Hallo Locin!
Also, das typische Raynaud verläuft in 3 Phasen, in denen sich die Haut zuerst weiß (da fehlt die Durchblutung), dann blau (da fehlt der Sauerstoff) und dann rot (da schießt das Blut wieder ein) anfärbt. In der "roten Phase" (=reaktive Hyperämie) quellen die Finger auf, oft merke ich sie auch pulsieren, sie können - müssen aber nicht - stark schmerzen und man hat evtl. das Gefühl, dass sie platzen. Durch diese Durchblutungsstörungen sind Hände (und Füße und andere Körperanhängsel) gefährdet, im Winter Erfrierungen davonzutragen. Die juckenden kleinen Schwellungen über deinen Gelenken könnten Frostbeulen sein (die hol ich mir jedes Jahr an den Zehen, und die Teile können höllisch jucken, wenn ihnen warm wird...).
Typisch für den "primären Raynaud", der am häufigsten vorkommt, v.a. bei jungen Frauen und dessen Ursache man nicht kennt ("ideopathisch") ist, dass er an beiden Händen (und meist nur an den Händen) symmetrisch vorkommt. Anders ist es bei der sekundären Variante, wo man oft asymmetrische Veränderungen hat. Diese Form hat verschiedene Ursachen, das können Verschlüsse von Gefäßen sein (z. B. durch kleine Gerinnsel), aber eben auch Gefäßveränderungen, wie sie bei verschiedenen Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) vorkommen.
Um abzuklären, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Form handelt, sollte im Blut nach verschiedenen Autoimmunantikörpern wie z.B. ANAs, nach Kälteagglutininen und Kryoglobulinen gesucht werden. Außedem kann in einer Kapillarmikroskopie (dazu hältst du deine Finger quasi unters Mikroskop) nach typischen Gefäßveränderungen gesucht werden.
Außerdem ist es natürlich wichtig, ob du andere Symptome hast (Gelenkschwellungen, -schmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht etc.,etc.)
Unabhängig von der Klassifizierung deiner Erkrankung solltest du versuchen, deine Hände und Füße so warm wie möglich zu halten (ich weiß, sowas sagt sich leicht....)
Alles Gute!
Kristina