Nun doch:Polymyalgie

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Quetzal, 18. Februar 2011.

  1. enya

    enya Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    14. August 2010
    Beiträge:
    412
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Nähe Hamburg
    Hallo an alle,

    ich habe zwar eine undiff. Kollagenose mit erhöhtem ANA-Titer, doch von den Schmerzen her ähnlich wie bei Quetzal, auch ständig Muskelschmerzen in den Beinen und Armen. Weiß jemand von euch, wo der Unterschied zwischen Kollagenose und Polymyalgia liegt, bzw. ob die Erkrankungen sicher differenziert werden kann? Denn mein Rheuma-Doc sagt immer, für meinen niedrigen ANA-Titer von 320 kann es mir eigentlich gar nicht so schlecht und schmerzhaft gehen. Und daher stellt sich mir die Frage, ob ich "nur" eine Kollagenose habe...

    Liebe Grüße
    Enrike
     
  2. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Die Polymyalgia ist eine Erkrankung der älteren Leute. So ab 60 aufwärts. Die Kollagenosen beginnen oft schon im jugendlichen Alter od. im Kindesalter. Positive ANA gibt es bei der Polymyalgia nicht. Mit 320 ANA kann die Erkrankung stärker sein als mit 100.000 ANA. Es stimmt nicht, dass die Schwere der Erkrankung od, die Stärke des Schubs was mit der Titerzahl zu tun hat. Da liegt der Arzt aber völlig falsch.
     
  3. enya

    enya Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    14. August 2010
    Beiträge:
    412
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Nähe Hamburg
    Danke Witty! :)

    Liebe Grüße
    Enrike
     
  4. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Hab mal kurz in deine anderen Beiträge reingeschaut. Wenn sich die Muskelbeschwerden hauptsächlich im Nacken, Schulterbereich, Oberarmen und evtl. Oberschenkel und Hüfte abspielen, könnte es sich um eine Begleitmyositis handeln. Kommt manchmal bei den Kollagenosen vor, ist aber dann meist nicht so ausgeprägt wie bei einer einzelnen Erkrankung wie z.B. die Polymyositis. Üb. die Polymyositis kannst du dich hier unter Rheuma von A-Z informieren. Die CK-Werte könnte man mal überprüfen, müssen aber bei den Begleitmyositiden nicht erhöht sein. Kommt auch oft bei den Mischkollagenosen vor. Evtl. sollte das dein Rheumadoc mitbedenken bei der Medikation.
     
  5. enya

    enya Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    14. August 2010
    Beiträge:
    412
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Nähe Hamburg
    Hallo Witty,
    nochmals danke für deine Hilfe!
    Vielleicht kennst du ja das Problem, dass man seinem Rheuma-Doc von Beschwerden erzählt, er schaut sich die Blutwerte an und handelt nur nach Lehrbuch. So ging es mir auch mit Schmerzen in der Hüfte, die mein Rheuma-Doc auf Weichteilrheuma schob. Nach einem halben Jahr ging ich mit den Schmerzen zum Orthopäden - und siehe da: es war eine Schleimbeutelentzündung, die mit einer Cortisonspritze nach drei Tagen weg ging. Und seitdem bin ich bei meinem Rheuma-Doc kritischer und habe Sorge, dass etwas übersehen wird...

    Liebe Grüße
    Enrike
     
  6. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Ich kenne diese Geschichten von früher als ich mit meiner Tochter auf Ärzteodysee war. Die Fibro kannte man zum Glück damals noch nicht. Aber ich glaube, dass es gar keine Lehrbücher gibt. Weder damals noch heute. Jeder Arzt hatte eine andere Meinung dazu. Diese Muskelprobs hatte sie unter anderem auch. Auch noch fliederfarbene Ausschläge, was zur verwandten DM paßt. Dazu noch 160.000 ANA. Da konnte dann keiner mehr sagen, dass alle Leute erhöhte ANA haben. Letzendlich fand sich eine Rheumatologin, die nach irgendeiner Lösung suchte und die Basistherapie so ansetzte, dass alle die vermutlich dahintersteckenden Erkrankungen abgedeckt waren. Eigentlich gar nicht so schwer, wenn man weiß, dass fast immer Cortison (hier war die richtige Menge wichtig) und MTX Standart ist od. damals jedenfalls war.
     
  7. Quetzal

    Quetzal liebt die Stille.......

    Registriert seit:
    8. September 2010
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Schweiz im Zürcher-Oberland
    Ich wollte mal kurz berichten,wie es mir geht.
    Am 2.3. durfte ich ja wieder anfangen mit 50 mg Spiricort pro Tag.Am 3.3.wurden die Schmerzen in den Oberarmen und im Schulterbereich besser,und im Laufe des Tages wurden meine Füsse und Hände wieder angenehm warm.Ich hatte mich offenbar schon länger daran gewöhnt,dass ich immer etwas "kalt"hatte.
    Füsse und Hände sind nun immer schön warm!!!!Beim ersten Cortisonstoss war das noch nicht der Fall.Meine Gesäss-und Oberschenkelmuskulatur tut noch ziemlich weh,aber es ist auch schon besser geworden.Am Schlimmsten schmerzt mich nun noch der Schleimbeutel über dem Hüftgelenk,aber das wird sicher auch noch besser.
    Ich wünsche Allen einen schmerzfreien Sonntag und grüsse aus der Schweiz Quetzal :)
     
  8. enya

    enya Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    14. August 2010
    Beiträge:
    412
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Nähe Hamburg
    Hallo Quetzal,

    ich hatte auch bis vor kurzem eine Schleimbeutelentzündung in der Hüfte. Ich bekam eine Spritze mit 40mg Cortison direkt in den Schleimbeutel, war sehr unangenehm, aber nach vier Tagen war die Entzündung komplett weg und ich war in der Hüfte schmerzfrei. Also dafür kann ich dir Hoffnung machen :))

    Lieben Gruß und Dir alles Gute
    Enrike
     
  9. Quetzal

    Quetzal liebt die Stille.......

    Registriert seit:
    8. September 2010
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Schweiz im Zürcher-Oberland
    :luxhello: Danke Enrike!!!!!
     
  10. Pitty78

    Pitty78 Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    7. März 2011
    Beiträge:
    34
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Niedersachsen
    Hallo
    bin erstmal total baff was ich hier lese...

    die Muskelkaterschmerzen in Arm und Becken... nichts im Blut zu sehen... alles wie bei mir...

    wenn es bekannt ist, dass so etwas auch mal ohne auffällige Blutwerte vorkommen kann, warum weiß das niemand ??
    Ich laufe seit Ende 2008 nun so rum, war bei zig Ärzten und erst jetzt kommt man auf den Trichter, dass es doch Rheuma sein könnte... (Dermatomyositis) steht im Raum, weil bei mir die Haut auch eine Rolle spielt. Weiß nicht wie das bei Polymyalgia rheumatica ist...:confused:

    Kortisonstosstherapie wurde mir bisher nie vorgeschlagen... das ist eventuell für mich nun ein Ansatz !
    Kann so etwas denn ein Hausarzt machen ??

    Nimmt man davon sehr viel zu ?

    LG
    Pitty
     
  11. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Hausärzte dürfen zwar auch Cortison verschreiben, sind aber keine Spezialisten. In der Regel sind die Dosen die Hausärzte verschreiben auch im niedrigen Bereich. Würde eine Besserung eintreten, dann sollte ein Facharzt od. eine Rheumaambulanz weitere Untersuchungen zur Diagnosestellung machen und eine langfristige Basistherapie starten.
     
  12. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Hab dir hier mal was zu Diagnosestellung der DM kopiert. Wichtig wäre auch eine Untersuchung bei einem Angiologen. Bei der DM verändern sich die Kapillaren, häufig an den Händen und man kann das oft ganz gut am Nagelfalz erkennen.

    Dermatomyositis - Diagnosestellung
    Die Labordiagnostik weist bei etwa 90% der Patienten einen erhöhten Wert der Creatinkinase (CK) im Blut auf. Dabei sind die Werte bei der Dermatomyositis etwa fünf- bis fünfzigfach erhöht. Es handelt sich um ein Enzym, welches in Muskelfasern vorkommt und durch die Erkrankung der Fasern vermehrt in das Blut abgegeben wird.
    Bei der Elektromyographie (EMG) handelt es sich um eine Nadeluntersuchung des Muskels. Es werden elektrische Spannungsveränderungen im Muskel gemessen, zunächst bei Ruhe, dann bei Anspannung des Muskels. Bei den meisten Patienten mit einer Dermatomyositis finden sich charakteristische, aber nicht beweisende Auffälligkeiten. In der Regel wird auch eine Elektroneurographie durchgeführt, eine Untersuchung der Nerven. Hierbei wird der Nerv üblicherweise an zwei Stellen elektrisch stimuliert. Es wird dadurch eine Muskelzuckung ausgelöst, die gemessen werden kann. Die Geschwindigkeit, in der der Nerv leitet, die sogenannte Nervenleitgeschwindigkeit, und Amplitude des Muskelantwortpotentials werden beurteilt. Auch die Funktion der sensiblen Nervenfasern wird untersucht. Durch die Elektroneurographie werden eventuell begleitende Erkrankungen der Nervenfasern (sogenannte Polyneuropathien) oder Differentialdiagnosen erfasst.
    Die Muskelbiopsie, also die Entnahme einer Probe aus einem Muskel, stellt bei Verdacht auf eine Myositis eine zentrale Diagnosemaßnahme dar. Sie kann typische Veränderungen aufzeigen, die auf eine Dermatomyositis hinweisen. Als typisch werden Entzündungszeichen um die Gefäße herum (perivaskulär) angesehen. Weiter gilt als charakteristisch für die Dermatomyositis die Verschmächtigung von Muskelfasern am Rand von Muskelfaserbündeln (perifaszikuläre Atrophie).
    Nicht immer sind die beschriebenen Veränderungen in der Muskelbiopsie zu finden. Ein Grund kann eine geringe Krankheitsaktivität sein. Durch vorherige Untersuchung mit Magnetresonanztomographie (MRT) kann manchmal der Ort der Biopsie besser geplant werden. Besonders ist darauf zu achten, dass nicht in einem Gebiet die Probe entnommen wird, in dem kurz zuvor elektromyographisch untersucht wurde, da die Verletzungen durch die Nadel lokal zu Veränderungen führen kann, die in der Biopsie nicht von einer Myositis zu unterscheiden sind.
    Dermatomyositis - Ursachen
    Bei der Dermatomyositis wird als Ursache von einer Erkrankung des Immunsystems, also der Körperabwehr, ausgegangen. Dabei wendet sich die Körperabwehr gegen Bestandteile des Körpers selbst. Bei der Dermatomyositis sind offenbar die kleinen Gefäße (Kapillaren) im Muskel das Ziel des Angriffs des Immunsystems. Dadurch kommt es zu einem Untergang (Nekrose) und Thrombose der kleinen Gefäße (Kapillaren). Hieraus resultieren umschriebene Durchblutungsstörungen mit Untergang und Verschmächtigung von Muskelfasern. Dabei wird der Angriff des Immunsystems nicht direkt über Zellen vermittelt, sondern über Entzündungsproteine (Immunglobuline und Komplementsystem). Entsprechend finden sich in den perivaskulären Infiltraten (Ansammlung von Entzündungszellen um die Gefäße herum) B-Zellen und T-Helfer-Zellen.
     
  13. Pitty78

    Pitty78 Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    7. März 2011
    Beiträge:
    34
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Niedersachsen
    Danke für die Info.
    wollte Quetzals Thema auch nicht "entfremden" - fand ihre Vorgeschichte nur so interessant, weil meiner so ähnlich.

    Bei mir ist bisher CK immer in der Norm - würde also dann wohl wieder nicht so passen...?!:confused:
     
  14. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Ausschließen kann man es nicht. Etwa 90% haben erhöhte CK-Werte. Auch können sich DM und PM mit einer anderen Kollagenose vermischen. Da müssen auch keine CK-Werte erhöht sein. Wenn mal der V.A. Dermatomyositis geäußert wurde, würde ich auf jedem Fall weitersuchen.
     
  15. Quetzal

    Quetzal liebt die Stille.......

    Registriert seit:
    8. September 2010
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Schweiz im Zürcher-Oberland
    Ich war gestern bei meinem Hausarzt.Der meinte:nun nach 9 Tagen 50 mg Spiricort täglich müssen wir reduzieren!
    Ich durfte heute morgen "nur" noch 25 mg nehmen.Habe nun bereits wieder ein Brennen in beiden Oberschenkeln und im Beckengürtel und es ist mir total schwindelig! Das kann ja heiter werden!!
    Als Schmerzreserve erhalte ich Paracetamol,höchstens 4 gr täglich!
    Liebe Grüsse von Quetzal :)
     
  16. Witty

    Witty Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    1.810
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Warum von 50 auf 25. Von 50 auf 40 wäre vllt. besser. Anfangs wird häufig in 10er Schritten runtergegangen. Dann in kleineren Schritten. Vllt. doch noch mal mit dem Arzt Rückfrage halten, ob man von 50 gleich auf 25 reduzieren sollte.
     
  17. Quetzal

    Quetzal liebt die Stille.......

    Registriert seit:
    8. September 2010
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Schweiz im Zürcher-Oberland
    Habe gestern schon gesagt,ob es nicht etwas viel sei!Antwort : das ist nicht viel!!!!
    Er wirds ja wissen,und ich "bade" es aus!! :mad:
    Liebe Grüsse Quetzal :)
     
  18. josie16

    josie16 PsA

    Registriert seit:
    16. Mai 2010
    Beiträge:
    2.341
    Zustimmungen:
    246
    Hallo Quetzal!
    Ich verfolge deinen Beitrag schon eine gewisse Zeit und ich habe das Gefühl, daß dein HA in diesem Bereich nicht ganz auf dem laufenden ist.
    Es ist eine Tatsache und das werden die meisten hier im Forum bestätigen, die selber schon einen Cortisonstoß gemacht haben, daß man die Dosis nicht so massiv herunterfährt, wie er es bei dir macht.
    Da ist klar, daß dein Körper gleich Aua schreit, die Nebenniere muß ja auch erst wieder dazu animiert werden, selber Coritson wieder zu produzieren.
    Witty hat schon sehr richtig beschrieben, wie normalerweise reduziert wird und aushalten mußt Du das nicht, Du mußt dir dann vermutlich einen anderen Arzt suchen bzw. wenn es dir jetzt schon wieder schlechter geht, solltest Du gleich wieder bei ihm auf "der Matte stehen", sonst sagt er hinterher, es hat doch gut funktioniert!
     
  19. Quetzal

    Quetzal liebt die Stille.......

    Registriert seit:
    8. September 2010
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Schweiz im Zürcher-Oberland
    Liebe josie16,
    Ich weiss,Du hast recht,aber ich wohne hier sehr auf dem Land,das ist nicht so einfach mit dem Arztwechsel.......und er ist der Einzige,der mir meine Schmerzen überhaubt geglaubt hat.
    Ich werde bis Montag irgendwie durchhalten,und dann wieder vorbeigehen.....
    Liebe Grüsse Quetzal :)
     
  20. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

    Registriert seit:
    10. Februar 2011
    Beiträge:
    664
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Heilbronn
    Ich meine: Geht irgendwas kaputt, wenn man LANGSAMER reduziert?? Ich verstehe echt diese Eile nicht ...
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden