1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Psychische Tiefs oder - wie lasse ich los -

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Christi, 5. April 2007.

  1. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Hallo Ihr Lieben,

    weiß nicht, ob es euch auch manchmal so geht. Bin seit 2 Jahren RA Patient. Im Moment habe ich wieder mal ein totales Tief -keine Energie, keine Kraft, könnte ins Bett liegen und heulen. Jetzt wo doch Frühling ist und Ostern vor der Tür steht. Bei mir dreht sich alles nur noch um meine Krankheit. Mein Mann sagt mir letztens, du hast ja nun dein neues Hobby -deine Krankheit. Sicher muß ich dazu sagen, daß ich schon vor meiner rheumatischen Erkrankung Zeiten hatte, in denen es mir psychisch nicht so gut ging, aber es war alles im Aufwärtstrent und dann kam der neue Schlag mit der Diagnose RA. Seither geht alles wieder von vorne los und abwärts. Kommt irgendwann die Zeit oder ab wann akzeptiert man die Krankheit und vor allen nimmt sie immer so viel Raum ein?

    Gruß
    Christi
     
  2. Kurt53

    Kurt53 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. Februar 2007
    Beiträge:
    209
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Christi:)
    Es kommt darauf an wie stark einen die Schmerzen quälen wenn nicht geht es mir gut.wenn ja könnte ich mich auch verkriechen.Es ist nicht schön wenn dein Mann das RA als Hobby bezeichnet.Laß dich nicht unterkriegen. Ich wünsche trotz allem schmerzfreie Ostern.


    Gruß Kurt:)
     
  3. SchirmerElke

    SchirmerElke Stehaufmännchen

    Registriert seit:
    2. Mai 2003
    Beiträge:
    426
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Buchen/Odw.
    Hallo Christi

    und willkommen im CLub. Ich denke, daß macht hier jeder durch,
    incl mir. Das sind so Phasen, die habe ich auch später noch,
    trotz das ich schon einige Jahre mich mit der Thematik beschäftigen
    darf.
    Nimm Dir Zeit für Dich, klink DIch mal aus, wenn es geht.
    Und die Bermerkung von Deinem Mann, so was kenn ich auch.
    Steck es weg.
    Wünsche Dir ein schönes Osterfest(trotzdem oder gerade deswegen.)

    LG schirmchen:)
     
  4. asia

    asia Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. Mai 2006
    Beiträge:
    183
    Zustimmungen:
    0
    Liebe Christi,
    was Du beschreibst, kennen viele hier.
    Ich habe gerade frisch eine undifferenzierte Kollagenose diagnostiziert gekriegt, seit 1 Jahr habe ich versucht rauszufinden, was ich habe. Ich mußte mir auch zu hause anhören: "es dreht sich alles nur noch um deine Krankheit" oder "zu Arbeit kannst du gehen, sonst kannst du aber nichts mehr machen"...Es war schlimm für mich, da hilft aber nur reden, erklären. Im Endeffekt hatte mein Mann z.B. nur Angst um mich und wollte irgendwie nicht wahr haben, daß ich krank sein könnte.
    Ich habe auch meine Wellen, mal gehts mir schlecht, da könnte ich mich nur noch vergraben und niemanden sehen, mal geht´s wieder besser, ich schöpfe Hoffnung.
    Ich wünsche Dir viel Kraft, daß Du Deine schlimme Phase überstehen kannst und es wieder besser wird. Bis dahin lass es Dir gut gehen. Rede in alles Ruhe mit Deinem Mann, solche Äußerungen belasten Dich unnötig.

    Liebe Grüße und trotz allem schöne Ostern wünscht
    Asia
     
  5. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    3.235
    Zustimmungen:
    26
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Liebe Christi,

    Deine Gedanken, Ängste und Sorgen sind verständlich und nachvollziehbar.

    Krankheitsbewältigung braucht Zeit, Raum und Geduld, Reden, aber nicht zerreden und ganz viel Verständnis ....seitens der Angehörigen und seitens des erkrankten Menschen, beide sind "Betroffene".


    Klick mal auf den folgenden Link:

    Krankeitsbewältigung/Familie/Partnerschaft

    Dort findest Du eine Sammlung diverser Beiträge, die die User zum Thema Krankeitsbewältigung bzw. Umgang mit der Erkrankung geschrieben haben.

    Viele erkrankte Menschen hegen die gleichen Gedanken, haben ähnliche Sorgen. Du wirst viel Information bekommen und vor allem viele Beiträge lesen, die Mut, Hoffnung und Zuversicht geben.

    Herzliche Grüße
    Sabinerin
     
  6. Sensa

    Sensa Neues Mitglied

    Registriert seit:
    22. März 2006
    Beiträge:
    268
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    nahe Nürnberg
    hallo Christi,
    heiß`dich auch willkommen hier im Forum :) :) :) !
    Die Stimmungsschwankungen mit Namen Depri gehören irgendwie zu unserem Begleitpersonal. Bei mir waren sie Vorboten und ich war oft recht nahe am Wasser gebaut. Es wurde besser seit ich meine Medis habe und wenn ein Schub oder nur ein Schübchen im Anmarsch ist, dann hänge ich auch wieder in den Seilen:o . Mittlerweile habe ich`s im Griff und verstehe die Ankündigung als Hinweis, daß ich`s mir ein bissel mehr gut gehen lassen und Aufgaben delegieren soll.

    Daß Du Dich mit Deiner Diagnose auseinandersetzt und Dich informierst ist doch gut, darüber sollte Dein Mann eigentlich froh sein, denn nur so lernst Du doch mit der Krankheit umzugehen. Mein Mann sieht es wie Deiner ;) - so sind`s halt - die Männer.

    Oh, jetzt gibts aber gleich Protest, oder;)
    Laß`Dich net unterkriegen :D

    Grüßle
    Sensa
     
  7. Bernd-67

    Bernd-67 Guest

    meine Frau sieht das auch so ähnlich - nur mal so wegen dem "Männer" :D

    Hallo Christi,
    JA! Für mich ist die Stimmungslage eigentlich noch schlimmer als die Schmerzen und Einschränkungen durch meine CP oder halt RA. Denn da helfen zur Zeit die Medis ganz gut.
    Besonders während und nach Schüben geht es mir genau, wie du es beschreibst - man könnte fast suizide Tendenzen kriegen.

    Weil ich das Gefühl habe, damit nicht mehr klar zu kommen und das es immer schlimmer wird, hab ich mir jetzt einen Termin bei einem Psycho doc besorgt - dafür hab ich auch einige Wochen gebraucht, wegen dem " dazu aufraffen ".
    Wenn es nicht mehr geht, lass dir helfen! Sprich mit deinem Mann, der es bestimmt nicht böse meint, sondern selbst ein wenig hilflos ist, weil er nicht weiß, wie er dir helfen kann und was sich noch alles in eurem Leben durch Rheuma ändern wird. - Das macht auch Angst!
    Und ansonsten bist hier auch sehr gut aufgehoben!

    Ich wünsche dir alles Gute und frohe Ostertage
    Bernd
     
  8. berlinchen

    berlinchen Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    25. September 2003
    Beiträge:
    2.516
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Berlin
    hallo christi,

    ich habe fast 3 jahre gebraucht um mich mit der krankheit auseinander zusetzten und sie halbwegs aktzeptieren und mal mehr,mal weniger im einklang zuleben...
    es gibt bewältigungskurse und viele informationsveranstaltungen über die rheumaliga und in diversen krankenhäusern mit rheumastaitionen oder währen einer reha. mir hat das inkl. psychologischer betreuung nicht viel bis gar nichts geholfen...
    nach vielen tiefs die immer schlimmer und ein herauskommen war immer schwerer, hat es bei mir klick gemacht..habe jetzt ein hobby das mich aus dem haus treibt, komme unter menschen und lerne endlich meine stadt kennen..habe viel spaß dabei und bekomme meine selbstbestättigung...
    das alles hat mir vorher sehr gefehlt...mit 27 j. die berentung und erstmal keine sinnvolle aufgabe...und das hobby basteln,nähen und lesen bringt einen ja sehr selten aus dem haus....
    ich habe jetzt einfach keine zeit mich viel mit der krankheit zubeschäftigen...lese auch nicht mehr stundenlang im www.ob es nicht doch was gibt was mir noch helfen könnte...

    klar ist die krankheit immer noch sehr presänt,da die schmerzen trotz morphium usw nicht weg sind...ich seit märz 06 keine wirksame basie mehr habe usw....im grunde einen schub nach dem anderem habe....aber sidas ganze belastet mich nicht mehr so stark psychisch und habe mich mit den schmerzen soweit angefreundet das sie leider meine begleiter bleiben....wenn ich einen psychisch-tief tag habe oder mehrere lebe ich diese einfach aus...gönne mir meinen durchhänger...nehme rücksicht auf die schmerzen und lasse alles was nur geht einfach liegen...früher konnte ich das nicht...wollte immer funktionieren wie alle anderen in meinem alter auch...wenn nicht sogar noch besser und ja mehr schaffen...;) heute komme ich ohne probleme wieder aus diesen schlimmen tagen raus..daher ängstigen sie mich nicht mehr....
    der eine geht mit dem ganzem sehr rational um...der andere braucht jahre..dem einen hilft dauernd darüber zureden....der nächste geht erfolgreich zur schmerz und krankheitsbewältigung zu einem psychologen....

    auch du wirst deinen weg finden...:) gib dir auf jedenfall zeit! sowas passiert nicht von heute auf morgen....was habe ich früher diese sprüche gehasst:das wird schon wieder..wirst sehen kommen schönere tage....;)

    das ein nicht betroffener es nicht verstehen kann ist leider normal..wie soll er sich auch in einen kranken menschen reinversetzten können???
    mein partner ist auch krank,hat eine andere rheumaform...auch das ist nicht immer leicht für beide......verstehe ihn auch nicht immer..weil ich ein anderer mensch bin und einge dinge anders sehe und empfinde als er....

    habe heute auch einen tag wo ich mich zu nicjt voeö aufraffen kann und möchte...zwinge mich aber auch nicht mehr...bringt ja eh nix;) bin heute einfach mal bißchen faul und das ohne schlechtes gewissen...

    wünsche dir gute besserung und schöne osterage.
    liebe grüße
    bine
     
  9. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Hallo Ihr, die auf meinen heutigen Beitrag geschrieben habt,

    eigentlich muß ich ich sagen, ich bin ziemlich sprachlos über das was ich da so alles gelesen habe, muß vielleicht sogar,wenn ich ehrlich sein will, sagen ich schäme mich sogar ein bisschen, denn im Gegensatz zu manchem, was ich gehört habe, müsste es mir doch eigentlich noch ganz gut gehen. Habe bisher , seit ich im Forum bin (ist ja noch nicht so lange) nur Betroffene kennengelernt, die zum Teil viel jünger sind als ich und schon so viel durchmachen müssen. Da müßte ich doch froh sein, daß es mich erst so "spät erwischt hat". Ich bin 53 Jahre alt, habe drei erwachsene, gesunde Töchter, die alle außer Haus sind (was mich allerdings manchmal auch ziemlich einsam macht), habe eigentlich keinerlei Verpflichtungen, aus dem Berufsleben mußte ich krankheitsbedingt ausscheiden, habe somit "nur noch" den Haushalt in Ordnung zu halten. Dabei muß ich nicht einmal kochen, da mein Mann eine Gaststätte betreibt (habe bis zu meiner Erkrankung dort mitgearbeitet) und es da ja immer was gibt. Kurz gesagt, ich muß nichts tun, wenn es mir schlecht geht. Um so weniger kann ich mich dadurch aufraffen, schiebe alles von einem Tag auf den anderen, habe immer noch ein schlechtes Gewissen dabei und fühle mich zu nichs mehr zu gebrauchen.

    Meinen "Psychodoc" habe ich schon länger,(länger als meine RA) der hilft mir im Moment auch nur mit Medikamenten, hat, glaub ich noch nicht so ganz begriffen, daß es mir in letzter Zeit wieder schlechter geht.

    Trotzdem bedanke ich mich bei Euch für Eure Beiträge, die mich doch etwas aufgeweckt haben. Es tut irgendwie schon gut, einfach alles von der Seele zu reden bzw. zu schreiben. danke.

    Gruß und trotz allem schöne Ostern wünscht Euch

    Christi
     
  10. Elke

    Elke wünscht allen

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    2.273
    Zustimmungen:
    4
    Ort:
    NRW
    hallo christi,

    ich möchte dich auch herzlich hier bei uns begrüßen""!!!!

    ich freue mich zu lesen das es dir durch die beiträge etwas besser geht, aber ich möchte nicht mehr lesen das du dich schämst"! du hast keinen grund dazu! jeder von uns hat sein paket zu tragen, der eine früher der andere später, wir haben keinen einfluß darauf.

    ich sage immer wieder das es nicht darauf ankommt ob ein anderer mehr hat als ich, oder weniger hat, oder ob ich mehr habe oder weniger, es ist doch so: egal was man hat, welche erkrankung, welche psychischen probleme, ob sie durch die erkrankung da sind oder eigenständig da sind
    für denjenigen der eine erkrankung hat ist es schlimm genug und er muss damit lernen umzugehen, egal ob eine oder mehrere erkranungen, egal ob 5 jahre, 17 jahre, 23 jahr 30, 40 oder älter jeder muss lernen auf seine weise mit der erkrankung klar zu kommen!!!

    wir versuchen uns hier gegenseitig aufzufangen, zuhören und verständnis ist ein sehrr großer teil der uns hilft.

    solche äußerungen deines mannes sind nicht wirklich gut und nett auch nicht, selbst wenn er sie nicht so meint, sie sind verletzend und bei gelegenheit solltest du ihn dir vielleicht mal zur seite nehmen und ihm das auch sagen, denn dann kann er auch lernen mit seiner angst anders umzugehen und nicht dich noch "nieder" zu machen mit solchen sprüchen.

    was dein psychodoc betrifft, muss ich sagen ich find es nicht gut das er dich gerade jetzt mit tabletten abfüllt, ok sie können dir helfen dich etwas zu entspannen aber damit ist dein redebedarf und hilferuf nicht gedient, auch ihn solltest du mal fragen ob er sich mit krankheits und schmerzbewältigung auskennt.
    ich wollte auch nie zu einem, aber als ich dann meinen ersten schlaganfall und kurz dannach einen herzstillstand hatte und aus der reha raus kam, sagte ich mir jetzt brauch ich hilfe und meine erste frage bei den therapeuten war : kennen sie sich mit krankheits- und schmerzbewältigung aus, nur solch ein therapeut kann dir helfen einen, deinen weg zu finden (das ist meine persönliche meinung und erfahrung).

    ich freue mich das du den weg zu uns gefunden hast, und wünsche dir
    auch ein schönes, schmerzfreies und gesegnetes osterfest

    lieben gruß
    elke
     
  11. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    3.235
    Zustimmungen:
    26
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Liebe Christi,

    das "Schämen" ist unnötig und vor allem nicht gut.

    Die Beiträge, die ich verlinkt habe, waren nicht dazu gedacht, Dir klarzumachen, daß es anderen Menschen auch schlecht geht, sondern daß Deine Sorgen verständlich sind, eben weil ganz viele sie kennen.


    Krankheiten kann man nicht vergleichen und das ist auch nicht der Sinn. Bei jedem einzelnen Menschen geht es darum, wie er sich fühlt, wie er sich jetzt fühlt und wie er mit Hilfe anderer Menschen, Erfahrungen und Ärzten seine Situation positiv verändern kann.

    Das "Schämen" ist für die positive und konstruktive Veränderung hinderlich.



    Ich bin der bekennende Haushalts-Muffel, weil ich persönlich den Haushalt lästig und unnütz finde. Es gibt schönere, wichtigere, bessere, interessante Dinge als Haushalt, deshalb wird nur das Nötigste gemacht z.B. "Feudel-Weitwurf"...darin bin ich sehr gut :D , und spare meine Energie für die schönen Dinge des Lebens.



    Es ist nachvollziehbar, daß Du Dich so fühlst, deshalb wäre es gut, wenn Du einige Veränderungen herbeiführst.

    Woran hast Du Freude? Was machst Du gerne? Bist Du gerne kreativ? Malen, basteln, fotografieren, Sprachen lernen, Museum besichtigen, VHS-Kurse besuchen, ehrenamtliche Tätigkeit?

    Überlege bitte, was Du ganz ganz supergerne machen oder lernen würdest.
    Wenn Du möchtest, dann kannst Du das auch hier schreiben und wir finden gemeinsam einen Weg, einen Ort, wo Du da lernen oder ausüben kannst.

    Wenn es Dir zwischendurch seelisch besser geht, versuche zu verstehen, daß Deine Situation auch Chancen birgt. Du hast die Zeit etwas zu lernen, etwas Neues zu machen!!!



    Es ist gut und wichtig, daß Du betreut wirst und dort auch sagen kannst, wie schlecht es Dir geht.

    Christi, hier kannst Du Deine Sorgen auch niederschreiben. Hier bekommst Du Verständnis und viele Tipps.

    Aber im Kaffeeklatsch findest Du noch viele weitere interessante Dinge. Vielleicht kannst Du reimen oder lernst es .....schau einfach mal drüben nach....

    LG
    Sabinerin
     
  12. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

    Registriert seit:
    18. März 2006
    Beiträge:
    1.296
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Saarland in der Landeshauptstadt
    Guten Morgen Christi,

    als ich (43, chronische Polyarthritis) am Anfang meines ersten Schubs vor rund einem Jahr hier herkam, las ich von einer "alten Häsin" (wo ist das pumpkinsche Uschil eigentlich?!) den Satz: "Nicht gegen die Krankheit leben, sondern mit ihr!"

    Nun, da steckt doch schon fast alles drin, was der Rheumi wissen muss ... ;)
    Naja, ganz so einfach ist es natürlich nicht - aber eigentlich schon.

    Ich würds mal so sagen: Man nimmt Rücksicht, auf die körperlichen Gegebenheiten und lebt ansonsten ein normales aktives Leben. Das heißt: mehr schlafen, aber nicht bis in die Puppen im Bett liegen, mehr ruhen, aber nicht jeden Tag auf dem Sofa rumhängen und den Schrott in der Glotze gucken ...

    Wichtig dagegen ist regelmäßige Bewegung und gute Ernährung.
    Sich darum zu kümmern, macht richtig Freude - denn: man merkt die Wohltat!
    Seit ich Rheuma habe, bewege ich mich endlich mal ... :D
    Guck mal in diesen Beitrag, da habe ich einiges geschrieben über die Wichtigkeit ---> Gewichtszunahme / Erschöpfung

    Du wirst feststellen, dass es Deiner Psyche und Deinem Körper erheblich besser geht, wenn Du - am besten täglich - was "bewegliches" tust. Spazieren, schwimmen, radeln - es gibt einiges, was wir Rheumis tun können.

    Und dann - so hab ich es auch gemacht und muss Sabinerin mächtig recht geben: Such Dir ein "richtiges" Hobby *zwinker - da hat Dein Männe schon nicht ganz unrecht*. Ich habe vor einiger Zeit angefangen zu "basteln" (ich erstelle mit zwei Freundinnen 3D-Grußkarten) - jeden Mittwoch erschallt unser Wohnzimmer für viele Stunden in herrlichstem Gekicher und mein Männe ist für diese Zeit auf der Flucht *laut lach!*

    Aber, was mir vor allem große Freude macht ist das Malen, mit dem ich vor wenigen Wochen erst begann ... Für viele Stunden sitze ich glücklich und pinsele vor mich hin, höre dabei klassische Musik und genieße das sanfte Streicheln und Gleiten des superfeinen Pinsels auf dem Aquarellpapier - die rote Farbe ist besonders herrlich und wenn sie sich mit Meerblau und Wüstengelb zu einem schönen Muster vereint ... frisches Mintgrün sich wild dazwischenschiebt - wow! Das macht froh!

    Probier es einfach mal: Aquarellfarben, Aquarellpapier und ein guter (!) feiner Pinsel ... das ist so was von schön. Mal einfach los - es ist eine ungeheuer entspannende Tätigkeit, das Motiv ist nicht wichtig. Man muss erst mal erforschen, wie sich die Farbe so schön auf dem Papier entfaltet ...

    Frohe Ostern Christi! Vielleicht stürmst Du ja morgen ins nächste Bastelgeschäft?!

    Rosarot

    P.S.: Guck auch mal in die ---> RO Kunstgalerie
     
  13. Conny37

    Conny37 Guest

    Hallo Christi,
    ach ich kann dich nur zu gut verstehen. Was hab ich vor 2 Jahren, als ich die Diagnose RA bekam, mit meinem Schicksal gehadert.
    Auch heute ist das noch manchmal so, wenn die Schmerzen unerträglich scheinen.
    Aber dann gibt es auch Zeiten, wo es mir einfach gut geht, wenn ich mal von einem Zwacken hier und einem Zwicken da absehe.
    Den von Rosarot angesprochenen Satz vom Pumpkin hat mich auch ereilt;), damals habe ich gedacht, haha wie witzig. Mittlerweile glaube ich, da ist tatsächlich was Wahres dran.
    Mit meiner Tochter (15) habe ich endlose Diskussionen über das wieso und warum gerade du geführt. Wenn sie mir solche Fragen stellte, konnte ich ihr nur immer antworten, ich weiß es nicht. Irgendwann haben wir dann beschlossen, meine RA als eine Art ungeliebten Untermieter zu betrachten, der dann und wann, mal kürzer mal länger, rumlärmt oder Ruhe gibt, der aber Wohnrecht auf Lebenszeit hat und ich ihn deshalb eben nicht vor die Türe setzen kann.

    Hat sich denn dein Mann mal mit deinem "Hobby" auseinandergesetzt? Weiß er, was sich in deinem Körper abspielt? Wenn nicht, sollte er sich mal informieren. Ich hab nämlich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die immer zu mir gesagt haben "du schon wieder mit deinen Schmerzen", aber keine Ahnung hatten, ein Bißchen leiser wurden, als ich ihnen die Informationen "um die Ohren gehauen" habe.
    Schick deinen Mann mal in dieses Forum, in den Erfahrungsaustausch für Angehörige, da wird ihm dann geholfen;):D

    Ansonsten kann ich mich Rosarot nur anschließen, such dir ein Hobby. Wenn du so wie ich mit Malen, Basteln und auch Dichten nix am Hut hast:D, dann mach was anderes. Irgendetwas findet sich garantiert.

    Ich weiß ja nicht, wo du zu Hause bist, aber vielleicht schaust du mal, ob es ein User-Treffen in deiner Nähe gibt und dann gehste da einfach mal hin. Da kann man Gleichgesinnte treffen und es ist immer lustig. Es wird sich nicht nur über Krankheiten unterhalten, sondern über alles Mögliche. Ich hab auf solchen Treffen Menschen kennengelernt, ohne die ich manchmal am Verzweifeln wäre, die mich trösten, wenn es mir nicht so gut geht und mit mir lachen, wenn meine Welt halbwegs in Ordnung ist.


    Liebe Grüße und ein schönes Osterfest Conny


    PS: Kopf hoch und nach vorn geschaut
     
  14. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Psychische Tiefs - oder wie lasse ich los -

    Vielen Dank für Euren Zuspruch, ich bewundere Eure Kraft und Eure Hoffnung.
    Mit den Hobbis ist das no ne Sache, mein Psychodoc versucht das mit mir schon seit Jahren (sogar seine Vorgängerin, die im Jahre 2000 mit 75 Jahren in den Ruhestand ging) ein Hobby zu finden. Habe auch schon einiges versucht, war bisher nichts von Dauer. Habe eine zeitlang Mandalas ausgemalt, mich mit Window-coulors beschäftigt, habe Videofilme gedreht, photografieren tue ich auch sehr gern, habe mir vor kurzen eine Digitalkamera gekauft, wollte mehr daraus machen, war sogar auf bei der Volkshochschule, habe mir einen Kurskatalog geholt, meine Entschuldigung dafür, daß ich wiedermal nichts getan habe, war, ich war einfach zu spät dran, die meisten Kurse,vor allem der ums Fotografieren, waren alle schon im Gange, aber wie gesagt, daß war nur eine Entschuldigung, ich glaube, ich war sogar froh darüber, weil es mir an Energie fehlte. Aber ich werde es weiter versuchen.
    Habe ansonsten schon noch "Beschäftigungstherapien", pflege die Pflanzen in der Gaststätte meines Mannes und mach dort die Dekorationen, aber z.Zt. bin ich da mit nichts mehr zufrieden, es gefällt mir nicht mehr so recht, was dabei herauskommt. Manchmal meine ich sogar meine Pflanzen spüren, daß es mir nicht gut geht und lassen die Blätter hängen.
    Mit meinem Mann reden kann ich nicht - er will nicht über Krankheiten reden, wahrscheinlich ist er bis jetzt noch nicht bereit dazu, weil er Angst hat vorm Älter werden und das wäre ein Zeichen dafür,wenn man nur noch über Krankheiten spricht. Außerdem ist er selbst gesünder als früher, hat 30 kg. abgenommen, seitdem geht es im gut. Über meine Krankheit hat er sich nicht informiert und würde auch nie ins Forum gehen, er liest nicht einmal meine Krankenberichte.

    Nochmals zu meinem Psychodoc, er ist der einzige meiner Ärzte, der sich wirklich Zeit für mich nimmt, ich kann mit ihm wirklich über alles reden und das gibt mir schon viel, allerdings ist es halt so, daß ich dort auch meine festen Termine alle 4-6 Wochen habe und wenn ich zwischendurch in einem Loch hängen bleibe kann ich nicht mal geschwind zu ihm gehen, er hat seine Praxes in Stuttgart, ca. 75 km weit weg von mir und ist auch ziemlich voll belegt. Meine Medikamente von ihm nehme ich schon jahrelang, auch schon vor meiner Rheumadiagnose, auch die Dosis ist gleich geblieben, obwohl ich in den letzten Wochen immer wieder mal gesündigt habe. Er läßt mir da schon ein bißchen Spielraum.

    Ich Moment beschäftigt mich halt auch meine bevorstehende Op und vor allen die Entscheidung, wie weit ich dabei gehen will. Da haben mich die Beiträge im Forum schon ziemlich nachdenklich gemacht.

    Nochmals liebe grüße und Wünsche zu Ostern

    Christi
     
  15. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Hallo Christi,

    es ist gut, dass Du hier bei RO gelandet bist, und die anderen haben Dir ja schon sehr viele gute Hinweise gegeben, denke ich. Vielleicht noch ein Hinweis: Wenn Dein Doc nicht immer greifbar ist, und welcher Doc ist das schon, wegen der Entfernung und den Terminen - ein Ausweich ist vielleicht noch www.rheumawelt.de, dort kannst Du im Bedarfsfall Fragen an Mediziner stellen. Mitunter ist das ganz nützlich zu wissen.

    Alles Gute für Dich und noch ein schönes Osterfest - trotz allem.

    lg
    Susanne
     
  16. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Psychische Tiefs oder - wie lasse ich los-

    Hallo Susanne L.,

    danke für den Tip mit rheumawelt.de. Habe mich jetzt dort unter "expertenrat" registriert, war gar nicht so einfache für einen Anfängerin im Internet wie ich, aber es hat mich angespornt, was zu tun und ich habe jetzt dort um Rat wegen meines aktuellen Problems, (meine Angst vor meiner bevorstehenden OP) das mich so hinterhezogen hat, angefragt. Warte allerdings noch auf Antwort.

    Gruß und danke
    Christi
     
  17. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Hilfreiche Antwort?

    Hallo Christi,

    schön, dass ich Dir eine Anregung geben konnte. Soeben las ich die Antwort, die Du bei Rheumawelt bekommen hast. Sie mag etwas allgemein klingen, trifft aber den Kern der Sache. Rede am besten mit dem behandelnden Arzt/Chirurgen über das Für und Wider eines solchen Eingriffs sowie über die Heilungschancen. Frage ihn auch, wie oft er solche Operationen durchführt bzw. schon gemacht hat. Notfalls muss man sich auch eine Zweitmeinung einholen. Hast Du schon mal nach einem SPEZIALISTEN bezüglich Handchirurgie gesucht?

    Lass uns mal wissen wie es bei Dir weitergegangen ist. Alles Gute und schönen Abend noch.

    lg
    Susanne L.
     
  18. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Hallo Susanne L.

    habe mich schon über den Arzt erkundigt, der die OP durchführen soll. Er ist soll ein Spezialist auf dem Gebiet der Handchirurgie sein. Habe wie, glaube ich, sogar schon mal irgendwo erwähnt, sind schon mehrere Mitglieder in der Selbsthilfegruppe von ihm operiert worden, selbst meine Schwester (bei ihr wars allerdings "nur" Arthrose, dann ists ja auch damit getan) . Nur positives gehört.

    Glaube, im Moment bin ich gerade dabei zu begreifen, daß das ja alles gerade Mal anfängt und nie mehr aufhört.
    Habe mal einen Satz gehört: ....wenn ich einmal morgens ohne Schmerzen aufwache, bin ich tot.
    Wird wohl noch ne Weile dauern, bis ich damit leben kann.

    Nach jahrelander Psychotherapie dürfte mir eigentlich so etwas wie gestern abend nicht mehr passieren, daß ich dasitze und heule wie ein Kind. Hat mal ein Psychotherapeut zu mir gesagt: benehmen Sie sich nicht wie ein kleines Kind, der große Papa, der hilft, der kommt nicht mehr......

    Gruß Christi
     
  19. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    3.235
    Zustimmungen:
    26
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Liebe Christi,

    es mag ja sein, daß dieser Satz in dem entsprechenden Zusammenhang passend ist, aber im Zusammenhang mit der Op m.E. nicht.

    Solche Op´s sind umfangreich, gravierend und werden das Leben verändern und deshalb ist es verständlich, daß man zwischen verzagt.
    Trotzdem muß man sich damit auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen.

    Es ist "nicht schlimm", nein sogar gut, wenn Du weinen kannst. Weinen entlastet, weinen befreit und es ist besser Du lässt es raus, als daß Du es nicht Dich reinfrisst.

    Deine Sorgen sind verständlich, das liest Du in jedem Beitrag.

    LG
    Sabinerin
     
  20. Christi

    Christi Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2007
    Beiträge:
    861
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Bad Urach
    Psychische Tiefs - oder wie lasse ich los -

    Hallo Ihr Lieben,

    soeben positive Nachricht erhalten.:) Werde morgen in 2 Wochen meinen Bruder wiedersehen. Er ist außer meinem Mann und meinen Kindern mir der wichtigste und liebste Mensch. War immer für mich da, wenn ich ihn brauchte, obwohl er sonst nie Zeit hatte, war Lehrer, ist jetzt im Ruhestand. Sind beim Sohn meiner Nichte eingeladen zur Konfirmation. Morgen in einer Woche hat mein Enkelsohn Kommunion. Es gibt also nicht nur noch rheuma, sondern auch noch positive Dinge. S'geht, zumindest psychisch wieder aufwärts. ;);)

    Liebe Grüße
    Christi