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Polyarthritis oder Arthrose?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Preusse, 2. April 2006.

  1. Preusse

    Preusse Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    wer kann mir das erklären:
    Es fing mit dem rechten Zeigefibnger an. Da hat meine Reumatologin Prednisolon verordnet. Nach einem halben Jahr Cortison abgesetzt, null Beschwerden.

    Dann nach ein paar Monaten kam der linke Zeigefinger mit Beschwerden ohne Schwellung. Nachts, als ob Schwellungen da waren, kaum sichtbar. immer etwas Bewegungsschmerzen im Gelenk.

    Nun kommts: Hochschulrheumatologe sagt: Kein Rheuma sondern nur Arthrose. Mein Beschwerdungsprofil zeigt aber alle Erscheinungen einer Polyarthritis. Was ist nun richtig? Ich müsste also dauernd mit leicht gekrümmten Zeigefinger und gelegentlichen Schmerzen leben.

    Was ist nun richtig??

    Vielleicht kennt ja jemand so etwas schon.

    Grüße von Preusse
     
  2. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    herzlich willkommen bei ro.
    welches fingergelenk ist betroffen? sind es die handwurzelknochen, die fingermittelgelenke oder die fingerendgelenke?
    für eine polyarthrits würde sprechen: der symetrische befall (rechts und links das gleiche gelenk), beschwerden in den handwurzelknochen und fingermittelgelenken, das gute ansprechen auf cortison.
    beschwerden in den fingerendgelenken weisen auf eine Heberden-Arthrose hin.
    aber auch der befall der fingermittelgelenke können auf eine Bouchard-Arthrose hinweisen- die oft mit polyarthritis verwechselt wird.

    unterschied zwischen arthrose und arthritis:
    arthrose: anlaufschmerz, der sich bei bewegung schnell bessert. belastungsschmerz, der sich bei längerer belastung eines gelenk entwickelt. es gibt auch die aktivierte arthrose, die mit gelenkschwellung und entzündung nach schwerer belastung auftreten kann.
    arthritis: nacht- ruheschmerz, morgensteiffigkeit > 15 minuten.

    zu einer diagnose der polyarthrits werden auch röntgenbilder und blutbefunde herangezogen. typische *rheumablute* sind: erhöhte blutsenkung, erhöhtes crp, rheumafaktor ( der wird aber nicht bei allen pat. gefunden), pos. ccp-test
     
    #2 2. April 2006
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2006
  3. Preusse

    Preusse Neues Mitglied

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    Hallo Lilly,
    danke Dir für Deine schnelle Antwort. Zur näheren Information:
    Es gab und gibt nur Beschwerden in den Zeigefinger-Mittelgelenken.
    Mein Problem ist, das alle polyarthritischen Verlaufbeschwerden bei mir zutreffen, (wie Morgensteifigkeit usw.) aber die umfangreiche Untersuchungen mit Röntgen- und Laborbefunde nicht auf eine chronische Polyarthritisn hindeuten.

    Der Satz im Bericht (Dez. 2005) allerdings macht mich stutzig:
    "Auffällig war eine erhöhte humorale Entzündungsaktivität (CRP, BKS) ohne entsprechendes klinisches Korrelat."

    Was das auch immer bedeutet, gibt es überhaupt etwas zu tun?

    Gruß Preusse
     
  4. rena12

    rena12 Rena12

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    Ich habe cp und hatte auch keine Symetrie zu Anfang

    Hallo Preusse,

    ich hatte auch diffuse und unklare othopädische Beschwerden, erst die linke Schulter, danach Nacken, parallel begann das linke Handgelenk mit Schmerzen und Schwellungen, ich glaubte immer noch das kommt vom vielen Autofahren, dann kam am linken Fuss das Grosszehengrundgelenk, zuviele orthopädische Zufälle, ich bin dann auf Eigeninitiative in die rheumatologische Ambulanz einer Uniklnik. CCP-Test positiv, und ich hatte Klarheit, alle anderen Werte spachen für einen hochenzündlichen Verlauf(CRP-Wert bei 75, heute bei 15). Dies alles war in einem relativen kurzen Zeitraum, vom Beginn der Beschwerden bis zur Diagnose nur 3 Monate(Sept -Nov 2005). Leider verläuft meine CP sehr agressiv, in nur 3 Monaten habe ich bereits starke Errosionen im linken Handgelenk, seit Nov bin ich auf Cortison Hochdosis(20-40mg)und spritze seit 4 Wochen MTX, habe immer noch eine kleine Chance die CP auszuradieren. Versuche positiv zu denken(es gibt nur gute und sehr gute Tage), und ich habe sehr viel recherchiert und gelesen, je besser ich diese Krankheit verstehe um so besser kann ich meinen Ärzten und der Therapie folgen. Ich weiss, dass ich nur bei einer genauso agressiven Therapie überhaupt eine (kleine)Chance habe die cp wieder loszuwerden. Nur bei einer Frühdiagnose und einer entsprechenden Therapie ist dies möglich.
    Das MTX vertrage ich relativ gut, spitze selber und Ende April soll wenn die Verbesserung nicht entsprechend ist, dann noch Humira(biologische, gentechnisch hergestellte monoklonale Antikörper) dazu kommen.

    Was Du brauchst, sind kompetente Ärzte die in der Lage sind eine beginnende CP zu identifizieren oder auszuschliessen. Viel Glück!

    Und liebe Grüsse

    Rena
     
  5. Lilly

    Lilly offline

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    wenn du zu dieser zeit auch beschwerden in den fingern gehabt hast, währe dies ein beweis für eine entzündung. hast du diesem doc deine beschwerden mitgeteilt?
    wurde der befund einem internistischen rheumatologen vorgelegt, oder bei welchem facharzt bist du in behandlung?

    nachtrag:
    ich nehme an, dass bei dir kein rheumafaktor im blut nachweisbar war- darum meinte der doc, dass du keine entzündliche rheumatische erkrankung hast. es gibt aber gerade zu beginn der erkankung viele pat., die keinen rf aufweisen,- war auch bei mir so. sicherer ist da der ccp- test. leider bezahlt den die kk nicht- müßtest du selber machen. ausserdem gibt es z.b erkrankungen aus der untergruppe: seroneg. spondarthriden, wo,- wie der name schon sagt, kein rf gefunden wird. zu dieser gruppe gehört u.a die psoriasisarthritis und m. bechterew.

    im rö- bild werden oft erst nach jahren der erkrankung veränderungen gefunden. gelenknahe osteoporose werden in diesem zusammenhang als frühzeichen einer arthritis gewertet. bessere erfolge für die diagnose liefert das mrt.

    hole dir noch die meinung eines weiteren internistischen rheumatologen ein.
     
    #5 2. April 2006
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2006
  6. Tini2763

    Tini2763 Oberlausitzerin

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    Hm

    Hi Lilly, ich überleg auch grad. Bei mir ist das auch so blöd, im Szinti war nichts zu sehen, die Beschwerden sind bei mir mal so, mal so. Ich hatte immer HWS und LWS-Beschwerden, jetzt auch massive Hautprobs und Schmerzen, die im Laufe des Tages immer mehr werden. Das spricht ja eigentlich auch mehr für ne Arthrose. Lediglich im rechten Fuß war aber eine Arthrose zu sehen.

    Jetzt aber bekomme ich Beschwerden in der Hand und in der Hüfte dazu, die ich auch beim Schlafen merke. Oft hab ich Probleme beim Greifen. Osteochondrose in der HWS hab ich sowieso.

    Die seroneg. Spodarthriden - sollten die nicht eigentlich im Szinti sichtbar sein?
     
  7. Preusse

    Preusse Neues Mitglied

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    Polyarthritis oder Arthrose

    Hallo Rena,
    ich finde Deine Ratschläge richtig gut. Auch Lilli gab mir gute Tipp´s.
    Danke Euch.
    Hier noch weitere Info:
    Meine Rheumatologin kam nicht weiter. Auch eine Spritze direkt in das Fingergelenk. -Ohne Erfolg.-
    Dann stellte ich mich bei der Rheumatologische Ambulanz der Hochschule Hannover vor.
    Unter anderem weitere Ergebnisse: CCP negativ. CRP 38,9
    Sagt Euch das was?
    Ich glaube allerdings, dass meine Situation wie nur Bewegungsschmerzen am Zeigefinger und nächtliche Schwellungen (Faust geht nicht zu) wohl nicht zu den wesentlichen Erscheinungen gehören, die Reumatologen Ernst nehmen. Obgleich es jetzt fast 1 Jahr so ist.

    Gruß Preusse
     
  8. Inga

    Inga Neues Mitglied

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    Hallo:) ,

    ich habe mich vor einigen Jahren hier bei RO mit gleicher Überschrift vorgestellt, da ich auch nicht wußte, was bei mir los ist, ob Polyarthrose oder beginnende CP.

    Es hat sich dann bei mir letztendlich als Hämochromatose-Arthropathie herausgestellt, die meist ähnlich wie eine Arthrose ist, aber im Einzelfall auch einen entzündlichen Charakter haben kann und aussehen kann wie eine CP.
    Sie tritt oft schon als Frühzeichen von Hämochromatose auf. Typischerweise sind dann Fingermittelgelenke und Fingergrundgelenke des Zeige-und Mittelfingers betroffen. Auch andere Gelenke befallen wie Knie, Hüfte etc. können befallen sein.

    Hämochromatose=Eisenspeicherkrankheit wäre nur möglich, wenn Deine Eisenwerte zu hoch sind.
    Falls Dein Serumeisen erhöht ist, sollte man weitere Eisenwerte wie Ferritin und Transferrinsättigung abchecken, ein Gentest gibt dann Gewißheit. Bei der Inneren Abteilung der MHH kennt man sich mit Hämochromatose-Diagnostik aus.
    Ist Dein Eisen nicht erhöht, dann kann man Hämochromatose als derzeitige Ursache Deiner Beschwerden ausschließen.
    Meist ist der CRP-Wert bei Hämochromatose nicht erhöht.

    Liebe Grüße:)

    Inga
     
  9. Lilly

    Lilly offline

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    hallo preusse,

    ccp neg.= rheumatoide arthritis (chron. polyarthritis) kann ausgeschlossen werden.
    crp pos.= in deinem körper befindet sich eine entzündung.

    könnte es sein, dass deine diagnose: aktivierte arthrose - lautet?
    bei einer aktivierten arhtose kommt es auch zu gelenkinnenhautentzündung, darum wird sie auch oft mit rheumatoider arthritis verwechselt. das beschwerdebild ist im grunde das gleiche, nur ist es keine autoimmunerkrankung.....
     
  10. Preusse

    Preusse Neues Mitglied

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    Polyarthritis oder Arthrose ?

    Hallo Inga,
    Hallo Lilly,

    komme erst heute dazu mich für Eure Zuschriften zu danken.

    Tja, nun könnte es das eine oder andere sein. Ich werde mich mit dieser, Eurer Erfahrung im Hinterkopf, nun doch noch einmal bei der MHH vorstellen. dieses mal aber nicht bei der rheumatologischen Ambulanz, sondern in der Inneren Abteilung.
    Denn offensichtlich ist eine -wenn auch schwache- Entzündung mit im Spiel.

    Plausibel klingen ja Eure beiden Meinungen. Ich bin gespannt was dabei herauskommt.

    Liebe Grüße von Preusse
     
  11. Frank.H

    Frank.H Neues Mitglied

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    Hallo,
    noch mal was zur Arthritis.
    Der Rheumafaktor spielt eine untergeordnete Rolle.Und nicht jeder hat eine erhöhte Blutsenkung auch wenn Entzündungsaktivietäten vorhanden sind.
    Ich zum Beispiel habe eine seronegative chronische Polyarthritis.Erst hieß es auch Polyarthose in Fingern und Zehen.Da waren allerdings die Fingergrundgelenke noch nicht betroffen.
    Zuletzt war meine Blutsenkung immer nur leicht leicht erhöht,genau wie die ANA Werte.
    Die letzten Röntgenaufnahmen und geziehlte Blutuntersuchungen,sowie meine Wirbelsäulenproblematik(u.a)lassen an der Diagnose cP keinen Zweifel mehr.
    Das Problem ist eben,wenn es seronegativ ist,dauert es viel länger bis eine richtige Diagnose gestellt wird.Wenn nämlich so wie bei mir schon sichtbare Schäden zu sehen sind.
    Muskulaturprobleme ec.seit anfang der 90´er,1998 die Diagnose Polyarthrose.September 05 die Diagnose cP.
    Und das soll nicht außergewönlich sein vom zeitlichen her.
    Ich kann nur empfehlen weiter am Ball zu bleiben und sich im Internet schlau zu machen.Wozu passen sie Symptome und welche Bluwerte sagen etwas aus.
    Wenn Du einen guten Arzt hast,dann wird er darauf eingehen.Bei mir ist es auf jeden Fall so.Ich hatte im Wartezimmer etwas gelesen und ihm gesagt das ich mich darin wiedersehe.Daraufhin ließ er einen bestimmten Blutwert untersuchen und dieser war dann auch positiv.
    Es kann halt dauern.
    Viele Grüße,Frank.