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Remicade und Entzündungen

Dieses Thema im Forum "Biologische Therapien (Biologika und niedermolekul" wurde erstellt von trombone, 19. August 2004.

  1. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo,

    habe mal wieder eine Frage:

    Ich bekomme ja seit Feb. 04 Remicade. Z.Zt. ist die Dosis 700 mg alle 3 Wochen. Ausnahmsweise bekomme ich die nächste Infusion erst nach 4 Wochen weil ich aus berufl. Gründen den Termin nicht halten konnte (muss aber wohl dann mit dem Cortison wieder höher gehen, da ich das Nachlassen der Wirkung schon ziemlich merke). Nun zu meiner Frage:
    Mein Rheuma-Doc, mit dem ich gestern wegen der Terminverlegung gesprochen habe, meinte dass wegen meiner Zahnschmerzen (Ursache noch unbekannt, spricht aber auf Remicade super gut an) die nächste Infusion vielleicht nicht gegeben werden kann. Das Problem das ich habe ist aber, dass wenn ich das Remicade nicht bekommen würde ich wohl
    1. nicht mehr arbeiten gehen kann
    2. die Zahnschmerzen wohl wieder schlimmer werden

    Außerdem habe ich ja das Problem, dass ich wg. meiner Thrombose Marcumar nehmen muss, wodurch operative Eingriffe bzw. Zähneziehn ja nicht so unbedingt einfach sind.
    Außerdem macht sich die Nebenwirkung der Wundheilungsstörungen von Remicade/MTX bemerkbar (hatte im Mai eine PE am Gaumen - ist immer noch nicht ganz verheilt), also will mein Zahnarzt da auf gar keinen Fall ran - das wiederum hieße, dass eine Weiterbehandlung mit Remicade wohl nicht möglich wäre :mad: :mad: :mad:

    Welche Erfahrungen habt Ihr den so mit Infekten/Entzündungen unter Remicade gemacht???

    Bin für jeden Tip dankbar

    Birgit
     
  2. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Remicade

    Hi Birgit
    Remicade ? Bekommst Du "Infliximab" ? , da sind jedoch bei uns die Abstände zwischen den Infusionen 6 Wochen und es wird gewichtsabhängig und entsprechend der Krankheitsintensität gegeben (angemischt). Zu den bekannten Nebenwirkungen sind einige Probleme hinzugekommen insbesondere die Infektionsgefahr spielt wohl eine große Rolle.
    Bei mir werden "Zähneziehen" oder ähnliche Behandlungen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen und terminlich mittig der Infusion gelegt.
    Die Frage eines Infektes oder ähnlich wird genau beachtet, bestimmte Probleme müssen telefonisch geklärt werden. Ich habe eine Art Notfallausweis.
    Also sicher bei Dir auch diese Problematik "Angst vor Infektionen". Ich würde das nocheinmal genau absprechen. Und terminliche Verschiebungen der Infusionsgaben sind wohl nicht so gut.
    Ja soweit erstmal "merre"
     
  3. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo merre,

    ich bekomme wirklich Remicade und das im Abstand von 3 Wochen!!!! Dadurch das Remicade i.V.m. MTX (25 mg) die erste Basis ist die wirklich hilft (allerdings leider z.Zt. nur für etwa 10 - 12 Tage) ist von der Rheumaambulanz der MHH der 3-Wochen-Rhytmus festgelegt worden. Die "Sondermaßnahmen" bzgl. Remicade weiss ich schon (habe mich ja auch nach meiner Thrombose sofort dort gemeldet) - nur wegen der Zahnschmerzen ist man z.Zt. ziemlich unschlüssig und das sowohl in der MHH wie auch bei meinen HNO und auch beim Zahnarzt (keiner will so richtig eine Entscheidung treffen). Mir wäre es natürlich am liebsten man würde die Remicade so weiterlaufen lassen wie bisher, da ich ansonsten nicht weiss wie ich meinen Hausinternen Büroumzug (von EG in den 3. Stock) überleben soll :( .

    Na ja ich werde es ja nächste Woche Freitag merken zu was man sich entschieden hat (kann schon jetzt keine Nacht mehr durchschlafen und das Schreiben - auch auf der Computertastatur wird deutlich mühsamer).

    Wünsche allen ein schönes Wochenende
    Birgit
     
  4. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Remicade

    Hi Birgit
    Ja ich denke, daß man die entsprechende Menge bei Dir als Kombinationstherapie zu MTX festgelegt hat.
    In unserer Studie bekommen wir Infliximab "solo" und dieses Medikament kommt direkt aus den USA.
    Heute hat man zum Beispiel vor der Infusion eine ziemlich gründliche Untersuchung vorgenommen und zig Röhrchen Blutproben genommen. Diese werden zum Teil auch im Ausland geprüft.
    Die hauptsächlichen Probleme mit Remicade werden zur Zeit wohl in der Störung des Immunsystems gesehen, sowie in einer erhöhten Infektionsgefahr. Es besteht wahrscheinlich Immunität gegen bestimmte Medikamente, die auch diese Mausanteile enthalten. Die Wirkung von Antibiotika kann also im Einzelfall ausbleiben.
    Ich habe Probleme mit den Zähnen, einerseits mußten welche gezogen werden andererseits bekomme ich Zahnschmerzen, die sich in der Folge als Störung des Trigeminusnervs herausstellen und auch als Auswirkung einer Kiefergelenksmyoarthropatie. Diese Beschwerden sind wohl bei einigen Patienten aufgetreten.
    Betreffs der Behandlung beim Zahnarzt sollte sich eine Lösung finden.
    Die Problematik HNO könnte aus den Problemen bezüglich der Tuberkolinfrage herrühren. Aber bei entsprechendem Test vor Medikamentenzulassung eigentlich auch kein Problem.
    In Einzelfällen haben Patienten eine Art Immunität auf Remicade entwicklet. Man ist dann wohl auf Enbrel gegangen oder die neue Form Adalimumab.
    Ich hab auch noch einen Link zu Inflixi "http://www.pei.de/professionals/remicade_2002.htm"
    Na denn alles Gute "merre"
     
  5. Nina

    Nina early bird

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    Hallo Birgit,
    ich wurde 1 1/2 Jahre mit emicade zusammen mit MTX behandelt.
    Dann hatte ich monatelang eine Halsentzündung und an drei nebeneinander liegenden Zähnen eine Zahnwurzelentzündung bekommen, weshalb dann die Wurzeln abgetötet werden mussten.
    Ob es einen Zusammenhang mit Remicade gab, war damals nicht klar.
    Bei dir wird Remicade offensichtlich sehr hoch dosiert. Ich habe damals 150mg, also 3mg/kg Körpergewicht, alle 4 Wochen bekommen.
    Vielleicht hängen deine Zahnprobleme doch mit der Remicadetherapie zusammen.
    Alles Gute
    Nina
     
  6. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Zahnschmerzen und kein Ende ...

    war heute morgen zur Kontrolluntersuchung beim HNO (Vertretung, da mein eigentlicher HNO aus gesundheitlichen Gründen zur Zeit nicht praktiziert - aber hoffentlich bald wieder fit ist). Dieser meinte, dass es am ehesten eine Zahnwurzelentzündung sein müsste. Diese Entzündung wäre seiner Meinung nach so weit fortgeschritten, so dass Medikamente wohl nicht mehr helfen würden. Aufgrund meiner Medikamenten- und Rheumakarriere würde er am ehesten zum ziehen von 2 -3 Zähnen raten :mad: . Er selber könnte da nichts machen - war aber auch nicht bereit eine Endoskopie der Nebenhöhlen zu machen. Auch auf meinen Einwand hin, dass ich aufgrund von MTX und Remicade z.Zt. unter erheblichen Wundheilungsstörungen leide und eine Heilung dieser Wunden sicher mehrere Monate dauern würde tat er - zumindest hatte ich diesen Eindruck - meinte er, dass die von ihm vorgeschlagene Behandlungsart die einzige Möglichkeit wäre.

    Diese tolle Auskunft bekam ich an meinem ersten Urlaubstag - wobei der letzte Arbeitstag wirklich toll :( abgelaufen ist. Wir müssen in nächster Zeit mit dem gesamten Büro vom Erdgeschoss in den 3. Stock umziehn. Da ich den eigentlichen Umzug nicht mitbekomme (fange erst im Oktober wieder an zu arbeiten) musste ich meine ganzen Akten etc. einpacken (ca. 40 Umzugskatons). Beim allerletzten Katon hat dann das ISG bds. gemeint, dass es ihm jetzt reichen würde - mit dem Ergebnis, dass ich beim Laufen super Probleme habe (kann mittlerweile schon wieder das Bein etwas anheben - ging gestern auch nicht). In der Hoffung auf Hilfe durch meinen HA bin ich zu ihm. Leider hatte ich vergessen, dass er wegen dem Marcumar derzeit keine Injektionen setzten kann :mad: :mad: .
    .. und jetzt auch noch diese tolle Nachricht. Habe dann am Nachmittag noch mit meinem Zahnarzt gesprochen (hat netter Weise von sich aus zurückgerufen, da er heute morgen in einer Behandlung war). Ich weiss nicht mehr, was ich ohne ihn machen würde (hat mir bei meinem Unfall vor 4 Jahren schon super geholfen, ohne ihn würde es mir heute bestimmt deutlich schlechter gehen).
    Wir haben zunächst vereinbart, eine zweite Meinung einzuholen, da er nicht glaubt, dass es sich um eine "Aktive" Entzündung handelt. Er möchte, dass auf jeden Fall eine Endoskopie der Nebenhöhlen gemacht wird und evtl. auch noch ein CT (um eine Entzündung definitiv ausschließen zu können). Die Zähne ziehen würde er sich (glücklicherweise) derzeit weigern, dass wäre etwas was man machen könnte, wenn diese es nötig hätten, aber bestimmt nicht jetzt.
    Jetzt darf ich erstmal abwarten und meine Zahnschmerzen weiter pflegen - bin mal gespannt wie es weiter geht.

    Nachdem ich heute vormittag doch ziemlich am Boden zerstört war, geht es mir - nach dem Gespräch mit meinem Zahnarzt - doch schon etwas besser.

    Oh - ich seh gerade, dass ich mal wieder einen Roman geschrieben habe - tut mir wirklich leid.

    Wünsche Euch noch einen schönen Abend

    Birgit
     
  7. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Zahnweh

    Hi Birgit
    Ja richtig was Dein Zahnarzt sagt. Die Schmerzen müssen nicht ursächlich mit den Zähnen zu tun haben. Und bei einer solchen , wenn aktiven Entzündung würde meine Klinik Remicade absetzen.
    Aber wie schon bemerkt gibt es Erfahrungen, daß Zahnprobleme bei Remicade in unterschiedlichster Form aufgetreten sind. Oftmals als sogenannte Pseudoschmerzen.
    Gute Besserung "merre"
     
  8. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hi,
    ich habe unter 15 mg MTX, 14 tgl. Humira/Adalimumab (rein humaner Antikörper) und 10 mg Predniloson keine Wundheilungsstörungen. Habe Gürtelrose und 2 Hand OPs und M. Sudeck hinter mir und die Medikamente nur kurzfristig ausgesetzt, Wenn es nach meinem rheumatol. Internisten gegangen wäre, hätte ich möglichst gar nichts abgesetzt, der Chirurg wollte auch noch das Cortison absetzen, habe mich geweigert. Die Heilung war trotzdem perfekt. Obwohl Humira bei vielen wohl eine verstärkte Infektion der oberen Atemwege begünstigen soll, ist bei mir das Gegenteil der Fall. Seit 14 Jahren leide ich wegen Überempfindlichkeit an chron. Bronchitis (bin Nichtraucher). Meine Beschwerden mit den Bronchien besserten sich unter MTX und Humira ganz langsam, genauso wie meine RA, seit meine BSG und das CRP gegen Normal gehen, sind auch meine Bronchialbeschwerden zum Erliegen gekommen! Ich kann es noch gar nicht glauben. Bei mir greifen diese Medikamente offensichtlich wohltuend in die Autoimmunkrankeiten ein - langsam - aber immerhin. Bin seit ein paar Wochen ein anderer Mensch.
    Beste Grüße von Susanne
     
  9. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo merre,

    auf meinen HNO muss ich wohl noch weiter verzichten - soll mal Ende des Monats anrufen, ob mein Termin am 07.10. gehalten werden kann (hoffentlich). Das mit den Pseudozahnschmerzen ist ein guter Tip - den werde ich auf jeden Fall meinem mitteilen.



    Hallo Susanne,

    das mit den zurückgehenden Infekten habe ich auch schon gemerkt, aber das bereits unter Enbrel, das habe ich von Nov. 03 - Feb. 04 genommen. Leider hat ein MB sich hiervon nicht beindrucken lassen, so das im Februar auf Remicade ungestellt wurde. Außerdem merke ich, dass mein Asthma (zumindest an trockenen Tagen) mir nicht mehr ganz so zusetzt (muss aber derzeit alle Medis hierfür weiternehmen).

    Der letzte Versuch, den Remicadeintervall von 3 auf 4 Wochen hochzusetzen ist leider gescheitert. Ich musste mit dem Cortison wieder auf 15 mg hoch und zusätzlich auch noch Celebrex 200 (2xtägl.) draufpacken. Jetzt wird wieder ein 3-Wochenrhythmus gefahren.

    Das mit den Wundheilungsstörungen habe ich aber auch nur an meiner PE am Gaumen gemerkt. Die Op war im Mai und z.Zt. sieht das Gebiet aus, als wenn die OP vor 2-3 Wochen gewesen wäre - aber es wird langsam besser:D

    Danke für Euere Anworten

    Birgit (die ihren ersten - richtigen - Urlaubstag genießt)