1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Procain (Novocain) Infusionen/Spritzen mit und ohne basische Zusätze

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von Soschn, 8. Mai 2014.

  1. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

    Registriert seit:
    22. August 2010
    Beiträge:
    394
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    eine kleine Kreisstadt an einem mittelgroßem Fluß
    Hallo ihr Lieben,

    ich möcht mal anfragen ob hier shcon mal jemand in neuerer Zeit Erfahrungen mit Procain-Baseninfusionen gemacht hat. Diese sollen den Schmerz, insbesondere den chronischen ja ein gutes Stück die Intensität nehmen - funktioniert über den Ionen aus-und Einstrom in den Körperzellen, soll gegen Entzündungen wirken (unter anderem), teilweise wird Natriumbicarbonat hinzugefügt um den Körper zu "entsäuern". Teilweise würde es auch mit Lidocain gemacht, so einer meiner vorübergehenden "Aushilfsschmerztherapeuten", er wollte aber den Stoff Lidocain verwenden, der zwar dem Procain sehr ähnlich ist, aber auch mehr auf das Herz wirkt, was zwar bei Unregelmäßigkeiten des Herzens (meist in Notfallsituationen durch den Notarzt) erwünscht ist, diese Wirkung, aber doch für herzkranke Patienten (ja, ich habe zu oft hier geschrieen).
    Die lokal wirksame Wirkung des Procains ist ja bei der Neuraltherapie oder beim setzen von "Quaddeln) bzw. der Infiltration von Triggerpunkten genützt, gerade auch gerne oft von Heilpraktikern, weil es rezeptfrei in der Apotheke zu erwerben ist.

    Mich würde interessieren, wenn jemadn Erfahrungen hat, wie diese waren, oder wenn jemand von der medizinischen Ecke mir hier weiterhelfen könnte.


    Alles Gute,
    blessed be,
    Sosch
     
  2. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Soschn

    Zur Sinnhaftigkeit und vor Allem zur Unbedenklichkeit von Procain will (und kann) ich mich nicht äußern.

    Das allerdings finde ich eine gewagte Theorie.
    Erstens müsste dazu eine "Übersäuerung" zuvor nachgewiesen (mittels einer Bestimmung der Werte des Säure-Basen-Haushalts im Blut) UND der Blutkaliumwert bekannt sein.
    (Die gern propagierte "Gewebeübersäuerung" ist ein vager Begriff und genügt als Indikation für die Bicarbonatgabe via Infusion nicht!)

    Zweitens muss die Art der Übersäuerung durch Stoffwechselvorgänge klar sein (metabolische Azidose); bei respiratorischer (also atmungsbedingter) Übersäuerung z. B. im Rahmen einer Atemstörung (COPD, Schlafapnoesyndrom, Obesitas-Hypoventilations-Syndrom) ist die Gabe von Bicarbonat kontraproduktiv bis bedrohlich.
    Bei niedrigem oder nicht mindestens hoch normalem Kalium besteht zudem die Gefahr einer teils ausgeprägten Erniedrigung des Kaliumwertes (Hypokaliämie) durch das Bicarbonat (shiftet Kalium in die Zellen, in denen die Konzentration ungleich höher ist) - mit allen Folgeproblemen (z. B. möglichen Herzrhythmusstörungen!)

    Ich kann also nur appellieren, derartige Schritte wohlüberlegt und nur unter entsprechender Berücksichtigung aller relevanten Faktoren durchführen zu lassen!

    Grüße, Frau Meier