1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Rheuma nach Röteln-Impfung?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von weserflitzer, 23. Oktober 2011.

  1. weserflitzer

    weserflitzer Mitglied

    Registriert seit:
    27. April 2009
    Beiträge:
    361
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Weserbergland
    Hallo,

    ich habe von einer Bekannten gehört, das ihr Rheuma durch eine Impfung gegen Röteln ausgelöst wurde.

    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ist das möglich?

    Ich wurde im März 1977 gegen Röteln geimpft und 1978 wurde die Diagnose juvenile chronische Polyathritis gestellt.
    Es wäre natürlich der Hammer wenn diese Impfung tatsächlich mein Rheuma ausgelöst hätte. Es ist zwar schon 34 Jahre her, aber ich wüßte dann endlich warum ich Rheuma habe.

    Freue mich über Antworten von Euch :)

    Liebe Grüße
    weserflitzer
     
  2. Ini1967

    Ini1967 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. November 2010
    Beiträge:
    25
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Rheinland
    Hallo,

    bei mir brach die cP 6 Wochen nach einer Dreifachimpfung aus. Mich hatte ein Hund gebissen und eigentlich wollte ich nur Tetanus-Schutz. Aber meine (Ex) Hausärztin meinte ich solle allgemein auffrischen. Dem habe ich dann zugestimmt.

    Ich denke oft darüber nach ob das wohl ein (Mit) Auslöser war. Leider findet man im Netz wenig darüber.

    LG

    Ini
     
  3. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    7. Dezember 2009
    Beiträge:
    3.317
    Zustimmungen:
    146
    Hallo Ini und Weserflitzer,

    ihr werdet zu eurem Verdacht keine verläßliche Aussage im Netz und auch anderswo finden. Würde ein Arzt euch das bestätigen, wäre er seinen Job los.......die Lobby ist viel zu mächtig.

    Meine Tochter war gesund, bis sie geeimpft wurde (mit einem Jahr). Danach folgten immer wiederkehrende Infekte und mit 11 dann Rheuma. Sie bekam nur eine Impfung, eine zuviel.

    Liebe Grüße
     
  4. KatiMaus

    KatiMaus Neues Mitglied

    Registriert seit:
    25. November 2009
    Beiträge:
    70
    Zustimmungen:
    0
    Hallo an alle,

    wo ich das so lese bin ich doch ziemlich verunsichert.....

    Ich habe Euch mal einen Bericht von der Rheuma Liga reinkopiert.

    Impfungen bei Auto-Immunerkrankungen
    von Dr. H. Michels, Kinder- u. Rheumaklinik, Gehfeldstr. 24, 82457 Garmisch-Partenkirchen, Prof. Dr. H.-J. Suschke, Kinderpoliklinik - Klinikum Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universtität München, Pettenkoferstr. 8a, 80333 München.
    Schutzimpfungen stellen die wichtigste Vorbeugung zur Vermeidung von gefährlichen, evtl. sogar lebensbedrohenden Infektionserkrankungen dar. Dabei werden veränderte, nicht krankmaschende Bestandteile des Erregers (="Totimpfstoffe") oder noch lebende, aber abgeschwächte Erreger ("Lebensimpfung") (vgl. Tab. 2) gespritzt oder auch geschluckt ("Schluckimpfung"). Durch die Impfung wird das Immunsystem veranlaßt, Abwehrstoffe und spezifisch wirksame Immunzellen gegen diesen Erreger zu bilden. Dies führt zu einem jahrelangen Schutz ("Immunität") gegen den betreffenden Erreger. Da die Schutzwirkung jedoch zeitlich begrenzt ist und nicht lebenslang dauert, werden Jahre nach der Grundimmunisierung Auffrischimpfungen erforderlich. Bei Kindern mit Autoimmunerkrankungen wie der juvenilen chronischen Arthritis (JCA) sind Impfungen besonders wichtig, da die Infektionserkrankungen Rheumaschübe auslösen können oder die Infektionserkrankungen wegen der Erkrankung selbst oder wegen der verabreichten Medikamente (Immunsuppressiva, Zytostatika, Corticosteroide (vgl. Tab. 1) besonders schwer verlaufen können. Andererseits können gerade diese Patienten wegen der medikamentösen Behandlung mit Immunsuppressiva, Zytostatika oder Corticosteroiden empfindlicher auf die Impfung reagieren, eventuell kann ein Rheumaschub ausgelöst werden oder aber die Schutzwirkung entwickelt sich nicht ausreichend.
    Eltern, Patienten und auch Ärzte bewegen nicht selten darüber hinaus u.a. folgende Fragen:
    1. Können Impfungen rheumatische Erkrankungen auslösen?
    2. Können Impfungen Schübe bei rheumatischen Erkrankungen auslösen?
    3. Sind Kinder mit immunsuppressiver und/oder Cortisonbehandlung hinsichtlich unerwünschter Wirkungen durch die Impfung vermehrt gefährdet im Vergleich zu anderen Kindern?
    4. Kann der Impferfolg, d.h. die Entwicklung der Schutzwirkung, durch die Behandlung mit Immunsuppressiva, Zytostatika oder Corticosteroiden beeinträchtigt sein?
    5. Sind alle Impfungen gleich wichtig bzw. welche Impfungen sind besonders wichtig.
    Es handelt sich hier um wichtige Fragen, die nicht immer und für jedes Kind mit einem klaren "Ja" oder "Nein" zu beantworten sind. Vielmehr muß die Beratung für jeden Patienten individuell erfolgen, müssen Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
    Zu den einzelnen Fragen:
    zu 1)
    KÖNNEN IMPFUNGEN RHEUMATISSCHE ERKRANKUNGEN AUSLÖSEN?
    Die Ursache rheumatischer Erkrankungen wie der JCA oder von Kollagenosen ist bislang nicht hinreichend geklärt. Insofern ist es nicht möglich, die Frage eindeutig zu beantworten. Nicht ganz selten berichten Eltern über einen engen zeitlichen Zusammenhang zwischen einer Impfung und dem ersten Auftreten der rheumatischen Erkrankung. Nach den bisherigen Erfahrungen wird in den meisten Fällen von einem zufälligen Zusammentreffen auszugehen sein.
    zu 2)
    KÖNNEN IMPFUNGEN SCHÜBE BEI RHEUMATISCHEN ERKRANKUNGEN AUSLÖSEN?
    Auch diesbezüglich werden von den Eltern gelegentlich zeitliche Zusammenhänge berichtet. Wiederum wird es sich oft um ein zufälliges Zusammentreffen handeln. Jeder Einzelfall muß gesondert geprüft und bewertet werden. Auch hier wird ein klares "Ja" oder "Nein" nicht immer möglich sein.Sofern keine besondere Gefährdung oder sonstige dringende Indikation vorliegen, kann während einer aktiven rheumatischen Erkrankung eine Verschiebung einer anstehenden Impfung diskutiert werden.
    zu 3) SIND KINDER MIT IMMUNSUPPRESSSIVER UND/ODER CORTISON - BEHANDLUNG HINSICHTLICHT UNERWÜNSCHTER WIRKUNGEN DURCH DIE IMPFUNG VERMEHRT GEFÄHRDET IM VERGLEICH ZU ANDEREN KINDERN?
    Kinder mit immunsuppressiver und/oder Cortisonbehandlung sind gegenüber Lebensimpfungen gefährdet. Ihr duch diese Medikamente verändertes Immunsystem wird u.U. auch mit den abgeschwächten Erregern der Lebendimpfstoffe nicht fertig, so daß es zum Ausbruch der betreffenden Erkrankung kommen könnte. Lebendimpfungen dürfen bei diesen Kindern deshalb nicht durchgeführt werden. Frühestens drei Monate nach Beendigung einer immunsuppressiven Therapie darf mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden. Natürlich hängt das Ausmaß der Gefährdung von der Dosierung der Medikamente ab, wobei eine höhere Dosierung eine größere Gefährdung und eine niedrigere Dosierung eine geringere Gefährdung bedeuten kann. Bei Cortisonpräparaten gilt eine Dosis von mehr als 5 mg Prednison als "immunsupprimierend". Besonders gefürchtet bei immunsupprimierten Kindern waren früher die Windpocken. Jetzt steht ein Impfstoff zur Verfügung, der rechtzeitig vor Einleitung der immunsuppressiven Therapie einzusetzen ist. Da der Windpockenimpfstoff erheblich abgeschwächt und daher sehr gut verträglich ist, kann bei geringfügiger Immunsuppression auch geimpft werden, wenn die Immunsuppression für eine Woche unterbrochen wird. Sollte es bei immunsupprimierten, noch ungeimpften Kindern tatsächlich zum Ausbruch von Windpocken kommen, so kann heute durch das Medikament Acyclovir (Zovirax) meist gut geholfen werden.
    zu 4) KANN DER IMPFERFOLG, D.H., DIE ENTWICKLUNG DER SCHUTZWIRKUNG, DURCH DIE BEHANDLUNG MIT IMMUNSUPPRESSIVA, ZYTOSTATIKA ODER CORTICOSTEROIDEN BEEINTRÄCHTIGT SEIN?
    Die Entwicklung der Schutzwirkung durch die Impfung ist an ein regelrecht arbeitendes Immunsystem gebunden. Unter der Behandlung mit Immunsuppressiva, Zytostatika oder Corticosteroiden kann die Reaktion des Immunsystems auf die Impfung beeinträchtigt sein, so daß keine ausreichende Schutzwirkung zustande kommt. Deshalb ist in solchen Fällen die Überprüfung der Immunität durch eine Blutuntersuchung anzustreben. Bei nicht ausreichendem Impfergebnis kann mit einer höheren Impfdosis nachgeimpft werden; wiederum muß das Impfergebnis durch Bestimmung der Serum-Anitkörper-Konzentration überprüft werden.
    zu 5) SIND ALLE IMPFUNGEN GENAUSO WICHTIG, BZW. WELCHE IMPFUNGEN SIND BESONDERS WICHTIG?
    Selbstverständlich gibt es je nach Alter und Situation des Kindes verschieden wichtige Impfungen. Beispielswiese wäre eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nicht als dringlich anzusehen, wenn das betreffende Kinder weder in einem diesbezüglich gefährdeten Gebiet (diesbezügliche Auskunft durch den behandelnden Kinderarzt) wohnt noch eine Reise in ein solches Gebiet geplant ist. Dagegen gelten Impfungen gegen Diphterie, Tetanus oder Kinderlähmung, die bei uns nach wie vor zwar selten sind, dennoch als dringlich, da diese Erkrankungen als äußerst gefährlich und lebensbedrohend einzustufen sind.
    ZUSAMMENFASSUNG UND ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
    Grundsätzlich ist ein ausreichender Impfschutz gengen alle gefährlichen Infektionskrankheiten gerade für das rheumatisch erkrankte Kinder anzustreben. Dabei ist zu beachten , daß auch sonst häufig als eher harmlos einzuschätzende Erkrankungen wie Windpocken bei immunsupprimierten Kindern sehr schwer verlaufen können. Gegen Windpocken sollte deshalb vor einer immunsuppressiven Therapie geimpft werden. Zu beachten ist, daß nach erfolgter Impfung bei immunsupprimierten Kindern der Impferfolg mittels Blutuntersuchung überprüft werden soll. Bei Immunsupprimierten dürfen grundsätzlich keine Lebendimpfungen verabreicht werden. Bei Impfungen, die vorwiegend aus gesundheitspolitischen Gründen (Ausrottung der betreffenden Erkrankung in der Bevölkerung) bereits im Kleinkindalter gegeben werden, sollte bei rheumakranken Kindern individuell abgewogen und entschieden werden. Auf eine Rötelimpfung kann bei rheumakranken Jungen grundsätzlich und bei Mädchen vor der Pubertät verzichtet werden. Danach sollten rheumakranke Mädchen unbedingt geimpft werden, sofern sich im Blut keine ausreichenden Rötelnantikörper-Konzentrationen nachweisen lassen. Bei Hepatitis B ist vor der Pubertät die epidemiologische Situation zu berücksichtigen: bei geringer Gefährdung kann die Impfung zurückgestellt werden. In jedem Fall sollte jedoch vor Erreichen des geschlechtsaktiven Alters gegen Hepatis B geimpft werden.


    Liebe Grüße eine nachdenkliche Katimaus
     
  5. unknown

    unknown Guest

    Hallo Weserflizer.

    Bezüglich Röteln ( eigendlich Ringelröteln) ist nur ein Bezug auf ParvoVirus B19 bekannt.

    Ringelröteln auf Wikipedia

    Das es mit der Impfung zusammenhängen könnte bezweifle ich. Es sei den man gäbe sich irgendwelchen Verschwörungstheorien hin (zB. das die Impfung ein versuch gegen Parvo war) :D .
    Einen Zusammenhang wird nach so vielen Jahren niemand mehr herstellen, das wäre zu weit aus dem Fenster gelehnt.


    lG Erzesel
     
    #5 24. Oktober 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. Oktober 2011
  6. weserflitzer

    weserflitzer Mitglied

    Registriert seit:
    27. April 2009
    Beiträge:
    361
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Weserbergland
    Es ist schon klar, dass man jetzt keinen Zusammenhang mehr herstellen kann. Aber ich hatte vorher noch nichts davon gehört, und es muß ja nicht unbedingt ein Zufall gewesen sein , daß mein Rheuma kurz nach der Impfung ausbrach.

    Von Impfungen hört man ja nicht immer das Beste.

    Danke für Eure Antworten.

    Liebe Grüße
    weserflitzer
     
  7. kukana

    kukana Moderatorin

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    10.412
    Zustimmungen:
    234
    Ort:
    Köln
    Persönlich denke ich, dass Impfungen ja einen Stress für den Körper bedeuten, sie aktivieren ja den Körper auf bestimmt Impfstoffe zu reagieren, damit anschließend der Immunschutz durch Antikörper besteht. Wenn jetzt im Verborgenen eine Fehlreaktion des Körpers im Immunsystem besteht, die sich danach zeigt, dann ist nicht die Impfung schuld sondern die fehlgeleitete Immunantwort des Körpers. Ob dadurch ein Rheuma ausgelöst wird oder Asthma oder Ms oder sonstwas oder auch gar nichts, ist nicht wirklich bewiesen.

    Ich hatte keine Impfung gegen Röteln, musste das mit 23 Jahren voll ausbaden. Keine Impfung gegen Masern, da die bereits im Alter von 6 Monaten ausbrachen. Alle anderen empfohlenen Impfungen waren erfolgreich und haben bei mir als Kind keinerlei Rheumaprobleme ergeben.

    Also wie immer kann man da nichts Generelles sagen.

    gruß Kuki
     
  8. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

    Registriert seit:
    27. Dezember 2009
    Beiträge:
    761
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    München
    Hallo,
    als Erwachsene steckte ich mich mit Ringelröteln (gegen die es keine Impfung gibt) an; die aktivierten den Bechterew, von dessen Veranlagung ich bis dahin noch nichts wußte. Eine Grippeschutzimpfung - mit Bechterew - bescherte mir einen 9wöchigen Bechti-Schub.... Aber da reagiert jeder unterschiedlich.

    LG
    Pezzi