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Neu, wie wichtig ist exakte Diagnose?

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von Maja3, 2. Januar 2011.

  1. Maja3

    Maja3 Registrierter Benutzer

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    Hallo an alle!

    Ich (weiblich, 44 Jahre alt) bin neu hier und habe gleich eine vielleicht etwas merkwürdige Frage:

    Wie wichtig ist denn eine genaue Diagnose, wenn man noch nicht so schlimme Symptome hat?

    Der Grund meiner Frage ist folgender: Bei mir schwellen im Winter seit mehreren Jahren einige Finger der rechten Hand an. Die Fingergelenke schmerzen und sehen aus wie entzündet , sind es aber anscheinend nicht. Meinte jedenfalls mein Hausarzt immer nach der Blutuntersuchung.

    Im Januar 2010 wurden dann zum erstem Mal zwei Finger auch gruselig blau.
    Diagnose des Hausarztes war Raynaud-Syndrom.
    Therapieanweisung des Arztes: Hände immmer schön warm halten.

    Im Sommer war wieder alles gut.

    Seid November sind vier Finger fast ständig blau und geschwollen. Dieses Mal richtige Blutuntersuchung.
    Ergebnis: bis auf leicht erhöhtem ANA-Wert (1: 160 bei NW <1 :80) alles im Normalbereich, auch die BSG (= keine Entzündung im Körper).

    Der Hausarzt meinte, es gäbe auch Leute mit leicht erhöhtem ANA-Wert, die trotzem keine Kollagenose hätten.
    Da keine Entzündung vorliege und ich keine anderen Symptome hätte, bräuchte diesbezüglich auch nichts weiter unternommen zu werden.
    Ich habe Nifedipin gegen die blauen Finger bekommen.

    Ich habe keine anderen schwerwiegenden Symptome unter denen ich leiden würde; nur ein paar leichte, die genauso gut von was anderem kommen könnten.
    Ich bin etwas müde und antriebslos, aber das schon seit Jahren( dachte immer, es läge an einem leichten Eisenmangel).
    Nach Bewegung schmerzen noch andere Gelenke ab und zu. Aber das kommt und geht, bin halt keine 20 mehr.

    Soll ich mich der Ansicht meines Hausarztes anschließen und einfach abwarten, ob sich eine Kollogensose mit schwereren Symptomen entwickelt? Oder soll ich mich um eine exakte Diagnose bemühen?

    Für Ratschläge, wie ich mich jetzt verhalten soll, wäre ich Euch sehr dankbar!



     
  2. waldzwerg

    waldzwerg Neues Mitglied

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    Hi

    Herzlich Willkommen hier, bin seit ca. 3 Monaten hier und habe schon viel Hilfe bekommen!

    Ich bin ewig durch die Welt gerannt ohne "richtige" Diagnose und habe Schmerzmittelchen hier und Cortison-Spritzen da und Massage hier und Tablettchen da bekommen und es wurde immer schlimmer.

    Ich würde einfach mal zu nem internistischen (!) Rheumatologen gehen und ihm alles erzählen und dann weitersehen.

    Ich bin mir auch immer noch teilweise unsicher, ob das alles so richtig ist und bin auch noch in der "Diagnose-Verfestigungs-Phase" - aber ich hatte erst beim Rheumatologen das Gefühl, dass da jemand überhaupt versteht, was ich habe, obwohl mein HA wirklich gut ist und immer für mich da...

    Schön dass Du hier bist, kriegst bestimmt auch viele Tipps und Hilfestellungen,
    liebe Grüße,
    bd
     
  3. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Du solltest nicht nur zu einem internistischen Rheumatologen, der u.a. auch die ANA näher untersuchen sollte, sondern auch zu einem Angiologen. Das ist ein Gefäßspezialist, der auch für das Raynaud zuständig ist. Dass es auch bei Gesunden zu erhöhten ANA-Werten kommen kann, hört man ja von den Ärzten häufiger. Aber Gelenkschmerzen und Raynaud-Syndrom klingen nicht so ganz gesund.
     
  4. Maja3

    Maja3 Registrierter Benutzer

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    Danke für Eure schnelle Antwort!

    Dauert es nicht ziemlich lange bis man einen Termin beim Facharzt bekommt?

    Wenn ich erst im Frühling, wenn es wärmer ist, einen Termin bekomme sind bei mir keine sichtbaren Symptome vorhanden. Raynaud verschwindet dann spurlos.
    Dann käme ich mir wie ein Hypochonder vor, der grundlos den Facharzt belästigt.

    Wenn ich meinen Hausarzt um eine Überweisung zu den Fachärzten bitte, ist er bestimmt beleidigt.

    (Ich hab ein bißchen Medicusphobie, glaub ich!)
     
  5. waldzwerg

    waldzwerg Neues Mitglied

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    Hi

    Man kann auch bei den Fachärzten (am besten persönlich) auf eine Liste aufgenommen werden (manchmal muss man sie auch auf die Idee bringen) und wenn jemand einen Termin absagt, dann springt man ein.
    Natürlich braucht man dafür eine gewisse Flexibilität und mass evtl. innerhalb von 1-2 Stunden da sein - mir wärs das wert.
    Für die Praxis ist das gut, weil sie keinen "Freilauf" hat und man selbst kommt auf diese Weise schnell an einen Termin.
    Freundlichkeit der Sprechstundenhilfe gegenüber wirkt Wunder :o

    Und ansonsten kannst Du auch akute Zustände evtl. fotografieren!
    Datum nicht vergessen und evtl. ein Schmerztagebuch führen, denn ich z.B. vergesse ruckizucki, wann was wie war und kann dann nur noch so wischi-waschi antworten..

    Ein guter HA sollte aber Deinen Wunsch nach einem Facharzt verstehen und muss sowieso dann mit dem Rheumatologen zusammenarbeiten - bei mir laufen alle Blutkontrolluntersuchungen über den HA und ich gehe zum Rheumatologen nur für eine Änderung der Basistherapie!

    Es ist Deine Gesundheit und da sollte man doch auf evtl. Gefühle des HA (was ich eh nicht glaube, das haben die doch täglich, dass jemand ne zweite Meinung einholt) keine Rücksicht nehmen!
    Ich denk mir immer - wenn ich bei nem Handwerker Zweifel habe, dann geh ich auch noch woanders hin - und Gesundheit ist ja das höchste Gut!

    Liebe Grüße,
    bd
     
  6. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Ja, es kann lange dauern einen Termin zu bekommen. Manchmal ein halbes Jahr. Dein Arzt, den ich ja nicht kenne, hat keinen Grund beleidigt zu sein. Er müßte Verständnis haben, dass du der Sache auf den Grund gehen willst. Eile scheint, da es dir ja relativ gut geht, nicht geboten zu sein. Aber dranbleiben solltest du auf jedem Fall. Wenn eine Kollagenose dahintersteckt, so wird auch i.d.R. irgendwann im Sommer das Raynaud-Syndrom auftauchen. Das sieht man denn auch schon bei leichten Temperaturschwankungen. Im Prinzip macht der HA nicht viel falsch. Ich kenne das auch so, daß vorerst mal was durchblutungsförderndes verschrieben wird, aber gleichzeitig auch der Hinweis weitere Untersuchungen beim Facharzt zu machen. Der kann dann zwar meist auch nicht gleich eine Diagnose stellen, aber es kommt dann, wenns ein guter Rheumatologe ist, die Aufforderung in regelmäßigen Abständen vorbei zu kommen, falls sich Verschlechterungen zeigen, od. was neues an Symtomen ergibt. Da werden dann immer wieder die ANA und auch die anderen Blutwerte, Entzündungswerte usw. getestet und auf das Auftauchen etwaiger neuer Symtome geachtet.
     
  7. Maja3

    Maja3 Registrierter Benutzer

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    Den Tipp von Blechdoeschen mit den Fotos und einem Schmerztagebuch finde ich wirklich gut. Das werde ich machen.

    Vielen Dank
    Maja3
     
  8. Iti

    Iti Mitglied

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    Hallo Maja 3

    Möchte Dich hier erst einmal ganz herzlich begrüßen und schließe mich den vorhergehenden Empfehlungen an einen Termin bei einem internistischen Rheumatologen zu machen und auch die Idee mit den Fotos ist sehr gut.
    Habe auch den Eindruck, dass bei dir eventuell doch etwas im Busch ist und dann ist es schon gut wenn man es abklärt.
    Witty hat ja schon geschrieben, dass es manchmal sehr lange daueert, bis man einen Termin beim Rheumatologen bekommt. Manchmal ist es halt auch notwendig weite Wege in kauf zu nehmen (fahre selber 60 km, 1 Weg). Die Rheumatologen sind leider nur dünn gesät.
    Wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg
    Gruß iti