Deinen Rückschluss indes kann ich nicht nachvollziehen.
Abgesehen davon, dass doch gerade du auf die komplexen individuellen Vorgänge hinweist, frage ich mich dann, woher du die Gewissheit nimmst, dass kein Medikament der Welt uns "gesund" machen könne. Sag das mal jemandem, der eine akute Sepsis hat oder eine Leukämie, beides gut medikamentös behandel- und heilbare Erkrankungen......bis da die postulierten "inneren" Heilungsmechanismen greifen, braucht die betroffene Person keine irdische Hilfe mehr.
Ich weiß, das ist polemisch und verkürzt, aber du forderst doch sonst so gerne Vorsicht in den Äußerungen!
Das ist ganz simpel.
Nehmen wir also das Beispiel einer Sepsis. Was kann man tun? Man kann den / die Erreger bestimmen und eine Antibiose verabreichen, die dazu passt. Man misst die Laktatwerte, gibt je nach Lage Laktat und Elektrolyte, ggf. Vasopressoren, ggf. Hydrocortison, Blutprodukte.
Die Organfunktionen müssen überwacht und unterstützt / ggf. übernommen werden.
Bei einer schweren Sepsis überlebt in Deutschland jeder 5. Patient trotz aller Maßnahmen nicht.
Und genau das ist gemeint, wenn ich schreibe, dass es kein Medikament gibt, das gesund macht - ob eine Gesundung erfolgt und in welchem Umfang sie erfolgt, hängt vom Organismus ab, nicht von den Medikamenten, die eingesetzt werden. Bei 5 von 100 Patienten mit einer schweren Sepsis reicht die Kraft des Organismus, sich wieder zu stabilisieren, nicht aus, trotz aller Maßnahmen.
Bei den Überlebenden bleiben immer wieder Organschäden zurück, von denen sich manche nie wieder erholen, egal wieviel medizinische HIlfe sie auch bekommen.
Medikamente können Heilungsprozesse unterstützen - aber Heilung selbst erfolgt immer aus dem Organismus heraus, es gibt kein Medikament auf der Welt, das diese Heilung garantieren könnte.
Und hat bei deiner Erkrankung (egal, wie sie heißt) denn die "Heilkraft von innen" alles geregelt? Oder hat da doch das im Vergleich zu Biologica angeblich so minderproblematische Cortison mitgeholfen? Hm......einfach mal drüber nachdenken?
Bei den Erkrankungen, die bei mir ausgeheilt sind, hat Cortison keine Rolle gespielt. Es ist eine Krücke, um Entzündungsprozesse zu modulieren und dafür hat es auch Relevanz. Es ist gut, dass wir diese Möglichkeit haben. Heilen wird es eine Erkrankung jedoch nicht, sofern die zugrundeliegenden Prozesse weiter bestehen.
Gestatte mir noch einen Hinweis: Nocebo hat nichts mit realen pathophysiologischen Risiken und Nebenwirkungen zu tun, sondern ist eine Folge der psychischen Erwartungshaltung der Betroffenen, also ein psychologisches Phänomen!
Du hängst einem überholten Bild an. Es gibt im Organismus keine Prozesse, die rein physisch oder psychisch wären. Entsprechend gibt es auch keine rein psychologischen Phänomene, sondern psychobiologische Prozesse. Bei Nocebo und Placeboeffekten lassen sich beispielsweise ganz handfeste Veränderungen bei Dopamin-, und endogenen Opiatspiegeln, aber auch beispielsweise von Cholecystokinin messen. Es handelt sich also letztlich um biochemische und neuroendokrine Prozesse.
Ansonsten wünsche ich dir selbstredend gute Heilungskräfte - das ist immer eine feine Sache, aber eben kein Allheilmittel!
Im Gegenteil. Sie sind das einzige Heilmittel.
Ich könnte Dir auch eine provokante Gegenfrage stellen: Wann hätte eines der Basismedikamente, die verabreicht werden, einen Patienten jemals gesunden lassen?
Biologika KÖNNEN lindern, sie KÖNNEN (allerdings nicht in jedem Fall und zu 100%) das Fortschreiten von Zerstörungen bremsen. Sobald man sie absetzt oder sich Resistenzen bilden, schreiten die Krankheitsprozesse jedoch voran. Von Heilung sind wir da also weit entfernt.