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Opiat-Tilidin?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Steff, 26. Februar 2005.

  1. Steff

    Steff Neues Mitglied

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    Hallo an all die Auskenner hier!

    Habe mal ein kurze Frage zu dem Medi: Tilidin
    Mein Arzt hat es mir verschrieben und nun sitze ich vor dem Beipackzettel und raufe mir mal wieder die Haare.
    Irgendwie steht da was von: "zu den opiumhaltigen Wirkstoffen gehörend", "nicht mit Medis einnehmen, die auf die Nervenbahnen wirken (habe solch ein Medi!)" und von Kreislaufzusammenbrüchen.

    Bin jetzt irgendwie total verunsichert und trau mich nicht so recht das Zeug zu nehmen. Wohne nämlich alleine müsst ihr wissen und könnte mir im totalen Ernstfall evtl. nicht mal selbst helfen.

    Kennt ihr Tilidin und seine Wirkungsweise?
    Macht es abhängig, wie auf der Packung zu lesen ist?
    Worauf muss ich möglicherwiese noch achten?

    Würde mich freuen, wenn einer meine Unwissenheit bereinigen könnte.

    Guten Appetit an alle!

    Stefanie
     
  2. wolke

    wolke Neues Mitglied

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    also

    bei scheren schmerzuständen nehme ich auch tilitdin tropfen aber nicht in der empfohlenen dosis sondern eher geringer anzusetzten. Man sollte nur soviel nehmen das es einem ein wenig besser geht.
    Die wirkstoffgruppe der opiate birgt schon ein gewissen risiko das man aber einschätzen kann wenn man es nicht übertreibt. Ein abhängigkeitspotential ist immer gegeben wenn man medikamente einnimmt aus angst es könnten beschwerden auftreten, nicht wenn man tatsächlich welche hat. Medikamente werden wenn man sich wirklich braucht wenn also alle systeme auf alarm sind vom körper verbraucht. Nimmt man sie aber ein weil man denkt es könne was passieren ist ein potential gegeben weil man es eigentlich nicht braucht. Die einahme solcher präperate hat sehr viel mit selbstdisziplin zu tun, denn man sollte sich und seine schmerzempfinden sehr gut kennen.
    Ich denke das 10 bis 13 tropfen ausreichend sind um zu versuchen dann kann man wenn es nicht reicht immer in kleinen schritten erhöhen oder reduzieren. Ich nehme sie immer so das ich die schmerzen besser ertragen kann, nicht das sie ganz verschwinden. Diese medikamentengruppe hat eine starke kreislaufniederschlagende wirkung so das man da ein bißchen vorsichtig seine sollte.
    Ich kann von mir sagen das ich es in tablettenret. form versucht habe und mußte davon 2 tage nur brechen, konnte nur liegen, nichts essen und habe gedacht ich müßte sterben. Seit ich es mit tropfen in low dosierung versucht habe ist es um einiges besser aber leichtes schwindelgefühl und starke müdigkeit ist nach wie vor vorhanden. Wenn du dich garnicht traust laß es aber einen versuch in kleiner dosierung ist durchaus ok. Oder versuch es in 5er schritten.
    liebe grüße
     
  3. cpeter

    cpeter Guest

    Hallo Steff,

    es ist genau umgekehrt, wie von Wolke beschrieben. Opiate sollten bei schweren Dauerschmerzen in retardierter Form (also keine Tropfen, sondern lang wirksame Tabletten oder Pflaster) nach der Uhr eingenommen werden. Die nächste Dosis muss dabei vor dem erneuten/verstärkten Auftreten von Schmerzen genommen werden. Der Zeitplan muss genau eingehalten werden. Das Abhhängigkeitspotential ist dann gering. Tropfen oder nicht retardierte Tabletten sollte man nur bei kurzfristigen Schmerzspitzen zusätzlich nehmen. Ziel sollte es aber sein, den Patienten so einzustellen, dass dies nur selten notwendig ist.

    Allgemein sind Opiate gut verträglich und schädigen den Körper auch bei Dauereinnahme nur sehr wenig (im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln, die die Nieren und die Leber ruinieren bei dauernder Einnahme hoher Dosen). Die wichtigsten Nebenwirkungen sind Verstopfung und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Auch Probleme mit dem Kreislauf können auftreten. Der Verstopfung muss vorgebeugt werden. Viele Nebenwirkungen bessern sich nach einigen Wochen und lassen sich auch durch eine einschleichende Dosierung abmildern.

    Häufig angewendet werden: Tramal, Tilidin, Fentanyl (z.B. Duragesic), Temgesic sowie retardiertes Morphium. Tramal ist häufig nicht ausreichend wirksam bei starken Schmerzen. Tramal und Tilidin gibt es auf normalen Rezepten, die anderen nur auf BTM Rezepte.

    Mir hilft sehr gut bei meinen Schmerzen: Amitriptylin, ein Antidepressiva. Ich nehme 35mg Abends (25mg retardiert + 10mg nicht-retardiert). Das lässt sich auch gut mit Tramal kombinieren.

    Ich würde mir nicht zu grosse Sorgen machen, allerdings auf retardierten Tabletten bestehen und gut auf die Verdauung achten, um einen Darmverschluß zu vermeiden.

    Gute Besserung

    Peter
     
  4. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo!

    hast du die valoron tropfen oder tabletten? wenn tabletten kommt es ebenso auf die dosis an! in dem präparat ist ja nicht nur tilidin (das gibts so gar nicht), sondern immer in kombi mit naloxon, einem opiat- antagonisten.

    tilidin ist ein leichtes opiat. die who teilt schmerzmittel ja in 3 gruppen ein: 1) nsar 2) leichte opiate, wobei tilidin da rein gehört, 3) starke opiate wie morphin zb.
    stimmt auch, dass man opiate nicht unbedingt mit anderen zentral wirksamen medikamenten kombinieren sollte! wobei man da auch unterscheiden muss- nicht für jedes medikament gilt das- sollte dein verschreibender arzt aber bedacht haben! wenn man medis mit zentraler wirksamkeit (auch zum beispiel alkohol und ein opiat) kombiniert, kann es zu verstärkten nebenwirkungen kommen. welche andere medikamente nimmst du denn?
    kreislaufzusammenbrüche sind wirklich sehr selten, können aber dennoch auftreten. wie sieht denn dein blutdruck aus? neigst du zu hypotonie? hattest du auch mal andere opiate eingenomen, oder ist das nun das erste mal? wenn ja, zb auch codein (nimmt man gegen husten) oder tramal. wenn du sie da gut vertragen hast, dann würd ich mir nun nicht so viele sorgen machen.
    eine möglichkeit wäre vielleicht wirklich weniger zu versuchen. ich glaube 20tropfen sind 50mg- oder? hab das nicht so genau im kopf. aber das ist nicht so sonderlich viel- es sind ca 50-70mg tramadol. und bei der dosierung passiert meist nicht viel. aber probieren kannst du es ja mal mit weniger tropfen, und dann soweit steigern bis zu eine gute schmerzlinderung erreich hast! mehr als 40tropfen sollte man nicht aufeinmal nehmen. wenn du tabletten hast, ist das ganze eigentlich einfacher- denn da kommt es nicht zur vollen wirkstoffanflutung- sondern er wird langsam abgegeben = retardierte form. da kommen dann weniger kreislaufprobleme vor.

    opiate machen generell abhängig. aber nicht psychisch sondern physisch. sprich der körper gewöhnt sich mit der zeit an den wirkstoff (wenn die einnahme regelmäßig über wochen erfolgt)- beim schnellem absetzen kommt es dann zu entzugserscheinungen. deshalb schleicht man opiate immer langsam aus. also wenn du zb morgens und abends je eine tablette genommen hast, dann halbierst man mal die morgendliche dosis, und schaut dass alle stabil bleibt. und dann das gleiche am abend und so weiter.... aber wie das genau zu machen ist, entscheidet der arzt.
    wie lange sollst du denn valoron nehmen? wenn es als langfristiges schmerzmedikament eingesetzt werden soll, nimmst du es ja regelmäßig (was auch viel besser ist, da der körper so keine toleranz entwickelt > einnahme nach fixen uhrzeiten ist auch wichtig um keinen schwankenden wirkstoffpegel zu haben)- dann ist das absetzen und so kein thema. und einige nebenwirkungen (die typischen opiat nebenwirkungen treten oft nur zu beginn auf: zb verstärkte müdigkeit, übelkeit, schwindelgefühl,...) treten nur am beginn der therpie auf, und verschwinden dann!!!! wenn du nur ab und an valoron nimmst, aber dann sicher in tropfenform- denn da wirkt es schneller, dann ist auch nicht mit abhängigkeiten zu rechen, da du es ja nur ab und an nimmst. wobei bei chronsichen schmerzen eine langfristige gabe sinnvoller ist. aber das entscheidet dein arzt!!!! was sagte er denn?
    auf was man achten sollte.... naja, eigentlich auf das oben genannte- wobei es da noch ziehmliche unterschiede bei langfristiger und kurzfristiger applikation, bzw bei tropfen oder tabletten, gibt.

    wolke,
    ganz so finde ich stimmt das nicht- opiate machen mit der zeit körperlich abhängig. was aber auch kein großartiges problem in der schmerztherapie ist, da man die dosis einfach langsam und schrittweise reduzieren muss > dann ist auch nicht mit entzugserscheinungen zu rechnen.

    das ist schon ziehmlich von den schmerzen abhängig!!! in einem postoperativen zustand, würde das wohl garnichts bewirken.
    und bei einer schmerztherapie sollte man doch, wenn möglich, mehr erreichen als nur eine kleine erleichterung. und 10 tropfen sind ja wirklich nicht viel- das sind umgerechnet ca 30mg tramal (das kennen die meisten denke ich).
    wenn man wenige, bzw erträgliche nebenwirkungen hat, dann kann man da schon mehr nehmen ! obwohl da ein arzt, am besten ein schmerztherapeut, das auge drauf haben sollte!!!!

    das ist leider manchmal so. aber die meisten nebenwirkungen geben sich meist nach der zeit. opiate stimulieren das brechzentrum im gehirn > deshalb war dir auch so schlecht. aber der körper toleriert das mit der zeit, und der brechreiz verschwindet. oftmals nimmt man daher zu beginn einer solchen therapie auch medikamente gegen übelkeit.
    kreislaufprobleme sind sicher ernster- aber auch diese verschwinden oft. ebenso starke müdigkeit, lässt meist nach. ein leichtes schläfrigkeitsgefühl bleibt oft.
    generll sind opiate sehr gut wirksame medikamente, mit wenigen nebenwirkungen! langfristig sicher besser als nsar- wobei es natürlich auf den schmerzcharakter und die dosierung etc ankommt.
    aber oftmals ist es wirklich so, dass der beginn hart ist, aber sich dann ein guter erfolg einstellt!
    außerdem gäbe es auch noch andere leichte opiate- die vielleicht bei dir auch besser verträglich wären.

    lg petra
     
  5. Steff

    Steff Neues Mitglied

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    Vielen Dank!

    Also! Erst einmal vielen, lieben Dank für eure langen und ausführlichen Antworten!

    Finde ich echt nett!



    - Also ich nehme das Tilidin als Tropfen und auch nur bei Bedarf.



    - Tramal hatte ich bereits vor Jahren einmal und da hatte ich den ganzen Tag das Gefühl, als wäre ich gegen eine Wand gerannt. Einfach furchtbar!



    - Ich war nun am Wochenende zu Hause bei meinen Eltern und da hab ich’s nicht mehr ausgehalten: Sprich: Hab mal 25 Tropfen genommen, aber nicht viel gemerkt. Vielleicht nehm ich ja das nächste mal 5 mehr, mal sehen.



    - etwas ähnliches wie Amitriptylin nehme ich auch, nämlich Remergil 45



    - Zitat: „in dem präparat ist ja nicht nur tilidin (das gibts so gar nicht), sondern immer in kombi mit naloxon, einem opiat- antagonisten“ Das hab ich irgendwie nicht so recht verstanden? Was ist den ein antagonist?



    - zwecks dem Brechreiz: MCP- Tropfen sind da doch ideal oder? Könnte ich die da nicht dazu einnehmen? Mich graut es halt immer, wenn ich mehreres zusammen einnehme, weil ich denke, dass das ja nicht gut gehen kann!

    Und da ich im vergangenen Jahr 2 mal wegen den dummen medis nicht mehr ansprechbar war und via notarzt in die klinik musste, bin ich da halt etwas vorsichtig geworden.

    Ich hoffe ihr versteht das.



    -[font=&quot] [/font]um es noch einmal festzuhalten, ob ich das jetzt auch wirklich alles richtig verstanden habe: Ich darf die Tropfen unregelmäßig nehmen und werde, wenn ich sie nur bei starken Schmerzen nehme, nicht abhängig.

    -[font=&quot] [/font]Mit dem Remergil zusammen wirken die Tropfen noch besser.

    -[font=&quot] [/font]Ich suche mir am besten mal einen Schmerztherapeuten, der das ganze in die Hand nimmt.

    -[font=&quot] [/font]Ich nehme es tunlichst nicht vor dem Autofahren.



    - Und was ist eurer Meinung nach nun besser: Tropfen oder Tabletten? Bzw. was nehmt ihr?



    Und eine Frage hätte ich dann doch noch:

    - Gibt es das ganze auch als beschriebenes Pflaster? Oder ist das dann wieder ein anderer Wirkstoff? Mein Magen ist nämlich nicht der Beste müsst ihr wissen und wenn ich das später mal ständig einnehmen soll, geht’s dem schon arg an den Kragen.



    Also das wär’s erst einmal!

    Vielen Dank noch einmal und vielleicht könnt ihr mir bei der neuen Frage ja auch helfen . . .



    Eure Stefanie!
     
  6. xxxcopxxx

    xxxcopxxx Neues Mitglied

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    Hallo Steff,
    ich mach es genauso wie Wolke, und komme gut damit klar.
    Also...
    - in Tropfenform
    - nach Bedarf
    - und nur soviele wie nötig
    Gruß Cop
     
  7. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo stefanie!

    achso war das.... dann kann ich deine ängste und fragen verstehen- ich mein, ich versteh sie auch so- aber so ist es nun wirklich klar!!! es wäre schon möglich, dass du generell so auf opiate reagierst. aber nun, wo du das valoron gut vertragen hast (also nicht so das gegen die wand-rennen- gefühl hattest) wohl eher auf tramal beschränkt war.

    also, im valoron sind immer 2 wirstoffe enthalten. das eine ist tilidin, das ist ein opiat- agonist. d.h. auf einfach, dass der wirstoff an rezeptoren im körper bindet und so dann die wirkung entfaltet. im falle eines opiates wird die reizweiterleitung an den synapsen (das ist dort wo der reiz (=das aktionspotential) vom ende einer nervenzelle an eine andere, oder an einen muskel) gehemmt. aber opiate bewirken noch eines mehr, nämlich auch die nebenwirkungen, im körper- das geht alles über das nervensystem. dann ist da eben noch naloxon- ein opiat antagonist. dieser wirkstoff hebt die bindung von opiaten an ihren rezeptoren auf. beim valoron ist das so, um missbrauch vorzubeugen, da es eine sehr schnelle und starke wirstoffanflutung hat. d.h. in hohen dosen könnte man es auch missbräuchlich verwenden um high zu werden. deshalb diese spezielle verarbeitung. ganz generell ist ist sehr wichtig, dass es solche antagonisten gibt- denn im falle einer überdosierung und deren nebenwirkungen (zb atemlähmung) muss man schnell was machen können. aber das so nur in aller kürze- da es so eigentlich nicht so wichtig ist. hoffe ich habs halbwegs verständlich erklärt!?

    ja, mcp tropfen sind gut! die nehm ich auch immer (wenn ich sie brauche). wenn sie dir bei der opiat übelkeit nicht so helfen, sprich das mit deinem arzt ab- es gibt auch noch andere präparate!

    was hattest du denn da genommen, dass es nicht mehr ansprach?

    ja so ist es! aber wenn du dauern stake und nicht so gut erträgliche schmerzen hast, dann sollte man über eine "andere therapie" nachdenken. denn wenn man opiate in retardierter form nimmt, wird man auch "nicht" abhängig, nur körperlich, wobei das nicht das problem ist, weil man das medi ja langsam ausschleichen kann. also, wenn du glaubst, dass es so nicht mehr geht- dann spricht mit deinem arzt drüber, der die therapie dann umstellt! tropfen sollte man nicht für die dauertherapie bei chronischen schmerzen einsetzen. aber so wie du das so handhabst, ist das ok.
    remergil ist denke ich ok- aber dein doc weiß das auch sicher besser.

    das wäre ganz gut. vor allem bei einer länger andauernden schmerztherapie. der kennt sich da einfach besser aus!

    wenn du in der wahrnehmung eingeschränkt bist, ist das auch besser so! wobei man so mit eingestellten schmerzmedikamenten schon autofahren darf! aber ob man nun verkehrstauglich ist oder nicht, muss man selbst entscheiden!

    das kann man so allgemein nicht sagen. wenn man nur ab und an mal starke schmerzen hat, dann ists ok wenn man ab und an mal ein schnellwirksames opiat nimmt. hat man andauernd starke schmerzen, dann ist das sinnlos! denn es wirkt eher kurz, und die schmerzen kommen bald wieder zurück- dann sind tabletten besser- denn sie wirken auch länger.

    es gibt auch pflaster- aber mit anderen wirstoffen. valoron ist ein leichtes opiat- und die pflaster gibts nur in starker ausführung- d.h. sie sind auf der who stufe III. der vorteil ist sicher, dass man nicht immer an die einnahme denken muss. aber es gibt auch nachteile, zb probleme mit der haut.
    der magen wird bei opiaten nicht geschädigt- generell ist es nicht so schädlich für innere organe wie nsar. die übelkeit die oft entsteht, kommt ja vom gehirn!

    lg petra
     
  8. devlin

    devlin Neues Mitglied

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    vorsicht beim autofahren !

    ich würde es ganz sein lassen.

    bei verdacht auf konsum können opiate sehr lange (auch haaruntersuchung)
    nachgewiesen werden.

    und was "optimal eingestellt" betrifft: ein gewohnheitstrinker z.b. merkt auch nichts, wenn er ständig 0,5 promille hat.

    kommt so etwas durch einen dummen zufall oder unfall ans tageslicht, zahlt keine versicherung unfallschäden - der führerschein ist hier meist 2 jahre weg,
    da vor neuerteilung der fahrerlaubnis auch noch eine mindestens 10-12 monatige abstinenz nachgewiesen werden muss.

    mir ist der fall einer bandscheibenpatientin bekannt, die bei einer routinekontrolle herausgefischt worden ist (nahm morphiumpflaster)

    ergebnis: 12 monate führerscheinsperre, 30 tagessätze geldstrafe, und MPU-
    untersuchung
     
  9. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo devlin!
    den fall den du beschreibst, der klingt ja echt schrecklich.
    aber im allgemeinen kann man das nicht so sagen. denn es ist beschlossen worden (kann nun nur von österreich sprechen, aber ich denke, dass es in deutschland auch nicht anders sein wird), dass patienten die auf ein opiat eingestellt sind autofahren dürfen!!! mit der begrüdnung, dass man mit starken schmerzen noch weniger reaktionsfähig ist, als mit. man darf auch autofahren, wenn man das medikament nur bedarfsweise nimmt. die schmerztherapie muss aber nachgewiesen sein- im im fall der fälle muss auch ein arzt das bezeugen können, dass es sich um eine schmerzmedikation handelt! dann ist das rechtlich ok! so ist zumindest die theorie.... die mir u.a. auch ein anerkannter schmerzarzt erklärt hat.

    die aussage find ich schon ein bissl "hart". denn man kann ja wohl nicht eine sucht mit einer schmerztherapie vergleichen. denn opiat- süchtige, die also ab und an, oder auch mal öfters, irgendwas, also heroin, morphin,... egal was nehmen, dürfen ja auch nicht autofahren- aber aus einem anderen grund. da hier ja die dosen, und intervalle ganz verschieden sind, und so die wirstoffanflutungen "irgendwann" sind- und deshalb kommts zu "höhen und tiefen"... deshalb nicht autofahren! aber ich glaube, dass wenn süchtige sich unter einer opiat- substitutionstherapie befinden, dass sie dann auch fahren dürfen! bei der therapie handelt es sich um eine geziehlte abgabe (von der kk bezahlt) von retardierten opiaten, sie dann langsam runterreduziert werden, bis man von der substanz weg ist.

    lg petra
     
  10. devlin

    devlin Neues Mitglied

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    ich glaub das nicht so recht, mir wurde mal, als ich nachts angehalten wurde, von einem polizisten gesagt, wenn ich müde bin, dürfe ich nicht fahren. und nur aus diesem grunde sollte ich meinen wagen zuerst stehen lassen. ich war allerdings nach einem langen stressigen tag auch total übermüdet, konnte man wohl sehen.

    opiate sind in erster linie betäubungsmittel.

    die frau, von der ich weiter oben geschrieben habe, hat allerdings bereits eine abhängigkeit von den morphinpflastern entwickelt und steht manchmal etwas neben sich ..... hat aber auch starke schmerzen.

    ich selbst habe schon mal aufs autofahren verzichtet, weil ich angst hatte, dass ich mit meinen entzündeten schultergelenken das lenkrad im falle eines falles nicht schnell genug bewegen könnte.

    man sollte sich vielleicht mal etwas schlau machen ;)

    normal ists aber so, dass im strassenverkehr diesen substanzen mit null toleranz begegnet wird. kommt es doch einmal zu einem unfall und der fahrer hat opiate intus, dürfte das jede menge stress geben.
     
  11. devlin

    devlin Neues Mitglied

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    also:

    http://www.aponet.de/nachrichten/2005_01_31/2005_01_31_01.html

    hier kann man eindeutig lesen, was medikamente im strassenverkehr bewirken und was für folgen entstehen können.

    überdies habe ich einen freund gefragt (polizist), diese lernen bereits bei der
    ausbildung, auf medikamente zu achten. für eine blutentnahme reicht hier
    u.u. bereits eine packung analgetika im auto aus, von der man weiss, dass sie das reaktionsvermögen herabsetzt.

    nichts mit angepasster einnahme: opiate dürfen im strassenverkehr nicht eingenommen werden, dies gilt auch für einige andere medikamente wie z.b. antidepressiva.

    hier noch schulungsunterlagen der polizei, ich verweise da mal besonders auf seite 92, acrobat reader zum lesen erforderlich:

    http://www.wendland-antik.de/tmp/drogenimstrassenverkehr.pdf
     
  12. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo devlin!
    super, dass du die infos eingeholt hast!
    aber ich kann von meiner sicht echt nur sagen, und ich hab mit einigen ärzten bereits drüber gesprochen und u.a. wurde das bei einer turnusärztefortbildung so gebracht, dass man IN ÖSTERREICH auch mit angepasster schmerztherapie autofahren darf! ok, es ist schon so, dass der fahrer selbst entscheiden muss, ob er nun fahrtüchtig ist oder nicht. und nicht nur medikamente, sondern auch wie du sagst müdigkeit oder bestimmte krankheiten können die fahrtüchtigkeit massiv beeinträchtigen.
    aber "nur" wegen einer opiateinnahme darf man schon autofahren. und ich selbst machs eigentlich auch- ich nehme tramal, fühl mich aber auch nicht irgendwie beeinträchtig, auch nicht in der konzentration oder so, und fahre auch mit dem auto. gut, wenn ich mich nicht danach fühle, wobei das weniger mit tramal zu tun hat, als mit z.b. schmerzen, dann lass ich das auto auch stehen. aber bei nur einer schmerztherapie seh ich echt keinen grund.
    lg petra
     
  13. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Tilidin ...

    Hallo Ihr Lieben,

    um einigen potentiellen Mißverständnissen vorzubeugen, hier ein paar Details zu Tilidin und Co.:

    - Tilidin ist kein Opiat, sondern ein Opioid (der Unterschied ist primär, daß Opiate natürlichen Ursprungs sind und Opioide künstlich hergestellt sind). Für Tramadol gilt dieses auch.

    - Tramadol und Tilidin sind sog. "schwach-wirksame Opioid-Analgetika. Hierfür bedarf es m.W. auch keines BTM-Rezeptes (anders als in der Arbeitshilfe der bast genannt - diese datiert allerdings auch von 1997).

    - Der Hinweis auf die ggf. eingeschänkte Fahrtüchtigkeit hat vor allem für eine Seite Vorteile - die Versicherung (Manchmal denke ich, den Hinweis fehlt nur noch bei Kohletabletten). Sinnvoll ist hier in jedem Falle ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt - und dieses bitte aktenkundig. Denjenigen, die nur mit dem Auto zur Arbeit kommen, ist nicht wirklich geholfen, wenn die Schmerzen weg sind und sie wieder arbeiten könnten, es aber genau deswegen nicht dürften.

    Entscheidend für ein Fahrverbot, MPU etc. ist vor allem:

    a) eine objektive Fahruntüchtigkeit. Für Alkohol und einige Drogen ist sie definiert, aber sicher nicht für alle Eventualitäten. Ich denke, gerade im Bereich der Schmerzmittel gibt es keine allgemeingültige Grenze, sondern letztendlich ist es Aufgabe des Arztes, dieses zu beurteilen.
    b) Die MPU ist sicher nicht das Mittel der Wahl wenn es um die ärztlich verordnete Einnahme von Schmerzmitteln geht, diese richtet sich primät gegen den Mißbrauch oder die Abhängigkeit von berauschenden Substanzen.
    c) Der TÜV Rheinland hat zu diesem Punkt recht gute Informationen zusammengefaßt, siehe:

    http://www.de.tuv.com/de/produkte_und_leistungen/mobilitaet_und_verkehr/fuehrerschein_und_verkehrspsychologie/verkehrspsychologie_und_verkehrsmedizin/drogen_und_medikamente_am_steuer.php

    Vom Prinzip her ist es schon so: als Autofahrer kann man machen, was man will, es ist falsch. Fahre ich mit Schmerzen, die meine Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, kann ich genauso Probleme bekommen, wie ich sie mit Schmerzmitteln bekommen kann.

    Aus eigener Erfahrung heraus kann ich für mich nur feststellen, daß ich z.B. mit 3X40 Tropfen Tramal täglich nicht mehr ins Auto steigen brauche (da finde ich das Zündschloß nichtmehr), mit Ibu (Dosis jenseits von Gut und Böse)hingegen hatte ich keine Probleme. Andere sehen bei 400 mg Ibu schon rosa Wolken ... es sind halt individuelle Faktoren, die die Wirkung ausmachen.

    Ein möglicher Ansatz (vor allem, falls es wirklich darum gehen sollte, einen verantwortungsbewußten Umgang mit den Schmerzmitteln nachzuweisen) könnte sein, die Schmerzmittel, so es denn geht, morgens nach der Fahrt ins Büro und nachmittags nach der Heimfahrt zu nehmen, so daß zwischen Einnahme und Fahrt ein maximaler Zeitraum liegt - vorausgesetzt, es geht von den Schmerzen her.

    Meine - ganz persönliche und nur für mich maßgebliche - Meinung: Es gilt einen gesunden Mittelweg zu finden, denn es ist nicht wirklich geholfen, wenn sowohl Schmerzen als auch Schmerzmittel zur "Bewegungsunfähigkeit" führen. Und wer einen Führerschein hat, der sollte zumindest so alt sein, daß er mit seinem Arzt offen über dieses Problem sprechen kann.

    In diesem Sinne alles Liebe und Gute

    Robert
     
  14. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Rechtliches zum Thema Schmerzmedikamente

    Hallo Ihr Lieben,

    hier nur ganz kurz der §24a StVG i.d.F.v. 01.02.2005:

    § 24a 0,5 Promille-Grenze

    [​IMG] (1) Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.

    [​IMG] (2) Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.

    [​IMG] (3) Ordnungswidrig handelt auch, wer die Tat fahrlässig begeht.

    [​IMG] (4) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu eintausendfünfhundert Euro geahndet werden.

    [​IMG] (5) Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und dem Bundesministerium der Justiz mit Zustimmung des Bundesrates die Liste der berauschenden Mittel und Substanzen in der Anlage zu dieser Vorschrift zu ändern oder zu ergänzen, wenn dies nach wissenschaftlicher Erkenntnis im Hinblick auf die Sicherheit des Straßenverkehrs erforderlich ist.

    Quelle: http://www.verkehrsportal.de/stvg/stvg.php

    Damit ist die Frage nach dem Führerscheinverlust und der MPU hoffentlich beantwortet ... wichtig ist meines Erachtens aber, daß Ihr Euch selber fit fühlt UND Euer Arzt dem auch zustimmt ...

    In diesem Sinne alles Liebe und Gute

    Robert
     
  15. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    ich kenne mich mit opiaten/opioiden nicht aus, das vorweg.

    ich erinnere mich aber in irgendeiner tv sendung von einem
    arzt gehört zu haben, dass besagte medikamente, dann
    abhängig machen, wenn man zuwenig nimmt, bezogen auf
    die gefühlte schmerzskala.

    weiss jemand dazu mehr? es würde mich interessieren.

    dankeschön
    marie
     
  16. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Hallo Marie,

    ich kann Deine Frage nicht im Detail beantworten, aber ich will versuchen, es zu erklären:

    Wenn Du zu wenig Schmerzmittel nimmst, also nicht schmerzfrei bist, dann nimmt der Restschmerz an Intensität im Laufe der Zeit zu (er verselbständigt sich sozusagen). Und an diesem Punkt steigt dann Dein Bedarf an Schmerzmitteln, d.h. Du brauchst mehr, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

    Nimmst Du Schmerzmittel in einer Dosierung, daß Du schmerzfrei bist, dann ist da auch nichts, was an Intensität zunehmen kann ... also auch kein steigender Bedarf.

    Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist es so, daß man die Schmerzmittel nimmt, bevor der Schmerz kommt (im Gegensatz zur "Kopfschmerztablette", die Du nimmst, wenn Du Schmerzen schon hast), also nach der Uhr nud nicht nach dem Schmerzempfinden.

    Ist der Schmerz erst einmal unter Kontrolle, kann man im nächsten Schritt die niedrigste noch wirksame Dosis austesten, um dann auf diesem Niveau zu bleiben ...

    Hoffentlich hilft Dir das ein wenig weiter,

    alles Liebe und Gute

    Robert
     
  17. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    das hast du sogar sehr gut erklärt, lieber robert!:)

    dann sind die ausführungen des angesprochenen arztes
    auch verständlich, nämlich dass durch die einnahme von
    zuwenig opioid tatsächlich eine abhängigkeit entstehen kann.....
    siehe deine ausführungen!

    ich danke dir *knuddel*
    marie