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Rheuma durch Psyche?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Poli, 17. Oktober 2012.

  1. Poli

    Poli Mitglied

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    Hallo,

    habe vor kurzem erfahren, dass Rheuma, wenn es wie bei mir vor einem Jahr aus "heiterem Himmel" auftritt und nicht familiär vererbt ist, aufgrund von psychischen Belastungen zustande kommen kann und so auch wieder nach einiger Zeit verschwinden kann...

    Hat damit einer Erfahrungen oder ähnliche Zusammenhänge gehört?

    Danke & LG, Eure Poli :)
     
  2. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Also verzeih... aber das halte ich für ein Gerücht.
    Dass seelische und körperliche Stresssituationen Rheuma zum Ausbruch bringen können (vorher "schlummerte sozusagen die Anlage dazu), oder einen Schub auslösen:
    Ja, das glaube ich schon.

    Aber nicht, dass Rheuma von der Psyche kommt - und leider... ich denke wir würden hier alle jeden Tag Psychotherapie machen, wenn das helfen würden das Rheuma verschwinden zu lassen... auch nicht, dass es dann einfach wieder vergeht.

    Kati
    P.S. Ich meine "Rheuma". Dass eine psychische Stresssituation körperliche Schmerzen auslösen kann, die - wenn der Grund behoben ist - auch wieder verschwinden, das halte ich nicht für ausgeschlossen. Aber Rheuma ist doch, in allen seinen Arten, etwas total anderes.
     
  3. Hexchen76

    Hexchen76 Neues Mitglied

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    Hallo Poli,

    Ich kann Kati nur zustimmen, das halte ich für eine dieser allseits beliebten und leider immernoch sogar von einigen Ärzten benutzten "Beruhigungspillen" . Ausserdem wird diese Variante immer wieder gerne von Menschen bedient, die die von uns allen so geschätzten "guten Ratschläge" verteilen. Leider ist es Fakt, das Rheuma, einmal ausgebrochen, nicht einfach so wieder weggeht. Psychotherapie hin oder her. Es steht ausser Frage das psychische Faktoren bei den autoimmunen Krankheiten eine Rolle spielen, insbesondere bei der Schwere und der Häufigkeit der Schübe, aber als Ursache scheidet es definitv aus. Sonst wären wir, wie Kati schon richtig schrieb, alle nicht hier sondern würden uns nach einer Psychotherapie alle putzmunter unserem Leben widmen statt mit Gelenkschmerzen und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen herumzulaborieren und starke Medikamente zu nehmen. Sorry für den Pathos, aber so funktioniert es nicht. Was die familiäre Häufung angeht, so kann es durchaus sein, das es bei dem einen oder anderen Familienmitglied durchaus Anzeichen der Krankheit gab, die nicht entdeckt oder fehldiagnostiziert wurden, oder die Krankheit evtl auch nicht ausgebrochen ist obwohl entsprechende erbliche Faktoren vorhanden waren... Autoimmunkrankheiten sind in der Entstehung immer multifaktoriell, das heisst es ist nicht nur erblich, sondern es müssen weitere Faktoren hinzukommen damit die Krankheit ausbricht. Diese Faktoren sind bisher zum Teil noch immer ungeklärt, zum Teil als umweltbedingt, ernährungsbedingt, belastungsabhängig und ja auch psychisch identifiziert. Es müssen immer mehrere Faktoren zusammentreffen einer alleine kann nicht verantwortlich gemacht werden.

    Herzliche Grüße,
    Hexchen
     
  4. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Ich bin auch der Meinung, dass man Rheuma nicht einfach in die psychische Schublade schieben kann. Aber es stimmt, dass psychische Belastungen den Körper schwächen und sich deshalb dann auch Krankheiten ausbreiten können. Oder wenn man schon krank war, dass sich die Krankheit durch psychische Belastung verschlimmert, aber wieder leichter wird, wenn die Belastung weg ist.
    Rheuma ist eine Autoimmunerkrankungen durch ein irritiertes Immunsystem, da kann man absolut nicht sagen, dass es wieder geheilt wird, wenn gewisse psychische Belastungen nicht mehr da sind.
    Wenn das mit der Psyche so ausschlaggebend wäre, dann hätte ich vor mind. 20 Jahren krank werden müssen, als ich unter akuter psychischer Belastung stand. Aber ich wurde erst vor 10 Jahren krank, als ich schon lange ein psychisch stabiler Mensch war. Dass gewisse Zusammenhänge bestehen, kann ich bestätigen. Als mein Mann vor einigen Jahren mit einer Krebsdiagnose ankam, bekam ich plötzlich viel mehr Schmerzen, obwohl ich meinte, gut mit dem Problem umgehen zu können. Ich bekam dann irgendwelche Psychopharmaka vom Hausarzt, weil er das Kortison nicht erhöhen wollte, dann gingen die Schmerzen zurück.

    Also ein Zusammenhang besteht, aber die Psyche allein hat nicht Schuld am Rheuma.
     
  5. Manuela14879

    Manuela14879 Neues Mitglied

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    Kommt auf die Rheuma art an?

    hallo


    ich hätte gerne gewußt um weche rheuma Art wir sprechnen. das die Psyche auswirkungen auf Rheuma haben kann glaube ich schon.


    Das Rheuma durch de Psyche kriegen kann mh vielleicht die Fibromylagie.

    ich bin keine Arzt. Aber doch würde mich interrsieren welches Rheuma du hast.
     
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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  7. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    So, nu ma' mein laienhaftes Gequatsche:

    Seelischer Stress kann auch fieberhafte Erkältungen begünstigen. Das heiß noch lange nicht, dass bei anderen Leuten, die keinen Stress hatten, die fieberhafte Erkältung familiär vererbt wäre.;)

    Rheumatische Erkrankungen können in jeder Generation zum ersten Mal auftreten.
    Veranlagungen, eine rheumatische Erkrankung zu entwickeln, kann Generationen überspringen.
    Manchmal müssen Vater und Mutter ihren Rheuma-Teil dazu geben, damit das Kind eventuell Mal so etwas entwickelt.

    Der Körper hat vielerlei Fähigkeiten, mit denen er sich schützen will. Wenn er sich in besonderen Krisen glaubt, ein paar genetische Eigenheiten und Lebensbedingungen dazu kommen, dann legt er los. Er kann dabei auch "unerwünscht" reagieren.

    Die Stromversorgung ist da. Der Stromanbieter buttert Saft rein. Es wird Dunkel. Einer drückt auf den Schalter und das Licht geht an. So stell ich mir meine Kollagenose vor. Das Dumme ist nur, es gibt keinen Kippschalter. Ich kann nicht auf "Aus" stellen und kann nicht dimmen, nur durch Cortison zurückstauen.

    Seelische Reaktionen, angestrengtes Lernen, Lärm, zu wenig Schlaf setzen auch körperliche Reaktionen in Gang. Ich bin mir ziemlich sicher, dass heftige oder lang anhaltende seelische Reaktionen genauso gut eine Kollagenose und auch anderes auslösen (den Schalter drücken) können wie Grippe, Extremsport, Schwangerschaft.

    Darum ist Kollagenose aber keine psychische Störung. Die Entzündungen und Zerstörungen sind körperlich. Die ausgelöste Krankheit ist körperlich. Man kann sie sehen, tasten, im Blut oder Liquor nachweisen ... Kollagenosen sind somatische Erkrankungen.

    Durch Rheuma kann man auch seelisch krank werden. Rheuma ist eine arge Belastung. Man kann auch eine seelische Erkrankung zusätzlich haben. Also ich würde mir da Hilfe holen.

    Manche Menschen haben so schlimme seelische und soziale Probleme, dass sie es nicht mehr ertragen. Körperlich sind sie ganz gesund, aber ihre Probleme tun schon überall im Körper weh. Sie mögen nicht essen, können kaum etwas schlucken, schlafen nicht, haben Kopfweh, schädigen sich vielleicht sogar selber. Um die schmerzenden Probleme los zu werden, googeln sie. Anstelle des Problems können sie nach den Berichten im Internet dann Krebs, RA oder Lupus setzen. Das finden sie erträglicher als Psychotherapie. Das ist aber eine psychische Störung. Die ist auch richtig schlimm. Aber es ist keine Fibromyalgie. Fibromyalgie i s t Rheuma.

    Und weil das alles so kompliziert und so schwer auseinander zu halten ist, müssen Ärzte so viel und so lange lernen. :eek:Und wir helfen ihnen dann, die richtige Diagnose und Behandlung zu finden, indem wir mit ihnen reden und dabei ihnen und uns selbst gegenüber ehrlich sind. Das verlangen wir von den Ärzten ja auch. ;) Aber Schnupfen ist echt nicht familiär vererbt. :D
     
  8. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Negativer Stress ist immer schlecht für den Körper - und ich kann mir durchaus vorstellen, dass dadurch Krankheiten ausgelöst werden können. Die "schlummerten" vielleicht vorher im Körper - aber wären unter anderen, besseren Umständen gar nicht ausgebrochen. Vermutlich schlummern noch 1000 andere Krankheiten in uns und brechen aus welchen Gründen auch immer nicht aus.

    "Krank durch Psyche" bedeutet ja nicht, dass wir uns das einbilden oder dass wir es beeinflussen könnten.
    Und eine "psychische Störung" ist es auch nicht - aber selbst wenn, was wäre so schlimm daran? Das wird immer so stigmatisiert - warum eigentlich? Derjenige hat sich das auch nicht ausgesucht und psychische Erkrankungen sind genausolche Erkrankungen wie andere Erkrankungen auch ...

    Irgendwie hängt doch alles, was mit und in unserem Körper passiert, miteinander zusammen!

    Bei mir hat eine große, traumatische Stressphase die Schuppenflechte ausgelöst .. und ohne Schuppenflechte hätte ich meine PSA wohl nicht bekommen. Insofern kann ich schon sagen, dass mein Rheuma durch Stress - also "psychisch" - gekommen ist. Aber was ändert das für mich?

    Wenn es mir psychisch gut geht, dann geht es mir auch meist körperlich besser ... und umgekehrt löst Stress wieder einen Schub aus. Aber das wäre bei jeder anderen Krankheit auch so, denke ich.
     
  9. Hexchen76

    Hexchen76 Neues Mitglied

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    Hallo Gertrud,

    das negativer Stress ein möglicher Trigger für das Auftreten von Rheumaschüben sowie der Verschlechterung diverser anderer chronischer Erkrankungen sein kann, bestreitet hier doch auch niemand.
    Auch das es die Erstmanifestation bei vorhandener Prädisposition auslösen kann, kann ich mir persönlich vorstellen. Doch das war hier ja garnicht die Frage, die Frage war ob die Psyche als Ursache für Rheuma infrage kommt und ob es möglich ist das es genauso wieder verschwindet wenn der Stressor ausgeschaltet wird. Und das ist m. A. nach ganz klar als Wunschtraum anzusehen.

    Alles Liebe und einen schmerzarmen Tag wünscht
    Hexchen
     
  10. Andi1966

    Andi1966 Neues Mitglied

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    Hallo

    Der Ausbruch von Psoriasis und der damit verbundenen PSA kam bei mir gleich direkt nach eine extremen Depressionszeit und damit verbundenen Angst bzw. Panikattacken.Von daher glaube ich schon das es mit ein Grund für den Ausbruch war.
    Das es jemals wieder besser wird bezweifle ich weil sich trotz guter Psychischen Verfassung die probleme mit der PSA nicht wirklich verbessert haben.
    Also Auslösen ja......bessern nein.
     
  11. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Bisher sind sich wohl nun alle einig, dass Körper und Seele zusammenspielen, aber um auf die Eingangsfrage zurückzukommen:

    Die Psyche kann mitspielen, aber es sind einige andere Faktoren notwendig, um Rheuma auszulösen. Meine Freundin z. B. hatte jahrzehntelang schwere psychische Belastungen in der Familie und ist heute mit 73 Jahren immer noch "pumperlg'sund". :vb_cool:
     
  12. Hexchen76

    Hexchen76 Neues Mitglied

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    Hallo Nachtigall,

    genau so! Die Psychiatrien sind randvoll mit Menschen mit heftigsten psychischen Erkrankungen... Aber bei weitem nicht jeder von denen hat auch Rheuma, vermutlich noch nichtmal jeder fünfte.

    Daher, bei vorhandener Vorbelastung und weiteren zutreffenden Risikofaktoren kann die Psyche der Tropfen sein der das Fass zum überlaufen bringt, nicht mehr und nicht weniger.

    Einen schmerzarmen und stressfreien Tag
    Hexchen
     
  13. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Ich fasse mal die bisherigen Statements kurz zusammen (Widerspruch ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht :D):

    Rheuma und Psyche hängen untrennbar zusammen, sind aber nicht gleich.
    Soweit ist das übrigens auch wissenschaftlich unstrittig.

    Alles Andere ist ein seeehr weites Feld und die Differenzierung aufwändig.
    Die persönlichen Ansichten hierzu sind sehr breit gestreut und nicht weniger, aber auch nicht mehr als Meinungen.


    @Clara01
    Das ist zumindest für die genetische Veranlagung nicht logisch, aber vielleicht meinst du ja etwas Anderes? Bitte um Aufklärung ;)


    @Hexchen76

    Es ist aber auch unstrittig, dass Rheumakrankheiten in ihrem Verlauf ganz erheblich von der psychischen Stabilität der Betroffenen abhängen.
    Der Zusammenhang ist also durchaus enger als weithin angenommen; psychische Einflüsse gelten als unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung rheumatischer Erkrankungen (wenn auch keineswegs als einziger), und JEDE dieser Erkrankungen hat einen individuellen Kontext.
    Das gilt auch für nicht rheumatische Erkrankungen; das Wort Psychosomatik beinhaltet ja die Wechselwirkung von seelischem Geschehen und Körper - so oder anders rum, das ist keine Einbahnstraße.....das "bio-psycho-soziale Modell" bildet das recht gut ab.

    Im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung ist im Juni 1996 eine Veröffentlichung erschienen, die gerade zu diesem Themenkomplex (Rheuma und Psyche) m. E. heute aktueller denn je ist und die möglichen Zusammenhänge auf der psychosozialen Ebene gut beschreibt;)
     
    #13 19. Oktober 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Oktober 2012
  14. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    Ah, clar:

    @ Frau Meyer
    Bei Kollagenosen, habe ich mir sagen lassen, liegt nach einigen Untersuchungen oftmals eine Kombination von mehreren genetischen Faktoren vor, die dann noch einen Auslöser brauchen.

    Die Veranlagung ist vorhanden, wird nur nicht ausgelöst. Sie kann aber - zu einem Teil - weiter vererbt werden.
    Die Veranlagung ergibt sich aus einer Kombination von mütterlichem und väterlichem Erbgut. Sie wird ausgelöst oder auch nicht. Ein Kind hat diese Kombination, die anderen haben sie -vielleicht- nicht.
     
  15. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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  16. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Clara07

    Danke für die Erklärung.
    Es gibt keinen Beweis für bestimmte Kombinationen genetischer Faktoren, Assoziationen sind jedoch zahlreiche bekannt. Ob zur Auslösung eine Kombination erforderlich ist, weiß keiner so recht.
    Die Kombination aus mütterlichem und väterlichem Erbgut in der 2. Generation eines von Rheuma Betroffenen hat aber wenig mit dem "Überspringen einer Generation" zu tun, sondern mit der Partnerwahl in der nächsten Generation und stellt somit im Falle eines Falles gleiche oder verschiedene Neukombinationen dar ;)
    Das Ergebnis ist so facettenreich wie die Ergebnisse beim Spiel mit 4 Würfeln - jeder Elternteil hat die vielfältigen Kombinationen von 2 Chromosomensätzen im Repertoire - und somit kaum vorhersagbar.
    Die Entstehung einer definitiven Krankheit ist dann noch eine zusätzlich ungewisse Angelegenheit und kann auch ohne bekannte Veranlagung (wie bei vielen von uns) zum Tragen kommen.

    Das vermeintliche "Überspringen" von Generationen und Krankheitsauftreten dürfte also ein gut Stück weit Zufall sein - völlig anders als bei monogenen Erbkrankheiten, zu denen Rheuma definitiv nicht zählt.
     
  17. kukana

    kukana Moderatorin

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    @Clara, @Frau Meier

    Ich persönlich denke, je mehr Generationen es gibt seit "Adam +Eva" und je mehr sich durch interantionale Kontakte der Genpool verändert, desto mehr Formen von Erkrankungen wird es geben.

    Da hat die Forschung ein sehr großes Betätigungsfeld um alles überhaupt zu begreifen und die Kombinationen zu erkennen. Der Mensch hat die Möglichkeit durch entsprechende Medikamente einzugreifen, sofern es sie gibt.

    LG Kukana

    Die Überschrift sollte eher heissen: Rheuma durch Psyche? Oder Psyche durch Rheuma?
     
    #17 19. Oktober 2012
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2012
  18. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    Rheuma durch Psyche?


    hi, solange es keine definitiven und von allen anerkannten aussagen und erkenntnisse der psychoneuroimmunologie zu diesem thema (ätiologie) gibt, bleibt vieles für mich spekulation. zu "life-events" gibt es unterschiedliche aussagen, dann sollen "daily hassels" ausschlaggebender sein, oder wieder auch nicht.......... dass psychische faktoren zumindest für den verlauf beeinflussend sein können scheint allgemein akzeptiert. persönlich habe ich den zusammenhang noch nicht erfahren, kann mich jedenfalls nicht erinnern.

    die leitlinie zur RA sagt, dass anhaltender stress (soziales umfeld) mit schmerz und krankheitsaktivität korreliert.

    stress und sein stellenwert für die krankheitsentstehung und den krankheitsverlauf
    (ein kleines bisschen hochscrollen)

    Kann extremer psychischer Stress eine rheumatoide Arthritis auslösen?

    http://www.klinikschuetzen.ch/files/events/20080902110329_Fortbildung_update_AndreasSchmid.pdf

    lg marie
     
  19. emina

    emina emina

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    Hallo Ihr Lieben,also ich kann und sage...dass jetzt nur für mich
    mein Auslöser vor 32 Jahren war über Monate so eine Überflutung
    von Stress und Traurigkeit....damit ist mein Immunsystem außer
    sich geraten...und ich fing an alles gegen mich zu richten....
    Ich war 2010 zu einer Reha...dort wurde ein Vortrag gehalten...unter
    anderem auch über mögliche Auslöser...der Ra...bei mir ging die Lampe an
    :eek:
    vermutet..habe ich dies schon länger....also bitte...dies gilt jetzt nur für mich
    und ist ausschließlich nur mein empfinden...Ok..
    Lgr.Emina
    :)
     
  20. Hexchen76

    Hexchen76 Neues Mitglied

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    Hallo Frau Meier,

    Das habe ich doch garnicht bestritten...:

    Ich glaube auch das habe ich, wenn auch mit weniger fachlich versierten Worten, bereits erwähnt:

    Was ich unerwähnt liess, war der Aspekt das langjährige chronische Krankheit zu psychischen Problemen führen kann. Doch das hielt ich lediglich für eine hohle Phrase denn den ein oder anderen emotionalen Tiefpunkt wird ein Großteil der User hier schon aufgrund der eigenen Krankheit erlebt haben...
    Niemand will den Zusammenhang Psyche und somatische Krankheit verleugnen, das wäre grober Unfug, nur die Implikation von: " Geht doch mal alle zur Psychotherapie, dann gehts Euch wieder gut" die in dem von Poli erwähnten

    mitschwingt, macht mich etwas rebellisch.

    Zu oft schon bekam ich diesen "wohlmeinenden Rat" von Ärzten und anderen mir recht häufig sogar nahestehenden Personen die mir unterstellten ich würde mir meine Krankheit nur einbilden um den Unannehmlichkeiten des Lebens und Alltags nicht entgegentreten zu müssen. Dieser laienpsychologische Umgang mit dem Thema "Psychosomatik" und dem "bio-psycho- sozialen Modell" sorgt dafür das aus den Köpfen der breiten Masse das Bild der chronisch entzündlichen Autoimmunkrankheiten als psychosomatische Erkrankung nicht herauszubekommen ist und immer wieder solche verunsicherten Fragen wie die von Poli auftreten ob das denn nun heisst das seine/ihre Krankheit nach Beseitigung der psychischen Stressoren wieder verschwindet wie sie kam.
    Ich glaube wir hatten hier vor einiger Zeit mal eine Diskussion zum Thema der Gefahren des Pauschalisierens... Auch hier besteht wieder die Gefahr das pauschalisiert wird.
    Ja die Erkrankung "Rheuma" hat unbestreitbar psychosomatische Aspekte, sie ist aber dennoch keine psychosomatische Krankheit die letztendlich durch eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie zu beseitigen wäre wie z.B. eine Angststörung die ja auch diverse körperliche Symptome macht. Dennoch wird dieser Eindruck immer wieder erweckt was im ungünstigsten Fall dazu führt das manche Betroffene möglicherweise erst mit starker Verspätung zu einem Rheumatologen und einer konsequenten immunmodulatorischen Therapie zugeführt werden.

    So, bevor ich mich wirklich hier hineinsteigere, lasse ich´s dabei bewenden...

    Schönen Abend
    Hexchen