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Remission

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von charlotte, 21. Mai 2010.

  1. charlotte

    charlotte Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich bin einigermaßen verwirrt, mir wurde immer gesagt, cP sei nicht heilbar. In diesem artikel steht ganz unten aber etwas von Heilung:
    http://www.rheuma-online.de/a-z/r/remission.html

    Was ist davon zu halten? Ich selber kenne zwei Leute persönlich, die wegen rheumatischer Beschwerden behandelt wurden und nun beide seit über 5 Jahren beschwerdefrei sind. Bei der einen "ging es einfach von selber weg", die andere schreibt ihre Heilung der intensive Auseinandersetzung mit der psychosomatischen Seite der Krankheit zu.

    Als ich meine Ärztin darauf angesprochen habe, meinte sie, die beiden hätten dann mit Sicherheit keine cP gehabt, denn die gehe nicht weg.

    Also was nu?

    Grüße
    Charlotte
     
  2. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Charlotte!
    Es kommt denke ich darauf an, wie weit fortgeschritten die Erkrankung schon war, bevor sie mit den entsprechenden Medikamenten behandelt wurden, d.h. schon vorhandene Gelenkschäden lassen sich nicht wieder gut machen.
    Durch die Medikamenten wie z.B. MTX soll das fortschreiten der Gelenkschäden aufgehalten werden.
    Wenn also jemand die Diagnose früh bekommt und gleich mit entsprechenden Medikamenten eingestellt wird, sind die Chancen relativ groß, daß die Symptomatik nicht sehr ausgeprägt ist und Du z.B.im Alltag wenig Einschränkungen hast.

    Leider spricht ist es in der Praxis ja so, daß die Diagnose sehr spät kommt und die Gelenkschäden schon sehr ausgeprägt sind. Die gehen natürlich nicht mehr weg, man kann, mit etwas Glück, das Fortschreiten unter Medikamentengabe verhindern, aber wenn Du mit der Basistherapie aufhörst, dann kann es jederzeit wieder zu einem Schub kommen, insofern ist das richtig, was deine Ärztin sagt, daß Rheuma nicht heilbar ist!!

    LG Josie
     
  3. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @charlotte
    Rheuma läßt sich beeinflussen durch die Eliminierung der auslösenden Faktoren. Soll heißen, bei vielen ist es schlicht haufenweise Stress, der von den betreffenden Personen so gar nicht wahrgenommen wird / wurde. Mein Beispiel hierzu: Ich habe gerade vor kurzem feststellen müssen, daß mein eigener Bruder seit Jahrzehnten ein immenser Stressfaktor für mich war. Nachdem ich dort dann den Riegel vorgelegt habe, fiel mir regelrecht ein riesiger Brocken vom Gemüt.

    Remissionen lassen sich zum einen durch frühzeitige Medikation erreichen, zum anderen aber eben durch Anpassung an die Krankheit, soll heißen, Vermeidung der auslösenden Faktoren (Überbeanspruchung von Körper und Geist, Stressmeidung bzw. Eliminierung der Stressfaktoren). Von einer Heilung würde ich aber auch nach langfristiger Remission nicht sprechen. Es würde ausreichen, daß die betroffene Person wieder in ähnlicher Weise wie vor dem Ausbruch der Krankheit agiert, um u.U. wieder einen Schub zu bekommen. Mithin sehe ich allerdings bei angepaßter, aufmerksamer Lebensweise durchaus Chance, eine Remission über Jahre hinweg auszudehnen.

    Aus meiner eigenen Erfahrung liegen mir eine 3-jährige und jetzt auch schon wieder eine 2-jährige Remission vor.
     
  4. charlotte

    charlotte Neues Mitglied

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    Hallo,
    vielen Dank erstmal für eure Antworten!

    Vielleicht zur Erläuterung kurz zu meiner Geschichte: bei mir brach vor 3 Jahren ganz plötzlich und heftig cP aus,allerdings sehr untypisch. ich habe bis heute überhaupt keine Rheumafaktoren oder snstiges im Blut, einzig crp und BSG waren stark erhöht, ich hatte noch nie Morgensteifigkeit, während der ganzen Zeit war nur einmal mein Handgelenk stark geschwollen, die Finger- und Zehengelenke waren noch nie betroffen, nur die großen Gelenke schmerzten sehr, auch der ganze Rücken und die Sehnen. Bis heute habe ich noch keine eindeutige Diagnose, nur einen dringenden Verdacht, ich denke, nachdem alles untersucht und ausgeschlossen wurde, hat man als Ausschlussdiagnose cP vermutet.

    Ich habe dann MTX und Cortison bekommen. Das MTX hat fast 7 Monate lang überhaupt nichts genützt, aber das Cortison hat sehr schnell geholfen. Nach besagten 7 Monaten war ich dann bis auf kleinere Episoden schmerzfrei, seit fast einem Jahr jetzt bin ich gänzlich beschwerdefrei.

    Das Cortison habe ich inzwischen ausgeschlichen, das MTX mittlerweile schleichend von 15 auf 10 mg reduziert und oft auch weggelassen, da ich leider als Nebenwirkung sehr häufig Infekte habe und es dann nicht nehmen wollte.

    Irgendwie habe ich immer noch die Hoffnung, dass die Ärzte sich mit der Diagnose getäuscht haben (vielleicht hat mir das MTX ja auch nie geholfen und es wurde einfach von allein wieder besser??) oder ich durch die frühe Diagnose und Behandlung "nochmal mit dem Schrecken davongekommen bin."

    Andererseits habe ich bei jedem kleinen Ziehen immer die Panik, dass die Beschwerden zurückkommen.

    Ich denke, dass das ganze auch vielleicht die Reaktion auf ein psychisch sehr belastendes Ereignis gewesen sein könnten und überlege deshalb, ob mir vielleicht eine Therapie helfen könnte.

    Deshalb interessiert mich deine Geschichte natürlich besonders, Tennismieze! Was geschah denn nach deiner ersten Remission, warum und wie kam die Krankheit zurück? Und warst/bist du in der Remission auch medikamentenfrei?

    Viele Grüße
    Charlotte
     
  5. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @charlotte
    Beide Remissionsphasen waren komplett medikamentenfrei, weder Basis noch Schmerzmittel waren nötig. Die erste Remission wurde hauptsächlich durch Stress beendet. Zu dem schon genannten privaten Stress kam jede Menge teils durch mich selbst verursachter Stress im Betrieb. Dazu wollte ich natürlich noch meinen Haushalt schaffen und Sport treiben und alles full power. Zu der Zeit hatte ich noch gar nicht begriffen, was krank sein heißt.

    Inzwischen habe ich zwangsläufig eine Menge vor allem über mich selbst und meine Leistungsgrenzen lernen müssen. Jetzt ziehe ich die Notbremse, wenn auch nur ein Anflug von "zuviel machen" in der Luft liegt. Dann habe ich die Gewähr, daß nur mal ein sehr geringes Maß an Beschwerden sich bemerkbar macht als Warnsignal, diese sich aber gleich wieder verabschieden. Würde ich einfach ungeachtet dieser winzigen Warnsignale weitermachen, würden sich die Beschwerden bis zu einem Schub verstärken. Das muß ich wirklich nicht noch mal haben.