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Punktion - Ja oder Nein ???

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von silkeyanick, 2. November 2012.

  1. silkeyanick

    silkeyanick Neues Mitglied

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    Guten Morgen,

    ich hoffe, ihr könnt mir hier ein wenig helfen bzw. einfach mal eure Meinungen schreiben :) -> mein Sohn (10 J.) nimmt nun seit über einem Jahr Decortion, Diclofenac (2x25mg) und Sulfasalazin (2x500mg).
    Darunter geht es ihm soweit gut - nur,wenn er viel Sport macht bzw. in den Pausen Fussball spielt + Sport,dann klagt er abends über Schmerzen im Sprunggelenk und teilweise ist es dann auch leicht geschwollen.......aber mit Cool-Pack und "Pause" ist es dann am nächsten Morgen wieder in Ordnung:top:

    Nun waren wir wieder in der Rheumasprechstunde und die Ärztin hat den Vorschlag gemacht -damit wir von dem Cortison wegkommen (mein Sohn nahm anfangs 5mg - mittlerweile sind wir bei 2,5mg -- haben es auch schon mit 2,5mg alle 2 Tage versucht,aber da wurden seine Beschwerden schlimmer,so dass wir wieder auf tägl. 2,5mg gegangen sind) das Sprunggelenk und auch beide Knie zu punktieren !
    Ich muss dazu sagen,dass im Ultraschall in diesen drei Gelenken Ergüsse waren, allerdings nicht so schlimm,dass man punktieren muss:cool:
    Bitte versteht das nicht falsch - ich bin natürlich froh,dass es nicht so schlimm ist und das es meinem Sohn soweit so gut geht.........

    Aber mir ist auch klar,dass das Cortison keine Dauertherapie sein sollte -die Ärztin meinte auch,dass gerade die Kombi Cortison+ Diclo sehr auf den Magen gehen würde !
    Und daher machte sie den Vorschlag bzw. ich soll es mir durch den Kopf gehen lassen,doch diese Gelenke mal zu punktieren und dann zu hoffen,dass mein Sohn dann kein Cortison mehr braucht.............
    Aber das sei wirklich nicht medizinische zwingend erforderlich,sondern eher "nur" ein Versuch -daher meine Entscheidung :confused::eek:

    Und nun steh ich da wie blöd und hab keine Ahnung !!! Da wäre mir im Grunde lieber,die Ergüsse wären schlimmer und es müsste punktiert werden *bitte nicht falsch verstehen* -aber dann wäre es nicht mehr meine Entscheidung........


    Eine weitere Option wäre noch,das Diclo zu reduzieren und zu gucken,wie es ihm dann geht..........sollte er dann wieder mehr Schmerzen (dicke Gelenke) haben,dann müsste man wohl doch "notfallmäßig" punktieren.
    Aber sonst könnte man die Punktion eben so planen,dass es z.B. in den Ferien ist oder so.

    Tja und wie gesagt, ich hab nun keine Ahnung,was der richtige Weg ist...........denn lasse ich die Gelenke punktieren, und es bringt doch nichts,dann hätten wir uns Krankenhaus + Narkose + 6 Wochen Sportverbot echt sparen können !!

    Ich weiß,dass mir hier niemand konkret etwas sagen kann,aber mir würde es schon helfen,einfach mal eure Meinung zu hören:)
    Vielen Dank
     
  2. Leni83

    Leni83 und Erika

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    Punktion, ja oder nein

    Hallo silke & yanick (nehme ich an ;-))

    also wie du schon schreibst, werden wir dir keine zufridenstellende Lösung anbieten können, aber zumindest von unseren Erfahrungen/ Meinungen berichten.

    Zu allererst würde ich mich fragen, ob das Basismedikament für deinen Sohn das richtige/ ausreichende ist. Denn wenn er trotz Basismedikation noch immer so viel (ich finde das für ein Kind viel) Cortison UND Schmerzmittel braucht, wäre das meine erste Frage.

    Dann frage ich mich, warum Krankenhaus, Narkose, Sportverbot? Ich weiß das nur von mir (bin 29) und vielleicht ist es ja bei Kindern anders, aber mein Knie wurde beispielsweise bei meinem Orthopäden (da wusste ich noch nicht, dass ich Rheuma habe) in der Praxis punktiert. Viiiiel Desinfektion, Mundschutz, Augen zu und durch, Pflaster drauf, ab nach Hause und 1-2 Tage schonen. Ebenso bei entzündeten Sehnen unterm Fuß *AUA*
    Dann war ich in Sendenhorst in der Rheumaklinik, die sahen das schon anders (da wurde meine Hüfte punktiert und gespritzt). Da musste ich anschließend 24 Stunden schonen (also Rollstuhl fahren), kühlen.

    Also ich denke, dass eine Punktion mit evtl. anschließender Eingabe von Cortison direkt ins Gelenk hilfreich sein könnte. Mir hat das sehr geholfen. Und im Nachhinein war es wirklich halb so wild.
    Wie gesagt, ich bin "schon groß" :D und vielleicht ist bei Kindern alles anders.

    SO, das war also meine Meinung und ich hoffe sie hilft dir ein bisschen

    Schönes Wochenende!!!
     
  3. Cavallina

    Cavallina Neues Mitglied

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    Hallo Silke,

    ich kann verstehen, dass es für dich keine einfache Entscheidung ist, ob du den Gelenkpunktionen bei deinem Sohn zustimmen sollst oder nicht. Ich finde, das ist als Mutter immer eine schwierige Entscheidung. Daher kann ich dir nur raten, es mit deinem Sohn abzusprechen. Wie steht er zu dem Ganzen?

    Die Medikamentenkombi, die er nimmt, ist schon heftig. Vor allem Diclo ist mit eines der magenschädigsten NSAR (ich vertrag das Zeug inzwischen absolut nicht mehr und bekomme trotz Magenschutztabletten davon übelste Bauchkrämpfe).

    Wie das mit den Punktionen bei Kindern abläuft, weiß ich nicht. Ich hatte vor zwei Jahren eine notfallmäßige Punktion meines Kniegelenkes im Krankenhaus, das 5 Tage nach einer arthsroskopischen Knie-OP (Meniskusriss) plötzlich stark angeschwollen war und weh tat. Da hatten sie zunächst die Sorge, dass da eine Infektion drin sein könnte. Die Punktion lief ähnlich ab wie bei Leni. Im Krankenhaus, es wurde viiieeeellll und gründlich desinfiziert (ich glaube, die haben die halbe Flasche drauf gesprüht) und die Ärztin zog sich Mundschutz, eine Haube über die Haare und Handschuhe an und so wurde ohne jegliche Betäubung das Knie punktiert (aber es tat ja eh schon vorher weh, sodass ich den Einstich kaum gespürt hatte). Das Ganze wurde dann sofort ins Labor gebracht und untersucht und so lange musste ich dort noch warten. Es war aber zum Glück keine Infektion, sondern nur ein Bluterguss im Gelenk, wohl eine Nachblutung :rolleyes:. Mit Krücken entlasten musste ich ja sowieso wegen der Arthroskopie. Von dem her kann ich zum Sportverbot nichts sagen. Und auch nicht, wie das ist, wenn mehrere Gelenke gleichzeitig punktiert werden. Und wie das bei Kindern gehandhabt wird, kann ich auch nicht sagen. Ich war damals ja auch schon "groß" ;).

    Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute und die für euch richtige Entscheidung.

    Grüßle,

    Cavallina
     
  4. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Cavallina und andere Interessierte und etwas off-topic

    Deine Beschwerden sind vermutlich nicht auf den Magen zurückzuführen. NSAR greifen nicht nur die Magen-, sondern auch die Darmschleimhaut an - und dagegen hilft der "Magenschutz" leider nicht.
    Man nennt das auch NSAR-Colopathie oder -enteropathie (im Magen würde es -gastropathie heißen); wenn man eine Darmspiegelung macht, sieht man nach relativ kurzer Einnahmezeit bereits typische Veränderungen der Darmschleimhaut.
    Daher sind manchmal die so genannten Coxibe (Celecoxib = Celebrex oder Etoricoxib = Arcoxia) eine Alternative zu NSAR plus Magenschutz, insbesondere bei Verträglichkeitsproblemen und vorbestehenden Darmproblemen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oder einer Divertikulose.

    Liegen solche Veränderungen vor, sind eine sehr genau Abwägung von Nutzen und Risiko der Einnahme von NSAR und eine möglichst sehr eng zeitbegrenzte Einnahme dringend anzuraten.


    Beste Grüße, Frau Meier
     
  5. anurju

    anurju anurju

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    Hallo zusammen,

    ich habe selber einige Punktionen bekommen - zur Flüssigkeitsentnahme, aber auch mit Cortison und muss das Folgende loswerden:

    Jeder Eingriff in die Gelenkkapsel birgt ein Infektionsrisiko - daher ja auch die ganzen Vorsichtsmaßnahmen.
    Ich habe in Sendenhorst miterlebt, dass diese Therapie durchaus hilfreich ist - aber:

    Wenn die Beschwerden insbesondere nach sportlicher Belastung auftreten, finde ich es naheliegender, diese zunächst einzuschränken und zu schauen, was dann passiert.
    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Punktionen eine wirkliche "Therapie" sein können - ich kenne diese nur als Notfall-Lösung bei starken Ergüssen.
    Oder liege ich da völlig falsch...? Anders ist das bei einer Radiosynoviothese - aber davon war ja nicht die Rede.

    Ich weiß, wie schwer es für Kinder ist, auf intensive Bewegung zu verzichten (meine 11-jährige Tochter hat seit 1 Jahre Sportverbot - bis auf Schwimmen und Radfahren) - aber vielleicht wäre es doch sinnvoll, erstmal zu erproben, ob man mit Sportpause eine Besserung der Ergüsse erreicht...
    Um langfristig vom Cortison wegzukommen, werden Punktionen doch nicht die richtige Lösung sein - oder? Man müsste sie ja dann sicher öfter machen - nicht unbedingt angenehm...
    Da wäre doch eher ein anderes Basismedikament zu erproben...?

    Ich bin überhaupt nicht erfahren in der Kinderrheumatologie (meine Tochter leidet an einer Osteochondrose - also was ganz anderes) - aber mein Bauchgefühl sagt mir: so wenig Eingriffe in Gelenke wie möglich. Und evtl. dann doch nochmal lieber eine zweite Meinung (z.B. bzgl. Basistherapie).

    Alles Gute für euch und liebe Grüße von
    anurju :)
     
  6. silkeyanick

    silkeyanick Neues Mitglied

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    Schonmal vielen lieben Dank für eure Meinungen bzw. Erfahrungen :)

    Also hier ist es schon so,dass man bei einer Punktion 3 Tage Bettruhe hat und diese dann in der Klinik verbringt.............und dann gibts halt 6 Wochen Sportverbot.
    Na ja und bei Kindern machen die hier doch eher immer eine Narkose -wobei das eher "nur" eine starke Sedierung ist und mein Sohn bisher immer schnell wieder wach war und es auch soweit gut vertragen hat :top:!!

    Die Ärztin meinte halt,dass wenn man Cortison direkt ins Gelenk gibt,dass das dort dann eben so gut wirkt,dass man auf die Cortisontabletten verzichten kann.......eben,weil es dann vor Ort wirkt.
    Aber wie gesagt,wenn sie mir das zu 100% garantieren könnte,würde ich direkt Ja sagen -aber das kann sie nunmal nicht bzw. das kann wohl niemand...........

    Auf Sport verzichten ist leider auch nicht so einfach;denn mein Sohn braucht diese Bewegung einfach und ich weiß noch,wie frustriert er nur noch war,als er mal ein Jahr lang kein Sport machen konnte --das war echt mehr wie Horror :eek::eek:
    Und er selbst ist dann auch so in seinem Elan und merkt beim Sport selbst auch nicht,wenn ihm was weh tut......der große "Knall" kommt dann immer später,meist abends,wenn er zur Ruhe kommt.
    Sonst würde ich sagen,er soll nur noch bis zur Schmerzgrenze toben/fussball spielen und dann halt ne Pause machen oder aufhören.

    Auf die Idee nach einem anderen Basismedikament zu fragen,bin ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen:vb_redface: -werde ich mir aber aufschreiben und auf jeden Fall beim nächsten Mal ansprechen !!

    Ich muss mir das echt alles nochmals durch den Kopf gehen lassen und werde auch mal mit meinem Sohn in Ruhe drüber sprechen............
     
  7. muck

    muck Neues Mitglied

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    Hallo Silkeyanik,

    hier noch ganz kurz "mein Senf" zu deiner Frage:

    Zunächst mal vermute auch ich, dass noch nicht die passende Basismedikation für deinen Sohn gefunden ist, sonst sollte es (weitgehend) ohne mehrere zusätzliche Medikamente gehen.
    Sich grundsätzlich mehr zu schonen, um die Krankheit ein bisschen zu mildern, halte ich persönlich bei einem ansonsten aktiven Kind für keine gute Idee. Meiner Meinung nach richtet das für die gesamte (psychische, soziale, persönliche) Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes mehr Schaden an, als das eine oder andere Medikament. Mein Credo heißt: Er soll so normal wie irgend möglich sein Leben leben können.

    Zu den Punktionen:
    Mein Sohn (knapp 15) würde diese allemal einer oralen Cortisongabe vorziehen. Er hatte sehr starke Nebenwirkungen von den Cortisontabletten und nimmt viel lieber die kurzen Schmerzen der Punktion in Kauf als das. Er hat es beide Male ohne Narkose machen lassen (er wollte keine) und fand das gut auszuhalten, nicht viel schlimmer als Blut abnehmen. Wir haben allerdings nur Erfahrungen mit Kiniepunktionen, kann sein, dass es woanders schmerzhafter ist.
    Laut unserem Kinderrheumatologen wirken die Cortisongaben direkt ins Gelenk gerade bei Kindern sehr gut und oftmals langanhaltend (mehrere Monate). Bei unserem Sohn war es dann auch tatsächlich so.
    Ein Infektionsrisiko gibt es natürlich, ohne absolut sterile Bedingungen (bei uns Op-Bedingungen) würde ich nicht zustimmen.
    Und gerade wenn beide Beine gemacht werden, ist es schon praktischer, 1-2 Tage im Krankenhaus zu bleiben, da man erstmal 24 Stunden gar nicht laufen soll. Danach hatte unser Sohn 2 Wochen Sportverbot und durfte auch nicht schwimmen gehen, das ging grad noch so...

    Soweit unsere Erfahrungen dazu,
    alles Gute für euch,
    Jeannette alias muck
     
  8. Jojo25

    Jojo25 Neues Mitglied

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    Hallo Silke,
    mein Sohn ist auch 10 Jahre und hat seit 3 Jahren Rheuma. Als das angefangen hat hat er gleich von unserer Rheumatologin eine Cortison-Einspritzung ins Kniegelenk bekommen (unter Narkose, 2 Tage Krankenhaus und eine Woche auf Stützen). Dann dürfte er wieder alles machen. Das war ein Fehler. Die Einspritzung hat nur für ein paar Wochen gehalten. Und die Schmerzen waren wieder da und sogar so dass er morgens nicht laufen konnte. Seit 2,5 Jahren nimmt er MTX 12 mg. Dazwischen mal 2x eine Cortison-Therapie für jeweils 6Wochen. Die Entzündung immer noch da. Im April dieses Jahres sind wir nach Garmisch zur Reha Gefahren (auf meinen Wunsch). Die sind da super, nur zum Empfehlen. Dort gleich ins Kniegelenk eingespritzt (ohne Narkose, nur mit einem Saft der Müde macht und Betäubungscreme Emla aufs Kniegelenk, 3 Tage Rollstuhl und 4 Wochen Stützen! und 6 Monate kein Schulsport!!!). Das war hart, mein Sohn hat das alles Super gemeistert und jetzt hat er keine Entzündung mehr im Knie. Wir waren jetzt zur Kontrolle und laut Computertomographie ist da nichts mehr aber sein MTX muss er noch vorsichtshalber weiter nehmen, damit hat er mehr Probleme wie mit dem Knie. :(
    Was ich damit sagen will, ich hatte auch sehr viel Angst vor der Einspritzung, bin jetzt aber so froh das wir das in Garmisch gemacht haben. Nach der Einspritzung darf das Gelenk so lange wie möglich nicht belastet werden, so dass das Cortison sehr lange im Gelenk bleibt und dort auf die Entzündung wirkt. Das hat man uns so erklärt.
    Ich könnte mir so in den Hintern beißen, das wir nicht viel früher nach Garmisch sind. Wer weiß wie sich das alles entwickelt hätte.

    Ich hoffe ich habe dir etwas geholfen, aber die Entscheidung liegt bei dir. Nur du weißt Bescheid was für Deinen Sohn am Besten ist.

    Viele Grüsse und alles gute für deinen Sohn.