Reaktive Arthritis

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Lisa96, 27. Juni 2022.

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  1. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    Hallo liebe Mitleidende, ich wende mich hier an das Forum, aus mitlerweile auch vollkommener Verzweiflung.

    Zu meiner Geschichte, ich bin 26, junge Mama und körperlich (bis auf Übergewicht) immer fit gewesen.

    2012 lag ich eine Woche im Krankenhaus, ich hatte eine Angina und diese war wohl nicht ausgeheilt, mir schwollen innerhalb Tagen alle Gelenke aufs doppelte an, wurde damals behandelt mit Infusionen, Schmerzmitteln und Penicillin. Nach 5 Tagen entlassen und nach 2 Wochen Schon Frist keinerlei körperlichen Schmerzen mehr.

    Seit Mitte Februar 2022 schwoll mein Finger quasi über nach an. Wurde immer dicker, bis zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit, dick rot und pochend.
    Im März kamen dann systematisch noch 3 Zehen dazu.
    Ich habe eine Artzt Odyssee hinter mir, bis ich es schließlich Anfang letzter Woche nicht mehr ausgehalten habe (da ich gar nicht mehr laufen konnte) und mich ins KH (mit Schwerpunkt Rheumatologie) begeben. War 3 Tage stationär. Schmerzmittel per Infusionen bekommen. Röntgen, Rheuma Werte, usw alles normal bzw ohne Befund. Einzig mein CRP Wert ist etwas erhöht. Und Leukozyten.
    Wurde dann entlassen, Verdacht auf Reaktive Arthritis. Leider lässt sich nichts mehr nachweisen, ich war das letzte halbe Jahr oft krank, da meine Tochter alles aus dem Kindergarten mitgenommen hat... Ich soll jetzt 4 Wochen Kortison nehmen und beginne heute langsam auch schonwieder mit dem Ausschleichen.
    Schwellungen gehen minimal zurück. Schmerzen kaum. Habe eben wieder eine Schmerztablette genommen, weil ich es nicht aushalte. Das Kortison schlägt mir zusätzlich auf die Psyche und schon langsam bekomme ich wirklich Panik weil irgendwie nichts eine Besserung bringt.

    Ich Zweifel mittlerweile auch etwas an meiner Diagnose.. Kennt sich jemand mit reaktiver Arthritis aus, und ist mein Krankheitsbild wirklich normal? Dauert es wirklich so lange, bis das ausgestanden ist? Von Februar bis heute und immer noch Schmerzen?
    NSAR bringen Besserung, bis auch zeitweise zur völligen Schmerzfreiheit, aber nach absetzen ist wieder alles geschwollen und tut weh, so schnell kann ich gar nicht schauen.
    Und Dauerlösung natürlich auch keine.

    Ich bin um jeden Rat oder Tipp dankbar! Die Ärzte im KH waren sehr nett und kompetent, leider wie überall halt total viel los und nicht wirklich Zeit gehabt mich ordentlich aufzuklären.

    Was ich mich auch due ganze Zeit frage, woher kann ich sicher sein das es eine Reaktive ist (die ja laut Ärzte wieder heilbar ist bzw aus heilt) und nicht doch Zb Rheumatoide Arthritis ist oder eine andere Form, die dann ja nicht mehr heilbar wäre?

    Ich sag schonmal danke an jeden, der überhaupt mal bis hierhin gelesen hat
     
  2. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Hallo Lisa96,

    herzlich willkommen bei rheuma-online.
    Der Zeitraum ab Februar bis jetzt scheint im Rahmen zu liegen und nichts ungewöhnliches zu sein bei reaktiver Arthritis.
    Quelle Deutsche Rheuma-Liga, kompletter Text hier: https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/reaktive-arthritis
     
  3. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    Vielen Dank, Lagune! :)

    Was mich halt an allem so zweifeln lässt, ist das es wirklich schon schön "abgeklungen" war, nur um 3 Tage später wieder Vollgas aufzuflammen. Mit Einnahme von Schmerzmittel & Kortison geht's mir ziemlich gut, versuche aber ohne auszukommen weil ich mir nicht vorstellen kann das es so gesund ist die über so lange Zeit zu nehmen :-(
     
  4. Snoopie2000

    Snoopie2000 Bekanntes Mitglied

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    @Lisa96 herzlich willkommen im Forum! Zu deiner Diagnose kann ich dir nichts sagen - aber da werden sich sicherlich noch andere melden. Rheuma kann die Geduld des Patienten schon massiv herausfordern. Da du dich auch um ein kleines Kind kümmern mußt, nimm bitte Schmerzmittel. So schnell schaden die nicht.
    Hast Du einen Termin bei einem Rheumatologen? Dazu würde ich dir raten. Erstens brauchst du eine Ansprechperson und zweitens könntest du dir eine Zweitmeinung holen.
    Alles gute!
    Snoopie
     
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  5. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    Danke für deine Antwort, das Krankenhaus in dem ich war, ich spezialisiert auf Rheumatische Erkrankungen. Ist auch die einzige Möglichkeit hier weit und breit, auf Kassa. Habe eben angerufen, und Anfang August einen Kontroll Termin ausgemacht. Bis dahin soll ich schauen, ob das Kortison eventuell doch noch besser wirkt.
    Bin auch die ganze Zeit am überlegen mir Privat einen Rheumatologen zu nehmen, wobei ich vielleicht wirklich mal warten soll und es ja vielleicht doch noch mit dem Kortison besser wird.
    Das einzige was mir bisher auffällt, das ich zumindest meinen Finger schon zu 80% wieder bewegen kann, das war vorher so in dem Ausmaß nicht möglich. Ich hoffe es bleibt so, auch trotz langsamen ausschleichens..
     
  6. Snoopie2000

    Snoopie2000 Bekanntes Mitglied

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    @Lisa96 Anfang August ist doch bald! Ich wünsche dir bis dahin ganz viel Geduld und Kraft! Meine Meinung: ich würde den Termin abwarten und das Geld für einen prviaten Rheumatologen sparen und mir was nettes dafür gönnen;)
    LG
    Snoopie
     
  7. Hopeful2022

    Hopeful2022 Neues Mitglied

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    Hallo liebe Lisa,
    ich bin auch neu hier und kann Dir aber auf Deine Fragen antworten: bei meiner ersten reaktiven Arthritis 1981 wurde ich mit allem möglichen behandelt, weil eine falsche Diagnose gestellt wurde. Ohne passende Medikamente hat es 1 Jahr gedauert, bis ich wieder gesund war.
    1987 hat es mich zum 2.Mal erwischt, aber dann gab es eine Diagnose, Medikamente und ich war nur 4 Monate krankgeschrieben.
    Jetzt mit 58 Jahren habe ich akut leider wieder einen Schub, der diesmal nicht die Gelenke, sondern ausschließlich die Sehnen betrifft und leider nicht minder schmerzhaft ist….da ich gerade erst mit der Cortisontherapie angefangen habe, wird es wohl noch ein bisschen dauern
     
  8. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    Vielen lieben Dank für deine Antwort!

    Das heißt also quasi, das man ein größeres Risiko hat, wieder an einer reaktiven zu erkranken, wenn man diese schon einmal hatte?
    Und wurdest du wieder komplett beschwerdefrei?
    Ich frage mich ja Zb Was der Unterschied zu einer Polyarthritis ist. Liest sich für mich beides gleich, nur das eines davon "heilbar" ist.
     
  9. Hopeful2022

    Hopeful2022 Neues Mitglied

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    Hallo Lisa,
    ich hatte tatsächlich nach der 2.reaktiven Arthritis viele Jahre Ruhe und war ohne Beschwerden. Irgendwann fingen dann die berühmten „nächtlichen Rückenschmerzen“ an, die sich nur durch Bewegung bessern lassen. Das habe ich leider jahrelang nicht Ernst genommen oder beachtet. Erst als sich ein Kniegelenk entzündet hat, ist eine Rheumatologin auf die Diagnose „HLA-B27 indizierte Spondarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligun“ gekommen . Nachdem die Diagnose feststand , konnte das gut eingestellt werden, bis zu dem verhängnisvollen Magen/Darminfekt ( den ich selbst kaum bemerkt habe) vor ca. 3 Wochen …also : ich war beschwerdefrei, aber das Rheuma hat sich nur eine Auszeit genommen.
     
  10. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    So, kleines Update, bis auf ein paar "Anlaufschwierigkeiten" am morgen bin ich heute sehr zufrieden, nur mehr leichte Schmerzen im Fuß, und den Finger kann ich endlich - seit Februar - wieder komplett abbiegen

    Bin jetzt gespannt, wie die Reise weitergeht...
     
  11. Max1974

    Max1974 Neues Mitglied

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    Hi Lisa96.
    Reaktive Arthritis ist doch schon mal eine Diagnose. Jetzt muss nur noch die Ursache gefunden werden. "Eine reaktive Arthritis ist eine Gelenkentzündung, die als Reaktion nach einer gelenkfernen Infektion auftritt. Auslösend können bakterielle Infektionen des Darmes, der Harn- und Geschlechtsorgane oder der Atemwege sein. Häufig wird allerdings der auslösende Infekt nicht bemerkt."
    Was ich Dir als erstes auf den Weg geben möchte: KEIN STRESS! Jegliche Art vo Stress ist MIST!
    Bei mir ist eine Psoriasis Arthritis diagnostiziert. Jetzt war ich im Krankenhaus um eine Bandscheibe entfernen zu lassen. 2 Wirbel wurden versteift. Ich war kurz vor einem Notfall mit Lähmungserscheinungen. Das erste Mittel der Wirbelsäulenspezis war Breitbandantibiotika weil im MRT große Entzündungsherde in der WB gesehen wurden. Was soll ich sagen?! Meine rheumatischen Gelenkschmerzen waren nach 3 Tagen vollkommen verschwunden! Was sich jetzt abzeichnet? Ich muss noch 3! Monate Antibiotika einnehmen. Gelenkschmerzen weg. Hautprobleme werden mehr. Stören aber nicht. Es muss mit dem Antibiotika zusammenhängen.
    Bei meinem nächsten Rheumitermin werde ich darauf ansprechen.
    Antibiotika ist natürlich vollkommen Mist! Hast zwar keine Schemerzen mehr musst aber zügig auf s Klo kommen. Darm im Arsch!
     
  12. Lisa96

    Lisa96 Neues Mitglied

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    Danke Max. :)

    Zwecks Ursache, man meinte zu mir im Krankenhaus das wohl eine Antibiotika Therapie wirkungslos wäre, weil das ganze schon seit Februar geht & man nichts mehr finden würde... Bluttests etc wurden gemacht. Das war nämlich meine 1. Frage, ob ich denn Antibiotika bekommen würde. Dann damals vor 10 Jahren war die Sache auch erledigt damit... Aber nunja, nun nehme ich Kortison und bei Schmerzen Seractil, mit dem Kortison war er gerade mal übers Wochenende besser, gestern Abend kamen die Schwellungen und Schmerzen zurück :(

    Ich muss ehrlich sein, das es mir die letzten Tage echt bescheiden geht, irgendwie ist die Angst sehr da, das es doch was anderes ist als eine reaktive, und nicht wieder weggeht. Ich wurde im KH x mal gefragt, ob denn vor meinen Beschwerden ein Infekt vorlag, was ich bejahte aber nichts wirklich schlimmes, hab halt ein Kindergarten Kind und das war in dieser Jahreszeit ständig krank, und blieb dann auch bei mir nicht aus.
    Mitlerweile wünscht man sich halt einfach nur das die Schmerzen weggehen, und das Kortison trägt auch nicht wirklich zu meinen eh schon angeschlagenen Gemüt bei :oops:. Naja..

    Puh, da hast du ja auch schon einiges hinter dir... Das tut mir sehr leid ich wünsch dir das die Gelenksschmerzen wegbleiben!
    :boldlblue:
     
  13. Max1974

    Max1974 Neues Mitglied

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    Lisa96.
    Als erstes nicht bekloppt machen (lassen).
    Der Bakteriennachweis gelang bei mir auch nicht. 8 Tage Antibiotika vor der OP. Da findet selbst der beste Labordoktor nüscht!
    Schmerzmittel aller Art sind bei mir auch wirkungslos. Ich habe MTX 15mg PEN 1x die Woche und 5mg Prednisilon 1x täglich. Eigentlich noch Xeljanz 2x5 mg. Die sind aber wegen der Antibiose abgesetzt gewesen. Ich könnte die jetzt wieder nehmen brauch sie aber nicht. Das Xeljanz hat die Gelenkschmerzen erträglicher gemacht. Schmerzen weniger, fast keine Schwellungen.
    Jetzt mit der Antibiose habe ich keine rheumatischen Beschwerden.
    Auslöser bei mir für das Rheuma: erst HerpesZoster (rechter Brustbereich) und kurz darauf ein Mittelfußbruch. Danach ging die Post ab!
     
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  14. KnieFee

    KnieFee Flohdompteuse

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    Hallo Lisa,

    mach dir weniger Sorgen, du kannst eh nix ändern und August ist nicht mehr lange.
    Eine reaktive Arthritis kann sehr lange dauern, das ist wirklich noch im Rahmen. Sie kann auch chronische werden, aber das ist die Minderheit, also bleib positiv gestimmt.
     
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  15. Mummi

    Mummi Registrierter Benutzer

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    Hallo Lisa,

    ich bin gaaaaaaaanz selten mal hier im Forum, aber ich lese ab und an mal mit und so habe ich deinen Beitrag gelesen.
    Eine reaktive Arthritis kann durchaus chronisch verlaufen. Ich selbst hatte 2004 eine Durchfallerkrankung, die als Folge eine solche Erkrankung ausgelöst hat.
    Es hat 4 Jahre bis zur Diagnose gedauert und war eine wahre Odyssee, wie sie hier leider viele kennen.
    Nach einem Jahr Cortison, ging es mir zwar durchaus besser, aber es war keine wirkliche Ruhe. Ich bekam dann noch zusätzlich MTX und damit war ich dann phasenweise beschwerdefrei.
    Das Cortison konnte später absetzt werden.
    Wie das bei einer rheumatischen Erkrankung aber häufig so ist, habe ich auch immer wieder mal Phasen in denen ich zusätzlich noch Cortison brauche. Halt ein Auf und Ab wie es bei chronischen Erkrankungen so ist. Man gewöhnt sich irgendwann daran und lässt sich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen.
    Am Anfang aber war es schon schlimm. Man möchte gerne genau wissen was los ist,
    wie lange es dauern kann, welches Medi denn nun hilft, was man selbst machen kann und und und.
    Ich kann es dir nachfühlen. Du kannst relativ schnell genesen, es kann ein halbes Jahr dauern, wie es oft in der einschlägigen Literatur angegeben wird und … …es kann chronisch werden, das soll aber wohl selten so sein und ich will dir keine Angst machen.
    Hab keine Angst vor Medikamenten, die dir dein Arzt gibt. Cortison ist ein Segen und man gibt es heute nur solange es wirklich notwendig ist. Auch Schmerzmedis sollte man nicht verteufeln. Lieber bei Schmerzen welche einnehmen, eventuell auch ne zeitlang regelmäßig, nach Absprache mit dem Arzt, als später chronische Schmerzen zu haben.
    Ich drück dir die Daumen, dass es bei dir bald wieder vorbei geht und du dich besser fühlst.

    Mummi
     
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