Polyklonale Gammopathie IgM? Für welche Erkrankungen typisch?

Eine polyklonale Gammopathie ist zunächst ziemlich unspezifisch.

Hier eine eher allgemein gehaltene, m. E. gut verständliche Formulierung:

Im medizinischen Labor werden die folgenden Antikörper immer gemeinsam im Blut gemessen und beurteilt:


  • IgG, IgA und IgM.
Eine insgesamte Vermehrung der Antikörper im Blut wird Hypergammaglobulinämie genannt. Dabei ist die Unterscheidung der folgenden zwei Formen erheblich:

  • polyklonale Gammopathie: Vermehrung vieler verschiedener Immunglobuline im Blut. Oft liegt hier ein reaktives Geschehen (d.h. der Körper reagiert auf etwas) zugrunde – z.B. chronische Entzündungsprozesse. Darüber hinaus kann auch eine Autoimmun- oder schwere Lebererkrankung (z.B. Leberzirrhose) vorliegen.
* monoklonale Gammopathie (Nachtrag von Hand)

Quelle: https://www.gesundheit.gv.at/Portal...abor/referenzwerte/labor-immunsystem-iga.html

Grüße, Frau Meier
 
@ Frau Meier: Vielen Dank!

Die Seite habe ich auch schon mal gesehen. Ich wüsste so gerne, um welche spezielle Erkrankung es sich handeln kann. Autoimmunerkrankung kann ja vieles sein :confused:

Sind hier vielleicht Betroffene, die schon eine Diagnose haben?

LG
Niba
 
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Niba

Ich wüsste so gerne, um welche spezielle Erkrankung es sich handeln kann.

Genau dazu hilft die "Gammopathie" nur sehr bedingt weiter.
Ich fürchte, Du musst abwarten, was am Ende herauskommt.
Das ist übrigens zwar nervig, aber nicht ungewöhnlich und hat oft nichts mit fehlender Kompetenz von Ärzten zu tun ;)
 
Ja, das Warten ist schlimm. Es kann einige Jahre dauern. Es wurden folgende Autoimmunerkrankungen genannt: SLE, MS, Morbus Behcet, Sjögren Syndrom, Sarkoidose

Es gibt Auffälligkeiten, die auf einige zutreffen würden.... (Iritis, Aphten, Pünktchen im Gehirn und eins im Halsmark, Oligoklonale Banden, Haarausfall, Gelenkprobleme uvm.), aber keine richtige Diagnose - nur chronisch-entzündliche ZNS-Erkrankung

:(
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann eine polyklonale Gammopathie IgM sich auch zur einer monoklonalen Gammopathie entwickeln? Ich muss alle 3 Monate zur Kontrolle. Kann eine polyklonale Gammopathie irgendwann bösartig werden? :vb_confused:
 
@Niba

Zunächst einmal ist eine Gammopathie nicht per se bösartig, sondern allenfalls Ausdruck einer veränderten Zellreihe im Knochenmark (in der Reihe der Plasmazellen)
Das Produkt der Plasmazellen allgemein sind Immunglobuline; diese können die "normale" Abwehr leisten (z. B. IgM und IgG bei akuten bzw. nach überstandener Infektion mit spezifischen Erregern, das ist das, was in "Serologien" gemessen wird), sich gegen körpereigene Strukturen richten (z. B. Rheumafaktoren, z. B. andere Autoantikörper wie die gegen doppelsträngige DNA, gegen Muskelzellen, gegen Schilddrüsengewebe etc. - es gibt unzählige davon) oder eine Art "nonsense" anstellen, dies als so genannte "Paraproteine"; man könnte das sinngemäß übersetzen mit "Eiweißen, die ein bisschen neben der Spur sind".

Diese Paraproteine - übrigens Abkömmlinge von gamma-Globulinen, deshalb sind die oft vermehrt im Blut - haben keine Abwehrfunktion mehr und sind das, was eine Gammopathie ausmacht. Meist handelt es sich dabei um eine so genannte monoklonale Gammopathie "unklarer Signifikanz" = unklarer Bedeutung, das ist zunächst eine Hausnummer....
Manchmal gerät dann ein so genannter Plasmazellklon, also quasi die Mannschaft an Plasmazellen, die diese Paraproteine bildet, außer Kontrolle, übernimmt die Mehrheit der Produktionsstätten feindlich, stellt sozusagen die Produktion auf überwiegend "Paraprotein" um und verursacht damit Ärger im System. Das ist dann aber meist eine ernstere MONOklonale Gammopathie, die nur in der Minderheit entsteht, die meisten Anderen (=unklare Signifikanz) bleiben jahrelang ohne besondere Konsequenzen.
OB und wann eine Gammopathie irgendwann bedrohlich wird, also der sie produzierende Zellklon sich exzessiv vermehrt und die anderen davonjagt, weiß keiner vorher. Deshalb sind die Kontrollen so wichtig.

Eine polyklonale Gammopathie ist nicht bösartig, sondern häufig Ausdruck von Entzündungen; ob ein Klon in diesem Fall einmal entarten wird, kann glaube ich niemand vorher sagen und kann selbstredend auch ohne direkten Zusammenhang sein.

Mach Dir nicht so einen großen Kopf - auch wenn ich weiß, dass das bei manchen Befunden (die Angst machen) schwer ist - und lass statt dessen Deine Ärzte diesen Job machen ;)
Du machst Dir sonst selbst das Leben schwer!

Beste Grüße von der Frau Meier
 
Hallo Frau Meier,
vielen Dank für die Antwort!
Es ist schwer sich keine Sorgen zu machen, wenn man viele sonstige Beschwerden hat und die Erkrankung scheinbar auf vorm Ausbruch steht.
Was ich auch nicht so ganz verstehe: Bei mir ist der IgM erhöht, IgA und IgG sind in der Norm (ebenso die Gamma-Globuline von den Werten her) - und trotzdem ist es eine polyklonale Gammopathie. :vb_confused:
LG
Niba
 
Hallo Frau Meier,
vielen Dank für die Antwort!
Es ist schwer sich keine Sorgen zu machen, wenn man viele sonstige Beschwerden hat und die Erkrankung scheinbar auf vorm Ausbruch steht.
Was ich auch nicht so ganz verstehe: Bei mir ist der IgM erhöht, IgA und IgG sind in der Norm (ebenso die Gamma-Globuline von den Werten her) - und trotzdem ist es eine polyklonale Gammopathie. :vb_confused:
LG
Niba

Wie schon gesagt: IgM ist nur die Struktur der Abwehreiweiße und hat per se keine Spezifität. Das passt z. B. für eine unspezifische "Anregung" (=Mehrproduktion von Abwehrstoffen) des Immunsystems bei Infektionen oder manchen Autoimmunerkrankungen. Dabei gibt es nicht diese generalstabsförmige Organisation. Eine monoklonale Gammopathie zeigt die Produktion einer einzigen Antikörperstruktur an, also quasi eine Art "Diktatur" im Immunsystem.

Ich will es Dir an einem alltäglichen Beispiel verdeutlichen: VW produziert Polo, Golf, Passat, Phaeton, Kastenwagen usw. - da wäre jeder Fahrzeugtyp ein Klon, also "polyklonal" unter der Marke VW.
Würde VW jetzt plötzlich nur noch Passats produzieren und dafür alle anderen Produktionen aussetzen, wäre die Produktion "monoklonal" (würde also quasi der Passat die alleinige Macht über den Umsatz von VW übernehmen).
Ist das einigermaßen klar?

P. S. In Stenoform: VW = IgM
Polo, Golf, Passat, Kastenwagen, Phaeton = Klone
 
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Weshalb ist dann alle drei Monate eine Kontrolle notwendig? Bei einer MGUS würde ich es ja verstehen .... . aber nicht bei einer polyklonalen Gammopathie.
 
Hallo Niba,

bei mir wurde eine monoclonale Gammopathie vom Typ Kappa festgestellt und ich muss alle 6 Wochen zur Blutkontrolle.
@ Frau Meier: das hast Du schön erklärt mit der Gammopathie! Zu mir hat ein Arzt in etwa das Gleiche gesagt (nur ohne die Automarke).

Liebe Grüße
Luna-Mona
 
Danke, Luna-Mona :)

@Niba
Das muss Dir Dein Arzt erklären - der hat die Kontrollen angesetzt ;)
 
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