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Resilienz- was ist das eigentlich?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von kukana, 27. September 2013.

  1. kukana

    kukana Moderatorin

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    ...das fragen sich sicher einige. Kann man das gebrauchen, warum und wozu?

    Resilienz ist die Fähigkeit gestärkt aus einer Situation hervorzugehen, indem man achtsamer ist und situationsbezogen reagiert. Eine Art Strategie mit der man unliebsame oder widrige Umstände angehen kann, sich damit auseinandersetzt und vielleicht sogar einen Nutzen daraus zieht.

    Ein Unglück als Schicksal zu erleben geht sicherlich, aber mit Akzeptanz für die Situation und deren Folgen. Gelassen zu überlegen und nicht voreilig hektisch zu reagieren hilft auch mit sein Leben aktiv zu erleben und zu gestalten. Schönreden einer Situation hilft nicht weit, besser erkennen was anders läuft und was man ändern könnte, ob man das überhaupt möchte oder doch sich lieber mit einer Gegebenheit arrangiert.

    Rundherum eine eher positive Haltung einzunehmen ist ein guter Baustein, der hilft auch Krisen zu bewältigen. Resilienz ist dem einen in die Wiege gelegt, aber andere müssen es sich mühsam aneignen und lernen. Sich selbst zu motivieren, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich eine Zukunft vorstellen können und wie man sie erreichen kann ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich das anzugehen.

    Rheuma erschlägt einen manchmal, ist unberechenbar, stur. Schön wäre es man könnte es ab und zu mal in die Ecke stellen und sich ausruhen. Statt dessen fordert es Aufmerksamkeit, morgens langsam alles durchbewegen, Tabletten nehmen, warten auf die hoffentlich bald einsetzende Wirkung. Arbeite soweit es geht, einkaufen haushalt - nur das Nötigste, damit es sich nicht (auf-)regt. Man kann sich an eine gewisse Regelmässigkeit anpassen, das braucht unser Rheuma nun mal. Zu bestimmten (Jahres- Tages-)zeiten gehts uns besser, zu anderen schlechter. Mit Akzeptanz und dem machen was möglich ist während der Zeit kommt man viel besser klar, als wenn man dagegen hält, kämpft, sich zusätzlich verspannt.

    Resilienz ist auch eine Fähigkeit aus Mist Gold zu machen, Schmerzen sind bei einem Rheumatiker nicht zu vermeiden, aber man kann lernen damit umzugehen ohne zu leiden. Aus einer harten Erfahrung eine Strategie für sein Leben zu entwickeln hilft sich auf die Zukunft mit Rheuma einzustellen und Krisen besser zu bewältigen.

    In den Foren gibt es sehr viele denen Resilienz abgeht. Es wird gejammert, aber auch Hilfe angeboten die viele nicht annehmen können / wollen. Dann müsste man sich ja mit seinem eigenen Problem auseinandersetzen. Ich hoffe, dass einige im Lauf der Jahre hier im Forum lernen können auch mit Rheuma positiv zu denken. Immerhin habt ihr alle hier ganz viele Leute kennen gelernt, die aufbauen und helfen. Ein weiterer Baustein den man nutzen kann widerstandsfähiger zu werden.

    In diesem Sinne - einen schönen Abend
    Kukana
     
  2. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    Danke Kukana,

    macht nachdenklich, da fast alles berechtigt.
     
  3. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Danke, kukana, für das Thema, das ich für außerordentlich wichtig halte :)
    Resilienz ist ein spannendes Phänomen und eine zumindest teilweise erlernbare Kompetenz ;)


    Hier ein paar Literaturtipps:

    Christina Berndt: Resilienz – Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft (06/2013)

    Monika Gruhl: Das Geheimnis starker Menschen – mit Resilienz aus der Überforderungsfalle (07/2011)

    Monika Gruhl: Die Strategie der Stehauf-Menschen – Krisen meistern mit Resilienz (02/2010)

    Sylvia Kéré von Wellensiek: Fels in der Brandung statt Hamster im Rad – Zehn praktische Schritte zu persönlicher Resilienz (03/2012)

    Monika Gruhl: Mit Resilienz leichter durch den Alltag – Das Trainingsbuch (02/2012)


    Liebe Grüße, Frau Meier
     
  4. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hi,
    ja von Frau Wellensiek hatte ich mal einiges gelesen und bei mir ist es so, dass ich was das Thema Rheuma angeht ganz gut damit klarkomme, ebenso mit anderen schwierigen Erlebnissen.
    Lediglich am Arbeistplatz ist es (für mich) sehr schwierig und ich weiß noch nicht obs an mir dann liegt, weil mein innerer Antreiber mir einflüstert:du musst schnell machen, du musst alles richtig machen. Oder auch an den äußeren Umständen: just in Time Logistik, alles schnell und korrekt, Großraumbüro, Lärm, ständig Unterbrechungen im Arbeitsfluss, nicht eine Minute abschalten können.

    Ich arbeite aber daran, ein Schritt war für mich die Entscheidung zur Teilzeit. Resilienz ist ja nicht irgendwann einfach da, sondern muss auch mit erarbeitet werden.
    Und jetzt sag ich mal Gut Nacht.
    Kukana
     
  5. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    hallo, kukana!

    danke für deinen interessanten beitrag.
    ich kannte den begriff "resilienz" bisher eher in dem zusammenhang, wie kinder aus ursprünglich ungünstigen verhältnissen trotzdem zurecht kommen im leben.
    liebe grüsse,
    ruth
     
  6. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo Ruth,

    Das "Trotzdem" ist wohl entscheidend, nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene. Das beinhaltet ja einem (negativen, kranken) Zustand zu trotzen und einen Weg daraus zu finden, um etwas positives aus der Situation zu machen. Einer Sache zu trotzen empfinde ich jetzt auch noch nicht als Kampf, sondern eher erkennen der Situation und Lösungen finden hinaus.

    Ich hab früher ein Poesiealbum gehabt und einen Spruch meiner Deutschlehrerin lange nicht verstanden:
    Wer tief hat durchmüssen
    und hinterherfeststellen konnte
    dass sich alles zu Guten wendete
    der fürchtet nichts mehr.

    Ich weiß jetzt nicht ob ich ihn so noch richtig in Erinnerung habe, aber inzwischen passt er zu mir.

    Gruß zum Samstag, Kuki
     
  7. moni3

    moni3 Aktives Mitglied

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    weis nicht ob das hier her passt.aber ich bekam heute ein buch zu lesn von rüdiger Dahlke mit dem titel Krankheit als weg.
    mal sehn klingt interessant vom titel.glg.moni
     
  8. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

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    Liebe Kuki,
    liebe Mitstreiter

    Also das mit der Resillenz war mir vollkommen neu - da hab ich aber gemerkt, dass ich eben mein Fortbildungspensum wirklich nur auf die medizinischen Dinge ausgerichtet hab.
    Hier sagt man halt: "Der is zäh wia oiods Stückal Rindsleder" wenn man einen menschen in diese Richtung beschreibt und das ist auch nur ungenau.

    Für mein Verständnis steht jedem Menschen das Recht zu, auch mal Phasen zu haben, wo er einen Durchhänger hat und selber Hilfe braucht. Schon allein das bitten um Hilfe zeigt schon wieder von innerer Stärke.
    Das wir irgendwie weitermachen (hier auf die Forenmitglieder bezogen) zeigt für mich die tatsache, das der harte kern trotz naller Rückschläge oder miesen Tage doch jeden tag sich aus dem Bett wälzt und zumindest hier mal nachliesst, wen nicht gar auf irgendwas eine Antwort schreibt. Hier findet man mehr "Stehaufmanderl" wie man erst denken würde - man muss eben die Parameter ein wenig verschieben.

    Nur stellt sich dann für mich die Frage - wie kann man sich selber fördern, wie kann man selber widerstandsfähger werden, wie fördert man die eigene Resillenz? Scher hat das auch damit zu tun, wie man erzogen wurde, wie man aufwuchs, was man für Lebenserfahrungen machte. Und wie man die Welt sieht.

    Vielleicht findet der eine oder andere noch ein wenig Material über dies Thema?

    Viele Grüße aus Oberbayern
    Sosch
     
  9. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo Soschn,
    ja das stimmt, allein hier im Forum sind jede Menge Menschen die wieder aufstehen und weiter machen. Trotz allem hat man auch miese Tage, das ist verständlich.

    Das Problem, dass andere gar nicht die Möglichkeit sehen etwas anders daran heranzugehen ist möglicherweise das man sich selbst "erkennen" muss?

    In einem Kurs hatte ich mal das Thema: wie sehe ich selbst mich und wie sehen die anderen mich. Man bekam also Antworten, in meinem Fall von 15 fremden Menschen, die mich gerade mal ein paar Tage kannten. das war hart. Ich werde total anders wahrgenommen als ich eigentlich bin. D.h. ich musste mich öffnen und das war/ist schwer.

    Vieleicht gehört das Thema Selbstreflexion auch mit dazu?
    Warum reagier ich auf bestimmte Worte?
    Wieso reg ich mich grad über den Kollegen auf?
    Wo tut es mir eigentlich wirklich weh?
    Wie geh ich auf andere zu?

    Gruß Kuki
     
  10. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    Hui, ihr Lieben,
    immer diese hübschen Tot-Schlag-Worte. ;)

    Sagt mir mein Hausarzt, mein Rheumatologe, der Kardiologe, der Gutachter für die GdB-Erhöhung demnächst
    "Was wollen Sie? Sie müssen an Ihrer Resilienz arbeiten! Wissen Sie überhaupt, wie Sie auf andere wirken!?!"

    Wie Soschn es schon so treffend formulierte,
    Sicher gibt es Menschen, die sich Jammern zum Hobby machen. In einem Betroffenen-Forum wie diesem, wird man sie wohl kaum finden. Die meisten haben wirklich Rheuma, vielleicht auch eine Form, die schwer zu diagnostizieren und behandeln ist. Manch einer hier hat Grund, sich mit Krankheit, Schmerz und teilweiser Hilflosigkeit auseinanderzusetzen. Oftmals ist es nötig sich verbal darüber mit seinen lieben Verwandten, Freunden, Kollegen, Ärzten und Physiotherapeuten zu verständigen.

    Ich habe nun mal den Vorteil, dass mein Immunsystem, als es im Säuglingsalter "ansprang", schon gleich gegen Körpereigenes agierte. Ich habe keinem Gesundsein nachzujammern, weil ich es nie gekannt habe. Ich durfte mich nur stückchenweise von dem, was ich trotzdem konnte, verabschieden. Vielleicht bin ich dadurch nicht komeptent genug, um über Jammern zu schreiben. Immerhin musste und konnte ich von Anfang an lernen, mit allen Problemen -möglichst unauffällig und allein- fertig zu werden.

    Woher kam mir nur kürzlich der Gedanke, Knast ist gar nicht so schlimm? Immerhin kriegt man da seine Wäsche gewaschen und jeden Tag Essen vorgesetzt. Ich habe die letzten Jahre im Beruf nicht verreisen können, ich hatte keine Freizeitvernügen, habe die Wochenenden und die Urlaube genutzt um mit großer Mühe meine Kleidung und Wohnung in Ordnung zu halten und Arzttermine wahrzunehmen. An vielen Tagen habe ich es nicht einmal geschafft mir etwas zu kochen, nachts konnte ich vor Sorge um meinen Lebensunterhalt und Schmerzen kaum schlafen und tagsüber fanden mich Kollegen unmöglich, weil ich nicht so lebte wie sie. - Ich erlaube mir darüber traurig und wütend zu sein. Es ist absolut nicht in Ordnung, wenn niemand zuhört und handelt. Krankheiten, die den Körper zerstören, sind nicht mit Resilienz zu tilgen. Damit, das ist meine Meinung als Demokrat, darf niemand abgefertigt werden. So etwas gehört ernst genommen und behandelt, zur Not braucht man eine Rente. Basta.

    Beruflich hatte ich häufig mit depressiven Menschen zu tun. Depression ist eine Krankheit. Ich möchte jeden ermutigen, sich mit Depression in fachärztliche und therapeutische Behandlung zu begeben. Es ist keine mangelnde "Selbsterkenntnis" es ist kein Charakterfehler. Da reicht kein Seminar. Depression kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann auch durch eine schwere körperliche Erkrankung ausgelöst sein, sich da "drauf setzen". Aber man kann lernen, was man selber tun kann, damit es nicht -wieder- so heftig wird.

    Ich hatte auch mit Menschen zu tun, die nach Schicksalsschlägen nicht mehr weiter wussten. Auch Krankheiten können Schicksalsschläge sein. Wohl dem, der wie Soschn sagt, die innere Kraft hat um Hilfe zu bitten. Wer diese Kraft oder diese Chance nicht hat, braucht Menschen, denen es auffällt, die Handeln, ihn an die Hand nehmen und zu den richtigen Helfern und Beratern führen. Da sind diese anderen Menschen gefragt, die wissen wo es lang geht, nicht derjenige selber, der gerade völlig verzweifelt und ratlos in dem tiefen dunklen Loch sitzt. Wer kann schon aus einem 10 Meter tiefen Loch mit glatten Wänden herausspringen? Das schafft nicht einmal ein Frosch.

    Manchmal muss man eine Strickleiter in das Loch herunterlasse, selber hinabsteigen, den anderen in eine große warme Decke -zuweilen heißen sie auch Psychotherapie oder Psychiatrika- hüllen und auf den eigenen Schultern herauftragen. Kann lange dauern, aber es hilft. :)

    Liebe ermunternde Grüße,
    Clara
     
  11. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo,

    der begriff ist mir neu, was es alles gibt ... g
    seelische widerstandsfähigkeit - das geheimnis starker menschen.
    ich glaube nicht, dass man resilenz "erlernen" kann, es müssen schon
    entsprechende anlagen vorhanden sein.

    ich versuche grundsätzlich positiv zu denken, aber durchhänger muss
    man sich erlauben dürfen, sonst wären wir roboter.. menschen sind unterschiedlich, wer dramatisiert, schnell negativ denkt, schnell an sich zweifelt, der wird mit dauerndem über sich nachdenken und kontrolle des eigenen verhaltens und empfindungen auch nicht glücklicher werden, sich vielleicht noch mehr stressen, um den vermeintlichen ansprüchen gerecht zu werden. ich glaube nicht mehr, dass man menschen so einfach ändern kann.

    jeder rmacht seine eigenen erfahrungen, meine sind dergestalt, dass es mir besser bekommt, wenn ich nicht alles psychisch durchkaue, nicht alles analysiere und nicht versuche mich dauernd zu optimieren, und ich muss sagen das erleichtert das leben ungemein! ;-) ich bin wie ich bin, ich habe meine fehler und akzeptiere sie, andere sind wie sie sind, und müssen so verbraucht werden, ich muss bestimmtes nicht gut finden, man kann auf einiges hinweisen, aber mehr auch nicht. ich glaube, vielen menschen wäre schon geholfen, wenn sie einfach nur lernen würden sich mit fehlern und schwächen zu akzeptieren, auch in bezug auf das krankheitsgeschehen ist das hilfreich.

    ich lese keine bücher mehr um etwas zu ändern, oder um mehr über mich zu erfahren, was ich weiss langt mir schon ....... gggggg

    einen lieben und positiven gruss rüberschmeiss, marie ;)
     
  12. kukana

    kukana Moderatorin

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    Ich schiebe das Thema "Resilienz" mal erneut hoch, denn in den letzten Jahren habe ich hier in den Foren viele Beiträge gelesen, wo man es durchaus anbringen könnte. Ebenso das Thema "Achtsamkeit" im Sinne von: auf sich selbst achten aber ohne jammern, sondern eher nach Lösungen suchen.

    Vielleicht können wir das ja mal weiter diskutieren.

    LG Kukana
     
  13. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Danke Kukana, ist ein gutes und wichtiges Thema.

    Die persönliche Komponente, die evt. ausarten könnte, wie Du befürchtest, aischa, macht das Thema ja so brisant.
    Meine HÄ meint immer, ich sei "zäh wie Juchtenleder". Ich glaube, das würde mein Rheumatologe gerade anders sehen. ;)
    Ich versuche immer, mir meine eigenen vorhandenen Möglichkeiten aufzuzählen: Arbeiten können, mobil zu sein, in einem gewissen Umfang reisen zu können usw. Ich sage mir, daß es jede Menge Menschen gibt, die auch froh über diese Möglichkeiten wären, sie aber nicht haben, denen es also viel schlechter geht als mir. Also warum sollte ich jammern? Trotzdem findet man sich auch in Situationen wieder, in denen man sich einfach nur jammervoll findet. Nur muß ich das ja nicht unbedingt jedem aufdrängen. Und zum anderen abwägen, ob der Grund für das persönliche Elend wirklich so weltbewegend und beschränkend ist.

    Ist schon nicht ganz einfach.
     
    #13 8. Mai 2017
    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2017
  14. Mimmi

    Mimmi Kleine Naschkatze

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    Danke Kukana,

    gutes Thema! Schauen wir mal, was daraus wird!

    LG
    Mimmi
     
  15. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    Resilienz ist die Fähigkeit chronisch kranker, schwerbehinderter Menschen sich trotz der haltlosen Anforderungen von Seiten einer unaufgeklärten und intoleranten Gesellschaft sich einen kleinen, aber dennoch stabilisierenden Über-Lebensraum zu schaffen, und darin stolz auf sich zu sein.

    Man kann sich einreden, alles wäre gut.

    Man kann aber auch die Schwächen erkennen; und 'verbraucht' die Menschen so wie sie sind.
     
  16. die Manu

    die Manu Aktives Mitglied

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    Zum Thema:
    Resilienz, was ist das eigentlich ...?

    Tja, eine Herausforderung an Achtsamkeit allemal, kommt mir spontan in den Sinn.
    Weiters bedeutet diese für mich eine bestimmte innere Haltung betreffend der Akzeptanz verschiedener Dinge
    sowie ein Gewahr sein unterschiedlicher Situationen.


    Als chronisch Erkrankte ist mir eine gewisse Umsichtigkeit und Wachsamkeit wichtig
    und ich versuche weiterhin mit allen Sinnen, im Hier und Jetzt aufmerksam da zu sein.
    Jeder Tag hat seine Herausforderungen sowie Sinnmöglichkeiten und es liegt an mir,
    diese anzunehmen, damit umzugehen bzw. dazulernen und darauf antworten zu wollen.
    Daher ist es mir wichtig, im Alltagsleben "die Augen offen zu halten"
    um sozusagen "den Sinn des Augenblickes" bewusst erkennen und gestaltend verwirklichen zu können.

    Weiters ist mir von Bedeutung, bei gesundheitlichen Problemen, den Blickwinkel darauf zu richten,
    was trotz eingeschränkter Lebensqualität, noch möglich ist, als die Gedanken darüber kreisen zu lassen,
    was nun nicht mehr möglich ist, sowie das Bestmögliche aus verschiedenen Situationen zu machen.

    Aufgrund meiner bisherigen, krankheitsbedingten Lebenserfahrungen,
    wende ich mein Augenmerk nicht nur auf das zeitlich Irdische - d.h. auf die vergänglichen Dinge,
    sondern auch zuversichtlich auf das Unvergängliche und ewig Seiende. :)

    Des Weiteren
    erlebte ich bisher, dass die Gesinnung von Dankbarkeit,
    betreffend kleiner wie großer positiver Ereignisse im Alltagsleben,
    ein zufriedenes Gemüt bewirkt.

    Soweit mal zu meinen persönlichen Erfahrungen.
     
    #16 8. Mai 2017
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2017