1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Neuer Schub trotz Sulfasalazin-Behandlung?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Durga, 24. Juni 2004.

  1. Durga

    Durga Guest

    Ich (25, w) habe seit einem Jahr rheumatische Arthritis, das als seronegative Spondarthritis mit Gelenksbeteiligung (damals Kreuz, Schulter, 2 Zehengelenke) diagnostiziert wurde. Ich nehme seit September 2003 Sulfasalazin (derzeit 5 Tabletten/Tag), die Krankheit ist in den nachfolgenden Monaten fast vollständig in Remission gegangen, meine Blutwerte (BSG und ANA leicht erhöht, CRP normal) haben sich normalisiert. Ich spüre meine Gelenke (v. a. Kreuz) manchmal bei Wetterwechseln ein bisschen, das ist aber kein Problem.

    Jetzt habe ich seit ca. 1 Woche einen (leichten? beginnenden?) Schub, mein rechtes Schultergelenk (bzw. der Rücken dort) tut etwas weh (ähnlich wie bei einer Verspannung), so wie damals. (Je nach Bedarf nehme ich dagegen 1 Celebrex pro Tag.) Im vergangenen Jahr waren die Schmerzen zwar um Einiges schlimmer, jetzt habe ich aber Angst, dass das Sulfasalazin nicht mehr wirkt bzw. bald auch andere Gelenke betroffen sein könnten.

    Was habt Ihr für Erfahrungen mit solchen Schüben? Gehen die wieder von selbst weg, muss über eine Änderung der Therapie nachgedacht werden? Was wisst Ihr von Vitamin E? Kann das bei solchen leichten Symptomen behilflich sein?
     
  2. cpeter

    cpeter Guest

    Hallo Duraga,

    ich nehme seit letztem Jahr (Dezember) Sulfasalazin und mir hat es zunächst auch sehr gut geholfen. Im März hatte ich dann einen neuen Schub, da ich das Cortison (Prednisolon) langsam (aber wohl nicht langsam genug) gesenkt hatte. Die Beschwerden waren zunächst auch nur leicht, aber dann kam der Hammer. Deswegen wüde ich an Deiner Stelle schnell gegensteuern und nicht zulange abwarten. Bei mir waren dann auch neue Gelenke betroffen.

    Hier meine damaligen Fragen zu diesem Thema:

    http://rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=11653
    http://rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=11484

    Ich würde Dir raten einen kurzfristigen Cortison-Stoss zu machen und es dann wieder auszuschleichen. Zum Beispiel 20mg/20/15/15/4 Tage 10/4 Tage 7.5/ 7 Tage 5/ 7 Tage 4. Dann weiter langsam runter in 0.5mg Schritten pro Woche. Alternativ kannst Du auch bei einem Werte <=5mg auf Dauer bleiben. Mir bekommt das gut.

    Außerdem könntest Du natürlich das Sulfasalazin noch auf 2-2-2/d erhöhen.

    Statt Celebrex (was bei mir fast nix bringt) könntest Du auch Diclofenac oder Indometacin versuchen. Letzteres hilft mir meist sehr gut. Oder auch Bextra, vielen hilft das gut.

    Falls Du einen richtigen starken Schub kriegst, könntest Du die Basis natürlich auch um ein weiteres Medikament erweitern.

    Das solltest Du alles mit Deinem Arzt besprechen.

    Du kannst mir gerne auch eine PN schicken.

    Viele Grüße

    Peter
     
  3. petra78

    petra78 Guest

    HI,

    ich habe auch nach diagnose meiner psa mit azulfidine angefangen und dann bei leichteren schüben, die ja trotzdem noch auftreten können, cortison zusätzlich genommen oder auch cortison in die jeweiligen gelenke gespritzt bekommen.

    jetzt, nach vier jahren azulfidine reicht das allein nicht mehr aus, ich habe zur zeit viele kleine gelenke an händen und füssen entzündet, und nehme deshalb zusätzlich seit kurzem mtx.

    also sprich am besten mit deinem arzt.

    gute besserung, petra
     
  4. Durga

    Durga Guest

    Ich habe in den ersten Monaten auch Cortison genommen, das aber relativ schnell (nach ca 2-3 Monaten) absetzen können, und hatte dann auch keine Beschwerden. (Die wirkliche Besserung ist aber erst durch/mit der Sulfasalazin-Einnahme aufgetreten.) Derzeit nehme ich 3-0-2 Sulfasalazin.

    Ich habe gestern mit einer Rheumaärztin telefoniert (ich gehe in eine Ambulanz, da sind leider jedes Mal andere Ärzte), die hat gemeint, ich sollte 2 Celebrex pro Tag nehmen und evtl. noch eine Salbe, und dann "schauen wir halt". Ich habe meinen nächsten Termin am 22. Juli, aber wenn's schlimmer wird, werde ich einen früheren Termin nehmen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein neuer Schub ist, da ich ein bisschen auch andere Gelenke spüre, allerdings (noch?) nicht akut, es gibt derzeit auch keine Schwellung. Vielleicht wäre Cortison keine schlechte Idee, ich werde dann nächste Wochen noch einmal in der Ambulanz anrufen.

    Das Celebrex finde ich übrigens sehr gut, erstens wirkt es bei mir hervorragend und recht lang (8-10 Std), außerdem habe ich dadurch keine Magenbeschwerden mehr (da COX-2-Hemmer), die ich früher bei Seractil hatte. (Ich musste den Rheumadoc überhaupt dazu überreden, dass er mir Celebrex verschreibt, weil er herumgejault hat, dass das die Krankenkasse vielleicht gar nicht zahlt - war dann aber eh kein Problem.)

    Weil ich gesehen habe, dass manche Leute Magenprobleme wegen Sulfasalazin hatten: mir hat dann irgendwann eine Apothekerin gesagt, dass es von Salazopyrin auch die Filmtabletten gibt, die sich erst im Darm auflösen und daher den Magen nicht belasten. (Das ist natürlich etwas, was einem ein Arzt nie erzählt...) Ich verwende seit Monaten nur noch FTBL und hatte gute Erfahrungen damit.

    LG,
    Durga

     
  5. katrin65

    katrin65 Überlebenskünstler

    Registriert seit:
    11. Mai 2004
    Beiträge:
    110
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Hallo Durga,

    mein Sohn und meine Tochter haben auch Azulfidine (Sulfasalazin) genommen.
    Doch auch bei ihnen reichte es irgendwann nicht mehr aus. Thomas nimmt nun schon seit 7 Jahren MTX, meine Susi wird jetzt gerade in der Klinik darauf eingestellt. Bei Thomas wirkt das MTX sehr gut, es ist alles im grünen Bereich. Die Azulfidine haben bei ihm nie richtig gewirkt. Meine Tochter kam viele Jahre damit klar, es folgte eine schubfreie Zeit, in der die Azulfidine abgesetzt wurden.
    Jetzt ist der Schub heftig, und es wurde entschieden, dass sie nun MTX erhält.
    Ich wünsche dir gute Besserung.

    Liebe Grüße
    katrin
     
  6. Durga

    Durga Guest

    Tja, irgendwie klingt das hier alles recht hoffnungslos... :-( Auf diesen Seiten wird ja teilweise der Eindruck erweckt, als könnte durch eine Basistherapie eine dauerhafte Remission (auch mit Absetzung des Medikamentes) erreicht werden. Gut, im Vergleich zu sehr vielen Usern hier geht es mir ja eh ausgezeichnet, aber die Perspektive, für immer und ewig Medikamente (u. U. auch mehrere) nehmen zu müssen und sich trotzdem nicht über deren dauerhafte Wirkung sicher sein zu können, ist in manchen Momenten schon deprimierend...

    Immerhin hat es bei mir ja nur 3-4 Monate gedauert, bis eine Diagnose erstellt wurde. (Wenn ich lese, dass das bei manchen Leuten 7-10 Jahre in Anspruch nimmt...) Dabei hatte ich schon 2001 etwa zwei Monate lang einen unklärten Gelenkserguss im Knie, das bei der Rheumatologin, zu der ich gegangen bin, eigentlich die Alarmglocken hätte schrillen lassen müssen. Hat es aber nicht. Stattdessen wurde dann irgendwann von einem Orthopäden eine leichte Schädigung des Meniskus (die es zwar vermutlich wirklich gibt, die aber offenbar nicht der Grund für den Erguss war) festgestellt... Es ist halt schon ärgerlich, wenn die meisten Ärzte nicht über den eigenen Tellerrand schauen können... (Vor allem die praktischen Ärzte - der sagte nur: "Vielleicht haben Sie sich ja wo angehaut", als ich schon seit einem Monat eine Zehenschwellung hatte...)

    Na ja, musste mal kurz meinen Frust loswerden... :)
     
  7. katrin65

    katrin65 Überlebenskünstler

    Registriert seit:
    11. Mai 2004
    Beiträge:
    110
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Hallo Durga

    man sollte die Hoffnung nicht aufgeben.
    Es wird ständig geforscht und ich denke, die neuen Medikamente wie Enbrel (TNF-alpha-Blocker) lassen hoffen. Meine jüngste Tochter bekommt Enbrel (alle meine 3 Kinder haben cP), und ihre Werte lassen hoffen. Die Ärzte sind zur Zeit völlig zufrieden. Ich habe auch schon gelesen, dass durch dieses Medikament die Krankheit in Remission gehen kann, und Patienten durchaus auch ohne Medikamente längere Zeit auskommen. Sollte es dennoch zu einem neuen Schub kommen, kann das Medikament jederzeit wieder angesetzt werden und es würde wieder wirken.
    Wir setzen jedenfalls all unsere Hoffnung in dieses Medikament, vielleicht klappt es ja. Außerdem versuche ich meinen Kindern eine positive Denkweise zu vermitteln. Wichtig für uns ist die Devise: Wir leben mit der Krankheit, nicht die Krankheit mit uns...

    Liebe Grüße
    Katrin
     
  8. Durga

    Durga Guest

    Danke für die aufmunternden Worte!!!!

    Wenn mir andere Leute erzählen, dass sie alle möglichen Dauerbeschwerden haben, die auch von der Behandlung nicht weggehen (was bei mir ja immerhin für ein paar Monate der Fall war), dann denke ich mir, dass ich mich ja eh nicht beschweren darf...
     
  9. flower

    flower Die Ungeduldige

    Registriert seit:
    19. Juni 2003
    Beiträge:
    270
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Durga,

    vielleicht kann ich Dir etwas Mut machen:
    Ich nehme auch Seit September 2003 Sulfasalazine und bin dadurch fast komplett in Remission gegangen. Mir geht es richtig gut. Nehme zusätzlich Ibuprofen bei Bedarf
    Zwischendurch hatte ich auch ein oder zwei beginnende Schuebe, wo mir jedesmal Angst und Bange wurde (man weiss dass Sulfa aufhören kann zu wirken - ist es jetzt soweit?!). Dann habe ich das Ibuprofen richtig erhöht (bis zur Maximaldosis, so dass ich keine Schmerzen oder Probleme hatte und langsam wieder reduziert sobald es mir besser ging.
    Danach war bis jetzt immer dieser ach so schöne, problemlose,schmerzfreie Zustand wieder hergestellt :).
    Mein Rheumatologe meint hin und wieder mal 1-2 Wochen Probleme, das sei okay. Wenn's mehr wird, muessen wir an der Basistherapie basteln, evtl. Sulfa von 2-0-2 auf 2-2-2 erhöhen, oder auf MTX umsteigen. Zum Glueck vertraue ich meinem Rheumatologen und bin inzwischen etwas ruhiger geworden: Egal was kommt: Mein Leben wirkte letzten Sommer schonmal ausweglos - und heute geht es mir gut. Wenn es mal wieder schlecht werden sollte - warum kann ich dann nicht nochmal Glueck haben und eine neue Lösung finden? ;)

    Mit den Filmtabletten muss man inzwischen uebrigen höllisch aufpassen. Mein Rheumatologe schreibt die immer auf, aber da die Apotheke substituieren muss, wenn es was billigeres gibt, habe ich am Anfang immer das Präparat, das sich schon im AMgen auflöst bekommen. Darunter ging es mir sehr viel schlechter. Als ich dann mal ein anderes Präparat bekommen hatte, was teuerer war, aber Filmtablette, weil die billigen nicht lieferbar waren, habe ich erst gemerkt wieviel besser das ist und meinen Rheumatologen darauf angesprochen. Er war richtig wuetend als er dadurch rausgefunden hat, dass ich die ganze Zeit die falschen Tabletten bekommen habe :mad:
    Ich unterstelle der betreffenden Apothekerin einfach mal INkompentenz und nicht Böswilligkeit ;)

    LIebe GRuesse,

    flower :)