Banditensocke
Bekanntes Mitglied
Guten Morgen in die Runde!
Ich möchte hier ein paar Gedanken niederschreiben, die mich immer mal wieder beschäftigen. Es geht um Respekt - Respekt vor dem Recht jedes Menschen, über sich und sein Leben, seinen Organismus selbst zu entscheiden, ohne dafür angegriffen, diffamiert, unter Druck gesetzt oder verängstigt zu werden.
Damit meine ich ausdrücklich nicht, dass es nicht erlaubt wäre, einen Diskurs zu führen, zu diskutieren, zu hinterfragen. Aber doch bitte achtsam, bei sich bleibend, Urteile vermeidend.
Es ist leider immer wieder so, dass Patienten, die einen alternativen Weg gehen, sowohl von Ärzten, aber auch von Mitpatienten, beispielsweise in Foren, massiv angegangen, unter Druck gesetzt, verängstigt, belächelt, abgewertet werden.
Muss das sein?
Eine leitlinienkonforme Behandlung ist NICHT der Goldstandard. Sie ist einfach etwas, worauf sich Gremien verständigt haben. Sie hinkt dem, was wir an neuen Erkenntnissen gewinnen, oft lange hinterher. Sie wird beispielsweise im Kontext Rheuma von Leitlinienwatch kritisch gesehen.
Sie ist dem Medizinsystem geschuldet, dem wir unterliegen und das bei uns beispielsweise dem Patienten kaum Zeit einräumt, oft nicht einmal genug Zeit, um ihm umfassend zuzuhören, so dass man sich ein Bild machen kann von den vielen Faktoren, die diesen Patienten beeinflussen. Diese Zeit wird nicht vergütet.
Unser System arbeitet vom Kleinen ins Kleinste, übersieht aber oft Reziprozitäten. Der umfassende, alles ins Kalkül ziehende Blick, die sorgsame Analyse bleibt oft aus, weil sich dafür niemand verantwortlich fühlt und, schlimmer noch, weil selten alle Informationen wirklich an einer Stelle zusammen kommen.
Lehre und Forschung leben von Finanzhilfen. Auch dabei gilt oft - und das dient längst nicht immer dem Wohl des Patienten - wer bezahlt bestimmt was gespielt wird.
Viele Patienten können ein Lied von den Auswirkungen dieses Systems auf sie ganz persönlich singen - und es hat eine Menge Strophen.
Das ist traurig genug. Noch schlimmer aber finde ich, dass Patienten, die andere Wege gehen, deshalb immer mal wieder wenig wertschätzend behandelt werden - und zwar bedauerlicherweise auch von Mitpatienten.
Ich muss nicht verstehen, warum ein Mensch Entscheidung X trifft oder sich der Medikamentengruppe Y verweigert. Ich muss es auch nicht gut heissen. Aber respektieren sollte ich es - und ihm in Diskussionen nicht mit Häme und Abwertung begegnen oder versuchen, ihm argumentative Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Auch das gehört für mich übrigens zum Thema "Gesundheit" - Achtsamkeit auf allen Ebenen und daher auch im Miteinander. Sich selbst und anderen respektvoll zu begegnen, Wahrnehmungen ernst zu nehmen, mit Offenheit und Interesse auch an erst einmal fremd scheinende Vorstellungen heran zu gehen - das scheint mir wünschenswert.
Wie seht Ihr das?
Liebe Grüße
Banditensocke
Ich möchte hier ein paar Gedanken niederschreiben, die mich immer mal wieder beschäftigen. Es geht um Respekt - Respekt vor dem Recht jedes Menschen, über sich und sein Leben, seinen Organismus selbst zu entscheiden, ohne dafür angegriffen, diffamiert, unter Druck gesetzt oder verängstigt zu werden.
Damit meine ich ausdrücklich nicht, dass es nicht erlaubt wäre, einen Diskurs zu führen, zu diskutieren, zu hinterfragen. Aber doch bitte achtsam, bei sich bleibend, Urteile vermeidend.
Es ist leider immer wieder so, dass Patienten, die einen alternativen Weg gehen, sowohl von Ärzten, aber auch von Mitpatienten, beispielsweise in Foren, massiv angegangen, unter Druck gesetzt, verängstigt, belächelt, abgewertet werden.
Muss das sein?
Eine leitlinienkonforme Behandlung ist NICHT der Goldstandard. Sie ist einfach etwas, worauf sich Gremien verständigt haben. Sie hinkt dem, was wir an neuen Erkenntnissen gewinnen, oft lange hinterher. Sie wird beispielsweise im Kontext Rheuma von Leitlinienwatch kritisch gesehen.
Sie ist dem Medizinsystem geschuldet, dem wir unterliegen und das bei uns beispielsweise dem Patienten kaum Zeit einräumt, oft nicht einmal genug Zeit, um ihm umfassend zuzuhören, so dass man sich ein Bild machen kann von den vielen Faktoren, die diesen Patienten beeinflussen. Diese Zeit wird nicht vergütet.
Unser System arbeitet vom Kleinen ins Kleinste, übersieht aber oft Reziprozitäten. Der umfassende, alles ins Kalkül ziehende Blick, die sorgsame Analyse bleibt oft aus, weil sich dafür niemand verantwortlich fühlt und, schlimmer noch, weil selten alle Informationen wirklich an einer Stelle zusammen kommen.
Lehre und Forschung leben von Finanzhilfen. Auch dabei gilt oft - und das dient längst nicht immer dem Wohl des Patienten - wer bezahlt bestimmt was gespielt wird.
Viele Patienten können ein Lied von den Auswirkungen dieses Systems auf sie ganz persönlich singen - und es hat eine Menge Strophen.
Das ist traurig genug. Noch schlimmer aber finde ich, dass Patienten, die andere Wege gehen, deshalb immer mal wieder wenig wertschätzend behandelt werden - und zwar bedauerlicherweise auch von Mitpatienten.
Ich muss nicht verstehen, warum ein Mensch Entscheidung X trifft oder sich der Medikamentengruppe Y verweigert. Ich muss es auch nicht gut heissen. Aber respektieren sollte ich es - und ihm in Diskussionen nicht mit Häme und Abwertung begegnen oder versuchen, ihm argumentative Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Auch das gehört für mich übrigens zum Thema "Gesundheit" - Achtsamkeit auf allen Ebenen und daher auch im Miteinander. Sich selbst und anderen respektvoll zu begegnen, Wahrnehmungen ernst zu nehmen, mit Offenheit und Interesse auch an erst einmal fremd scheinende Vorstellungen heran zu gehen - das scheint mir wünschenswert.
Wie seht Ihr das?
Liebe Grüße
Banditensocke



