hallo, ich bin nicht sauer über irgeneinen physio. warum auch. ich schätze die physios sehr.
der thread begann letztes jahr anders. hintergrund war die berechtigte frage, warum gibt es keine /kaum mehr pt rezepte für einige patienten, die es mediz. unbedingt benötigen?
bei der beantwortung wurde u.a. das budget erklärt, das ULLA mit- "inspiriert" hat.
Frank_Stuttgart hat versucht, die finanz. lage einiger bundesländer zu erklären.
dabei kam von einer userin (chrischan) nicht nur der einwand, physios sollten von den rezepten der docs abgekoppelt werden. die gkv solle nur ihre kosten übernehmen. bsp. niederlande wurde angeführt sondern auch der hinweis, die ärzte hätten die finanz. situation selber verschuldet, sie hätten sich aus dem topf der gkv immer reichlich bedient, pauschalurteil war, ihnen ginge es einfach zu gut.......
und danach erhob ich ganz bewusst einwände und bedenken.
hauptfrage war danach: Wer soll das bezahlen bzw. Wie soll das bezahlt werden?
unser gesundheitssystem ist nun mal anders. es gibt budgets, leider. der grund ist hinlänglich bekannt.
nicht immer waren und sind die ärzte die grossen profiteure.
was die physios betrifft, so stört mich gewaltig, dass die gkv patienten in der angeordneten therapiepause kräftig zur kasse gebeten werden sollen. bsp: 15 minuten kg für 30 €. welcher gkv patient kann sich dann 20 behandlungen als selbstzahler leisten?
warum könnte der gkv patient in der therapiepause nicht zu den gkv bedingungen weiterbehandelt werden? die praxis hätte nur vorteile davon, wie sofortige bezahlung, keinerlei ärger mit der kasse, keinerlei kontrolle des rezeptes, kein einschalten des abrechnungszentrums und ausserdem gibt es keine lücken im plan der praxis.
weiterhin bin ich nach wie vor der meinung, dass die ausbildung zum physiotherapeuten anders gewertet werden sollte als die ausbildung zum mediziner. das fängt bei der schulischen eingangsvoraussetzung zu der jeweiligen ausbildung an, über die dauer der ausbildung und hört bei den jeweiligen schlussexamina auf; hier staatsexamina dort abschlussprüfung an der jeweiligen ausbildungsstätte. das niveau der universitäten in der medizinerausbildung ist sicherlich ungefähr gleich hoch, ob die qualität der ausbildung an den überaus zahlreichen schulen der krankengymnastik überall gleich ist, weiss ich nicht, kann ich nicht beurteilen. es gibt ausgebildete physios, die nicht älter als 22 jahre sind und die sofort eine praxis aufmachen könnten. mediziner, die eine praxis aufmachen wollen, sind etliche jahre älter.
im augenblick ist die verschreibungssituation für viele chroniker äusserst unbefriedigend. viele kämpfen nicht nur um pt rezepte sondern auch um medis, manche auch um überweisung an spezialisten. es wird nach operationen schnellstens entlassen, ein niedergelassener doc soll die weiterbehandlung übernehmen, extrabezahlung erhält er dafür nicht, alles bereits geregelt in der pauschale. 1 hausbesuch wird "vergoldet", die restlichen sind dem engagement der docs zuzuschreiben, es gibt bereits genügend praxen, die sich nicht mehr rentieren, der praxisinhaber lässt seine patienten nicht im stich, er harrt aus. in diesen fällen ist häme über sein verhalten fehl am platz. doch das ist meine ganz persönliche meinung. ich streite mich ungern, doch wenn es sein muss, vertrete ich durchaus meinen standpunkt, immer gilt bei mir, nur nach den regeln des fair play.
unbestritten ist auch von mir, es gibt durchaus noch gut, glänzend verdienende ärzte. doch wir wissen nicht, ob dies über die gkv erfolgt. es gibt nun mal privat- patienten, die gewillt und in der lage sind, für ihre gesundheit grössere summen "springen" zu lassen. zu diesem personenkreis gehöre ich nicht, so sehr ich das manchmal bedauern mag!
kl. rechenaufgabe bei gkv-patienten: kg wird mit ca. 14 € vergütet, 3 patienten in der stunde macht 42 €; 6 stunden gearbeitet ergibt 250 €; mal 5 tage macht 1250 € - brutto, natürlich, davon gehen die gesamten unkosten wie steuer, kkbeitrag, haftpflicht, rentenversicherung und? und natürlich auch anteilige miete für die mitbenutzung bei einer gr. pt praxis ab. (derartige pt praxen gibt es hier, alles 1 mann/frau praxen unter dem dach einer grossen PT praxis - die genauere geschäftskonstruktion kenne ich allerdings nicht). doch davon kann mann/frau leben.
die beträge erhöhen sich bei mt, privat-patienten und die hausbesuchspauschale beträgt knapp 10 €.
( ich kenne arbeitnehmer, deren monatsbruttoeinkommen beläuft sich auf 2000 €, dafür müssen sie schon schuften).
noch etwas: nicht immer verdienen akademiker mehr, oft sogar weniger. die angeführten statistiken geben den durchschnittslohn wieder, sind nur bedingt aussagekräftig....
gruss
die bearbeitung dieses themas birgt sprengstoff. darum nochmals meine bitte, bemüht euch um fairness. provokation ist in diesem falle wenig hilfreich.
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