reaktive Arthritis, eventuelle Überlagerung mit MB

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von tanto, 7. Mai 2021.

  1. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Hallo ich bin neu hier und habe in den vergangenen Tagen in den Foren mitgelesen. Die Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen haben mir sehr geholfen und mich ein wenig aufgebaut denn aktuell leide ich sehr unter der Erkrankung.
    Ich würde hier nun gern meine Situation schildern und hoffe, dass weitere Mitglieder ihre Erfahrungen mit reA/ Bechterew teilen und mir eine Einschätzung abgeben können.

    Zu meiner Person:
    34 Jahre, männlich, verheiratet, zwei Kinder, sitzende Bürotätigkeit, sportlich aktiv (laufen, Fitnessstudio)

    Krankheitsverlauf:
    Mitte Februar erlitt ich eine E.Coli indizierte Blasenentzündung/ Harnwegsinfekt, massives brennen im Unterleib und Blut im Urin. Behandlung mit Cefpodoxim, innerhalb weniger Tage ware der HWI restlos ausgeheilt. Ab Anfang März hatte ich massive Schmerzen in beiden großen Großzehgundgelenken, zu diesem Zeitpunkt waren beide Zehen nicht geschwollen. Ich habe die Sache dann für ca. 2 Wochen verdrängt und normal weitergemacht. Hiernach entzündete sich mein linkes Sprunggelenk massiv und wurde dick, gleiche Symptomatik am rechten Großzeh, der linke Großzeh ebenso massiv schmerzhaft aber nicht geschwollen.
    Mitte März Vorstellung beim Rheumatologen. Als Diagnose erhielt ich reaktive Arthritis.
    Yersinien, Chlamydien etc wurden als Auslöser ausgeschlossen, HLA-B27 ist bei mir vorhanden.
    Zunächst 1-0-1 Voltaren resinat, kein Ansprechen nach sieben Tage, zudem wurden in dieser Periode Knie und Halswirbelsäule massiv schmerzhaft.
    Nach telefonischer Rücksprache mit Rheumatologin ab dann 1-0-0 15mg Prednisolon bei gleichzeitig 1-0-1 Voltaren resinat. Hiernach innerhalb eines Tages deutliche Besserung, Schwellung war weiterhin existent allerdings war ich nahezu schmerzfrei.
    Ende März musste ich auf Grund erhöhter Leberwerte das Voltaren resinat komplett weglassen, Kompensatorisch 1-0-1 25 und 5 mg Prednisolon. Hierbei innerhalb weniger Tage massive Verschlechterung der Schmerzen.
    Es ging soweit dass ich Anfang April eine Woche stationär aufgenommen werden musste.
    In dieser Zeit erhielt ich zwei Cortisoninjektionen in das linke Sprunggelenk, hierdurch mäßiges ansprechen mit partiellen Rückgang der Schwellung.
    Schmerzmittel konnte ich auf Grund erhöhter Leberwerte weiterhin nicht erhalten.

    Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wurde ein MRT vom Darmkreuzbein gefertigt. Hierbei zeigten sich Zeichen einer Enthesitis im rechten ISG. Mir wurde dann eröffnet, dass durchaus eine Überlagerung mit Bechterew vorliegen können.
    Am gleichen Tag wurde ich aus dem KH entlassen mit 1-0-0 10mg Prednisolon, Wiedervorstellung für Anfang Juni terminiert.

    Für mich ist in den ersten Tage/ Wochen eine Welt zusammengebrochen. Ich habe sehr großen Respekt vor Bechterew und dessen Auswirkungen.
    Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich phasenweise Rückenschmerzen, aber es war nie die "dominante" Schmerzquelle im Zusammenhang mit meiner Erkrankung.

    In den vergangen Wochen habe ich nach Abstimmung mit meinem Hausarzt wieder Ibu 600, die helfen mir sehr, unter Verlaufskontrolle der Leberwerte hinzugenommen.

    Seither gehen die Schwellungen zwar zurück aber äußerst langsam.
    Insgesamt tut mir Ruhe und Radfahren sehr gut.

    Seit ein paar Tagen habe ich beim Sitzen ein Druckgefühl auf den Wirbeln der Wirbelsäule an den Stellen wo ich die Lehne mit dem Rücken berühre. Es fühlt sich so an als ob jemand mit dem Daumen auf die druckempfindlichen Wirbel drückt. Der Druck tut nicht weh er ist nur äußerst irritierend und lässt mich die ganze Zeit auf dem Stuhl umher rutschen, was das Druckgefühl für wenige Momente beseitigt.

    Sorry für die lange Schilderung nun zu meinen Fragen, ich hoffe dass mir wer helfen bzw. eine Einschätzung abgegeben und eigene Erfahrungen schildern kann.

    - Ist jemandem im Forum der Druck auf den Wirbeln beim Anlehnen in Sitzposition bekannt? Womit könnte er in Verbindung stehen? Ist das Druckgefühl entzündlich indiziert oder könnte es eine Folge von Fehlbelastung/ Schonhaltung sein?
    - Besteht die Chance, dass die Beteiligung des ISG und Rücken ursächlich mit einer reA in Verbindung zu bringen ist und wieder ausheilen kann ohne das tatsächlich ein Bechterew ausbricht?
    - Was sind eure Erfahrungswerte mit der Dauer bis die reA ausgeheilt ist?
     
    #1 7. Mai 2021
    Zuletzt bearbeitet: 7. Mai 2021
  2. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    Willkommen bei uns.
    Ich kann Dir leider keine Frage beantworten, es melden sich aber ganz sicher noch einige.
     
  3. Taz Devil

    Taz Devil Bekanntes Mitglied

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    Hallo Tanto, willkommen in unserem Club!

    Mit Fahrrad fahren und Fitnesstudio machst Du schon richtige und wichtige Bewegungen.
    Was äußerst gut für`s ISG ist, sind Pilates und Yoga. Zumal Du bei beiden auch lernst, zu entspannen.
    Das langs Sitzen ist natürlich auch belastend für die Wirbelsäule.

    HLA-b 27 positiv ist ein Indiz, aber noch kein wirklicher Beweis für M. Bechterew. Daß Cortison hilft, ist ein weiteres Indiz.

    Reuma kann nicht geheilt werden.
    Um die Auswirkungen zu mildern, evtl, sogar die Krankheit zum Stillstand zu bringen (und damit auch die Schmerzen nicht so extrem aufflammen), benötigst Du eine Basistherapie. Predni auf Dauer ist auch nicht ohne wegen der Nebenwirkungen. Es beeinträchtigt auch Dein Immunsystem.
    Du könntest Deinen Rheumatologen auch fragen, was sie zur Gabe von Sulfasalazin, Etoricoxib oder anderen Basismedikamenten sagt.

    Bei mir wurde Ibu 800 durch den Schmerzarzt von Naproxen 500 ersetzt, um den Körper besser zu schonen. Ob das jedoch bei Dir eine Alternative bildet und angesagt wäre, kann ich nicht beurteilen.
     
  4. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Schade dass sich bislang so wenige Antworten zu meinem Beitrag ergeben haben :-(
    Dennoch ist in der Zwischenzeit ein Monat vergangen und ich möchte nochmal alle neuen Entwicklung schildern und vielleicht kann mir jemanden mit (ähnlichen) Erfahrungen eine Hilfestellung leisten.
    Nunmehr war ich am vergangenen Montag bei der Rheumatologie zur Verlaufskontrolle.
    Auf Basis des MRT im ISG kommt man nun zum Schluss, dass schon ältere Veränderungen im ISG erkennbar seien, die nicht mit der gegenwärtigen (insofern zutreffend) reaktiven Arthritis in Verbindung stehen, im Umkehrschluss nr ax Spondyloarthritis.

    Ein Freund von mir der selbst Radiologe ist hat sich gestern nochmal viel Zeit für meine Bilder genommen und er erkannte am Ende des Gelenkspalts links einen knöchernen "Zinken" auch die aktive Entzündung im ISG beschränke sich beidseits auf einen Ausschnitt, d.h. der gesamte Gelenkspalt war zum Zeitpunkt des MRT nicht betroffen.
    Zusätzlich erkannte er auf den Beckenschaufeln "Knochennarben", was auch auf eine ältere vergangene Entzündung hindeuten würde, die wohl nicht ursächlich mit dem seit März bestehenden Schub in Verbindung steht.

    Leider ist in meinem rechten Sprunggelenk auch noch eine "Restschwellung erhalten" und der linke Großzeh ist minimal geschwollen aber voll bewegungsfähig jedoch fühlt es sich nicht richtig flüssig an wenn ich ihn bewege.

    Der Rheumatologe war am Montag dann Super schnell mir Imraldi (Adlamimumab) zu verschreiben. Ich war total irritiert weil er mich quasi nicht hinsichtlich der Nebenwirkungen aufgeklärt hat. Nach der Sprechstunde war ich dann bei den Schwestern welche nochmal Blut genommen haben.
    Zu diesem Zeitpunkt stieg meine Irritation weiter an weil zum einen nicht die vierwöchige Laborkontrolle mit mir vereinbart wurde noch wurde mir gesagt wann ich mit Imraldi beginnen können bzw. ob ich das Laborergebnis vom Montag nochmal abwarten müsse.
    Ich bin dann nochmal auf die Sekretärin zugegangen, wonach der Herr Professor genervt auf mich zukam und sagte ich könne sofort anfangen, wegen dem Rest solle ich mir keine Sorgen machen man kenne mich schließlich gut genug, da ich ja im April stationär war.

    Ich bin hin und hergerissen ob ich anfangen soll denn wenn ich die Nebenwirkung lese wird mir unendlich flau im Magen, dieser Antikörper fühlt sich für mich an wie ein Tanz mit dem Teufel.

    Erschwerend kommt hinzu, dass wir Mitte des Monats in die Staaten zu unserem Amerikanischen Teil der Familie fliegen. Ich habe Angst stärke Nebenwirkungen zu entwickeln und wahrlich keine Lust in den USA ein Krankenhaus aufzusuchen. Allerdings verbinde ich damit auch die Hoffnung dass Imraldi wirkt und ich eine unbeschwerte Zeit in den USA erleben kann.
    Aktuell bin ich unter 7,5 mg Prednisolon und 1-0-1 600mg IBU unter leichten Beschwerden und die Schwellungen stagnieren wie geschrieben seit vier Wochen.
    Hinzukommen mittelschwere Rückenschmerzen.

    Mein Hausarzt rät mir abzuwarten, da ich bei Nebenwirkungen in D "schnell und unbürokratisch" Hilfe erhalten könnte, zwei befreundete Pharmazeuten raten mir schnell anzufangen, da ich in den verbleibenden 2 Wochen vor Abflug so einen Test hätte ob unmittelbar NW einsetzen und zudem sehr gute Aussichten auf eine Beschwerde freie Zeit in den USA bestehen.

    Leute, was sagt eure Erfahrung mit TNF Alpha Blcokern?
    Überwiegen die Vorteile?
    Hatte wer üble Nebenwirkung? Ach so, Haarausfall wäre so ziemlich die schlimmste NW für mich persönlich ;-)

    Nun hoffe ich auf vielen Antworten und Erfahrungsberichte
     
  5. Aida2

    Aida2 Bekanntes Mitglied

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    Guten Morgen lieber @tanto,
    erstmal herzlich Willkommen bei RO und ich wünsche dir einen guten Austausch.
    Ich selbst habe RA(rheumatoide Polyarthritis) und das Sjögren - Syndrom.
    Daher kenne ich mich mit MB nicht aus.
    Da werden sich aber bestimmt noch einige Mitglieder melden.
    Zu den Medikamenten kann ich nur sagen, dass ich deine Bedenken total verstehe und selbst damit hadere.... Bei mir geht es allerdings um MTX.
    Es gibt hier aber bereits verschiedene Threads mit genau diesen Fragen zu Medikamenten und Nebenwirkungen.
    Solltest du schon mal lesen wollen, kannst du oben links auf "Foren durchsuchen" gehen, gibst dein Medikament ein und gehst auf "suchen".
    Dann sollte viel zu deinem Thema kommen.

    Gute Besserung und viele Grüße
     
  6. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Hallo Tanto,

    herzlich willkommen im Forum. Tja, wir sind hier ja alle Betroffene von irgendeiner Autoimmunkrankheit und deine Fragen waren schon ziemlich speziell. Da hat sich wohl niemand wiedergefunden.

    Bei allem Respekt deinen Pharmazeuten gegenüber - oft wirken die TNF-alpha-Blocker nicht sooo schnell. Erst recht nicht für eine komplett beschwerdefreie Zeit im Urlaubsmodus....
    Ich habe schon zwei davon gespritzt (Humira und Enbrel) und keine Nebenwirkungen gehabt. Wie lange willst du denn in den USA bleiben? Imraldi muss gekühlt werden, d. h. für den Flug müsstest du das bei der Fluggesellschaft anmelden und für die Wege eine gut funktionierende Kühltasche mitnehmen.

    Ja, eine Basistherapie ist auf jeden Fall sinnvoll, da sie nicht die Symptome behandelt, sondern das fehlfunktionierende Immunsystem versucht zu bändigen.

    Insgesamt scheinst du in sehr guten Händen zu sein - Auftreten der Beschwerden Mitte Februar, das war vor nicht mal vier Monaten. Andere hier konnten in der Zeit noch nicht einmal einen Rheumatologentermin ergattern.

    Die Entscheidung, ob du vor der Reise mit der Behandlung beginnen sollst, kann dir niemand abnehmen, denn die Folgen trägst du allein. Ich persönlich würde mich eher deinem Hausarzt anschließen und erst nach der Reise mit der Behandlung beginnen. Oder die Reise verschieben und sofort beginnen.

    Gruß,

    Birte
     
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  7. Katjes

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    Hallo Tanto,
    Herzlich Willkommen auf RO.
    Ich selbst habe eine Ra mit Wirbelsäuelenbeteiligung mit Tendenz zur PSA (heißt manchmal Hautbeteiligung und Sehnenentzündungen).
    Auf der einen Seite kann ich deine Bedenken gut verstehen, auf der anderen müssen ja keine Nebenwirkungen eintreten.
    Mir selbst geht es seid dem ich Remicade bekomme richtig gut, daran habe ich nicht mehr geglaubt, dass ich wieder so viel machen, schaffen kann (bin seid über 20 Jahren erkrankt).
    Mein Lima (Lieblingsmann) nimmt Imraldi, vorher Humira seid nun fast 15 Jahren (wegen einer anderen Erkrankung)...... Seine Haare hat er verloren durch den Stress, die Schmerzen die seine schlecht einzustellende Erkrankung verursacht hat (nur mal so erwähnt ;)).
    Wenn du dich entschließen solltest das Imraldi noch vor Amerika zu nehmen, dann achte beim Reisen auf eine ausreichende Kühlung und auch, dass du das Medikament vor Abflug anmeldest. (Da gibt es vom Hersteller Kühltaschen und Formulare, mal in deiner Apotheke fragen).
    Ja ansonsten, solltest du dich mit deinem MB viel bewegen, wenn du viel sitzt dann wäre ein Sitzball oder ein wabbel Kissen gut oder auch mal zu einem Stehpult wechseln.Immer mal recken und dehnen zwischendurch.
    Harte Stöße sind für den Rücken und auch für dein Fußgelenk derzeit nicht so gut bezüglich Laufen.
    Bekommst du Krankengymnastik? Wenn nicht, wäre es gut dir welche verschreiben zu lassen, dass du für dich Übungen gezeigt bekommst.
    Evt. auch Ergotherapie, da kann man dann gucken wie man deinen Arbeitsplatz für dich optimal einrichtet (Schreibtisch Stuhl, Bildschirm richtige Höhe etc.)
    Fahrradfahren ist gut, aber nur wenn dein Bike optimal eingestellt ist, schwimmen ist auch sehr gut..... Jede Bewegung ohne Belastung auf die WS ist gut und hilft.
    Mehr fällt mir gerade nicht ein.....
    Wenn du noch Fragen hast, frag :)
    Liebe Grüße von Katjes
     
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  8. Katjes

    Katjes Registrierter Benutzer

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    Sorry, einiges hat sich mit Birte überschnitten, ich bin nicht die schnellste beim schreiben :oops:
     
  9. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Hi Birte, wie hast du denn Humira vertragen?
    Habe in deiner Signatur gesehen, dass du es in der Vergangenheit hattest.
    Hat es bei dir gut angeschlagen?
    Haben sich bei dir Nebenwirkungen eingestellt?
    Laut Recherche erfahren 25% der Patienten wohl eine deutliche Besserung unmittelbar nach der ersten Injektion...
     
  10. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Meine Frau ist Amerikanerin und von Beruf Lehrerin,
    was den Reisezeitraum angeht können wir auf Grund ihrer festen Sommerferien nicht verschieben, dazu kommt, dass sie auf Grund von Schwangerschaft und dann Corona ihre Familie nunmehr seit drei Jahren!! nicht mehr gesehen hat, in den Staaten sind wir für fünf Wochen.
    Die Apotheke hat für mich bei Biogen schon eine Reisekühltasche mit Akkus geordert. Laut Auskunft von Biogen gilt die Kühlkette als gewahrt, wenn sich die Pens nicht länger als 7 Stunden ohne zusätzlich Kühlung in der Tasche befinden. Wenn ich während der Flugzeit die Sachen in der Bordküche verstauen darf, müsste es alles in allem zu schaffen sein.

    Bezüglich des Humira überwiegen nach allen was ich Online und in Foren lese eindeutig die Vorteile. Der Beipackzettel bereitet mir allerdings sehr große Sorgen, insbesondere da so viele NW als häufig (1 von 10) eingestuft sind
     
  11. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Ich habe Humira (wie alle meine Biologicals) gut vertragen und hatte keine Nebenwirkungen. Die Wirkung setzte bei mir aber definitiv nicht nach der ersten Spritze ein, sondern eher nach der dritten oder vierten. Leider hat es nach einer Antibiotikabehandlung mit anschließender Wurzelspitzenresektion nicht mehr gewirkt. Bis dahin war die Wirkung gut - ich fing an, über das Absetzen der Schmerzmittel nachzudenken. Ich habe aber als Haupt-Basismedikament die ganze Zeit über auch MTX genommen.

    Du benötigst noch eine Bescheinigung vom Arzt, dass dir das Medikament verordnet wurde - ansonsten könnte es bei der Einfuhr in die USA Probleme geben.
     
  12. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Hi Birte,
    danke für den Hinweis. Im Krankenhaus hat man mir ein "Starterkit" an die Hand gegeben. Da ist ein von Biogen gestricktes Faltblatt enthalten, dass Klinikstempel, Arztunterschrift sowie meine Daten ausweist. Auf diesem Papier ist in Deutsch und Englisch verfasst, dass ich es nur in dem im Behandlung üblichen Umfang transportiere, die Einnahme dringend erforderlich ist.
    Ist das nach deiner Erfahrung ausreichend?
    Sollte ich bei der Sicherheitskontrolle zwingend darauf bestehen, dass es nicht durchleuchtet wird?
    Einen kurzen Blick in die Kühltasche wollen die Sicherheitsleute sicherlich werfen, aber das dürfte ja sicherlich nicht als Unterbrechung der Kühlkette gelten?

    Darf ich Fragen ob du durch Humira in Remission gelangt bist?
     
  13. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Nach meiner Laienmeinung müsste das ausreichend sein, vielleicht eröffnest du nochmal einen Thread mit genau der Frage. Nicht jeder liest immer alles,, aber viele hier sind schon mit Biologicals gereist.
    Zur Durchleuchtung kann ich gar nichts sagen - aber das weiß vielleicht hier jemand anderes.

    Zu deiner Frage nach der Remission - ja, vielleicht eine Teilremission. Allerdings war die Zeit zu kurz, um verlässliche Aussagen dazu zu treffen. Das Ganze war 2007 und zwischen der ersten Spritze und der Wurzelspitzenresektion lagen nur 6 Monate. Ich habe eine ziemlich temeramentvolle Form der PSA, die nur schwer zu bändigen ist - und sie kocht schon ziemlich lange.
    Am Anfang meiner Rheumakarriere war ich mal für drei Jahre in Komplettremission - keine Beschwerden, keine Medikamente. Das war ziemlich cool.

    Ich denke, dass du gute Chancen hast - schnelle Diagnose, schnelle Behandlung - das kann klappen. Bei vielen Betroffenen wirkt es gut und lange. Eine reaktive Arthritis hat außerdem die gute Chance auf vollständige Heilung.
     
    #13 3. Juni 2021
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juni 2021
  14. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Birte, das klingt interessant!
    Ein Bekannter von mir, auch Diagnose MB, berichtete mir gestern, dass der heftigste Schub seiner "Karriere" durch einen gezogenen Zahn und dem damit einhergehenden Stress ausgelöst wurde. Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass er zum keinem Zeitpunkt Medikamente (NSAR, Basismedis etc.) eingenommen hat!

    Hierdurch drängen sich mir zwei Fragen auf, läuft man Gefahr durch Immunsupressiva häufiger Infektionen in den Zahnräumen zu erleiden, die dann in der Folge auch so heftig sind und auch nicht abklingen, dass der betroffene Zahn zwangsweise gezogen werden muss?
    Erachtest du für deine Zahnbehandlung die Einnahme von Basismedikamenten als ursächlich?
     
    #14 3. Juni 2021
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juni 2021
  15. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Nein und Nein (bei mir zumindest). Ich habe schon immer Probleme mit den Backenzähnen gehabt - genau wie meine Mutter und meine Schwester und seit der Immunsuppression sind sie nicht mehr geworden.

    Stress ist häufig ein Schubauslöser und ich mache die Zahnbehandlung für den Wirkungsverlust beim Humira verantwortlich. Meine oben erwähnte Komplettremission wurde durch einen Knöchelbruch (mit operativer Versorgung) beeendet. Bei vielen Frauen treten rheumatische Erkrankungen erstmalig nach einer Geburt auf. Ein früherer Kollege von mir - bis dahin kerngesund - bekam eine heftige Schuppenflechte und eine heftige PSA, als er ein Haus baute.
     
  16. Maxime2402

    Maxime2402 Neues Mitglied

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    Hallo tanto,

    ich möchte Dir kurz meine Erfahrung zu - oder besser mit Imraldi schildern, um Dir vielleicht ein wenig die Angst vor dem Medikament nehmen zu können.

    Ich hatte viele Jahre arge Schmerzen, oft und fast täglich wechselnd. Am Schlimmsten jedoch waren die Rückenschmerzen, sodass ich zuletzt kaum noch kürzere Strecken gehen konnte und mich schon mit dem Gedanken befasst habe, bald Gehilfen zu brauchen. Zu dem Gelenk- und Wirbelsäulenschmerzen hatte ich Augenentzündungen, Darmentzündungen usw

    Ich habe Psoriasis Arthritis, was so in die Gruppe der Bechterew Erkrankungen gehört....meines Wissens.
    Da ich Ibuprofen, Diclo und sonstige Medikamente nicht vertrage, wurde mir von meiner Rheumaärztin die Therapie mit Imraldi vorgeschlagen. Ich habe über ein Jahr gezögert. Die ganzen Nebenwirkungen, höhere Infektanfälligkeit und und und.

    Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich dadurch viel Zeit verloren habe, hätte ich nur vorher gewusst, wie gut dieses Medikament wirkt, wie fast normal ich meinen Alltag wieder bewältigen kann.
    Fast.....denn Schmerzen und Schübe bleiben trotzdem nicht komplett aus. Aber keine lästigen Augen- und Darmentzündungen mehr. Endlich wieder mit den Kids spielen können, im Garten „ackern“, wieder Wegstrecken normal laufen können.
    All das wieder tun, was vor Imraldi einfach nicht mehr möglich war.

    Und schließlich geht es auch darum, das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und (weitere) bleibende gesundheitliche Schäden zu verhindern.

    Die Nebenwirkungen die ich durch Imraldi habe:
    Haarausfall
    die Nächte nach der Spritze Schlafstörungen
    Bluthochdruck
    manchmal das Gefühl von Müdigkeit und Abgeschlagenheit

    Aber hey, Ibuprofen, Diclofenac und all die anderen Schnerzmittel sind ja auch nicht ganz ohne ;-)

    Ich hoffe ich konnte Dir ein paar Zweifel nehmen.
    Alles Gute für Dich!
     
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  17. tanto

    tanto Neues Mitglied

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    Bezüglich des Adlamimumab habe ich auf Sanego drei Berichte zu massiven Nebenwirkungen in Form von Psoriarsis gelesen. Diese Schilderungen erscheinen mir sehr alarmierend und verstärken meine Vorbehalte.
    Bei einem meiner ersten Termine in der Rheumatologie sagte die behandelnde Ärztin seinerzeit bei mir wäre eine leichte Disposition für Schuppenflechte vorhanden.
    Seinerzeit war ich noch ausschließlich in der Auffassung eine reaktive Arthritis entwickelt zu haben, daher habe ich bezüglich der Anmerkung mit Disposition für Psoriarsis leider nicht nachgehakt. Nunmehr habe ich große Sorge mit dem TNF Alpha Blocker eine Schuppenflechte zu triggern...

    Könnte mir wer Auskunft geben welche Werte/ Faktoren eine Veranlagung für Schuppenflechte abbilden? (Familienanamnese ist diesbezüglich negativ)

    Gibt es hier noch weitere Betroffene die Biologika einnehmen/ genommen haben und bereits sind ihre Erfahrungen zu schildern?

    @Maxime2402: Wie stark ist der Haarausfall bei dir aufgetreten?
     
  18. Lütten

    Lütten Bekanntes Mitglied

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    Hallo @tanto ,
    ich habe auch eine Zeit lang Imraldi gespritzt und es sehr gut vertragen. Ab und zu war es am Tag nach dem spritzen das ich etwas platt war , das war aber schon alles.
    Mittlerweile spritze ich ein anderes Biologika , was ich auch sehr gut vertrage.
    Letztendlich kann dir keine die Entscheidung abnehmen ob bzw. welche Medikamente du nimmst.
    Bei dem einen passt es ,bei dem anderen tritt keine Wirkung ein oder Nebenwirkungen. Jeder ist halt anders.
    Mach dich nicht verrückt, entscheide in Ruhe für dich was passt.
    Gruß Lütten
     
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  19. Jürgen

    Jürgen Registrierter Benutzer

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    Hi Tanto,

    ich habe seit 35 Jahren MB und nehme seit 21 Jahren einen TNF-alpha Blocker (Infliximab). Die ersten 14 Jahre waren absolut bescheiden, da es kein wirksames Medi gab- von NSAR bis MTX und Cortison alles durch. Mit der 2ten Infusion war ich komplett schmerzfrei- ein super Gefühl! Mittlerweile sind wieder einige Problemchen aufgetaucht, aber immer noch alles im grünen Bereich. Ich habe eine Plaque Psoriasis entwickelt, die aber glücklicherweise problemlos mit Cortisonsalbe zu behandeln ist.

    Kortison sollte nur kurzfristig genommen werden, da bei MB die Knochendichte oftmals sowieso schon vermindert ist und durch das Kortison kann eine Osteoporose begünstigt werden.

    Zu den Zahnwurzelentzündungen kann ich nur sagen, dass ich sie zu Beginn der Krankheit ohne Ende hatte und seit Infliximab keine einzige mehr- bevor ich damit Anfing sollten deswegen noch 2 Zähne gezogen werden und nach der 2ten Infusion habe ich nochmal ein Röntgenbild machen lassen und die Entzündungen waren weg....

    Viele Grüße
    Jürgen
     
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  20. Money Penny

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    Hallo tanto, das kann passieren oder auch nicht.
    Habe Aldalimumab und auch Infliximab bekommen.
    Unter Humira bekam ich kleine Psoriasisflechten. Bei Remicade nicht.
    Das muss nicht bei jedem so sein.
    Jeder ist nicht gleich jeder. Wir sind alle Individuums.
    Eins ist klar, nach dem Absetzen geht es weg.
    LG Money Penny
     
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