Parodontitis verursacht rheumatoide Arthritis

gelesen in der Ärztewoche aus 2002
Quelle: http://www.aerztewoche.at/viewArticleDetails.do?articleId=4141
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Je stärker die parodontale Entzündung, desto stärker ist die hämatogene bakterielle Invasion. Systemisch kommt es durch die Keime und ihre Produkte zum Teil durch Freisetzung von starken Entzündungsmediatoren aus den Monozyten (TNF-alpha, IL-1-beta) zu verschiedenen Auswirkungen. In Studien zeigten sich bisher als Parodontitisfolgen ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Geburtskomplikationen und schlechtere metabolische Kontrolle bei Diabetes mellitus
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Fallbeispiel Nr. 1

48-jährige Patientin mit Rheumatoider Arthritis und ausgeprägten destruierenden Veränderungen in den betroffenen Gelenken. Seit etwa eineinhalb Jahren hatte sich ihre Situation insofern verschlechtert, als immer häufiger entzündliche Schübe besonders im Bereich der Hand- und Fingergelenke auftraten, die sich zudem zunehmend als therapieresistent erwiesen.
Deshalb wurde die Aufnahme in ein
Therapieprogramm mit TNF-Blockern erwogen.
Der orale Befund zeigte eine Parodontitis im Bereich aller Zähne mit unterschiedlichen Taschentiefen. Dieser Befund war der Patientin nicht bekannt - subjektiv war sie diesbezüglich beschwerdefrei. Anamnestisch berichtete sie über Probleme bei Mundhygiene-Manipulationen, bedingt durch Ulnardeviationen und eine Schwanenhalsdeformität an der dominierenden Hand.
Im Zuge der Parodontitistherapie, welche schonendst unter zusätzlicher Antibiotikagabe (nach Antibiogramm der Parodontalkeime) erfolgte, kam es zu einem raschen Rückgang der rheumatischen Beschwerden ohne zusätzlichen Einsatz von TNF-Blockern.

Fallbeispiel Nr. 2

35-jährige Patientin mit seit Jahren bestehenden starken Schmerzen im linken Schultergelenk und den umgebenden Weichteilen. Wiederholte rheumatologische und orthopädische Untersuchungen waren ergebnislos gewesen. Physikalische Therapien und komplementärmedizinische Methoden hatten ebenso wie die Einnahme von NSAR stets nur zu kurzfristiger Besserung geführt.
Der intraorale Befund war weitgehend unauffällig, abgesehen von einer lokalisierten Parodontitis im Bereich des Molaren 27 im linken Oberkiefer. Dort fand sich eine 12mm(!) tiefe Knochentasche (siehe Abb. S. 6) mit typischen Parodontalkeimen (Kultur). Trotz massiver Knochendestruktion hatte die Patientin - abgesehen von "einem leichten Ziehen" in diesem Bereich - nie etwas bemerkt.
Wegen der ausgedehnten knöchernen Destruktion und Zahnlockerung wurde die Extraktion des Molaren vereinbart. Nach zweitägiger Verschlimmerung der Schulterbeschwerden post extractionem kam es binnen 14 Tagen zu einem Abklingen bzw. letztlich zu einem Verschwinden der Schmerzen, welche auch im Beobachtungszeitraum (bisher zwei Jahre) nicht mehr aufgetreten sind.

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ps ich lass jetzt meine schnute komplett renovieren:top:

herzlichst grummel
 
hallo grummel,

faulige zähne und entzündete mandeln sind dafür bekannt, das sie dem ganzen körper entzündungsmäßig sehr schaden können. oftmals sogar bis zur endo- und myocarditis (herzinnenhaut- und herzmuskelentzündung). deshalb suchen viele ärzte innerhalb der anamneseerhebung nach solchen ursachen und raten ihren patienten, diese entzündungsursachen beseitigen zu lassen.

toi toi toi für dein renovierungsvorhaben ;) ... hoffe, das es nicht zu kostspielig für dich wird.

apropo....natürlich könnten die oftmals anfallenden hohen kosten für eine allgemeine zahnsanierung heutzutage bei sozialem notstand eben auch ein grund dafür sein, das viele ihre zähne "nicht machen lassen" .... ergo, deshalb manchmal kranker sind, als wohlhabendere leute .....schlimm genug, oder? :(
 
hallo grummel,
apropo....natürlich könnten die oftmals anfallenden hohen kosten für eine allgemeine zahnsanierung heutzutage bei sozialem notstand eben auch ein grund dafür sein, das viele ihre zähne "nicht machen lassen" .... ergo, deshalb manchmal kranker sind, als wohlhabendere leute .....schlimm genug, oder? :(

du sagst es klara........aber kostenintensive behandlungen in form von konventionellen basismedis oder gar biologics sind dann ja scheinbar ok :confused:

da kann man sich nur noch an den kopp fassen....mathe: "setzen! - 6" :mad:

grüße,
diana
 
hallo,

Fokus-Theorie

Die Fokus-Theorie ist eine überholte Vorstellung über den Zusammenhang von Eiterherden im Körper und der Entstehung von rheumatischen Erkrankungen. Sie hängt eng mit dem früher häufigen rheumatischen Fieber zusammen und prägte in der frühen Nachkriegszeit die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Die Fokus-Theorie besagte, daß beim Auftreten von Gelenkentzündungen ein Eiterherd im Körper vorhanden sei, den man finden und sanieren müßte. Da das rheumatische Fieber durch Streptokokken (ein Bakterium) hervorgerufen wird, vermutete man auch für die anderen rheumatischen Erkrankungen eine Streptokokkenursache. Streptokokken finden sich mit hoher Verbreitung im Mund- und Rachenraum. Folglich schuldigte man verborgene Streptokokkeninfektionen in dieser Region (Rachenmandeln, Nasennebenhöhlen, Stirnhöhlen, Eiterherde an den Zahnwurzeln) als Rheumaursache an. Die Folge der Fokus-Theorie war, daß unzählige Zahnärzte und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte mit der Fokussuche beschäftigt waren und Hunderte und Tausende von Rheumapatienten zwar ihre Mandeln und ihre Zähne verloren, ihr Rheuma allerdings nicht. Man weiß heute, daß Infektionen im Mund- und Rachenbereich nur in den seltensten Fällen die Ursache von Gelenkentzündungen sind und daß eine sorgfältige rheumatologische Diagnostik auf jeden Fall eine ganze Reihe anderer, viel häufigerer Ursachen abklären muß. Die Fokus-Theorie hat aber bis heute für viele Patienten noch eine große Attraktivität; auch in der nicht-wissenschaftlich abgesicherten Medizin hat sie aufgrund ihrer einfachen Struktur und ihres geschichtlichen Fundaments einen festen Platz.

quelle

ich habe zahnfleischprobleme, seit ich mit mtx begonnen hatte. vorher kannte ich so etwas nicht...

schönes we an alle! :)
 
danke @lilly,für die richtigstellung :top::)
wenn man aber von grummels link ausgeht,scheint eine bakterielle infektion rheumatische beschwerden ja schon zu begünstigen.
man muß natürlich auch erstmal dahinter kommen,aber wenn dann ist ja scheinbar zumindest eine linderung möglich......:confused:

grüße,
diana :- ))
 
Parodontitis, nicht Eiterherde im Mund

hallo leute,

es ging in den von mir eingestellten beiträgen nicht um eiterherde und/oder streptokokken im mund/rachenbereich auch nicht um parodontose.

es geht um parodontitis, die nachfolgerin einer unbemerkten parodontose, die keinerlei beschwerden verursacht und die in den zahnfleischtaschen angesiedelten bakterien ,die das interleukin und tnf alpha im körper freisetzen, das ja durch immumsupressiva blockiert werden soll.

ich will damit zum ausdruck bringen daß insbesondere an rheuma erkrankte eine parodontitis vom zahnarzt abklären und bei bedarf behandeln lassen sollten und eine pingelige mundhygiene betreiben.

denn sehr oft las ich hier von usern die darüber berichten daß ihre zähne abbrechen. zahnbruch ist die folge einer unbehandelten parodontitis und deren mikroben die über die zahntaschen in die blutbahn gelangen.

natürlich ist die klassische ra nicht durch parodontitis verursacht aber es gibt viele grenzfälle die weder in eine ra noch sontswo eingeordnet werden können und man dann doch auch mal nach verborgenen bakterienherden, die keinerlei beschwerden verursachen und somit unbemerkt bleiben, im mund suchen sollte.

beschwerdefreies we und
herzliches grummeln:)
 
Hallo Ihr Lieben,
meine Zahnärztin sagt immer " An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch" - das ist schon was wares dran. Wir Rheumageplagten - nicht nur RA - sollten ganz penipel mit unseren "Beisserchen"
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umgehen und sie pflegen und den Zahnarzt regelmäßig kontrollieren lassen.
Auch ich bin mit "Sanierungsarbeiten" nächste Woche dran.!
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Drückt mir die Daumen.
Grüßle bärlusch
 
hallo ihr lieben,

da möcht ich meinen senf auch noch dazu geben *lächel*

ich muss sagen mir geht es wie Lilly, mir macht mein Zahnfleisch erst seit MTX immer wieder probleme, die zahnprobleme die ich bis zu meinem 21 lebensjahr hatte, kamen von mangelnder zahnpflege (behaupte ich jetzt einfach mal, da ich bis zu meinem 14 lebensj. keine zahnbürste besaß, geschweige gewusst hätte was ich damit machen soll) mit 21 j. habe ich meine ganzen zähne machen lassen und seitdem bin ich dahinter her wie sonst was.

doch im dez. 07 kam der schock, mein zahndoc (ein ganzheitlicher doc und keines wegs auf schnelles geld aus) kontrollierte ganz normal den zahnstatus und ich sagte ihm ob er mal genauer schauen könne, denn ich habe in letzter zeit bemerkt das ich öfter zahnfleischbluten habe OHNE das meine gerinnung zu niedrig sei, er schaute sich die Zahntaschen genauer an und hat die eine oder andere ausgemessen und schaute erschrocken:
von den 8 die er gemessen hat sind 6 zu tief!!! und zwar bis zu 7 mm

ich sollte im jan.08 zur reinigung kommen und dann müsse ich noch 3 mal kommen um das dann die KK die behandlung übernimmt, an einer stelle sagte er mir schon das es ziemlich dolle sei und das es da sein kann das er ein stück annähen müsse.
meine nachfrage auf schneller behandlung bei der kasse, ergab NEIN es müssen diese termin in 1 wochen abstände eingehalten werden OK

doch dann kam ich ja gleich am 6 jan ins Kh, anschließend Kh wegen infarkt-verdacht, dann termine beim zahndoc, doch dann einweisung in die rheumaklinik, dann erneuter beginn mit MTX, was nicht unbedingt ein problem ist, doch dann kam Remicade dazu und ich bekam sofort den hinweis von meinem rheuma doc:
unter Remicade KEINE zahbehandlungen!!!!

mein zahndoc sagt ebenfalls NEIN nicht unter Remicade, dies darf ich vorher und 8 wochen danach nicht nehmen:eek::confused::eek::confused:

doch selbst wenn ich es dann mal ohne Remicade aushalte, heißt das ja nicht "nur" 2 mal aussetzen sondern noch öfter, denn nach dieser säuberungsbehandlung und der darauf folgenden genehmigung zur Parodontose bzw. Parodontitisbehandlung darf ja ebenfalls das Remicade nicht genommen werden und auf welche dauer fällt dann die behandlung weg??
kann man/ich das überhaupt aushalten??
kann man dann einfach wieder weitermachen??
und und und

Ich würde es gerne machen lassen!!!! denn mein zahnfleisch geht mittlerweile ziemlich rasch, an vielen stellen krass zurück, die folge von dem ganzen Prozess ist ja Zahnausfall:eek::(

und dann???

da frag ich mich wieder: konnte das nicht früher anfangen?? und was mach ich nun??

Also ALLE die irgendwelche probleme haben mit Zähnen, kann ich nur raten: Geht sofort zum Zahndoc und laßt alles noch machen bevor ihr eine TNF-Alpha (oder betrifft das nur Remicade?) behandlung beginnt!!!

oder besser gesagt: laßt eure Zähne immer kontrolieren und sanieren

alles gute und immer kraftvoll zubeisen können wünscht euch
elke
 
huhu elke :),
die packungsbeilage gibt dazu folgendes her:


Wenn Sie nach einer Therapiepause von mehr als 16 Wochen nochmals mit Remicade behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen. Eine erneute Behandlung mit Remicade nach einem mit Remicade therapiefreien Intervall von mehr als 16 Wochen wird daher nicht empfohlen.

aber auch dies hier:


Sie können leichter an Infektionen erkranken. Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie irgendein Symptom einer Infektion feststellen, zum Beispiel Fieber, Unwohlsein, Wunden, Probleme mit den Zähnen.

quelle: http://www.emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/Remicade/H-240-PI-de.pdf

hmmm,also ich denke mal,eine therapiepause ist bei ansprechen bei so einigen patienten mehr als gewagt.und sowieso immer eine einzelfallentscheidung....

ich hoffe es geht dir schon etwas besser elke? auch weiterhin *daumendrück* und gaaanz lieben gruß,
diana :- ))
 
hallo lilly,

ich dachte bei meiner schilderung ja eher an die beschriebenen erkrankungen
(endo- und myocarditis).
habe das in einer abwandlung ja erst selbst mitmachen müssen. höchstwahrscheinlich sind über die offenen beine einige bakteriensorten in meinen körper eingedrungen. das führte zur lebensgefährlichen sepsis. zusätzlich haben sich reste dieser keime an der portspitze festgesetzt und von dort aus in intervallen den körper frisch vergiftet .... zumindest muss ich das so annehmen, denn das schluckecho :uhoh: erbrachte diesen folgeschweren befund und die ärzte waren auch der meinung. der port wurde entfernt. die werte wurden, unter hochdosierter mehrsortiger antibiotikatherapie besser, aber nie normal.
jetzt, nach einigen wochen zu hause nehme ich schon wieder antibiotika, da die entzündungswerte wieder in die höhe gehen.
lange rede, kurzer sinn. ich denke, bei entzündungsherden im körper oder auch durch verletzungen der haut kann es passieren, das es zu einer reaktiven arthritis (besser: infektreaktive arthritis )kommt.
ich bin damals auch ein opfer dieser fokussuche geworden. jetzt vielleicht sogar wieder .... zweifle nemlich mal wieder daran, ob der port wirklich rausmußte???? .... beim rausreißen sind die docs schnell, aber bis ich jetzt ev. wieder nen neuen port kriege, werden wieder monate vergehen. kann nur hoffen, das meine nieren so lange halbwegs mitmachen und ich nicht wieder an dauerinfusionen muss.
@elke .... huhu klein elke :)
Ich würde es gerne machen lassen!!!! denn mein zahnfleisch geht mittlerweile ziemlich rasch, an vielen stellen krass zurück, die folge von dem ganzen Prozess ist ja Zahnausfall:eek::(

und dann???

meine zähne kommen seit 25 jahren ins wasserglas ;) .... wenigstens dieser zahndocstress bleibt mir damit erspart ... dafür hatte ich ihn aber schon in jungen jahren. bin aber mit dem zahnersatz ganz zufrieden, denn wenn man konsequent ist, gewöhnt man sich ganz rasch daran. kann sogar möhren und äpfel essen ....

 
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