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Reisen mit Rheuma

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Ann-Kathrin / Thischa, 17. Februar 2002.

  1. Holla Mädels und Jungs,

    ich war mir jetzt nicht ganz sicher, welches Forum ich für meine Frage wählen sollte - aber da dieses Forum hier entstanden ist, weil ich drüben was übers Reisen geschrieben hab, hab ich mich dazu entschlossen hier zu posten.

    Also, folgendes:

    Ich habe vor nächstes Jahr für mindestens ein halbes Jahr ins Ausland zu verschwinden (Zivilisation gibts da auch ;-), weiss aber nicht genau, wie ich das mit meinem Rheuma regeln soll.
    War jemand von euch schon mal länger weg? Wie weit hattet ihr damals euer Rheuma im Griff, habt ihr euch dann da unten einen Artz gesucht, oder seid ihr immer wieder nach Dtld zurückgeflogen?
    Wäre nett, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet!

    Grüsse aus dem sonnigen Bayern
    atti
     
  2. Thomas

    Thomas Guest

    Hallo Atti.

    Bin trotz schwerem Rheuma sehr viel unterwegs. Wenn Du hier 6 Monate ohne Arzt auskommst, ist das im Ausland auch kein Problem. Musst halt genügend Medikamente mitnehmen. Je nach dem wohin Du fährst, kann es empfehlenswert sein, vom Arzt eine Bestätigung in Englisch ausstellen zu lassen, dass Du Pillenjunkie bist. Hat mir mal gute Dienste an der Grenze Mexico -Guatemala geleistet. Ich such mir vor Reiseantritt immer ein bestimmten Arzt oder ein Krankenhaus im Zielland aus, wohin ich mich dann im absoluten Notfall wenden könnte. Entsprechende Adresse über deutschsprachige Ärzte gibts übrigens beim ADAC.
    In diesem Sinne vergess die oberbayerischen Seen, es gibt schönere Strände, viel Spass beim traveln

    Thomas
     
  3. Hallo Thomas,

    nix oberbayrische Seen, ich angel in schwäbischen Tümpeln ;-)

    Danke für deine Antwort.
    Im Moment komm ich leider keine Woche ohne Arzt aus (MTX-Spritze), aber das lässt sich ja ändern.
    Die Thailandtour hab ich heuer schon auf Anraten meiner Ärztin platzen lassen, aber ich fahr jetzt nach Alaska ein paar Wochen. Das immerhin musste sie dann akzeptieren.
    Es geht vor allem darum, dass ich in einem Jahr für längere Zeit nach GB/Schottland gehen will - und vom Gesundheitssystem dort hab ich nix gutes gehört. Da ist der Tip mit dem ADAC schon gut - geben die auch an, welche Ärzte gut sind? Und was heisst eigentlich Rheumaart auf Englisch?
    Und - bloss der Neugierde halber ;-) - wo war dir der Schrieb für den Pillenjunkie denn nützlich?

    Fragen über Fragen,
    atti
     
  4. Rosie

    Rosie Guest

    Hallo Atti,

    ich heisse Rosie, bin Engländerin, 36 Jahre alt und habe 12 Jahre in München gelebt. Wohne seit Juli 2001 in Mexiko-Stadt!! Habe cP (seit 18 Jahren), d.h. ich kenne die englische und die deutsche Gesundheitssystemen sehr gut. In Mexiko habe ich einen deutschsprachigen Rheumatologen gefunden, es klappt mit der Versorgung (Medikamente, Blutuntersuchungen, etc.) sehr gut. Das Klima hier (warm und trocken) tut mir gut.
    Ich kann Dir nur raten, mal ins Ausland zu gehen - Schottland ist ja nicht so exotisch und es ist ein wunderschönes Land! In England geht man zuerst zum Hausarzt und wird dann zum Rheumatologen überwiesen.
    Falls Du noch Fragen hast, stehe ich zur Verfügung.
    Good luck with your plans,

    Rosie
     
  5. Hallo Rosie...

    gibt es für Schottland, speziell Edinburgh, eine Ärzteliste o.ä.? Und wie mach ich das mit der Krankenkasse und Bezahlungen und so, kannst du mir da genaueres sagen?


    Grüsse
    atti
     
  6. Thomas

    Thomas Guest

    Hallo Atti.

    Vergesse immer, dass zu Bayern ja auch Schwaben gehört. Im Erfahrungsaustausch gibt es für Dich einen interessantes Thema vom 27.2.02. MTX selber spritzen, nachfolgend ein kleiner Auszug:

    "die Kliniken ziehen das Mittel selbst auf Spritze, Fertigspritzen in der Dosierung gibt es m.E. momentan nur von Wyeth.

    Frag doch mal bei denen direkt nach, warum das so "Brummer" sein müssen. Wenn sich Kinder selbst spritzen, haben die ja u.U. auch nicht die Möglichkeit, das dann selbst zu tun.

    Tel. Wyeth, Münster: 0251-204-0, Fax 0251-204-1128"

    Könnte interessant fürs Reisen sein.

    War übrigens selbst schon mehrmals in Thailand, total problemlos zum Rucksackreisen. Medizinische Versorgung in den Städten in der Regel sehr gut. Habe einige Arztadressen, falls Du doch mal hinfahren solltest. Es sind allerdings je nach dem wo man hinfährt einige Impfungen und event. auch Malariaprophylaxe notwendig. Weiss natürlich nicht ob sich das mit Deinen Medikamenten verträgt.

    Alles in allem genauso problemlos wie die USA - und ein Vorteil schön warm.

    Zu Deiner Frage:
    Als ich drei Monate in Mexico / Guatemala unterwegs war, hatte ich immerhin ca. 300 Stück Tabletten im Rucksack. Und das hat dann dem mexikanischen Zöllner bei der Einreise von Guatemala beim Durchsuchen meines Rucksacks leuchtende Augen beschert. Er glaubte nämlich ein Drogenversteck entdeckt zu haben. Nun denn mit dem bereits angesprochenen Schreiben meines Arztes konnte dieses Missverständnis dann doch für mexikanische Verhältnisse schnell geklärt werden. Und man darf natürlich nicht vergessen, das schlimmste für mich wäre gewesen die Schmerztabletten abzuliefern.

    Servus und viel Spass beim Reisen (was machst du denn in Alaska, fischen?).
     
  7. kukana

    kukana Guest

    oh hab noch was an info, guck mal rein:

    http://www.arthritiscare.org.uk/campaigns/detail.cfm?campaignid=80&region=scotland


    grussssssssssss kuki
     
  8. simi

    simi Guest

    hallo atti,
    ja besorg dir mal ein schreiben von deinem arzt, was die medikamente angeht, besonders die schmerzmittel. hatte bei meiner letzten usa-reise ( 5 wochen ) 8 flaschen valoron im gepäck und hätte ohne begleitschreiben bei dem bornierten zöllner grosse probleme gehabt. hatte auch das enbrel mit in ner kleinen kühltasche, das ging ganz problemlos. gab diese immer in den motels und an tankstellen ab bis zum nächsten tag oder bis zur abreise zu einem anderen ziel. bei zweiflern wedelte ich immer mit dem attest vom arzt auf englisch, von wegen schwere rheumatische erkrankung. in alaska kannst du das enbrel ja in nen eisberg stecken lach.
    war in montana bei einem generalisten, der sich gut mit rheuma auskannte und mir ne kortisonspritze ins gelenk verpasste. hatte kriminelle schmerzen im fuss vom autofahren. in 2 tagen wars wieder gut. wurde da anständiger und menschlicher behandelt, als es manchmal der fall ist daheim. kostete allerdings auch happige hundert dollar. aber ne anständige versicherung ( die ich natürlich nicht gemacht hatte ), wäre auch teuer gekommen.
    da ich nicht in deutschland wohne, kann ich dir nichts über krankenkasse/versicherung etc sagen.
    reisen find ich toll und anderes klima/leute haben sich bis jetzt immer nur positiv auf mich und meine cp ausgewirkt!!!!
    pass gut auf dich auf, gelle!!
    mit liebem gruss
    simi
     
  9. Holla!

    Thomas:
    ja tatsächlich fischen ;-) Ich hab am 2.März meine Fischerprüfung, und danach geh ich auf Kingsalmon in Alaska. (Ich weiss, dazu hätt ich den Schein nicht gebraucht ;-)
    Das mit MTX hatte ich schon gelesen. Hab mit meiner Rheumatologin heut auch schon über selber spritzen oder Tabletten geredet, sind aber noch zu keinem Schluss gekommen. Mal sehen.
    So einen Schein werd ich mir dann natürlich ausstellen lassen...grob überschlagen muss ich nämlich (nach dem Momentanstand) auch 231 Tabletten mitnehmen.
    Das mit den Impfungen ist natürlich so ne Sache, wenn man immunsuppremiert ist....ausserdem hab ich ne Heidenangst vor Impfungen, seit ein Arzt mal meinte, dass sich mein MCTD auch durch die Hepatitis-Impfung ausgelöst haben könnte.....

    Kuki:
    wow, wieder mal ne Info-Flut ;-) Vielen Dank. Ich werd mir das alles mal genauer ankucken, und dort vielleicht mal hinschreiben (telefonieren trau ich mich net ganz ;-)... ich hab schon so viel grauenvolles vom englischen Gesundheitssystem gehört, mir schlottern jetzt schon die Knie. Wahrscheinlich flieg ich alle drei Monate heim zum Check-up *grins*

    Simi:
    Jo, reisen is klasse......werds mir nicht nehmen lassen. Auch nicht von meiner Ärztin, die mich bei jedem neuen Reisevorschlag am liebsten lynchen würde ;-)
    Was für eine Versicherung kann man denn da abschliessen (die die du nicht abgeschlossen hattest ;-)

    Gruss
    atti
     
  10. Rosie

    Rosie Guest

    Hallo Atti,

    leider kann ich Deine Fragen nicht sehr genau beantworten. Als ich in England gelebt habe, war ich gesetzlich versichert, d.h. ich habe nie eine Rechnung o.ä. bekommen (National Health Service - NHS). In Deutschland habe ich gearbeitet, so dass ich ganz normal krankenversichert war. Ich nehme an, wenn Du in Schottland arbeitest, dass Du ebenfalls über die NHS versichert sein wirst. Vielleicht kann Dir Deine deutsche Krankenkasse Auskunft geben? Schliesslich ist Schottland auch EU....Eine Zusatzkrankenversicherung ist aber sicher ratsam, kann man bei jeder Bank abschliessen (muss man aber schauen, ob sie für einen längeren Aufenthalt gilt).
    Eine spezielle Ärzteliste für Edinburgh kenne ich nicht, vielleicht wirst Du über "google.com" etwas finden. Ich glaube nicht, dass die englische Gesundheitssysteme sooo schlecht ist, es gibt auch dort Spezialisten und sehr gute Rheumatologen. Die Webseite vom Arthritis Research Campaign in England lautet: http://www.arc.org.uk/, dort könntest Du auch anfragen (wegen Ärzteempfehlungen in Edinburgh).
    Wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Plänen

    Rosie
     
  11. gisela

    gisela Guest

    Hallo Atti,
    ich weis ja nicht wie gut Du Dich mit Deiner Rheumatologin verstehst, aber ich würde einfach mal sie wegen einem Rheumatologen in Schottland fragen (ich hab festgestellt, das sich viele untereinander kennen). Wegen dem maroden Gesundheitssystem in England, na ja das ist wahrscheinlich schon ein Problem. Andererseits habe ich bei meinem letzten Englandurlaub ein riesiges Rheumazentrum in Bath gesehen (ist halt leider nicht Schottland). Wegen dem Versicherungsschutz würde ich einfach mal mit Deiner Krankenkasse sprechen, da Du länger ins Ausland gehst, ist Da vieles anders, als nur im Urlaub.

    Viele Grüße
    Gisela
     
  12. Holla,

    gisela:
    ich kenn meine Rheumatologin erst seit gestern ;-) Ich hab keine Ahnung, ob ich mich mit ihr verstehen werde, aber sie scheint sehr symphatisch zu sein. Mal schaun, ob sie auch genug Zeit hat, mir zuzuhören - es sah gestern alles ganz schön voll und hektisch aus.
    Ich bin in nächster Zeit wohl ein paar Mal öfter bei ihr - werd sie in einer passenden Gelegenheit mal danach fragen.

    Rosie:
    Nochmal danke für deine Antwort. Ich werd die Krankenkasse mal anschreiben. Das Problem ist nur, dass ich jetzt noch über meinen Pa versichert bin, zum Zeitpunkt des Auslandsaufenthaltes aber wohl anderswo versichert sein werde.....aber es dürfte die gleiche Auskunft rauskommen, egal wo ich nachfrage denke ich.
    Ist man, wenn man in GB arbeitet, automatisch über das NHS versichert?

    Grüsse
    atti
     
  13. simi

    simi Guest

    liebe atti !

    also mit der krankenkasse läuft das so : in england gibts keine krankenkassen, die ärzte werden vom staat bezahlt, somit brauchst du dieses E formular ( mit welchem du in der europäischen gemeinschaft ärztliche etc leistungen in anspruch nehmen kannst ) von deiner krankenkasse NICHT zu beantragen.
    da du in england nichts zu bezahlen brauchst, kriegst du auch keine rechnung. logo.
    für alaka würde ich dir ne private versicherung ans herz legen, z.b. EUROP-ASSISTANCE. diese wickelst du über deinen privaten versicherungsagenten ab. kostet ne kleinigkeit...belgien ist da natürlich billiger als kasachstan und ein monat kostet weniger als ein halbes jahr. ich persönlich hab das in meinem leben nur einmal gemacht und ich reise viel. war immer zu knauserig dafür und bin im allgemeinen da eher schlampig, auch jetzt noch immer!
    das musst du schon allein abwägen.
    gisela hat recht mit ihrer auskunft über untereinander befreundete ärzte im ausland. deine rheumadoc hat da totsicher eine adresse. frage auf jeden fall nach einer art "überweisung", damit der ausländische arzt deine diagnose gleich in der hand hat, das erspart mal aufwändige zusatzuntersuchungen.
    viel glück auf deinen wegen!
    simi
     
  14. Hi Simi,

    nochmal danke für die Tipps....werd mich wegen der Versicherung mal umkucken. Meinst du, das lohnt sich wegen 4 Wochen?

    und noch an alle / Thomas:
    Was sollte denn in so nem Brief von wegen Pillenjunkie drinstehen? Irgendwas spezielles, oder nur der Name des Artztes und die Bestätigung, welche Pillen ich schlucken muss?

    Gruss
    ak
     
  15. simi

    simi Guest

    ahoi atti,
    für alaska würde ich vielleicht ne versicherung abschliessen. die ärzte sind dort eher rar gesät und vielleicht kommen transporte auf dich zu...in der art mit flieger nach anchorage zum rheumadoc oder so. ausserdem musst du auf die eisbären aufpassen. man kann nie wissen. ein schreiben von deinem rheumatologen auf englisch mit deiner diagnose und deinen medikamenten wäre nützlich.
    nimm mich mit, dann regle ich alles ;)
    simi
     
  16. Hö hö hö Simi ;-)

    Wir können uns gern dort mal treffen, und ich geh auch einen Kaffee mit dir trinken - ansonsten ist kein Platz im Zelt ;-)

    Werd mir das mit der Versicherung gut überlegen....und was die Eisbären betrifft......so hoch wollt ich eigentlich garnicht gehen ;-) dort wo ich hin will gibbet vorwiegend Grizzlys, und wenn ich einen treff, dann hoffentlich schon ohne Haut und Haar *sammelt Raubtierschädel*

    Grüzze aus Bayrischschwaben
    atti
     
  17. Uschi

    Uschi Guest

    Hallo, ich bin ein Zufallsgast in diesem Forum. Nett, mal was anderes zu lesen. Ich habe auch Rheuma und das seit Jahren. Da ich medikamentös sicher eingestellt bin, reise ich viel. Ich achte natürlich darauf, daß diese Reisen innerhalb zivilisierter und medizinisch hochstehender Länder stattfinden, also z.B. die USA. Und dann suche ich mir immer Gebiete raus, die für diese Krankheit unterstützend wirken, nämlich trockenes warmes Klima oder das Meer!

    Empfehlungen: Florida/Ostküste, Colorado/Rockys, Marokko (kurzz.), span. Hochland (Andorra ist top-Tip) und immer auf aus-reichenden Schlaf achten, nie hektisch werden und lieber eine Pille mehr rein.

    Ja, ein in mehreren Sprachen verfasstes Doku sollte dabei sein, wegen den Medis. Ist echt wichtig in der heutigen Zeit. Ach ja, nicht unbedingt reisen, wenn die Zeitzone klimatisch gegensätzig ist. Das mag Rheuma nämlich nicht, zumindest meins nicht.

    Viel Spaß in der Ferne - Uschi.
     
  18. Hallo Uschi,

    danke für die Antwort!
    Was heisst klimatisch gegensätzige Zeitzone? Meinst du damit Australien oder so - vom Winter in den Sommer oder ähnlich? Hm....ist mein Rheuma so klug, dass es DAS mitkrigt? *grins*....eine intelligente Lebensform........

    Gruss
    atti