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Rheuma= ein "muss" für Medikamente

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Lotusblüte, 11. Oktober 2013.

  1. Lotusblüte

    Lotusblüte Registrierter Benutzer

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    HALLO IHR LIEBEN :)

    Ich habe Polyarthritis (und Hashimoto-Schilddrüse) und nehme einige Medikamente ( Sulfasalazin, MTX, Cortison...)!!
    Ich bin soweit auch gut eingestellt..aber ich frage mich, was wohl ist..oder wie der Tag ohne Medis wäre..die Schübe sind so gut wie kaum noch da nur ab und zu mal Schmerzen aber ich bin ganz schön Erschöpft immer..und meine Frage ist: "Muss" - "Sollte" man bei RHEUMA,- Medikamente nehmen oder geht es auch ohne..hat jemand die Erfahrung gemacht, das er mit den Medikamenten ganz aufgehört hat..und wenn JA!? wie ist es Euch damit ergangen??
    Oder nimmt jemand gar keine Medikamente mit seinem Rheuma??
    Ich hab momentan so einen Punkt, wo ich keine Pillen mehr sehen kann..ich bin sooo "satt" :( von den "dingern" !!

    Ich DANKE Euch jetzt schon im Vorraus...liebe Grüsse von der Lotusblüte ;)
     
  2. Dieben

    Dieben R.A. lupoider Prägung

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    Hallo Lotusblüte

    Habe auch Polyarthritis nehme MTX 15mg , Syntestan 5mg (Cortison) und Diclo 100mg , Pantoprazol 40mg

    Habe unter dieser Therapie auch kaum Schmerzen, deine Symptome mit der Müdigkeit kenne ich auch gut geht mir nicht anders.Jedoch mußte ich für 3 Wochen MTX aussetzen , da ich Antibiotika 14 Tage( Starke Bronchitis) nehmen muste. Und die Schmerzen haben sich sofort wieder verstärkt.

    Du solltest mit deinem Rheuma Doc reden ob es unter Umständen sinnvol ist deine Medikation zu verrinngern, denn wenn du das eventuell selbstständig machst hast du vieleicht wieder Rheumaschübe.

    Frage lieber deine Arzt der kann dir dabei bestimmt besser helfen .

    Lg Dieter (Dieben)
     
  3. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Dieses Gefühl kenne ich, wenn es mir zu gut geht.
    D.h. wenn ich super eingestellt bin.

    Nun, ich denke, wenn es Dir lange genug so gut geht, kannst du evtl. am Cortison etwas reduzieren.
    Aber unbedingt den Arzt fragen. Evtl. reicht ein Telefonanruf.

    Ich würde Dir aber raten, das ganz ganz langsam zu machen.

    Mir hilft die Reduktion der Medis sehr gut, um dieses Gefühl loszuwerden.

    Ziel ist ja bei Dir sicher irgendwann mal ganz ohne Cortison auszukommen.

    Lieben Gruß,
    Kati
     
  4. Wolke13

    Wolke13 Neues Mitglied

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    Re

    also vor ungefähr 10 Jahren als man noch nicht ganz so schlau war, musste ich für einen OP sämtliche Medikamente absetzten und siehe da "es" kam zurück mit einer Wucht die ich nie und niemer erwartet hätte.
    Die OP war dagegen ein Witz, aber diese Rheumaschmerzen waren der Hammer, ich konnte mir kaum alleine das Gesicht waschen.
    Also meine Lehre daraus, Medikamente sind super, und ich werde die auf keinen Fall für irgendwas absetzen, außer man bindet mich fest das ich nicht mehr dran komme oder bietet eine unfassbar gute Alternative an.

    LG
     
  5. Louise1203

    Louise1203 Gesperrter Benutzer

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    Hallo Lotusblüte,

    ich musste vor kurzem die Medis absetzen. Gegen Humira hab ich Antikörper entwickelt, dann kam OP am Knie und danach hab ich allergisch auf das MTX reagiert. Kommt bei mir schon mal öfters vor, dass ich nach einer OP etwas merkwürdi auf Medis reagiere.

    Auf jeden Fall musste das Ganze erstmal aus dem Körper raus, bevor ich mit Enbrel anfangen konnte/durfte.... Auch ich hab immer gedacht unter Medikation: "Ach so schlimm kann es eigentlich nicht sein, geht Dir doch ganz gut"...... Ein Irrtum wie sich dann bald heraus stellte......

    Die Schmerzen kamen zurück und es wurde immer schlimmer. Solche Schübe und Schmerzen möchte ich nicht mehr haben.

    Ich kann Dich gut verstehen, aber ich würde eine Reduzierung auf jeden Fall mit Deinem Rheumatologen absprechen.

    Drücke Dir dafür die Daumen

    Louise
     
  6. CharlotteA

    CharlotteA Ich bin eine Angehörige

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    Hallo Lotusblüte,
    mein Mann ist medikamentös auch gut eingestellt und hat seit längerer Zeit wenig Probleme, außer die Müdigkeit. Er bekommt 1x im Monat Roactemra-Infusion. Zwei, drei Tage vorher zwickts etwas mehr in den Gelenken, als ob der Körper auf die Infusion wartet. Das ist doch ein Zeichen, dass er das Medikament braucht. Das Cortison konnte er allerdings schön reduzieren, von anfangs 12,5 auf mittlerweile 3 mg. Dies hat er aber sehr langsam gemacht, alle paar Wochen um 1 mg reduziert. Als er das noch nicht so wusste, hat er alle paar Tage um 2,5 mg reduziert. Ein Schub war die Folge. Dann hat er wieder erhöht und anschließend mühevoll reduziert. Bis ich hier im Forum einen Beitrag gefunden habe, dass man ab 10 mg immer nur um 1 mg alle paar Wochen reduzieren soll. Und das hat jetzt gut geklappt.
    Das Forum ist wirklich sehr hilfreich und ich bin froh, dass ich mich hier angemeldet habe.

    Schönes, schmerzfreies Wochenende wünscht
    Charlotte
     
  7. Mni

    Mni Aktives Mitglied

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    also meine Erfahrung ist:

    ich würde keinen Auslassversuch mehr machen.

    ich hatte 3 Jahre lang Resochin- es war im Vergleich zu vorher der Himmel auf Erden für mich, Dann sollte ich einen "Auslassversuch" machen, ich dumme Kuh ließ es weg und hatte wieder die Hölle auf Erden, die saubere Frau Prof. amüsierte sich nur über mich und verschrieb mir nichts mehr.
    nach 2 jahren Odysee habe ich jetzt endlich einen tollen DOc gefunden und habe eben erst wieder mit PLeon iund QUensyl begonnen und hoffe, dass es bald hilft......

    nie mehr ohne Medis!!
     
  8. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Lotusblüte,
    bei deiner Medikation wäre ich sehr vorsichtig. Wenn es dir sehr gut geht, kannst du mit deinem Arzt absprechen, ob man evtl. das Cortison erst mal ganz langsam reduziert. Solange du aber nicht ganz schmerz- oder schubfrei bist und immer noch sehr erschöpft bist, ist das m. E. ein Zeichen der Krankheitsaktivität. Bitte nichts ohne Absprache mit dem Arzt absetzen oder auch nur reduzieren, du würdest nur einen ordentlichen Schub riskieren.
     
  9. magdalena1256

    magdalena1256 Mitglied

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    Rheuma - ein 'muss' für Medikamente

    Hallo Lotusblüte,

    ich habe auf Anweisung meines Rheumatologen- vor ca. 3 Monaten- eine Pause mit MTX gemacht, da er mir unbedingt ein neues Medikament verordnen wollte.
    Es waren die schrecklichsten Wochen die ich seit langem erlebt habe. Schwellungen ohne Unterbrechung, Schmerzen...... unbeschreiblich. Nie mehr wieder.
    Ich gebe zu, diese ständigen Medikamente, dieses erschöpft sein, sich so müde fühlen, antriebslos ist nicht schön, aber immer noch besser als die Alternative.
    Wenn es einen mit den Medikamenten gut geht, kommt man leicht in Versuchung zu denken, wow es geht doch, bestimmt auch ohne.......
    Ein Irrtum, wie ich feststellen durfte.
    Man muss einfach akzeptieren, man ist sehr krank und es ist nur unter Kontrolle zu halten mit den Medikamenten.
    In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Magdalena
     
  10. Lotusblüte

    Lotusblüte Registrierter Benutzer

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    Ich Danke für die ganzen Antworten ;)

    Natürlich, höre ich nicht von alleine auf mit den Medikamenten..es Interessierte mich nur mal so, ob mit Rheuma ein Leben ohne Medikamente möglich ist.
    Ich Danke euch für Eure offenen Worte!
    Ich wünsche euch noch einen schönen und hoffentlich Schmerzfreien Sonntag !!

    Viele herzliche grüße von der Lotusblüte.

    P.S.: Es ist schön hier, immer wieder auf "gleich Gesinnte" zu Treffen, die einen Verstehen und denen man nicht immer alles erklären muss und sich erst recht NICHT rechtfertigen !!
     
  11. Diamond

    Diamond Neues Mitglied

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    [h=2]HUMIRA einfach abgesetzt[/h]
    [​IMG] Zitat von Diamond [​IMG]
    Hallo Leidensgefährten,
    ich bin 51 Jahre alt. Nachdem ich jetzt schon 3 h auf dieser Seite lese, will ich mich jetzt auch mal an dem Erfahrungsaustausch beteiligen.
    Nach vielen Jahren Odyssee von einem Arzt zum anderen, stellte man bei mir eine HLA-B27 positive Spondylarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung und erosiven destruierendem Verlauf fest. Insbesondere die Hände und die Füße sind davon betroffen. Morgens habe ich wie vermutlich die meisten hier, leichte Versteifung der Hände (ist nach 10 min weg) und die übliche, manchmal sehr starke Wetterfühligkeit. Das geht dan auch schonmal auf die Knie und die linke Schulter
    Vor etwa 7 Jahren waren die Schmerzen so stark, dass ich nicht mal mehr die Treppen hochkam. .....so genug geheult [​IMG]
    Mein Hausarzt schickte mich in die Rheumaklinik, die mich in 14 Tagen Behandlung auf HUMIRA, MTX (20mg), Arthotek, Tramadol und Cortison (30mg fallend auf 5mg) einstellten. Dass ich mit diesem Cocktail keine Schmerzen mehr hatte, wird hier niemanden verwundern. So verbrachte ich die letzten Jahre damit, meinen mehr als ekeligen Medikamentenfahrplan mehr oder weniger regelmäßig einzuhalten. Was ich immer regelmäßig nahm, war Tramadol und Arthotek.
    Anfang des Jahres (Mitte März) war ich dann im Urlaub (Kanaren). Leider habe ich vergessen mir HUMIRA mitzunehmen. So verzichtete ich auch gleich noch auf das MTX. Cortison habe ich schon vor 3 Jahren ganz abgesetzt. Und siehe da: Ich hatte keinerlei Schmerzen. Trama und Artho habe ich dabei gehabt und auch genommen.
    Nach dem Urlaub habe ich sofort alle Rezepte weggeschmissen und außer den beiden genannten Tabletten nichts mehr genommen. Das geht bis heute sehr gut. Die ganzen unerwünschten Nebenwirkungen (Übelkeit, Herzrasen, Müdigkeit) von MTX und HUMIRA sind wie weggeblasen. Schon hatte ich (Medikamenten- Junkie) ein schlechtes Gewissen, aber ich ziehe das jetzt durch, bis es (hoffentlich nicht) wieder schlimmer wird. Der Herbst wird es zeigen.
    Vielleicht sollte man doch hin und wieder mal eine Pause mit dem ganzen Zeugs machen, um zu sehen ob man es überhaupt noch braucht.
    Das Wundermittel HUMIRA sehe ich jetzt nach 7 Jahren ( und 156.000.-€ Kosten) etwas kritischer.
    Ich würde mich über Kommentare wirklich freuen.
    Viele Grüße und wenige Schmerzen


    Hallo Rheumageplagte,
    jetzt da der Herbst im vollen Gange ist, wollte ich mal wieder mitteilen, wie es mir ohne Medikamente geht.
    Früher hatte ich sehr starke Wetterfühligkeit, die ist jetzt nahezu verschwunden. Schmerzen sind auch ohne HUMIRA und MTX so gut wie nicht mehr da. Ich nehme weiterhin noch Tramadol und Arthotek. Das reicht offensichtlich aus. In den nächsten Tagen werde ich mal meinen Doc aufsuchen, der soll mir helfen das Tramadol abzusetzen.
    Wie ich im ersten Bericht geschrieben habe, nehme ich nun seit 7 Monaten keine der genannten Medikamente mehr. Vllt. hätte ich das schon früher mal versuchen sollen. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt und nicht wieder anfängt.
    Auf jeden Fall kann ich jeden, der nicht extreme Schmerzen hat, nur dazu ermutigen mal eine Zeit lang (vllt. unter Aufsicht) das ganze Zeugs wegzulassen. Dazu würde ich mich aber nicht vom Rheumatologen betreuen lassen. Der und die Pharmaindustrie haben sicher kein Interesse, dass wir vollständig gesund werden.
    Für alle die das lesen gute Besserung und schmerzfreie Tage [​IMG]




    Lieber Gruß an Lotusblüte
     
  12. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Lotusblüte

    Es besteht durchaus die Möglichkeit, bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine Zeit lang (seltener dauerhaft) ohne Medikamente auszukommen. Hierzu wird ärztlicherseits durchaus eine Strategie der Reduktion verfolgt; das können dir einige User hier aus eigenen Erfahrungen bestätigen, u.a. ich.
    Ob und wann das INDIVIDUELL funktioniert, ist eine andere Sache.
    Als Faustregel gilt: nach einem Jahr Schubfreiheit bei entzündlichen Gelenkerkrankungen kann eine Reduktion versucht werden - allmählich und unter engmaschiger Überwachung.

    Und damit möchte ich auch Diamond widersprechen:

    Das bleibt selbstredend dem persönlichen Ermessen vorbehalten; für allgemein ratsam halte ich vor Allem das Vorgehen ohne ärztliche Betreuung nicht, und

    DAS halte ich für eine unangemessene Behauptung.

    Nur mal so zum Nachdenken:
    Ich persönlich finde es schon seltsam, dass zuerst von einer "Odyssee" gesprochen wird, in der offenbar niemand (die unfähigen, bösen Ärzte) von einer behandlungsbedürftigen Erkrankung, also einem Bedarf zum Gesundwerden, ausgeht und hinterher die - gewünschte und expressis verbis hilfreiche! - Behandlung als irgendwie ehrenrührig oder gar allein auf Gewinn ausgerichtet gedeutet wird......

    (Dass Ärzte und Pharmaindustrie Geld für ihre Arbeit bekommen, ist für mich kein Argument per se, denn das gilt für Berufstätige allgemein.
    Der Installateur, der meine Waschmaschine repariert, der Automechaniker, der mein Auto inspiziert und der Dachdecker, der mein Dach deckt, bekommen auch und nicht wenig Geld für ihre Dienstleistungen - haben die auch "sicher" kein Interesse daran, dass meine Maschine oder mein Auto läuft oder das Dach dicht ist??)

    Gruß, Frau Meier
     
    #12 16. Oktober 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Oktober 2013
  13. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Hm... Eure Diskussion hat mich doch ein wenig nachdenklich gemacht.

    Es gibt etwas, was ich hier immer wieder lese: der Versuch möglichst sofort an Biologica zu kommen.
    Es werden die fast "beneidet", die diese Medis ohne vorhergehende Versuche mit MTX und co., bekommen.

    Und zum anderen möglichst wenig Medis... möglichst keine "Hammermedis" usw.

    Das stört mich viel mehr als die von Frau Meier angesprochene Ärzteodyssee. Denn mir, aber da bin ich vielleicht anders..., geht es zunächst darum, von einem Arzt zu erfahren, was es ist. Wenn wir schon Dach oder Auto oder so als Beispiel nehmen. Ich will immer erst von diesen Leuten wissen: was ist der Schaden? WIeviel kostet die Reparatur?
    Dann sage ich "ja", "nein" oder "probieren wir es mit Ersatzteilen"... oder "decken wir das Dach neu".

    Das ist sehr Individuell, natürlich! Wenn ich Gelenkverformungen habe, vor Schmerzen meine kleinen Kinder nicht versorgen kann, meinen Job am verlieren bin, dann ist das was anderes als z.B. in meinem Fall.

    Wir sind alle Erwachsen. D.h. wir müssen wissen, was wir wollen (Arbeiten, soziales Leben, Schmerzen....), und was uns das Wert ist. Medikamente - alle, auch die hier oft so hochgehaltenen Biologica - haben Nebenwirkungen, z.T. so starke Nebenwirkungen, dass man sich überlegen muß, ob es Sinn macht.
    Es gibt keine Wundermittel: alles hat seinen Preis, wie das Dach, das Auto...
    was ich zur "Reparatur" tun will, hängt von den ganz persönlichen Bedürfnissen und co. ab.

    Daher finde ich weder ok, allen zu raten, mal alle Medis ohne Rheumatologen abzusetzen, noch die Biologica als der Weisheit letzter Schluß für ALLE hinzustellen.
    Ich denke es wäre gut, wenn wir hier auf allgemeingültige Statements verzichten könnten.

    Ein Erfahrungsaustausch hat m.E. das Wörtchen "ich" dabei... und nicht das Wörtchen "alle"...

    Kati
     
  14. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Kati


    Du hast völlig Recht, und so habe ich bisher das Vorgehen der mir bekannten Ärzte auch erlebt.
    Falls du mich gemeint hast: ich rede keineswegs den Biologica das Wort - im Gegenteil!
    Es gibt sicher Menschen, die davon profitieren, aber eine Abwägung der Nutzen- gegen die Risikoseite halte ich für obligat ;)

    Sicher hängt jede Maßnahme auch von den persönlichen Bedürfnissen ab - allerdings ist, um bei deinem Wort zu bleiben, die "Reparatur" bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auch persönlich nicht ganz beliebig :)

    Gruß, Frau Meier
     
    #14 16. Oktober 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Oktober 2013
  15. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Nein, Frau Meier, ich hab nicht Dich gemeint! Auch niemand anderen persönlich. Das war nur so ein "Sammelsurium" an Eindrücken, und eine "Antwort" - indirekt auf Diamonds Beitrag.

    Leider sind meine Erlebnisse mit Ärzten völlig anders.
    Und gerade gestern habe ich von einem Herrn mit sehr ruhigen Morbus Chron erzählt bekommen.
    Er kann alles essen, hat keinerlei Einschränkungen.
    Und? Man hat ihn über den Arzt, zu einer Studie mit einem Biologica überredet. Die Tochter sagte mit Recht: "mein Vater ist blöd - es geht ihm gut, und er lässt sich das Zeug spritzen. Aber er glaubt halt die Ärzte hätten immer recht, und "Biologica" seien überhaupt nicht gefährlich". Das Wort "Bio" ist halt nicht immer synonym für "gesund".

    Und jetzt sieht es so aus, als hätte ich es gegen Biologica. Das habe ich überhaupt nicht: nur, jeder Topf hat seinen Deckel. Und nicht immer lohnt es sich auf einen kleinen Topf den größten Deckel zu setzen. Der schließt nicht nur nicht richtig, sondern kann auch furchtbar heiss werden, weil er eben übersteht...

    viele Grüsse... nun gehe ich wieder an die Arbeit...

    Kati
     
  16. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Kati

    Nein, Kati, so hatte ich dich überhaupt nicht verstanden ;)
    Und den Rest (den mit dem Topf und dem Deckel) sehe ich ganz genau so!
    Schicke dir dazu noch eine PN.

    (dazu hatte ich auch im Thread "Orencia" schon mal was geschrieben)

    Grüße und fröhliches Arbeiten :), Frau Meier
     
  17. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    entenhausen
    hallo lotusblüte,

    diskussionen über diese thematik hat das forum schon oft gesehen und es wird wohl
    auch immer aktuell bleiben ;-)
    "sollte"- das kann man wohl nicht so einhellig beantworten, es ist abhängig von den verschiedensten faktoren, art/ausprägung der erkrankung; wichtig ist, zu beginn die patienten herauszufiltern, die von einer therapie mit schwerwiegenden medikamenten, wie zb biologicals, profitieren.

    "hit hard and early" ist die devise. meint, frühzeit mit kanonen zu schiessen, da man inzwischen weiss, dass gelenkzerstörungen (RA) schnell und frühzeitig entstehen können. das ist bei vielen patienten auch ganz sicher absolut angebracht, es besteht dabei aber die gefahr einer übertherapie bei denjenigen, die eine solche therapie nicht benötigen, siehe auch das posting von kati, zum beispiel bei der RA gibt es nicht erosive/selbstlimittierende formen. da würde ich als patient mir schwer überlegen, ob ich einer therapie mit biologicals zustimme. aber ich weiss, wenn mein arzt mir eine therapie empfiehlt, dann um mir zu helfen!

    selber war ich rund 1,5 jahre in (teil-)remission ohne medikamente nach mtx,
    und habe lange mit mir gerungen, bis ich enbrel zustimmte, das ging für mich
    nicht gut aus, andere sind begeistert, so ist das leben.

    lotusblüte, auch ich möchte dir raten mit deinem arzt zu besprechen, ob eine reduzierung der medikation bei dir möglich und sinnvoll ist, dazu hattest du ja auch bereits geantwortet :) den rat von diamond abzusetzen ohne rücksprache und begleitung des arztes halte ich für verantwortungslos. wenn jemand so vorgehen will ist das seine sache und eigenes risiko, aber das anderen zu empfehlen ein ganz anderer stiefel.

    noch was zur pharmaindustrie, sie ist und kann nur an gewinn interessiert sein,
    nicht umsonst erwirtschaftet sie milliardengewinne, auch durch mondpreise.
    die immer wieder zitierten angeblichen kosten der produktentwicklung von 1 mrd/produkt wurden noch nie belegt! dazu gab es vor einiger zeit im tv einen interessanten bericht. nirgends fand sich ein konkreter beleg, nirgends eine konkrete aussage zu den wahren kosten. leider weiss ich nicht mehr um welchen sender und bericht es genau ging, sonst würde ich den link einstellen.

    es bleibt die frage: warum sollte ein gewinnorientiertes unternehmen daran gelegen sein, sich die eigenen pfründe zu schliessen, wenn man die sehr teure anhaltende mediaktion mit einem mittel ad acta legen kann? welches unternehmen würde das tun? milliarden würden wegbrechen! es muss erlaubt sein, darüber nachzudenken ;-) natürlich wünsche ich mir, dass die pharmaindustrie menschenfreundlich ist, geradezu altruistisch...
    damit kein missverständnis entsteht, ich bin durchaus dankbar für meine "mittelchen", das ändert aber nichts an gewissen überlegungen.

    lieben gruss marie
     
  18. kukana

    kukana Moderatorin

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    Was die Preise der Pharmaindustrie angeht: die nehmen was der Markt hergibt. In USA ca USD 1600 für 2 Pens, in Südamerika schon USD 3500 und bei uns ca. Eur 1800. Wenn ich das mal gegenrechne USD in EUR dann wären das 1600/1,35 = 1185, also zahlen wir mal eben fast 700 Euronen mehr als in USA.

    Berücksichtigt man dann den Vorlauf mal mit, also Transportwege, Kühltransport(sehr teuer) und jeder der Zwischenhändler(Großhändler, Apotheke usw.) möchte auch verdienen, dann passt es wieder.

    Herstellungskosten kenne ich nicht, aber der Pen allein ist schon aufwendig.

    LG Kuki
     
  19. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Ebenfalls um Missverständnissen zu begegnen:

    Auch ich kenne differenzierte Überlegungen, bin nicht Teil der Pharmaindustrie und bekomme auch keine Prämien von dieser. Im Gegenteil bin ich mit mancher Strategie dieses Wirtschaftszweiges ganz und gar nicht einverstanden und oft genug stinksauer - übrigens auch über mediale Manipulationen.....(das ist ein sehr spezielles und diffiziles Thema, das ich persönlich hier nicht vertiefen möchte)

    Ich finde es auch durchaus legitim, sich diesem Gebahren durch Nichtverwendung von Produkten der Sparte zu entziehen.
    Nicht identifizieren kann ich mich jedoch mit einer negativen Grundhaltung, nämlich der, dass - sinngemäß - den Akteuren, die von uns Allen so selbstverständlich in Anspruch genommen werden, mit der gleichen Nonchalance wiederholt fehlendes Interesse an unserer Gesundung unterstellt wird.
    Das finde ich nämlich pauschalierend und unfair, und DARUM ging es mir.
    Insbesondere bin ich der Ansicht, dass aus derartigen Vorurteilen wirklich verunsicherte Kranke kaum Motivation zur erforderlichen Therapietreue ziehen können - die Folgen sind nicht selten absehbar....

    Wie ich schon mehrfach erwähnte, braucht längst nicht jeder Rheumakranke ein teures Biologicum; es wird auch nicht Jedem verordnet, und das hat wenig mit dem Versicherungsstatus zu tun.
    Ich bin allerdings davon überzeugt, dass die, die eine solche Behandlung benötigen, sie auch erhalten sollen - und das sind trotz des "schubförmigen" Charakters der RA und ihrer Verwandten nicht ganz wenige Menschen.
    Das Prinzip "hit hard and early" impliziert, den Spontanverlauf nicht abzuwarten und veranlasst Rheumatologen (jedenfalls die meisten) im Wortsinne zur umgehenden (frühen!) Therapieempfehlung nach Diagnosestellung - die individuelle Entscheidung für oder gegen eine Therapie welcher Art auch immer obliegt selbstredend den Betroffenen....

    In diesem Sinne: allen gute Besserung - womit auch immer!

    Gruß, Frau Meier
     
  20. Maren82

    Maren82 Neues Mitglied

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    Biologica nicht ungefährlich

    Hallo,

    wollte mal was zu den Biologikern sagen, mein rheumatologe hat mir jetzt erzählt, er hätte jetzt zwei Fälle von Rückenmarkskrebs bei zwei jungen Frauen um die 25 Jahre alt, sie haben beide Biologiker genommen.

    er sagte, er verschrebt das nur noch wenn ncihts anderes mehr geht.

    Das hat mich sehr erschreckt und ich bin jetzt von diesen Sachen wieder ab.