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RA ausgelöst durch Schimmelpilz?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Luckystar, 2. Februar 2014.

  1. Luckystar

    Luckystar Registrierter Benutzer

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    Hallo ihr Lieben,
    vielleicht gibt es das Thema schon, habe leider nichts wirklich finden können. Also falls ja, sorry!
    Ich habe seit mittlerweile 15 Monaten seronegative rA. Angefangen hat es mit der Heizperiode Nov 2012. In eben diesem Winter habe ich in meinem Schlafzimmer nasse Wände und Schimmelpilzbefall festgestellt. Mein Vermieter meinte nur, ich soll die Wände abwischen, das wär nur Stockschimmel. Liegt daran, dass ich nicht richtig gelüftet habe und die Möbel zu nah an der Wand stehen. Habe es damals so hingenommen, im Sommer war auch alles ok, auch das Rheuma besser, habe aber beides nie in Zusammenhang gebracht.
    Mit Beginn der jetzigen Heizperiode ging es mir auch wieder schlechter, Medis mussten höher dosiert werden und ich muss jetzt auch wieder Corti nehmen. Trotzdem geht es mir nicht besser. Und dieses WE entdecke ich wieder Schimmel in Schlafzimmer und neuerdings auch Wohnzimmer.
    Im Internet findet man ja so einiges, dass Schimmel und Rheuma in Zusammenhang stehen. Werde einen Gutachter holen und mich über Mieterschutzbund und Rechtschutzversicherung asap schlau machen, was ich tun kann und natürlich schnellstmöglich ausziehen.
    Jetzt meine Frage (n):
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sollte es die Möglichkeit geben, kann man Schmerzensgeld / Schadensersatz verlangen und findet man einen Arzt, der sowas nachweisen und auch bestätigen kann? Mit dem Gedanken, Rheuma zu haben, ohne erbliche Vorbelastung und woher auch immer es kommt, konnte ich mich mittlerweile abfinden, aber sollte ich dank des Geizes meines Vermieters, der alles im Haus stümperhaft selbst repariert und keine Fachfirma kommen lässt und mich jederzeit für alles beschuldigt, mit 29 Jahren Rheuma bekommen haben, komm ich da nicht so ganz mit klar.

    Also, wäre lieb, wenn jemand die gleichen Erfahrungen gemacht hat, bzw ähnliche Vermutungen hat, sich derjenige mal meldet. Bin über jeden Tipp dankbar!

    LG
    Luckystar
     
  2. Sprodde

    Sprodde Mitglied

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    Ich glaube nicht, dass Schimmelpilze in der Wohnung der Grund für deine Beschwerden sind. Die Sporen fliegen durch die Luft und werden eingeatmet. Daher würde ich denken, dass sich an Schleimhäuten zuerst eine Krankheit bemerkbar machen würde. Asthma, ständiger Schnupfen usw.

    Natürlich schwächt so eine Belastung das Immunsystem, aber Schmerzensgeld und Schadenersatzansprüche wirst du nicht durchsetzen können. Niemand kann eindeutig die Ursache deiner Erkrankung dem Vermieter in die Schuhe schieben.

    Die Aussage deines Vermieters, es sei deine Schuld weil du nicht genug heizt oder lüftest, ist eine Standardbehauptung von Vermietern und Blödsinn. Ich schätze, dir bleibt nichts anderes übrig, als dir schnellstmöglichst eine andere Bleibe zu suchen.
     
  3. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Ich schließe mich Sproddes Text an.
    Dass du im Herbst/Winter mehr Beschwerden hast liegt vermutlich daran, dass das Rheuma feuchtes und kaltes Wetter nicht mag.
     
  4. Werner

    Werner Neues Mitglied

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    Schimmel

    Hallo Luckystar,
    Schimmel in der Wohnung ist eine üble Sache. Da kann man allerlei Atemwegsprobleme bekommen. Wahrscheinlich sind es die üblichen Probleme von schlechter Mauerisolierung.
    Meist sind das Kältebrücken aus festem Material, wie Ziegel, Kalksandstein oder Beton. Dort wird dann die Wand feucht. Lüften hilft da auch nur bedingt, was man aber auch regelmäßig machen sollte. Man sollte die Möbel auch nicht direkt an die Wand stellen.
    Schimmel sollte man feucht mit einer alkoholischen Lösung abwischen. Da gibt es spezielle Mischungen. Dabei Gummihandschuhe tragen und vielleicht vorher etwas einwirken lassen. Unbedingt die Fenster öffnen. Es besteht bei größeren Flächen Brandgefahr. Und vorsicht. Nicht zu große Flächen bearbeiten. Akoholdämpfe wirken auch narkotisierend.
    Wahrscheinlich wird der Schimmel immer wieder kommen, weil er tief im Putz sitzt. Dann hat der Vermieter ein Problem.
    Möglicherweise kann der Schimmel die Allgemeinsymptome bei Rheuma verschlimmern, aber ich glaube nicht, dass Schimmel für RA verantwortlich ist.
    Bei einem Waldspaziergang nimmt man viel mehr Sporen der Pilze auf. Der Körper kann das normalerweise wegstecken. In einer Wohnung sind wahrscheinlich nur bestimmte Schimmelpilze, die sich aber bei geringer Lüftung konzentrieren und zu Beschwerden der Atemwege führen.
    Um sicher zu gehen, kannst Du den Schimmel ja untersuchen lassen. Dann weißt Du genau Bescheid.
    Gruß Werner
     
  5. Luckystar

    Luckystar Registrierter Benutzer

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    Danke für Eure Antworten!

    Klar, natürlich spielen viele Faktoren mit, um eine rA auszulösen und die Beschwerden zu verschlimmern.
    Ich versuche nur immer wieder herauszufinden, was in diesem Herbst 2012 anders / neu war, dass die Krankheit ausgebrochen ist.
    Ich weiss, dass Rheuma irgendwann einfach so da ist und man es auch nicht mehr ändern kann, für mich und meinen Seelenfrieden würde ich halt gern herausfinden, was es gewesen sein könnte. Gerade weil auch vielleicht eben dieser Auslöser immer noch da ist und die Beschwerden verschlimmert.
    Ich denke ihr kennt das alle, man macht / isst / trinkt irgendwas anderes als sonst und fühlt sich ( zufällig) besser / schlechter und versucht nachzuforschen, ob das Neue gut oder schlecht für einen ist.
    In dieser Situation klammert man sich an jeden noch so dünnen Strohhalm, ich denke auch gerade noch am Anfang, wenn man noch kein alter Hase auf dem Gebiet ist...

    LG
    Luckystar
     
  6. Grain

    Grain Registrierter Benutzer

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    Schimmelpilz

    Hallo Luckystar

    Ich glaube auch nicht, dass die Schimmelsporen für dein Rheuma verantwortlich sind.
    Schimmelbefall in der Wohnung soll man aber trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen.
    Zahlreiche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen sehen einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Schimmelpilze und Atemwegsbeschwerden (WHO 2010 und 2009).
    Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen. Es konnte jedoch bisher noch nicht festgestellt werden, ab welcher Konzentration an Schimmelpilzen in der Luft welche gesundheitlich negativen Auswirkungen auftreten. Da bislang keine Grenzwerte für Schimmelpilze festgelegt werden können, muss das Vorsorgeprinzip angewendet werden, wonach Schimmel in Innenräumen ein hygienisches Problem darstellt und beseitigt werden muss, bevor es zu Erkrankungen kommt.

    Generell gilt: Materialien, auf denen Schimmelpilze wachsen, müssen gereinigt oder entfernt werden. Die Ursachen für die erhöhte Feuchtigkeit, die zu dem Schimmelwachstum geführt haben, müssen geklärt und beseitigt werden.
    Du kannst kleineren Schimmelbefall (zum Beispiel < 0,5 m2 und nur oberflächlicher Befall) selbst beseitigen, wenn du nicht allergisch auf Schimmelpilze reagierst, an chronischen Erkrankungen der Atemwege leidest oder ein geschwächtes Immunsystem hast. Tipps zum Entfernen des Schimmelbefalls gibt der UBA-Schimmelpilzsanierungsleitfaden.

    Die Ursache der Feuchtigkeit muss aber erkannt und beseitigt werden, sonst kommt der Schimmel immer wieder zurück.
    Bei Unklarheiten solltest du Fachleute zu Rate ziehen.

    Größerer Schimmelbefall sollte immer von einer fachkundigen Firma saniert werden. Für eine fachgerechte Sanierung gibt der Schimmelpilzsanierungsleitfaden ebenfalls wichtige Hinweise.

    Grundsätzlich ist dein Hausarzt als erster Ansprechpartner zuständig, der dich gegebenenfalls zu Spezialisten zur weiteren Abklärung deiner Symptome schicken kann.
    In Deutschland gibt es nur wenige umweltmedizinische Zentren, die sich auf die Behandlung von Patienten mit Umwelterkrankungen spezialisiert haben

    Umweltmedizinische Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz gibt es in Mainz, Koblenz, Andernach, Mayen und Daun. (Hoffe die liegen wirklich in Rheinland-Pfalz. Deutsche Geografie ist nicht meine stärke :o).

    Falls die betreffende Wand eine Aussenwand ist, so ist mit Sicherheit fehlende, zu geringe oder mangelhaft befestigte Wärmedämmung für die zu tiefe Oberflächentemperatur der Wand verantwortlich.
    Dies müsste ein Baufachmann/ Bauphysiker beurteilen. Für die Beseitigung des Schadens und die korrekte Ausführung der Wandkonstruktion ist generell der Besitzer zuständig und auch haftbar.

    Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen :)

    Grüsse Grain
    aus der Schweiz