Meine lieben Leidensgenossinnen,
was ich hier lesen muss, macht mich sehr traurig

.....wenn ich wüsste, wie ich helfen könnte, würde ich sofort ein riesiges Rundschreiben machen....aber...jeder muss irgendwie den Weg für sich finden, auf dem er gut weiterwandern kann...
Ich habe folgendes gemacht: Nachdem ich mit Hilfe von Cortison und MTX-Spritzen wieder etwas auf Vordermann gekommen bin, habe ich angefangen zu singen, habe eine Musikschule besucht, um die Technik etwas zu erlernen. ( Ich leide zudem an Asthma außer meinen körperlichen Einschränkungen)
Hab mir jetzt eine Gesangsanlage gekauft mit Mischpult, Mikrofon, etc. habe Puppen angefertigt aus Puppenjersey, schön gefüllt mit Füllwatte (aus alten ausgedienten Kissen) hab Kleider für sie genäht.. Sie sind 80-90 cm groß, habe verschiedene Charaktere ins Gesicht "gezaubert" und habe jetzt vor ein singendes Puppentheater aufzubauen.
Hab eine Sangesfreundin mit der ich jede Woche probe.
Nun suche ich einen Proberaum, wo wir richtig laut Rock and Soul und vieles andere zum Besten geben können.....
Das lenkt mich wunderbar ab, ich muss vorwiegend sitzen, kann schlecht stehen, mit dem Laufen klappt es auch nicht. Erst dachte ich.... oh je....wie soll ich das bewältigen....aber dann sah ich in verschiedenen Berichten, dass es durchaus einige Künstler gibt, die in zumindest der gleichen Lage sind wie ich und die sich auch nicht unterkriegen lassen.
Eine große Hilfe waren die Opioide, die ich schon über Jahre nehme. Durch diese Medikamente wurde es mir erst möglich, Fitness-Training zu machen (natürlich nur das was geht - aber immerhin...) Ich kann das nur empfehlen. Viele Ärzte bei uns in Deutschland sträuben sich noch dagegen.....Immerfort kommt man mit dem Drogengeschwätz. Das ist aber ein Schmarrn. Die Opioide machen nicht abhänging im Gegensatz zu den Morphinen.
Jedenfalls habe ich durch diese Medis einen Aufschwung bekommen - auch seelisch - der mich das alles anpacken ließ. Und dadurch habe ich eine Lebensqualität erreicht, an die vorher nicht zu denken war !!!!!!!!!!!!
Meine Krankheiten sind nicht weg....aber ich kann damit leben....mal geht es nicht so gut....mal ist es wieder richtig annehmbar....
Habt Mut, versucht ein Hobby zu finden, was Euch total ausfüllt, was Euch begeistert.... über diese Schiene ist unglaublich viel zu machen----so durfte ich feststellen.
Ich hab viel viel Ärger hinter mir mit Krankenkassen, mit Ärzten, ich bin vielen "Experten" mit hohem Level an Dummheit und mangelndem Einfühlungsvermügen begegnet, etc. war auch oft am Verzweifeln..... aber dann ging es wieder weiter....hier und da konnte ich mich durchsetzen.
Und: Ich bete jeden Abend , natürlich !!!! Es ist komisch , aber ich glaube, dadurch auch Kraft zu bekommen für den nächsten Tag. Ich lebe mit Jesus und der Mutter Gottes in meinem Herzen, und ich möchte mein "Kindsein" (seelisch gesehen natürlich) nicht verlieren durch die rauhe Umwelt. Das ist mein Heiligtum, das ich hüte.
Man darf halt nicht davon ausgehen, dass einem dadurch alles Schlechte erspart bleibt. So ist es wohl nicht. Aber man wird herausgefordert, andere Wege einzuschlagen........
Vielleicht hilft das ein wenig. Ich bin jetzt 66 Jahre alt, schlage mich seit meinem 9. Lebensjahr mit Erkrankungen durch.
Vielleicht hilft auch ein wenig, wenn man sich selbst nicht so sehr beobachtet.... ich bin immer bestrebt, einen neuen Weg zu finden, wenn es mir schlechter geht. Oftmals ist mir das auch geglückt....bis heute...
Ich singe jeden Tag und habe zumindest weitestgehend mein Asthma besiegt - durch die Atem-Technik, die man da ja anwenden muss. Also.... ist Einiges möglich....trotz allem.
Lb. Grüße
Grit