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Offen mit Arbeitgeber umgehen oder mein Rheuma verschweigen?

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von RoteZora1012, 17. Januar 2014.

  1. RoteZora1012

    RoteZora1012 Mitglied

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    Meine Diganiose: chronische Polyarthritis / steht seit Nov. letzeten Jahres fest.

    Hallo Leute,

    ich möchte von euch mal gerne wissen, wie ihr euch eurem Arbeitgeber gegenüber verhalten habt?

    Habt ihr eure Diagnose offen gesagt, sie erst noch verschwiegen so lange es ging.....

    Ich habe seit Dez. 2013 eine neue Arbeitsstelle, mit 15 Std. die Woche. Ein toller Job der mir echt Spaß macht und den ich bisher körperlich sehr gut machen konnte. Meine Diganose steht ja erst seit Nov. letzten Jahres, da ich recht schnell, sehr hilfreich Medikanmentös behandelt wurde ( Cortison 20mg / langsam ausschleichen lassen und seit Dez. MTX 15mg/pWoche), ging es mir wirklich sehr gut. Deshalb habe ich es auch nicht beim Einstellungsgespräch angegeben. Seit anfang Januar nehme ich kein Cortison mehr was auch am Angfang ganz gut ging. Nun werden meine Finger und Füße langsam wieder dick, ich bin sehr schnell körperlich erschöpft und hinzu kommt, dass ich in die Kühlabteilung auf der Arbeit versetzt wurde. Dort ist es kalt und es ist schwerere körperliche Arbeit als in den anderen Abteilungen.

    Da ich drei Monate Probezeit (ende Febr. ist diese Abgelaufen) habe, weiss ich nicht so recht was ich tun soll, meinem Arbeitgeber sagen, dass ich Rheuma habe und ob man mich aus diesem Grund in eine andere Abteilung versetzen kann. Denn über kurz oder lang habe ich angst, dann wieder krank machen zu müssen. Ausserdem habe ich jetzt schon immer Stress, wenn ich Termine bei mienem Rheumatologen bekomme, weil ich dann einen ganzen tag Frei benötige. Das wäre sicher einfacher, wenn mein AG wüsste warum ich frei brauche. ( in dem Job habe ich noch nicht krank machen müssen, aber beim AG vorher war ich weit über 6 Wochen krank, bis Diagnose und Medikamente Linderung schafften)

    Ich habe nächste Woche einen Termin beim Rheumaltologen, da werde ich sicher auch noch mal die Medikation besprechen können, vielleicht geht es dann auch schon wieder etwas besser....

    Es würde mich freuen von euch zu hören, wie Ihr das mit eurem AG geregelt habt.
     
  2. muc_micha

    muc_micha Mitglied

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    Hallo RoteZora,

    ich bin seit 2004 unbefristet angestellt; meine Diagnose Rheumatoide Arthritis bekam ich im Juni 2008. Bis ich diese Diagnose bekam, tappte ich im Dunkeln weil ich nicht wusste was ich habe. Das heißt ich bin öfter in der Arbeit krankheitsmäßig ausgefallen, immer wieder tageweise. Das war mir auch sehr unangenehm meinem Chef und vor allem meinen Kollegen gegenüber. Daher habe ich es sofort meinem Arbeitgeber mitgeteilt, dass ich nun die Diagnose Rheuma habe. So ist es viel einfacher, als wenn ich es ständig verschweigen müsste. Das würde auch nicht lange funktionieren. Allein schon wegen den regelmäßigen Kontrollterminen beim Rheumatologen, die ja meist einige Stunden in Anspruch nehmen mit Fahrzeit etc. Mein Arbeitgeber und auch meine Kollegen akzeptieren meine Krankheit und haben - gottseidank - viel Verständnis dafür, das ist beileibe nicht selbstverständlich. Also ich kann nur von mir sprechen - verheimlichen würde ich es nicht, allerdings in deinem Fall würde ich vielleicht die Probezeit abwarten, das ist ja nicht mehr so lange hin. Dann kann man dich auch nicht so leicht wieder kündigen.

    Aber wie gesagt - das ist nur meine Einstellung und meine Erfahrung mit meinem Chef, wie die Leute bei dir in der Arbeit damit umgehen kann man natürlich nicht vorhersehen. Aber das mit dem Verheimlichen und dann doch öfter ausfallen und sich andere Gründe einfallen lassen müssen, das ist auf die Dauer ganz schön anstrengend und bestimmt nicht förderlich für deine Gesundheit!

    Sei lieb gegrüßt
    von Micha :winke:
     
  3. Ollehex

    Ollehex Registrierter Benutzer

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    Hallo RoteZora,

    das ist wirklich eine verzwickte Situation!

    Meiner Ansicht nach, wäre es evtl. besser gewesen, die Erkrankung bereits im Dezember anzusprechen, damit der Arbeitgeber sich nach der Probezeit nicht hintergangen fühlt.

    Wie ist denn so dein Eindruck vom Chef - meinst du, du könntest in einem Gespräch über Erkrankung und deine Befürchtungen mit ihm sprechen? Das wäre vielleicht auch günstig, um zu klären, ob du weiter in der Kühlabteilung arbeiten müsstest.

    Ich drück dir die Daumen!

    LG,
    Ollehex
     
  4. RoteZora1012

    RoteZora1012 Mitglied

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    @ Ollehex und Micha

    Vielen Dank für eure Antworten.....

    Ich bin mir nicht wirklich sicher, was ich machen soll. Ich denke das mit dem Zeitpunkt, dass die Diagnose steht, kann man ja noch ein wenig nach hinten schieben....so dass ich dabei auskomme, dass ich es jetzt erst sicher weiß.

    Bis zum Ende der Probezeit werde ich sicher noch warten und hoffe dass ich mich bis dahin mit Cortison über Wasser halten kann. Nur auf Dauer ist dies natürlich keine Lösung. Am Do. nächste Woche hab ich einen Termin bei meinem Rheumatologen, vielleicht kann er mir ja helfen....vielleicht auch mit der Medikation und dann werde ich natürlcih nachhaken, ob die Arbeit (kälte und Körperliche Anstregnung) sehr von Nachteil sind.

    Grundsätzlich, bin ich immer für ein faires miteinander, was auch beinhaltet, dass ich ehrlich bin was meine Gesundheit angeht. Aber heut zu Tage zählt dass ja leider nicht bei jedem AG. Ich will nicht unnötig krank machen müssen, dafür wäre es ja sicher von Vorteil, wenn der AG bescheid weiß und sich auch darauf einstellen kann.

    Ich werde auf jeden Fall mal erzählen, wie ich mich entschieden habe und was mein AG dazu gesagt hat.
     
  5. Isi65

    Isi65 Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe siet 2005 RA und habe seit 2002 in einer Arztpraxis gearbeitet...ich bekam immer mehr Schmerzen,konnte kaum noch laufen und meine Hände konnte ich kaum noch gebrauchen. Mein damaliger Chef hat dann selbst vermutet was es ist und mich zum Arzt geschickt. Die Diagnose stand fest und ich hab es ihm auch gesagt- kein Problem. 2012 habe ich dann einen neuen Job begonnen und auch zum ersten Gespräch nichts gesagt, aber konnte das dann einfach nicht, fand es nicht fair. Hab es dann meiner Chefin gesagt und es war in Ordnung. Meine Kollegen wissen auch Bescheid und ich muss mich nicht verstellen.

    Ich würde es immer wieder so machen. Wenn es ein angenehmer Chef/angenehme Chefin ist werden sie es auch verstehen, denn es kann ja niemand etwas dafür und es heißt ja auch nicht, dass man deshalb ständig ausfallen muss.

    Viele Grüße Isi
     
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Ich hab es meiner damaligen Chefin und auch meiner jetzigen Chefin sofort gesagt. Die hatten schon Verständnis, und ich hatte nie Probleme damit. Muss aber auch dazu sagen, dass ich wegen des Rheumas selber nie krank gemeldet war, nur einmal war ich auf Reha.
     
  7. RoteZora1012

    RoteZora1012 Mitglied

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    @ Nachtigall

    Hi Nachtigall,

    Du hast ja Recht, ich bin eigentlich auch dafür offen zu sein. Ich habe vor meinen Kindern jeweils 4 Jahre, 2 jahre und 11 Jahre in Unternehmen gearbeitet, da hätte sich diese Frage für mich gar nicht gestellt. Nach der Elternzeit begann ich eine Umschulung wegen einer Berufsallergie und seit ca. 2 Jahren hab ich mal hier einen 450 € Job und mal da.... Mehr war hier nicht zu kriegen. Jetzt habe ich endlich einen Job, den ich ungern verleiren möchte. Der Job den ich vorher machte war auch nur eine Saisonarbeit ( Bandarbeit) und das konnte ich zu Beginn der RA nicht mehr ausüben.
    Zum Glück, habend die Medikamente super angeschlagen, so dass der Wechsel in die neue Arbeit ohne AU ging. Nur bin ich ja auch erst seit 1.12. dort, aber bisher lief es echt super. Ich bin ja noch bis ende Feb. in der Probezeit, dass ist es schon blöd.

    Seit heute nehme ich wieder Cortison und hoffe, das es mir dann schnell besser geht. Aber es schlaucht mich z.Z. ganz schön, auf der Arbeit so parat zu sein (und das bei nur 3 Std. tägl.), so dass ich dann zu Hause echt passen muss und auf meine Familie baue. Solche Existenzängste tragen sicher nicht zum Wohlbefinden bei....

    Eigentlich bin ich selten pessimistisch, aber wenn es mir so schlecht geht.....muss ich immer wieder aufpassen nicht in so ein blödes Loch zu fallen, es ist dann schon ab und an schwer sich nicht selber unter Druck zu setzten, das doch schaffen zu müssen...Aber ich denke das kennen hier sicher Einige von euch.
     
  8. kleine sonne

    kleine sonne Mitglied

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    Ich habe es damals meinen Chef gesagt und es gab eine positive Reaktion weil er mich als Mitarbeiterin behalten wollte und für das Rheuma kann niemand was außerdem zeugt es von vertrauen ich hoffe es konnte dir helfen
     
  9. RoteZora1012

    RoteZora1012 Mitglied

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    @kleine sonne

    Hallo kleine sonne,

    natürlich ist jede Antwort hilfreich. Vielen Dank übrigens an alle die geantwortet haben.
    Es ist toll zu lesen, dass es doch einen recht viele AG gibt die recht verständnisvoll sind.

    An meinen bisherigen Arbeitsstellen, wäre das auch alles kein Problem gewesen. Das waren immer kleine Unternehmen und alle sehr familiär.
    Hier ist es nun etwas blöd, weil ich gerade angefangen bin und es herrscht hier eine ganz feste Hirachie und da sind nicht alle so sehr verständnisvoll.

    Ich habe mich entschlossen noch meine Probezeit ab zu warten und dann es dann meinem Chef zu sagen. Da muss ich aber noch bis März warten....
     
  10. jilly

    jilly Mitglied

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    erkennen und handeln

    hallo an alle hier,


    einen kleinen Einblick wie's mir ergeht in dieser Sache.

    2013 im Sept. fand ich endlich nach einer Pause der Arbeitslosigkeit (cPseit2009) einen Job über Personalleasingfirma, im Servicebereich einer Klinik.
    60-80 Std. i.Mo.. , das bedeutete 4-5 Std. laufen, heben, tragen und Stress, es folgte Ruhe u.-Bewegungsschmerz zunehmend, Erschõpfung und Müdigkeit. Die Medikamente hatte ich abgesetzt, im Juni nach einer AHB. Nicht gut-meinte die Rheumärztin, verordnete wieder Medikamente.
    Besserung nach kurzer Zeit und gleichzeitig beendete ich den Arbeitsplatz mit Aussicht auf neue Stelle, mit mehr Stunden, auch im Servicebereich. Das ich Rheuma habe , erwähnte ich auch dort nicht, am Anfang. Aber jetzt, heute sehe ich meine Grenze, schmerzlich, es geht nix mehr.
    Das ich an Rheuma erkrankt sei und für einige Zeit ausfalle, teilte ich meinem AG mit , worauf er mit Amtsarzttermin i.n.Zt. antwortete. Klar, was jetzt folgt! Okay, akzeptieren!
    Ich war so happy arbeiten zu können, dass ich gar nicht bemerkte wie
    unachtsam ich mit mir umgegangen bin. Viel Arbeit-wenig Lohn.
    Wer im Sercive arbeitet, weiß wovon ich rede.
    Ausserdem ärgerlich für alle Beteiligten.
    Ich werde versuchen eine Umschulung über AA zu machen, die angemessen ist und auch Spaß macht.

    lg

    jilly
     
  11. RoteZora1012

    RoteZora1012 Mitglied

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    @ Jilly Umschulung

    Hallo Jilly,

    das ist ja nicht sooo gut gelaufen bei dir. Das tut mir echt leid.

    Du möchtest eine Umschulung machen?
    Warum eine Umschulung über das AA? Normalerweise ist die BGW (Berufsgenossenschaftswohlfahrtspflege) doch zuständig, weil du Berufsunfähig bist oder auch die Deutsche Rentenversicherung.....
    Da würde ich mich mal ganz genau schlau machen! Umschulungen bei der BG sind am besten, denn da ist die Bezahlung und die anschliessnde Hilfe am besten geregelt!

    Ich weiß das, weil ich eine Umschulung über die BG (2009-2011) bekommen habe, allerdings nicht wegen dem Rheuma. Aber egel welcher Träger Dir eine Umschulung ermöglicht, es ist leider keine Garantie für einen Arbeitsplatz nach der Umschulung....das musste ich leider selber erfahren. Allerdings war mein Übergangsgeld, die Fahrtkosten und Kostenübernahme für Hifsmittel alles in allem sehr unkompliziert gerelgelt, was man beim AA nicht unbedingt sagen konnte. Auch gab es immer mal wieder Betreungsangebote b.z.w. Versuche mir Hilfe zukommen zu lassen um Arbeit zu finden, seitens der BG.

    Wenn du also auf Grund Deines Rheumas Berufsunfähig bist (Voraussetzung ist dann natürlich, das Du eine anerkannte Ausbildung hast), würde ich bei deinem HA nachfragen, ob der dich beim Arbeitsmediziner melden kann, wo dein Zustand überprüft und Du ggf. an die BG weitergeleit wirst. Wenn die BG nicht zuständig ist, müsste dann in diesem Fall wohl die Deutsche Rentenversicherung zuständig sein. Ich rate dir dringend das zu klären, wenn du nicht weisst wie, frage deinen Doc.

    Bei Fragen kannst mir auch eine PN schicken.

    Ich drücke dir die Daumen, für deinen weiteren beruflichen Werdegang.
     
  12. Esuse

    Esuse Neues Mitglied

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    Mir wurde nach der Diagnose geraten, es dem Arbeitgeber nicht zu sagen.
    Ich habe es trotzdem getan, das ist jetzt drei Jahre her.
    Ich bin ja schon vor der Diagnose immer mal ausgefallen und auch jetzt falle ich aus, wegen Schüben. Probleme hatte ich deshalb bisher nicht.
     
  13. jilly

    jilly Mitglied

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    hallo Rote Zora,

    danke dir für deine Worte und Hinweise.

    Ich habe bereits letzte Woche meine Rheumatologin, Hausarzt und
    Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt informiert, dass eine berufliche Veränderung ansteht.
    BG und RV werde ich ebenfalls dazu befragen.
    Einer von denen ist zuständig --- denn es heißt ....Reha vor Rente!
    Dazu gehört immer wieder lernen, leben, Freude haben und mir etwas gönnen.

    Eine schöne Woche wünsche ich dir

    lieben Gruß

    jilly