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Plötzlich keine Schmerzen mehr vorhanden?

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Fragewichtel, 10. September 2014.

  1. Fragewichtel

    Fragewichtel Neues Mitglied

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    Hallo liebes Forum!




    Meine Frage richtet sich an Schmerzpatienten und an deren Angehörige. Ich bin mit einer jungen Frau befreundet, die an mehreren Bandscheibenvorfällen (inkl. Nervenschmerzen, Durchblutungsstörungen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen etc.) und rheumatischen Erkrankungen (auch Morbus Bechterew mit beginnender Verknöcherung) leidet. Sie nimmt Oxycodon und Polimydon um mit ihren Schmerzen fertig zu werden. Schmerzfrei ist sie trotz den Medikamenten so gut wie nie, und das sieht man ihren Bewegungen und ihrer Haltung auch deutlich an. Nun habe ich schon mehrfach mit erleben dürfen, dass sie, in, leider sehr seltenen, Momenten der Selbstvergessenheit (z.B. wenn sie von Herzen lachen musste oder sonstwie losgelöst beim herumalbern war) völlig „normale“, ungehemmte Bewegungen gemacht sogar ein wenig getanzt hat, so wie ein gesunder Mensch sich in der gleichen Situation bewegen würde, und das ohne hinterher irgendwie zusammen zu zucken oder sonstige Anzeichen von Schmerzen zu zeigen.


    Nun frage ich mich (und euch!): wie kann das sein? Ist es tatsächlich möglich das die Schmerzen, die sonst so omnipräsent sind, für wenige Sekunden, plötzlich nicht mehr existieren, das posititive Gefühle die Schmerzen vollständig abschalten?In diesen Sekunden war sie tatsächlich fast ein anderer Mensch, ich weiß nicht wie ich das sonst beschreiben soll.


    Hat jemand von euch eigene Erfahrungen mit einem ähnlichen Phänomen gemacht?


    Vielen lieben Dank schon mal für eure Antworten!
     
  2. Tortola

    Tortola Aktives Mitglied

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    an Fragewichtel

    Hallo!

    Das freut mich sehr für Deine Freundin. Wann schreibst Du uns denn über neue
    Medikamente, die man ja mal ausprobieren könnte?

    Viele Grüße von Tortola
     
  3. Fragewichtel

    Fragewichtel Neues Mitglied

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    Sorry, falscher Dampfer.

    Ich begleite meine Freundin nun schon seit 3 Jahren durchs Leben, opfere viel Zeit, Geld und nerven für sie. Das von beschrieben Phänomen passiert in meinem Beisein ungefähr ein mal im Monat , und das auch nur für wenige Sekunden, und ich weiß nicht wie ich es einordnen soll.

    Ich möchte hier keine Wundermittel verkaufen, sondern Antworten erhalten. Verstehe allerdings Deine REaktion, die Masche die Du mir fälschlicher Weise unterstellst finde ich absolut erbärmlich. Das rangiert auf meiner persönlichen Kotz-Skala noch weit vor den Leuten (Menschen möchte ich sie nur ungern nennen...), die Arbeitslosen "Heimarbeit" verkaufen wollen.

    Ich bin jetzt bis morgen weg vom REchner, aber falls jemand von euch tatsächlich etwas ähnliches erfahren oder beobachtet hat, würde ich mich über ein kurzes "Ja, solche momente gibt es" oder "nein, sowas ist mir noch nie unter gekommen" sehr freuen!:)
     
  4. kukana

    kukana Moderatorin

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    Nur soviel:
    beim Lachen werden Endorphin ähnliche Substanzen ausgeschüttet, körpereigene Schmerzmittel, das kann dann tatsächlich kurzfristig zu weniger schmerzhaften Prozessen im Körper führen. Ebenso wenn man etwas intensiv macht wie z.B. Malen, Tanzen, es sind Positiverlebnisse, die dann die Schmerzen nicht nehmen aber vorübergehend vergessen lassen.

    Schau mal bei Wikipedia unter: Lachen

    Vielleicht ist es auch der Grund warum traurige und auch depressive Menschen ihre Schmerzen als viel stärker empfinden als andere die fröhlicher sind? Können wir ja mal diskutieren, aber bitte ohne streiten.

    Gruß Kukana
     
  5. lumpi64

    lumpi64 Mitglied

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    Ich finde die Frage von Fragewichtel (lustiger Nick :D ) gar nicht so uninteressant. Ich kenn das so ein wenig von mir; wenn ich mit meinen Pferden so total beschäftigt bin....dann sind auch schon mal div. Schmerzen ausgeblendet. Wobei ich ansonsten soweit schon ganz gut klar komme....mal mehr, mal weniger. Positive Ablenkung kann ne ganze Menge bewirken :top:
     
  6. Fragewichtel

    Fragewichtel Neues Mitglied

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    danke für die bisherigen Antworten, lumpi und kukana!:)

    Wenn bei euch die Schmerzen ausgeblendet sind, gebt ihr dann auch eure Schonhaltung auf?

    Tendiert ihr dann dazu euch zu viel zu zu muten?

    Hört dieses Schmerz-vergessen bei euch plötzlich wieder auf, oder in einer Art sanfter Kurve?

    Habt ihr schon einmal versucht diesen Zusatnd absichtlich herbei zu führen?

    Ich bin halt der Meinung, oder der Hoffnung das man sich selbst irgendwie in diese Richtung konditionieren kann, anstatt sich weiter mit opiaten zu zu schütten, denn irgendwann ist halt mal von der Dosierung her das Ende der Fahnensatnge erreicht, oder zumindest mal die Alltagstauglichkeit so sehr eingeschränkt das tonnenweise neue Probleme geschaffen werden.

    Die (also ihre) Schmerztherapie liefert in dieser Richtung irgendwie gar nichts (kann aber auch sein das meine Freundin das ablehnt/abgelehnt hat), und auf irgendwelche Esoterik-Hansels, naja, für die bin ich auch zu skeptisch.

    Irgendwie fände ich es auch auf eigentümliche Weise beruhigend, wenn meine Freundin ihren Schmerz nur als "schlimm" empfinden würde oder als schlimmer als er ist (wenn er denn absolut wäre...), weil ich die körperlichen Gegebenheiten dann als weniger bedrohlich empfinden würde.

    Hoffe mein Geschreibsel war halbwegs verständlich, und bis später!:)
     
  7. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hi,
    Ich selbst neige dazu in solchen guten Phasen dann schnell zuviel zu machen. Inzwischen schaffe ich es aber immer öfter auch dann langsam zu machen und es zu geniessen, dass es mal nicht so weh tut.

    leider kann ich das nicht steuern wie lange es anhält. Ich nehms halt wie es kommt.

    Gruß Kukana
     
  8. muc_micha

    muc_micha Mitglied

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    Plötzlich keine Schmerzen mehr

    Hi Fragewichtel, nun deine Frage ist nicht so leicht zu beantworten, weil jeder hier an verschiedenen Rheumaformen leidet und die Schmerzen sich auch unterschiedlich äußern. Manchmal sind sie besser zu ertragen manchmal weniger. Wie Kukana schon sagte vielleicht durch Endorphine die freigesetzt werden kann das Schmerzempfinden herabgesetzt werden, es heißt ja nicht umsonst: Humor ist die beste Medizin die am Wenigsten kostet! Aber so einfach ist es dann doch nicht, trotzdem sollte man immer versuchen so positiv wie nur möglich mit seiner Erkrankung umzugehen. Erzwingen kann man das aber nicht. Eine gute Schmerztherapie ist bei den vielen Baustellen bei deiner Freundin sicher sehr wichtig, vielleicht magst du ihr mal den Thread hier von unserer lieben Anurju zeigen, sie hat sich ganz viel Mühe gemacht und einen tollen "Wegweiser aus dem Schmerz" zusammengestellt! Ich wünsch dir und deiner Freundin alles Gute und noch viele kostbare schmerzfreie Momente. Micha
     
  9. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Das könnte mit Lachyoga gehen, es werden dazu auch Kurse angeboten.

    Nachtrag/Edit:
    Ja, wenn ich weniger Schmerzen habe, dann nehme ich auch weniger Schonhaltungen ein.
     
    #9 11. September 2014
    Zuletzt bearbeitet: 11. September 2014
  10. lumpi64

    lumpi64 Mitglied

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    Absichtlich herbeiführen....hmm, nein nicht wirklich. Für mich ist Ablenkung die beste Medizin. Eine gewisse Schonhaltung habe ich bei meiner Reiterei ohne das ich das selbst merke. Mein Reitlehrer sprach mich darauf an. Obwohl ich beim Reiten keinen Schmerz verspürt habe....:vb_confused: . Aber da ich nun schon so lange bei ihm trainiere fällt es ihm auf. Andererseits hab ich wohl auch eine hohe Schmerzschwelle.....war heut beim Orthopäden und der hat mal ganz klassische Röntgenaufnahmen von der BWS und LWS gemacht. Der meinte dann zu mir, dass es ihn wundern würde, wie "wenig" ich bei den Befunden klagen würde, ganz viele würden dabei völlig am Boden liegen. Aber das stimmt....ich stecke viel weg und oft merkt man mir gar nichts an....:rolleyes:. Was oft genug dazu führt, dass ich von den Docs nicht ernst genommen werde....aber das ist ein anderes Thema.

    Ich will halt einfach meine Pferde versorgen und natürlich arbeiten gehen....ich blende scheinbar viel aus, ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein. Mach ich auch nicht absichtlich....das ist einfach meine Persönlichkeit oder anerzogen, keine Ahnung. Meine Mutter hat uns immer in die Schule geschickt. Nur wenn wir Fieber hatten, durften wir zu Hause bleiben. Was bei mir also nie der Fall war....ich krieg eigentlich kein Fieber. Und auch auf der Arbeit hab ich wegen des Rheumas bis jetzt mal ganze 2 Tage gefehlt.
     
  11. Man kann viel selbst tun, auf alle Fälle. Ablenkung ist wichtig. Es geht einem Kranken nicht besser wenn er nur grübeln, ständig "jammert" (bitte nicht falsch verstehen, aber irgendwann ........). Medikamente helfen manchmal nicht oder nur unzureichend, aber nie, und bei den wenigsten?
    Wenn man sich in seiner Umgebung wohl fühlt, das Baby oder Enkelkinder auf dem Schoß hat, wenn man in gemütlicher Runde ausgelassen redet und lacht.... Das lenkt ab. Man muss vieles was gut tut einfach mal zulassen.

    Sylke
     
  12. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Nur Jammern ist nicht gut, finde ich, da geb ich dir Recht, aber ab und an jammern und sich "auskotzen" kann auch befreiend wirken. ;) Sollte ich wahrscheinlich öfter tun. ;) Auf jeden Fall finde ich es toll das es hier das Forum gibt und sich der ein oder andere auch mal "jammernd und auskotzend" was von der Seele schreiben kann, denn alles in sich "hineinfressen" schadet nämlich nach meiner Erfahrung auch.
     
    #12 18. September 2014
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2014
  13. Da hast du vollkommen recht, Lagune. Und bei meinem Beitrag lag ja die Betonung auf "ständig"

    Sylke ;)
     
  14. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Fragewichtel,
    ich habe neben meinen rheumatischen Beschwerden auch oft Rückenschmerzen. Lange sitzen geht nicht, da komme ich dann ganz krumm daher und weiß nicht mehr, wie ich mich bewegen soll.
    Kürzlich war ich in einem Musical, d. h. 2 Stunden Autofahrt, dann 3 Stunden Musical und 2 Std. Heimfahrt. Ich war sehr verwundert, dass ich keinerlei Rückenschmerzen hatte. Ich hatte mich vorher darauf gefreut und war ganz entspannt, hab das Musical genossen und war hernach (auch noch am nächsten Tag) ganz beschwingt davon. Ich hatte meine sonstigen Probleme ganz vergessen und war total locker und entspannt und fröhlich.
    Dies einfach mal als Beispiel, denn ich kenne das auch so mit der Ablenkung. In der Arbeit, die mir viel Freude macht, spüre ich auch wenig Schmerzen. Daheim bin ich dann wieder allein und mit meinen Problemen konfrontiert, da werden die Schmerzen dann wieder mehr.

    Wie Kukana schon sagte: Bei positiven Erlebnissen (aber auch in Notfallsituationen) werden Endorphine ausgeschüttet. Der Begriff "Endorphin" ist eine Wortkreuzung aus "endogenes Morphin", d. h. der Körper produziert sein eigenes Opioid.
     
  15. Fragewichtel

    Fragewichtel Neues Mitglied

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    Vielen Dank euch allen für die Antworten!

    Tja, dann muss ich wohl dafür sorgen, daß es mehr "freudige" Erlebnisse gibt:), was in einem schwierigen Alltag nicht immer ganz einfach ist, aber das kennt ihr ja sicherlich alle.

    Auf der anderen Seite ist es halt auch so, daß meine Freundin immer am nächtens Tag dafür "bezahlen" muss, wenn sie etwas übertrieben oder sich zu viel zu gemutet hat, von daher muss man das wohl sehr vorsichtig ausbalancieren.

    Nochmals vielen Dank für eure Antworten!:)
     
  16. Freitag

    Freitag Ich denke, also bin ich

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    Hi!

    Geht es der Seele gut, kann man Schmerzen besser verkraften, sogar zeitweise ausblenden.
    Geht es der Seele hingegen schlecht, wirkt sich das auch auf die Schmerzen aus, - sie werden verstärkt wahrgenommen.

    Wenn ich an guten Tagen übertreibe und denke Bäume ausreißen zu müssen, zeigt mir mein Körper am nächsten Tag seine Grenzen, kann mich dann für einige Tage nicht mehr bewegen. Wenn mir etwas besonders wichtig ist, nehme ich die verstärkten Schmerzen am Tag danach gerne in kauf! :D

    L.G. Frei
     
  17. rodos

    rodos Neues Mitglied

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    Schmerzen

    Mir geht es genauso .war mit meiner Tochter beim Arzt .
    sie hatte verdacht auf Brust Krebs ,Ich wartete auf ihr ,
    Mein ganzer Körper hatte Schmerzen , das ist auch die Psyche ,
    habe eine frage :
    Wie ist das Medikament :Quensyl ..
    vielen Dank für euere Antwort ,
    lg rodos
     
  18. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Das war ja auch eine Stresssituation mit deiner Tochter. Stress kann das Immunsystem sozusagen stressen und es kann dann vermehrte Krankheitsaktivität geben.
    Ich hoffe der Krebs hat sich nicht bestätigt.
    Quensyl, was möchtest du denn genau dazu wissen ?
     
  19. Glühwürmchen

    Glühwürmchen Neues Mitglied

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    Lagune, Rhodos meint das Medikament Quensyl! Leider kann ich dir auf deine Frage, Rhodos, keine Antwort geben.
     
  20. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Na das hab/hatte ich doch verstanden! Ich nehme ja nun mal selber unter anderen Medikamenten schon jahrelang Quensyl. Ich möchte ja nun mal nur wissen, was rhodos dazu nun genau wissen möchte!