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Psoriasis Arthropatie, oder was?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Thomas Rindt, 28. April 2003.

  1. Thomas Rindt

    Thomas Rindt Guest

    Hallo an alle,

    erst mal eine Erklärung vorneweg - ich bin von der Krankheit "nur" indirekt betroffen - erkrankt ist meine Partnerin.

    Bei ihr wurde eine beginnende Psoriasis Arthropatie, HLA B27 positiv, diagnostiziert. Aber so ganz sicher sind wir uns nicht, dass das auchstimmt.
    Sie hat zwar sporadisch und ganz schwach Symptome der Schuppenflechte, aber die Gelenke scheinen nicht betroffen zu sein. Eine Schädigung der Gelenke ist bisher zumindestens nicht festgestellt worden. Ihre Hauptbeschwerden (Schwellungen und starke Schmerzen in der Hand und zeitweise in den Füßen, Beinen und Armen) stammen angeblich von Entzündung des Unterhautgewebes....

    Nun hat sie leider früher ne Menge Ibuprofen bekommen und nun davon eine LEberzellschädigung und eine errosive Gastritis. Und so beschränkt sich die Behandlung zur Zeit auf Vioxx (keine positive Wirkung feststellbar) und zur Schmerzbekämpfung Tramaltropfen - aber deren Wirkung lässt inzwischen auch schon sehr zu wünschen übrig.

    Wie schwer die LEberschädigung und die Gastritis ist, wissen wir nicht so genau - die Ärzte reden ja leider nicht sehr viel.

    Und da sind wir auch schon beim eigentlichen Problem:
    Bei der jetzigen behANDELNDEN Arztin fühlt sich meine Partnerin nicht so recht gut aufgehoben. Und ich bin auch dieser Meinung. Eigentlich erwarte ich vom Arzt eines chronisch Erkrankten doch viel Aufklärungsarbeit und Zusammenarbeit mit dem Patienten. Und nicht, das ein Antidepressiva mehr oder minder kommentarlos als Schmerzmittel "verkauft" wird, ohne überevtl. Nebenwirkungen oder Risiken zu sprechen.

    Auch kann und will ich noch nicht akzeptieren, das ausser einer nicht wirkenden Schmerztherapie keine weiteren Behandlungsansätze möglich sind.

    Darum meine Frage: Wie finden wir einen Arzt/eine Ärztin, mit der ein Vertrauensverhältniss aufgebaut werden kann und bei dem/der man sich gut aufgehoben fühlt?

    Kennt jemand Ärzte, bevorzugt im Bereich Süd-Niedersachsen/Nord-Hessen, die engagiert und Gesprächsbereit und - fähig sind??

    Die augenblickliche Situation erscheint uns doch extrem unbefriedigend - zumal ja auch die Zukunftsperspektive (mit Mitte 40 hat man ja noch ein paar Jahre vor sich...) fehlt.

    Also, Tips werden sehr dankbar aufgenommen!!
     
  2. monsti

    monsti Guest

    Hallo Thomas,

    bei mir wurde nach 10jähriger Ärzterennerei im vorigen Jahr Psoriasisarthritis diagnostiziert. Es war schon mal ein Akt, überhaupt mal zu einem internistischen Rheumatologen überwiesen zu werden. Mittlerweile bin ich in der Uniklinik Innsbruck (Rheumaambulanz) in Behandlung.

    Ich hatte während meiner Kindheit und Jugend ständig schwer mit Schuppenflechte zu tun. Nach der Pupertät verschwand sie, um seitdem nur noch in einzelnen Schüben wiederzukommen.

    Meine Gelenkprobleme begannen schleichend. Zuerst waren nur die Handgelenke betroffen. Damals tippte man auf eine banale Sehnenscheidenentzündung. Später kamen die Ellbogen dazu. Da ich Tennis spielte, hieß es natürlich "Tennisellbogen". Misstrauisch wurde ich, als nicht nur der Schlagarm, sondern auch der andere von den Entzündungen betroffen war. Mit den Jahren kamen immer mehr Gelenke hinzu, bis mich im Frühjahr 2000 schließlich ein ziemlich allumfassender Entzündungsschub im wahrsten Sinne des Wortes lahm legte. Es gab kaum mehr ein Gelenk, das nicht entzündet war.

    Zunächst versuchte man es mit Voltaren-Infusionen und Tramal, was aber immer nur für wenige Stunden und auch nur geringe Linderung brachte. Deshalb landete ich schließlich in der Rheumaambulanz, und es dauerte nochmals einige Zeit, bis ich endlich eine Diagnose hatte.

    Was ich damit sagen will: Psoriasisarthritis ist nicht ganz einfach zu diagnostizieren. Bei einer bestehenden Schuppenflechte (die kann noch so leicht sein) und fehlender Entzündungswerte sollte eigentlich stets an eine PSA gedacht werden, wobei es auch bei dieser mehrere Unterformen gibt. Ich z.B. habe die Unterform "PSA vom cP-ähnlichen Typ". Ohne erfahrene (internistische) Rheumatologen hätte ich vermutlich bis heute keine Diagnose und damit auch keine wirksame Therapie.

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Tirol von
    Monsti
     
  3. VerenaHH

    VerenaHH Guest

    Hallo Thomas,

    mit nem Arzttipp kann ich leider nicht helfen. Ich habe Dir aber was zu den Antidepressivum.

    Man verschreibt Schmerzpatienten inwischen häufig so etwas, da es in anderer Dosierung als bei Depressiven, auch Wirkungen auf das Schmerzgedächtnis zeigen. Meist sind das die sog. Serotoninwiederaufnahmehemmer. Also es muss nicht verkehrt oder unehrlich gewesen sein, so etwas zu verschreiben.
    Ein Depri Patient nimmt meist so um die 100 bis 200 mg, ein Schmerz Patient oft nur 10 bis 20 mg. Und die neuen Mittel dieser Art haben wenig Nebenwirkungen und machen allesamt nicht abhängig.


    Gruss
     
  4. monsti

    monsti Guest

    Hi, nochmals ich: Was Verena schreibt ist richtig. Ich hatte früher auch oft herbe Fibro-Schmerzen. Seit Aprill 1999 nehme ich Seroxat, ein Antidepressivum, und bis auf 1-3 Tage im Jahr bleibe ich wenigstens von den Fibro-Schmerzen verschont.

    Nochmals Grüßle von
    Monsti
     
  5. ibe

    ibe Guest

    Hallo Thomas,

    es wäre doch sicher fürs erste das Beste eine Klinik aufzusuchen, wo sie gründlich untersucht wird. Einen Tipp noch, lass sie eine Kur auf Psoriasis-Arthritis beantragen. Das habe ich damals auch gemacht. Ich habe auch Psoriasis-Arthritis und habe gute Erfahrungen in der Kur gemacht.

    Ales Gute wünscht euch ibe
     
  6. Hi Thomas
    Ich würde wie Ibe auch raten einen Kurantrag zu stellen. In der Antragstellung würde ich die Beschwerden so schildern und mit dem Hausarzt reden. Er schreibt die medizinische Begründung.
    Es gibt dann entsprechende Fachkliniken, die neben der eigentlichen Behandlung auch eine Diagnose stellen. Es erfolgt immer eine gründliche Untersuchung, bevor man Behandlungsmaßnahmen vornimmt. Der Vorteil ist die fachliche Kompetenz und daß eben alles in einem Hause ist.
    Also überlegen und den Rententräger anrufen, betreffs eines Antrages. Kann man auch dringend machen. Wichtig ist die Kur muß notwendig sein "um die Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder zu erhalten".
    Wünsch Ihr gute Besserung "merre"
     
  7. Thomas Rindt

    Thomas Rindt Guest

    Danke für Deine Antwort.

    Mir ging es eigentlich nicht um die Tatsache, das ein Antidepressivum verschrieben wurde (die Infos hatte ich mir schon aus dem www rausgesucht), sondern um die Art wie bzw. eben nicht über das Medikament aufgeklärt wurde (vom Arzt). So war der Schreck bei meiner Partnerin beim lesen des Beipackzettels erstmal groß! Und Missverständnisse vorprogrammiert.

    Mit einem ordentlichen und verantwortungsbewussten Arzt-Patient-Gespräch hätte das vermieden werden können - und soviel Zeit sollte ein Arzt schon haben.

    Aber wie gesagt: trotzdem Danke für die schnelle Reaktion. Finde ich richtig toll!!

    Thomas
     
  8. monsti

    monsti Guest

    Hallo Thomas,

    da hast Du wohl recht: Die Information seitens der Ärzte lässt oft schwer zu wünschen übrig. Nicht umsonst ist dieses Forum so gut besucht.

    Ich kann Dir nur sagen, dass auch ich ein Antidepressivum schlucke, allerdings wegen einer "posttraumatischen Belastungsstörung". Damit wird aber auch so ganz nebenbei meine Fibromyalgie behandelt, was ich eigentlich erst im Nachhinein - beim Lesen hier im Forum - bemerkt hatte. D.h., gegen meine Fibro-Probs hilft mein Antidepressium ganz hervorragend (es ist "Seroxat"), und im Vergleich zu den Rheuma-Basismedis sind die Nebenwirkungen geradezu lächerlich. Ich denke, es gibt schrecklich viele Vorurteile gegenüber allen Mitteln, die auf die Psyche wirken. Warum eigentlich???

    Liebe Grüße von
    Monsti