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Normale Blutwerte, nur leichte Schwellung, trotzdem Entzündungen

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von juguja, 21. März 2009.

  1. juguja

    juguja Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe schon eine ganze Weile nicht mehr über mich geschrieben. Im letzten Sommer bekam ich nach einer Synovektomie in beiden Handgelenken die Diagnosa seronegative Polyarthritis. Zuerst wurde ich mit MTX 10 mg in Tablettenform behandelt, im Laufe der Zeit kamen Celebrex und Sulfasalazin dazu, das MTX wurde erhöht und Ende November auf Injektionen umgestellt (inzwischen 20 mg). In all der Zeit waren trotz großer Schmerzen in Fingern, Handgelenken, Ellbogen, Knien und Fußgelenken Blutsenkung oder CRP nie erhöht, nur immer wieder die Neutrophilen. Dazu waren die Gelenke kaum oder gar nicht geschwollen. Meine Rheumatologin hier in Canada war deswegen der Meinung, dass MTX gut wirkt, hat mir die pochenden Schmerzen teilweise nicht geglaubt und ich musste das Cortison ausschleichen. Interessant ist auch, dass Cortison in einer Dosis unter 20 mg nicht gewirkt hat. Erst nach einigem Zögern, und nachdem ich ihr noch einmal ein Fax geschickt habe, in dem ich ihr meine Schmerzen geschildert habe, hat die Ärztin MTX auf Spritzen umgestellt, die Dosis erhöht und Sulfasalazin dazu verschrieben. Auch nach der Umstellung habe ich immer noch starke Schmerzen und käme ohne Schmerzmittel nicht aus. Dazu bin ich oft müde und erschöpft, fühle mich irgendwie krank.

    Nun war ich wieder zu Besuch in Deutschland, und weil ich erstens sehr starke Schmerzen besonders im rechten Handgelenk und Daumen hatte, und zweitens den Daumen kaum noch bewegen konnte, bin ich zum Arzt gegangen, der mich zum Handchirurgen überwiesen hat. Ich konnte zu demselben gehen, der im letzten Sommer die Arthroskopie gemacht hatte. Es wurde ein MRT gemacht, in dem man Entzündungen sah, dazu wurde eine Tendovaginitis stenosans im Daumen diagnostiziert. Ich schreibe mal die Berichte ab:

    MRT "Befund: Es liegt eine Voruntersuchung von Juli 08 zum Vergleich vor. Hierzu ist die flüssigkeitsisointense Signalanhebung distal des Os scaphoideum rückläufig bzw. nicht mehr nachweisbar (Anmerkung von mir: ist ja operiert worden), dagegen zeigt sich ein zunehmender Reizerguss im distalen Radioulnargelenk und beugeseitig betont, hier besteht eine geringe dorsale bzw. Extensionsfehlstellung der distalen Ulna, wobei die Ligamente differenzierbar erscheinen, der volare Bandanteil etwas inhomogen und partiell darstellbar. Der Erguss dehnt sich etwas proximal in den Gelenkspalt aus zwischen distalen Radius und distale Ulna. Kleine flüssigkeitsisointense Signalanhebung angrenzend an die distale Ulna beugeseitig proximal des Os pisiforme.

    Beurteilung: Reizerguss im distalen Radioulnargelenk mit Subluxationsfehlstellung nach ulnar und streckseitig mit möglicher abgelaufener Bandverletzung volar ohne Nachweis einer Fraktur, Instabilität der Handwurzel oder eines umschriebenen Ganglion, insbesondere streckseitig."

    Arztbericht: "Diagnose: Tendovaginitis stenosans rechter Daumen, Reizzustand STT-Gelenk - bei der klinischen Untersuchung ließ sich ein Druckschmerz über dem STT-Gelenk auslösen, ein Ganglion war hier nicht zu fühlen. Weiterhin fand sich ein Druckschmerz an der Beugeseite des Grundgelenkes des rechten Daumens mit fühlbarem Sehnenknötchen.

    Wir haben eine kernspintomographische Untersuchung veranlasst. Hierbei war ein Ganglion an der radialen Streckseite des Handgelenkes nicht nachweisbar. Bei der Durchsicht der Kernspin-Aufnahmen fiel uns ein Reizzustand an der Streckseite des STT-Gelenkes auf. Über die Einnahme von MTX und anderen Rheumamitteln hinausgehend bietet sich hier derzeit keine Therapieoption an.

    Es verbleibt die Tendovaginitis stenosans des rechten Daumens. Diesbezüglich ist eine ambulante Ringbandspaltung angeraten. Auf Wunsch der Patientin haben wir jedoch einen Therapieversuch mit Dexamethason-Injektion am A1-Ringband des Daumens vorgenommen. Falls dieser zur Beschwerdefreiheit führen sollte, wäre die Ringbandspaltung dann nicht unbedingt erforderlich."

    Meine Fragen: Kann die Fehlstellung auch vom Rheuma kommen? Kann Rheuma auch die Bänder angreifen bzw. schwächen? Eine Bandverletzung hatte ich ja nicht, seit dem letzten MRT ist auch nichts passiert, was eine solche hätte verursachen können. Wie kommt es zu einer so ausgeprägten Tendovaginitis stenosans, wenn ich die Hände nicht besonders belastet habe (übrigens fängt es links auch an)?

    Übers Wochenende muss ich das alles noch genau verstehen, um es dann ins Englische übersetzen zu können, damit ich es am Montag meiner Hausärztin geben kann. Und ich hoffe, dass meine Rheumatologin am 1. April eine Idee hat, wie es mit der Therapie weitergehen soll. Wenigstens habe ich jetzt den Nachweis, dass trotz normaler Blutwerte bei mir eine Entzündung im Handgelenk ist. Leider lässt die Wirkung der Injektion schon wieder nach. Der Daumen ist zwar noch relativ beweglich, aber es wird schon wieder schwieriger, ihn zu strecken oder zu beugen. Auch die Schmerzen kommen zurück. Allerdings bin ich froh, dass er nicht mehr in dieser unangenehmen Streckhaltung "feststeckt".

    So, das war mein Roman zum Samstag. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße aus Canada,

    Jutta
     
    #1 21. März 2009
    Zuletzt bearbeitet: 22. März 2009
  2. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo Jutta,
    Du hast ja schon einiges an Medikamenten eingenommen, die können auch die gängigen Entzündungswerte unterdrücken. Außerdem kommt es - warum weiß ich nicht - immer wieder zu Ergüssen und entzündeten Sehnen, manchmal nur "diskret". Dadurch leiert alles aus, besonders ist die Ulna betroffen, die sich vom Handgelenk entfernt. Das passiert einfach, selbst wenn man das Handgelenk schont. Das ist jetzt etwas laienhaft ausgedrückt, aber Du bist nicht die Einzige mit dieser Problematik.
    Viel Glück bei der Weiterbehandlung! Alter Hase
     
  3. juguja

    juguja Neues Mitglied

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    Hallo Alter Hase,

    danke für deine Antwort. Das mit dem "Ausleiern" hatte ich mir auch schon mal überlegt. Ich wüsste nur gerne, ob es im Laufe der Zeit immer schlimmer wird. Vielleicht schreiben ja noch einige, denen es ähnlich geht.

    Was die Entzündungswerte angeht: Als ich sechzehn war, hatte ich selbst kurz vorm Blinddarmdurchbruch keinerlei Entzündungszeichen im Blut. Scheint eine "Macke" von mir zu sein, leider eine sehr unpraktische ...

    Liebe Grüße aus Canada,

    Jutta