu tun hat. Wer das nicht glaubt, kann sich bei Interesse gern anschauen, wie die Verarbeitungsprozesse aussehen. Er kann das aber natürlich auch lassen und weiterhin an die natürlich lange haltbare Frischmilch glauben.

    Dass in Gegenden, in denen Milchprodukte bislang NICHT konsumiert wurden, die Osteoporoserate geringer ist, kann natürlich Zufall sein, ebenso, dass sich das mit steigendem Milchkonsum wandelt. Wer an welche Zufälle glauben mag, ist wiederum eine rein persönliche Angelegenheit.
     
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  8. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Gerade die Osteoporose ist einer der Prototypen einer Zivilisationskrankheit - eine positive Assoziation (mit negativer Auswirkung) mit dem Milchkonsum herzustellen, finde ich eher gewagt....

    Wir haben weiß Gott in unserer Unkultur genügend (hausgemachte) Risiken für die Osteoporose; dabei ist der Bewegungsmangel nur einer, aber ein ganz wesentlicher!
    Ein Vitamin-D-Mangel ist ein weiterer - ein häufiges Phänomen und ganz sicher nicht einem übersteigerten Konsum an Milch"kunst"produkten geschuldet.
    Mit "Glauben" hat das übrigens wenig zu tun.
     
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  9. Banditensocke

    Banditensocke Aktives Mitglied

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    Dass Bewegungsmangel und Vitamin D-Mangel eine sehr wichtige Rolle spielt, schrieb ich bereits weiter oben.

    Du übersiehst darüber hinaus hinsichtlich des Milchkonsums den simplen Umstand, dass die Dosis das Gift macht. Das gilt für viele Bausteine - auch für die Milchprodukte. Der Milchkonsum, der erst seit kurzem wieder LEICHT rückläufig ist, hat sich im letzten Jahrzehnt VERVIELFACHT. Bis weit ins 20. Jahrhundert war Milch / waren Milchprodukte eben KEIN Grundnahrungsmittel. 1970 betrug der Milchkonsum 99kg/Kopf, 1990 waren es bereits 126 kg, 2017 lagen wir bei 173 kg.

    Ähnliches gilt für den Konsum von Zucker - und hier die "Zivilisationskrankheit" Diabetes Typ 2

    Das sind ganz nüchterne Zahlen und sie kommen völlig konventionslos daher.
     
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  10. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Was auch immer uns das sagt.....

    Abgesehen davon wissen wir, dass gerade die häufigen Diabetesfälle (der Typ 2) eben nicht nur lebensstilassoziiert sind, sondern eine genetische Grundlage haben.
    Nicht zu leugnen ist allerdings, dass der Lebensstil erheblichen Einfluss auf die Manifestation hat - sprich, dass diese oft verhindert werden kann.
    Die Genetik zeigt auch hier wieder die multifaktorielle Genese, die so vielen Erkrankungen zu eigen ist. Ganz konventionslos.
     
  11. Ranunkel

    Ranunkel Aktives Mitglied

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    und weiter oben wurde geschrieben, ausreichend Bewegung scheine das Wichtigste zu sein.


    Nur weil man beim Querlesen dies schnell missverstehen kann:

    Alle Komponenten sind wichtig.
    Es muss auch genügend Kalzium zur Verfügung stehen, das durch die Bewegung in den Knochen eingelagert werden kann.

    Doch -unabhängig wie man zur Milch steht- ausreichend Kalzium kann auch anders, s.o.,zugefügt werden.
     
    #31 13. Januar 2020
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2020
  12. Ludovica12

    Ludovica12 Mitglied

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    Liebe Foris,

    hui - hier ist ja richtig was los!
    Schön, dass ihr euch zum Thema zusammengefunden habt!:)

    Ja, ich substituiere Kalzium gar nicht mit Tabletten, denn ich esse ja viel grünes Gemüse! Dazu trinke ich hin und wieder Pflanzenmilch mit Kalzium und ich esse gerne Tofu, Mandeln und Nüsse. Ich hab mal nach den Kalziumspendern für Veganer gesucht:

    https://veggieworld.de/kalziumversorgung-bei-veganer-ernaehrung/

    Und witzigerweise habe ich gerade hier im Forum gelesen, dass Vitamin D überhaupt nicht zuständig ist für die Knochenbildung, sondern Vitamin K. Da gibts wohl K1 (tierisch) und K2 (pflanzlich) und das ist wohl auch der neueste Forschungsstand.
    Lest doch bitte hier:

    https://www.osd-ev.org/osteoporose-therapie/osteoporose-ernaehrung/vitamin-k-k2/?

    Und obwohl ich wegen des Rheumas eine "Beinahe-Veganerin" geworden bin und es mir auch gut tut, hat sowohl der ethische als auch der Umweltaspekt für mich ein großes Gewicht. Schön also, dass ich nicht darf, was ich nicht will!!;)

    Und letztlich ist die Ernährung so individuell wie der Glaube: Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich halte nichts von Missionierung, in keinerlei Hinsicht.

    Habt alle einen schönen Tag!
    Lu:)
     
  13. Ludovica12

    Ludovica12 Mitglied

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    P.S. Ich bin auch ein großer Anhänger von Bewegung in der Natur und davon überzeugt, dass sie - akute Verletzungen oder Entzündungen ausgeschlossen - nur gut tun kann!! Wohl dosiert, versteht sich.
     
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  14. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Mein Körper signalisiert mir stets was er braucht oder nicht braucht und das auch immer noch noch seit meiner rheuhmatischen Diagnose Mischkollagenose vor 26 Jahren. Ich esse und trinke was mein Körper verlangt, verträgt und das klappt prima auch mit langjährigem autoimmunem Rheuma. Ich mach mir das Leben mit Tabellen doch nicht noch schwerer und gebe nicht Unmengen an Geld für Nahrungsergänzungspillen aus. Nee das Geld spar ich lieber für private Kururlaube zwei bis dreimal im Jahr auf und das tut mir gut!
     
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  15. Banditensocke

    Banditensocke Aktives Mitglied

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    In meinem Beitrag steht nicht, dass so etwas nur lebensstilassoziiert wäre. Ich weiss, dass den meisten Menschen Epigenetik nichts sagt. Dass Du dazu zählst, überrascht mich jetzt ein wenig, aber anders kann ich mir Deinen Einwand nicht erklären. Ich setze voraus, dass es sich bei jedem Krankheitsgeschehen um ein multifaktorielles handelt. Prädisposition, Umweltfaktoren, Ernährung, psychische Großwetterlage, Stressoren, Bewegung und viele weitere Faktoren spielen eine Rolle, auch wenn ich nicht jeden explizit benenne. HIER, in diesem Strang, geht es jedoch, wenn mich nicht alles täuscht, um Ernährung, genauer gesagt um Ca und zuletzt um das Problemfeld Milch.

    Die von mir benannten Zahlen sollten verdeutlichen, dass Milch durchaus eine Rolle bei der epidemiologischen Entwicklung spielen kann, da der Konsum sich massiv binnen vergleichsweise kurzer Zeiträume (bemessen an der Zeit, die Anpassungsleistungen im Organismus brauchen können) gesteigert hat.

    Die Konvention ist einer Autokorrektur geschuldet. Da ich von Glaube wenig halte und darüber auch gewiss keine Argumentation aufbaue, sollte da eigentlich konfessionslos (zur Erklärung: Achtung, Wortwitz, da Du mir mit "Glaube" kamst) stehen.

    PS: D3 würde ich immer mit K kombinieren, allerdings nur nach Messungen, ebenso wie andere Ergänzungen, Motto: erst messen, dann essen. Ein gesunder Organismus, der keine Medikamente braucht, kommt sicher ohne NEM aus. Ein Organismus, der bestimmte Medikamente verkraften muss oder durch Autoimmunprozesse, beispielsweise Schäden im Bereich des Darms, Probleme hat, wird allein über Ernährung oft NICHT ausreichend versorgt. Hier ist es sinnvoll, bestimmte Aspekte über Laborwerte im Auge zu behalten und zu substituieren, wenn Mangelzustände bestehen. Ein Mensch mit CED beispielsweise kann vieles aus der Nahrung NICHT sicher in ausreichender Menge aufnehmen, daher tut man gut daran, das regelmässig zu überprüfen.
     
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