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Reaktive Arthritis / Polyarthritis: was hilft Euch zu den Medis

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von libellinchen, 23. Mai 2010.

  1. libellinchen

    libellinchen libellinchen

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    Hallo,

    ich bin neu - ich lese hier jetzt aber schon ein paar Wochen mit und habe hier schon einiges gelernt.

    ich habe vermutlich reaktive Arthritis, da die Immunserologie soweit negativ war vielleicht auch beginnende Polyarthritis. Ich habe jetzt seit 8 Wochen Ergüsse in beiden Kniegelenken und eine Bakerzyste re., einen Erguss im Handgelenk und ich bin dauernd müde, habe leicht erhöhte Temperatur. Behandelt werde ich seit 6 Tagen mit 3x300 Ibupofen und Phlogenzym. Die Ergüsse werden besser, aber dafür fangen meine Gelenke an jetzt trotz Ibu weh zu tun. Kennt ihr das?

    Was hat Euch geholfen außer den Medikamenten? Ich habe da jetzt noch nicht viel Erfahrung und lagere nur alle Ergüsse hoch und kühle ab und an. Ich bin Vegetarier und ernähre mich eigentlich schon nach Rheuma Diät. Habt ihr einen Tip, was ich noch machen kann?

    Danke für Eure Erfahrung und viele Grüße

    libellinchen
     
  2. froshee

    froshee Neues Mitglied

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    Hallo Libellinchen!

    Auch bin noch recht "neu" und es ist nicht klar ob's bei mir "noch mal gut ausgeht" mit reaktiver Arthritis die sich wieder einbremsen lässt oder übergang ins Chronische (immer wenn ich denk dass es mir seit ein paar Tagen wieder schlechter eght und ich eigentlich weniger Schmerzen haben sollte und die Medikamente besser wirken sollten wird es meistens nach 4-5 Tagen wieder besser, dann hab ich wieder "Hochphasen" wo ich mich fühl wie fast gesund - meistens 2-5 Tage lang und dann wird es wieder schlimmer, mit Schmerzen, vereinzelt sogar Schwellungen - nachdem ich zB Samstag geglaubt habe es tut mir endlich nix mehr weh gehts mir seit Sonntag wieder schlechter und gestern war auch ein Knie wieder etwas geschwollen :mad:)


    Bei mir haben die Medikamente (außer dem Cortison) recht lange gebraucht bis sie wirken, ich denke da ist Geduld angesagt.

    Zum Essen: ich hab extrem, extrem auf Histamine reagiert und tu es in vermindertem Ausmaß immer noch - also zB bei rein vegetarischer Ernährung kann immer noch v.a Tomaten (Konzentrat!), diverses Obst (Erdbeeren, Birnen, etc.), Spinat, Melanzani, Käse der gereift ist tlw. auch Hefe (Brot!), Weizen, Nüsse, alles was aus Konserven kommt sowieso, haben bei mir die Probleme innerhalb 30-120 min verschlimmert und ich hab immer Stunden bis Tage gebraucht bis der zusätzliche Effekt wieder weg war.
    Auch Alkohol, besonders Bier - mit einem 1/4 l Bier konnte ich in der schlimmsten Zeit ohne jegliche Steifigkeit vorher Schmerzen und Steifigkeit in meinen Knien auslösen dass ich fast Treppen rauf oder runter gefallen bin und kaum mehr gehen konnte.

    Was ich merk was mir gut tut (bei mir dürfte eine Darmerkrankung die RA ausgelöst haben) sind diverse Medikamente die eigentlich zur Darmsanierung dienen (erwarte dir keine Wunder, aber ich merke dass es schlimmer wird wenn ich sie mehr als 2 Tage weglasse), Vitamin B, und ich habe mir Omega 3 sowie Nachtkerzenöl-Kapseln besorgt.
    Da ist ja die Theorie dahinter dass diese Öle den Enztündungsprozess bremsen.

    Sonst: in der Nacht darf ich Gelenke die aktuell wehtun auf keinen Fall aus der Decke rausschauen lassen, sonst tun sie nachher doppelt so arg weh. Auch ein warmes (nicht heißes) Vollbad hilft mir manchmal- aber die Temperatursache ist sicher bei jedem verschieden.


    Ich denke vieles musst du einfach ein paar Wochen ausprobieren (ich zB hatte 6 Wochen lang die absolut histaminärmste Ernährung die man sich vorstellen kann), manches (Temperatur) wirst du wohl ziemlich schnell fühlen.

    Jedenfalls toitoitoi dass es bei dir gut behandelbar ist!

    LG, froshee
     
  3. libellinchen

    libellinchen libellinchen

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    Ich dank Dir schon mal. Histamine - das ist auch bei mir eine Überlegung Wert.
    Am Sonntag morgen gings mir prima. Die Kniee waren ziemlich abgeschwollen, und ich war optimistisch, dass die Ibuprofentherapie anschlägt. Montag habe ich Hefekuchen gegessen und 500 g Erdbeeren und hatte Montag Abend so dicke Kniee wie noch nie. OK. Histaminarme Diät probier ich gleich mal dazu aus.

    Wärme hilft mir auch gegen die Steifheit - nach einer Massage in unserem Kurzentrum lauf ich immer los als wär nichts. Das machen allein die konstanten 25 Grad im Kurhaus. Aber die Schwellungen werde da halt nicht besser. Teufelskreis.

    Dir dann auch viel Glück, dass es "nur" eine reaktive Arthritis ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es da noch viel dazwischen gibt, das noch nicht erkannt ist. Ich such jetzt auch nach einem TCM erfahrenen Mediziner, der etwas ganzheitlicher an alles geht - und noch versuch ich das Cortison zu meiden.

    Danke für Deine Tipps, werde mich nach der Arbeit nochmal näher damit beschäftigen.

    LG libellinchen
     
  4. susi789

    susi789 Registrierter Benutzer

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    Hat man bei reaktiver Arthritis stets dicke Gelenke?
    Ich frage deshalb, weil meine Tochter vor allem in den Kniegelenken nach einer chr. Mandelentzündung jetzt seit 4 Wochen unter extremen Gelenkschmerzen leidet, die auf Schmerzmittel ( ibu 600 etc. ) nicht reagieren und rheumatisches Fieber ( trotz 2 Wochen Fieber ) und auch alle anderen rheumatischen Erkrankungen wegen fehlender enzündungswerte ausgeschlossen wurden. Heute sind die Schmerzen wegen dem wetterwechsel ganz stark.
     
  5. froshee

    froshee Neues Mitglied

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    @ libellinchen: ich war auch TCM - sowohl Akkupunktur (zwei Sitzungen ganz akkut hat es bei mir das verschlimmert (2-3 h), mittelfristig keine Wirkung und langfristig kann ich auf Grund der nur zwei Sitzungen nicht viel sagen) als auch Tees die ich aber nicht runterbring da sie einfach zu wiederlich sind :uhoh:.
    Ich werd noch einen 2. TCM-ler ausprobieren der mir gaaaaanz besonders warm empfohlen wurde sowie einen Hömoopathen, aber auch einen Gastroenterologen (v.A. wegen dem direkten Zusammenhang mit meiner Ernährung). Ich brauch aber noch ein paar Tage Ärzte-pause nachdem der ganze April bei mir eine einzige riesige Walfahrt von Arzt zu Arzt war...
    Das mit den Histaminen kannst du sicher leicht ausprobieren: ein paar Tage histaminarm (vorher hab ich vergessen Hülsenfrüchte zu erwähnen, alles was Soja, Bohnen, Erbsen ist ist histaminmäßig auch ein Hammer!) dann irgendwas histaminreiches, aber eigentlich noch "normales" (zB mich haben Tomatensauce, Sojaaufstrich und Muscheln extrem geschossen) essen. Dann siehst du eh was passiert...
    Massieren hilft bei mir leider auch nix.... solange du ohne Cortison dich noch halbwegs wohl fühlst geht es dir eh besser als es mir gegangen ist - ich bin immer noch nicht ganz davon weg, ich habe aber auch die Überlegung dass es wahrscheinlich besser ist eine niedrige Dosierung Cortison als eine hohe Dosis Schmerzmittel.

    @ susi: Schwellungen sind nur ein Zeichen - das mit der Entzündungsproblematik bekommt man scheinbar recht schnell heraus wenn es durch Cortison besser wird (kein Angst in niedrigen Dosierungen ist Cortison heute kein Problem mehr, auch bei kurzfristiger Anwendung in höheren Dosierungen schadet es nicht, der Körper produziert selber etwas davon). Wie genau fehlende Entzündungswerte einzuschätzen sind kann ich leider nicht sagen - habt ihr schon andere Erkrankungen die längerfristig Fieber und Schmerzen auslösen ausgeschlossen? (zB Pfeiffersches Drüsenfieber)

    Bei Arthritis gehen alle Quellen davon aus dass die ersten 3 Monate die entscheidenden sind! Da wirken Behandlungen oft viel viel besser und die Chance es ohne Gelenkschäden zu stoppen und keine Verschlimmerung/so etwas wie Heilung zu haben ist in den ersten 3 Monaten am höchsten!!
    Wäre gut, wenn ihr nicht so leicht aufgebt, probiert vielleicht einen anderen Arzt - ist zwar eine echte Odyssee, aber ich habe herausgefunden dass man leider insistent sein muss und notfalls zu mehreren Ärzten gehen, es gibt immer wieder welche die einen nicht ernst nehmen oder manchmal sogar so tun als wäre man bescheuert (mir ist es passiert dass ein Rheumatologe in einer Rheumaambulanz behauptet hat dass meine Reaktion auf Histamine etwas ist was ich aus Büchern habe, auf meine empirischen "Selbsttests" hat er gar nicht reagiert und auf meine Aussage dass ich soviel abgenommen habe dass ich gern wieder 1-2 kg zunehmen würde (habe in den letzten 12 Monaten 7-8 kg abgenommen) hat er auch bloß höhnisch reagiert.)

    Jedenfalls alles Liebe - und wie gesagt: nicht so leicht unterkriegen lassen, sondern in der wichtigen Anfangsphase keine Wege scheuen, die Chance kommt so eindeutig wohl nie wieder!